GRAVECLOUD – EP „Equinox“ Review+Interview

(English version down below)

Melodic Death Metal

Es lohnt sich immer wieder mal seiner Neugier freien Lauf zu lassen und selber in den Untiefen des musikalischen Meeres einzutauchen. Dabei lohnt es sich mitunter auch mal in den Gewässern zu fischen, wo sich nicht die bekannten dicken Fische rumtreiben. So habe ich vor kurzem die Band GRAVECLOUD (Facebook) entdeckt, die den Sprung ins tosende Meer gewagt haben.

Ich möchte diesen Artikel mit dem Interview beginnen, um euch das Projekt GRAVECLOUD vorzustellen und euch neugierig auf das Album zu machen. Wenn ihr allerdings erst mit der Musik beginnen wollt, dann scrollt einfach erst einmal runter zur Rezension der EP „Equinox“ und dem Full-Album-Stream von YouTube.

Das Projekt mit seinen Inspirationen

Justus als Gründer des Projekts hat mir einige Fragen beantwortet.

MH: Hallo Justus! Freue mich sehr Eure neue EP „Equinox“ entdeckt zu haben. Doch bevor ich später einige Worte mehr dazu verliere, möchte ‚metal-heads.de‘ Euch ein wenig näher vorstellen. Wie kam es zu diesem Projekt?

Justus: GRAVECLOUD wurde 2021 von mir ins Leben gerufen. Ich war davor bereits in mehreren Bands aus unterschiedlichen Genres aktiv; darunter Rock, Metal und Hardcore.

MH: Was hat Dich dann zur Gründung des eigenen Projekts inspiriert?

Justus: Der Gedanke, Metal mit klassischen orchestralen Elementen zu verbinden, spukte schon seit einigen Jahren in meinem Kopf herum. Also begann ich, inspiriert von Bands wie WINTERSUN und FLESHGOD APOCALYPSE oder Komponisten wie Hans Zimmer und Ramin Djawadi, mit verschiedenen Instrumenten zu experimentieren. So entstanden die ersten Demos.

Von der Idee bis zur professionellen Produktion

MH: Die ersten Schritte hast Du also alleine vollzogen. Jetzt seid ihr aber schon zu zweit! Wer stieß noch hinzu?

Justus: Fabian Reinecke kannte ich schon, weil wir zusammen in einer anderen Band waren. Er war von dem Projekt angetan und nun leiht er GRAVECLOUD seine Stimme. Wir arbeiteten zusammen weiter an den Songs, so dass sich nach und nach ein Thema formte. Die Demos wurden ausgefeilter und nahmen immer mehr Gestalt an. So beschlossen wir unter dem Namen GRAVECLOUD die erste EP mit dem Titel „Equinox“ zu veröffentlichen.

MH: Die Produktion wirkt dabei sehr professionell. Wo habt Ihr die EP produzieren lassen?

Justus: Gemixt und gemastert wurden die Aufnahmen von Danny Meyer aus den unterfränkischen Sunway Studios und am 30.12.2021 konnten wir die EP veröffentlichen.

Der Sound

MH: Wie würdest Du selber GRAVECLOUD kurz beschreiben?

Justus: Der Sound von GRAVECLOUD ist geprägt von treibenden Gitarrenriffs, tragendem Orchester und epischen Chören. Das Debut „Equinox“ bedient sich thematisch, wie der Name schon vermuten lässt, an Gegensätzlichkeiten wie Tag und Nacht, Licht und Schatten oder Leben und Tod.

Unbegrenzte Kreativität danke moderner Technik

MH: Wer hat welche Instrumente auf dem Album eingespielt?

Justus: Alle Instrumente sind von mir „eingespielt“. Gitarre und Bass sind natürlich in Eigenregie kein Problem mehr heutzutage. Die habe ich bei mir im Home Studio aufgenommen. Die Drums sind als Midi Spuren programmiert worden. Das ist ein weiterer großer Pluspunkt der Technik von heute: mittlerweile sind die virtuellen Drums so gut, dass sie eine klasse Alternative zum herkömmlichen Drum Recording bieten. Wir wissen aus eigener Erfahrung: Gute Schlagzeugaufnahmen sind teuer und müssen wirklich gekonnt umgesetzt werden, damit sie dann auf der Platte auch gut klingen.

