WEIMAR – „Auf Biegen & Brechen“ Review

Deutschrock mal anders

WEIMAR (Facebook / Homepage) sind seit Monaten sehr präsent und wenn man sich das mal alles so anschaut, dann haben sie sich schon vor dem Release ihres Debütalbums „Auf Biegen & Brechen“ (VÖ 20.05.2022 über Universal Music) eine stattliche Fangemeinde um sich geschart. So hat z.B. die Single „Anders Als Die Anderen“, welche vor fünf Monaten online ging, fast eine Million Klicks Klicks erreicht. Der flotte Abgehsong mit seiner rockigen Attitüde macht tatsächlich richtig Spaß. Da gibt`s nix zu meckern. Zudem ist das Video toll umgesetzt und somit der perfekte Einstieg in dieses Review.

Anders sein!

Dieses Motto haben sich WEIMAR auf ihre Fahnen geschrieben. Und wenn Ihr Euch die Songs anhört, dann werdet Ihr tatsächlich schnell feststellen, dass wir es hier mit etwas mehr als dem „klassischen“ Deutschrock zu tun haben. Ein Merkmal im Sound von WEIMAR ist die Verbindung zwischen Altbewährtem und modernem Style. Umgehend wird der Kontrast zwischen den drastischen kraftvollen Vocals und dem flinken lockeren Style des HipHop deutlich, die sich auch stimmlich stark unterscheiden.

WEIMAR machen auf geheimnisvoll

Guy Fawkes-Maske

Das Ding mit den Masken ist wahrlich nun keine neue Erfindung und findet sich hier und da im Rock und Metal wieder. Auch WEIMAR hüllen sich in Masken und machen ein Geheimnis um ihre Identität. Hier gibt es allerdings nur eine Maske für alle. Das versprüht den Flair eines Geheimbundes wie es z.B. das Internetkollektiv ‚Anonymous‘ ausstrahlt. Deren Markenzeichen ist eine Maske, welche dem britischen Freiheitskämpfer Guy Fawkes (Wikipedia) nachempfunden sein soll. Ich persönlich lese allerdings lieber in Gesichtern als in anonyme Masken zu starren. Denn ich möchte bei meinem Gegenüber Emotionen erkennen können und dies gilt auch für Bands. Das baut meiner Meinung nach mehr Bindung auf.

Die vier Anonymen von WEIMAR

Fakt ist aber, dass wir es hier nicht mit Neulingen zu tun haben, denn dafür ist das ganze Bandkonstrukt und Marketing viel zu ausgeklügelt und unheimlich professionell umgesetzt. Davon kann man sich ebenso bei jedem einzelnen der sechs! Videosingles überzeugen, die allesamt sehr sehenswert sind. Und so einen Deal mit dem größten der Major Label UNIVERSAL MUSIC GROUP holt man sich ja auch nicht mal eben so nebenbei aus dem Nichts ab. Aber letztlich zählt das, was am Ende rauskommt.

Was nicht passt,

wird passend gemacht. Ich hätte mir vorher nicht unbedingt vorstellen können, dass Deutschrock und HipHop so gut funktionieren könnten. Ich fand es auch zunächst etwas gewöhnungsbedürftig, weil ich damit einfach nicht gerechnet hatte. Aber wenn man sich drauf einlässt, dann funktioniert das Konzept wirklich ganz gut und hat einen speziellen Unterhaltungswert.

Die Balance ist dabei stimmig. Das zeigt sich genauso bei dem Song „Im Wahnsinn gefangen“. Es ist einer meiner Lieblingstracks auf dem Album. Kraftvoll und melodisch mit energischen eindringlichen Hip Hop-Passagen punktet diese Song. Und der Refrain ist einfach nur geil und ich stelle mir vor, wie dieser bei einem Konzert von allen mitgegrölt wird. Zudem ist der bitterböse gesellschaftskritische Text insgesamt sehr gut gelungen.

Das hat Bumms!

Textlich wird nicht immer innovative Kost geboten und einige Parolen und Plattitüden kennt man schon von Songs anderer Bands. Diese „Wir-Gegen-Alle-Mentalität“ verliert scheinbar nie ihren Reiz und funktioniert seit ewigen Zeiten. Aber was soll’s. Man kann das Rad nicht immer komplett neu erfinden. Und wenn es funktioniert und reinhaut, dann finde ich es trotzdem gut. Manche Botschaften verlieren obendrein nie an Aktualität, denn die Menschen werden in vielen Dingen eben auch nicht schlauer.

Im Opener „Bester Feind“ treibt man es damit direkt auf die Spitze, indem man noch Schlachtrufe integriert, die man von den Spartanern aus dem Kinoblockbuster „300“ kennt. Der Song ist wie ein Rammbock, der mit Wucht jedes Bollwerk zerbröselt. Und schon sind WEIMAR drin und erobern das Land.

Fazit

WEIMAR verpassen dem mittlerweile etwas eingefahrenen Deutschrock eine Frischzellenkur und entfachen mit dem Album „Auf Biegen & Brechen“ ein wahres Freudenfest von guten und sehr guten Songs, die schön vielseitig daherkommen. Die Kombination zwischen spritzigem Hip Hop und drastischen harschen Vocals macht unheimlich Laune. Die Balance zwischen diesen Elementen ist sehr gut ausgeklügelt, so dass es super unterhält anstatt zu nerven. WEIMAR trauen sich was, machen klare direkte Ansagen und sind dabei eben anders als die anderen. Darauf können sie stolz sein. Mit dem Album „Auf Biegen & Brechen“ haben sie nicht vorsichtig die Tür zur Musikwelt aufgeschlossen, sondern quasi mit „Krawumm“ eingetreten und sind mehr als bereit dort die Herzen der Menschen zu erobern.

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Bildquellen

  • vendetta- chantakul1981 Pixabay: Pixabay
  • WEIMAR Bandfoto: RebelHeart Music Solutions
  • WEIMAR Auf Biegen Und Brechen Cover+Infos: Cover+Logo-->RebelHeart Music Solutions//Rest-->Pixabay
  • WEIMAR Titelbild: RebelHeart Music Solutions

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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