Gleiches gilt auch für die Orchester Instrumente. So schön es auch wäre, ein Orchester zu dirigieren, das unsere Musik episch untermalt. Die virtuellen Instrumente haben auch hier einen gewaltigen Sprung nach vorne gemacht in den letzten Jahren, sodass sich mittlerweile fast alles am heimischen Keyboard simulieren lässt. Ein Traum für jeden Musiker wie mich, der gerne mit verschiedenen Instrumenten experimentiert. Schließlich wurden Gitarren-, Bass- und Drumsounds von unserem Mann im Studio, Danny Meier, feinsäuberlich aufbereitet und mit den Orchesterelementen kombiniert.

Die Vocals wurden von Fabian direkt vor Ort im Studio aufgenommen. Ein super Beispiel dafür, dass der Kreativität fast keine Grenzen mehr gesetzt sind, egal aus wie vielen Musikern eine Band besteht. Ich bin jedenfalls sehr dankbar für die ganzen Möglichkeiten.

Zukunftspläne

MH: Gibt es schon konkrete Pläne für die Zukunft? Sind schon Songs für das kommende Album vorhanden oder wollt Ihr nach und nach in kürzeren Abständen EPs veröffentlichen?

Justus: Da unser Debüt ja noch ganz frisch ist, ist hier noch nichts in Stein gemeißelt. Wir planen aber auf jeden Fall weitere Veröffentlichungen. Ob es dann in Form eines Albums oder einzelnen, kleineren Veröffentlichungen sein wird, lassen wir noch einmal offen. Erfahrungsgemäß weiß man nie, wann die Inspiration wieder zuschlägt. Wir haben hier und da schon wieder einige vielversprechende Ideen, sodass es gut sein kann, dass wir bereits in diesem Jahr noch einmal musikalisch etwas nachlegen.

MH: Seid Ihr auf der Suche nach Bandverstärkung oder wollt Ihr es erst einmal beim Duo belassen?

Justus: Auch dem Thema stehen wir noch relativ offen gegenüber. Wir sind nicht akut auf der Suche nach Verstärkung. Unsere musikalische Vision lässt sich wie beschrieben auch gut zu zweit umsetzen. Da wir aber auch große Fans von Live Konzerten und Festivals sind, wäre es natürlich eine super Sache, das Material in Zukunft auch auf die Bühne zu bringen. Die Option, die fehlenden Instrumente für (hoffentlich bald wieder zahlreich stattfindende) Liveshows zu besetzen, halten wir uns für die Zukunft gerne offen.

Die EP „Equinox“

fällt als erstes mal mit einem gelungenen Cover-Artwork auf. Die edle Farbgebung und das Motiv finde ich sehr interessant und lädt zum genauern Hinschauen ein.

Musikalisch beinhaltet „Equinox“ 5 Songs, wobei ein Song lediglich ein Instrumentaltrack ist. Man hört sofort, dass hier keine blutjungen Frischlinge am Werk sind. „The Fall Of Man“ holt gleich zu Beginn mächtige symphonische Keys raus und lässt direkt epische Gefühle aufkommen. Dem sphärischen Beginn wird allerdings nach kurzer Zeit der Gar ausgemacht und die Death-Metal-Keule schlägt um sich. Blastbeat-Gewitter schlagen ein, prasselnde Leads regnen hernieder und die schroffen Growls von Fabian fegen stürmisch ins Gesicht. Damit hatten GRAVECLOUD ganz schnell mein ungeteilte Aufmerksamkeit.

Überrascht

wurde ich dann beim Song „Whatever Brings The Dawn“. Geht es zunächst standesgemäß rau in den Song, so wirkt der Chorus ungemein fröhlich und hat so einen Touch von Folklore. Das hätte ich so nicht erwartet und so was finde ich meistens immer gut, wenn es den Song nicht zerstört. Hier wurde ich an die Band EQUILIBRIUM erinnert, die diesen Stilmix sehr erfolgreich betreibt. Demnach ist der Song mehr als gelungen und besticht durch einen wechselhaften Verlauf ohne durcheinander zu wirken.

Kreativ und unterhaltsam

Es folgt ein instrumentales Zwischenspiel „Your Name In The Wind“, bevor es mit „Nightward Bound“ wieder mit voller Härte vorangeht. Trotz der wirbelnden Drums und rasenden Gitarrenleads werden die Melodien nicht vergessen. Dieser Song wechselt zwischen furiosen Blastbeat-Vollgasattacken und schweren stampfenden Passagen.

Beim Abschlusstrack „Equinox“ fällt mir die starke Basslinie positiv auf. Auch bei diesem Song überzeugen die Tempi- und Rhythmuswechsel. In dem Zusammenhang muss man sagen, dass GRAVECLOUD darauf wert legen die Songs nicht monoton werden zu lassen. Es gibt zwar immer einen roten Faden in den Songs, doch mit viel Geschick werden andere Facetten in den Faden eingewoben ohne das störende Knoten entstehen oder der Faden gar durchgeschnitten wird. Das ist eine tolle Leistung, die Anerkennung verdient.

Die Growls von Fabian sind wirklich gut gemacht und werden nicht nur monoton hingeklatscht. Man kann sogar sehr viel von den Texten verstehen. Dies ist keine Selbstverständlichkeit und verdient so zusätzliche Pluspunkte.

Fazit

GRAVECLOUD können mit stolz geschwellter Brust auf ihre erste EP „Equinox“ blicken. Es ist nicht nur für ein Debüt sehr beeindruckend, sondern die Songs sind so ausgefeilt und hochwertig arrangiert und gespielt, dass man es gar nicht für ein Debütalbum von jungen Musikern halten würde. Sogar im Vergleich mit gestandenen Bands liegt die Qualität weit über dem Durchschnitt. Daher kann ich abschließend nur sagen: Weiter so!

Unterstützen könnt Ihr GRAVECLOUD auf Bandcamp unter folgendem Link:

https://gravecloud.bandcamp.com/album/equinox

Eines noch….

Ich halte Bandcamp für eine hervorragende Plattform! Gerade junge noch unbekannte Bands finden dort die Möglichkeit ihre Alben und Merch zu präsentieren. Es gibt aber auch genügend bekannte Acts, die dort ebenfalls vertreten sind. Ihr habt dort die Möglichkeit alle Alben auch in unterschiedlichsten digitalen Formaten herunterzuladen, egal in welcher Form Ihr das Album gekauft habt (digital, CD, Vinyl oder Kassette). Ihr findet mich und meine Albensammlung dort unter:

https://bandcamp.com/rocker5575

English review

Melodic Death Metal

It’s always worth giving free rein to your curiosity and diving into the shallows of the musical sea yourself. Sometimes one should fishing in the waters, where not the known big fish are floating around. So I recently discovered the band GRAVECLOUD (Facebook), who have dared to jump into the roaring sea.

I would like to start this review with the interview to introduce the project to you first and to make you curious about the album. However, if you want to start with the music first, just scroll down to the review of the EP „Equinox“ and the full album stream from YouTube first.

The project with its inspirations

Justus as the founder of the project answered some questions for me.

MH: Hello Justus! I am very happy to have discovered your new EP „Equinox“. But before I say a few words more about it later, ‚metal-heads.de‘ would like to introduce you a little bit more. How did this project come about?

Justus: GRAVECLOUD was founded by me in 2021. Before that I was already active in several bands from different genres; including Rock, Metal and Hardcore.

MH: What then inspired you to start your own project?

Justus: The idea of combining metal with classical orchestral elements had been haunting my mind for several years. So, inspired by bands like WINTERSUN and FLESHGOD APOCALYPSE or composers like Hans Zimmer and Ramin Djawadi, I started experimenting with different instruments. That’s how the first demos came into being.

From the idea to professional production

MH: So you took the first steps alone. But now there are already two of you! Who else joined you?

Justus: I already knew Fabian Reinecke because we were in another band together. He was taken with the project and now he lends his voice to GRAVECLOUD. We kept working on the songs together, so little by little a theme formed. The demos became more polished and took more and more shape. So we decided to release the first EP under the name GRAVECLOUD, entitled „Equinox“.

MH: The production looks very professional. Where did you have the EP produced?

Justus: The recordings were mixed and mastered by Danny Meyer from Sunway Studios and we were able to release the EP on 2021-12-30.

The Sound

MH: How would you briefly describe GRAVECLOUD yourself?

Justus: The sound of GRAVECLOUD is characterized by driving guitar riffs, supporting orchestra and epic choirs. The debut „Equinox“ thematically, as the name suggests, uses opposites like day and night, light and shadow or life and death.

Unlimited creativity thanks to modern technology

MH: Who played which instruments on the album?

Justus: All instruments are „played in“ by me. Guitar and bass are of course no problem nowadays in self-direction. I recorded them in my home studio. The drums have been programmed as midi tracks. That’s another big plus of today’s technology: meanwhile the virtual drums are so good that they offer a great alternative to conventional drum recording. We know from our own experience: good drum recordings are expensive and have to be really skillfully realized so that they sound good on the record.

The same goes for the orchestra instruments. As nice as it would be to conduct an orchestra that epically underpins our music. The virtual instruments have also made a huge leap forward in recent years, so that almost everything can now be simulated on the home keyboard. A dream for every musician like me who likes to experiment with different instruments. Finally, guitar, bass and drum sounds were neatly prepared by our man in the studio, Danny Meier, and combined with the orchestral elements.

The vocals were recorded by Fabian directly on site in the studio. A great example that there are almost no limits to creativity, no matter how many musicians a band consists of. In any case, I am very grateful for all the possibilities.

Future plans

MH: Are there already concrete plans for the future? Are there already songs for the upcoming album or do you want to release EPs bit by bit in shorter intervals?

Justus: Since our debut is still very fresh, nothing is carved in stone yet. But we are definitely planning further releases. Whether it will be in the form of an album or individual, smaller releases, we leave open once again. You never know when inspiration will strike again. We already have some promising ideas here and there, so it could well be that we will add something musically again this year.

MH: Are you looking for more band mates or do you want to keep it as a duo for now?

Justus: We are also still relatively open to the topic. We are not acutely looking for reinforcement. Our musical vision can be implemented as described well as a couple. But since we are also big fans of live concerts and festivals, it would of course be a great thing to bring the material on stage in the future. The option to fill the missing instruments for (hopefully soon again numerous) live shows, we like to keep open for the future.

The EP „Equinox“

stands out first of all with a successful cover artwork. The noble color scheme and the motif look very interesting and invites you to take a closer look.

Musically „Equinox“ contains 5 songs, whereby one song is only an instrumental track. You can hear right away that there are no blood young novice at work here. „The Fall Of Man“ brings out powerful symphonic keys right at the beginning and lets epic feelings arise directly. However, after a short time the spherical beginning is finished and the Death Metal mace strikes. Blastbeat thunderstorms hit, pattering leads rain down and the gruff growls of Fabian sweep stormily in the face. With that GRAVECLOUD quickly had my undivided attention.

Surprised

I became with the following song „Whatever Brings The Dawn“. If it goes at first standstandgemäß rough in the song, so the chorus seems incredibly cheerful and has such a touch of folk. I wouldn’t have expected that and I usually like that, if it doesn’t destroy the song. Here I was reminded of the band EQUILIBRIUM, which operates this style mix very successfully. Accordingly, the song is more than successful and impresses with a changeable course without seeming jumbled.

Full album stream

Creative and entertaining

An instrumental interlude „Your Name In The Wind“ follows, before it’s full speed ahead again with „Nightward Bound“. Despite the swirling drums and frantic guitar leads, the melodies are not forgotten. This song alternates between furious blastbeat full-throttle attacks and heavy stomping passages.

In the closing track „Equinox“ I notice the strong bass line positively. Also in this song the tempo and rhythm changes are convincing. In this context, it must be said that GRAVECLOUD attach importance to not let the songs become monotonous. There is always a red thread in the songs, but with a lot of skill other facets are woven into the thread without the disturbing knots arise or the thread is even cut. This is a great achievement that deserves recognition.

The growls of Fabian are really well done and are not just monotonously slapped down. You can even understand a lot of the lyrics. This is not a matter of course and thus deserves additional plus points.

Conclusion

GRAVECLOUD can look at their first EP „Equinox“ with a proudly swollen chest. Not only is it very impressive for a debut, but the songs are arranged and played in such a polished and high-quality way that you wouldn’t even think it was a debut album by young musicians. Even in comparison with established bands, the quality is far above average. Therefore, I can only say in conclusion: Keep it up!

You can support GRAVECLOUD on Bandcamp at the following link:

https://gravecloud.bandcamp.com/album/equinox

One more thing

I think Bandcamp is an excellent platform! Especially young yet unknown bands find the opportunity to present their albums and merch there. But there are also enough well-known acts that are also represented there. You have the possibility to download all albums in different digital formats, no matter in which form you bought the album (digital, CD, vinyl or cassette). You can also find me and my album collection there under:

https://bandcamp.com/rocker5575

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Bildquellen

  • Gravecloud_Bandpic m. Logo: GRAVECLOUD
  • Gravecloud_Equinox_Album Artwork: GRAVECLOUD
  • GRAVECLOUD Cover+Infos: Cover+Infos-->GRAVECLOUD//Rest-->Pixabay
  • Gravecloud_Equinox Titelbild-1-: GRAVECLOUD

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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