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	<title>Stu Hamm &#8211; metal-heads.de</title>
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		<title>Interview mit Felix Dehmel (drums)</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Birgit]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 01 Mar 2020 16:02:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[behind the scenes]]></category>
		<category><![CDATA[Dan Patlansky]]></category>
		<category><![CDATA[David Grabowski]]></category>
		<category><![CDATA[Felix Dehmel]]></category>
		<category><![CDATA[Leon Gurvitch]]></category>
		<category><![CDATA[Matt Penman]]></category>
		<category><![CDATA[Rocket Men]]></category>
		<category><![CDATA[Stu Hamm]]></category>
		<category><![CDATA[The Blue Poets]]></category>
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					<description><![CDATA[Ab heute werde ich in lockerer Folge Interviews präsentieren, die ich mit Schlagzeugern geführt habe, die aus ganz unterschiedlichen Gründen mein Interesse geweckt haben. Den Anfang macht Felix Dehmel, den ich als Drummer bei&#46;&#46;&#46;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<p>Ab heute werde ich in
lockerer Folge Interviews präsentieren, die ich mit Schlagzeugern geführt habe,
die aus ganz unterschiedlichen Gründen mein Interesse geweckt haben. </p>



<p>Den Anfang macht <strong>Felix Dehmel</strong>, den ich als Drummer bei THE BLUE POETS (Weiteres <a href="https://metal-heads.de/reviews/the-blue-poets-all-it-takes-voe-13-9-19/">Hier</a> und <a href="https://metal-heads.de/konzertberichte/the-blue-poets-bluesrockperlen-live-in-koeln/">dort</a>) und ROCKET MEN (<a href="https://metal-heads.de/reviews/rocket-men-twerk-travel-in-space-bereits-veroeffentlicht/">Review</a>) kennengelernt habe. Er hat außerdem mit <strong>Dan Patlansky</strong> sowie mit   <strong>Leon Gurvitch</strong>, dem DAVID GRABOWSKI QUARTETT  und <strong>Matt Penman</strong> gespielt. D.h. er spannt einen weiten musikalischen Bogen vom Blues zum Jazz – ob nun intergalaktisch wie bei den ROCKET MEN oder eher symphonisch bei Leon Gurvitchs <strong>Gershwin &#8211; Gala</strong>. Zur Zeit ist Felix Dehmel mit <strong>Stu Hamm</strong> (dem Bassisten von u.a. Joe Satriani und Steve Vai) auf Tour.</p>



<p>Und hier also das Interview, bei
dem Felix ausführliche interessante, amüsante und aufschlussreiche Antworten gegeben
hat.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-5-800x1200.jpg" alt="felix dehmel 5" class="wp-image-91228" width="253" height="381" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-5-800x1200.jpg 800w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-5-200x300.jpg 200w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-5-768x1153.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-5-600x901.jpg 600w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-5-1023x1536.jpg 1023w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-5.jpg 1066w" sizes="(max-width: 253px) 100vw, 253px" /></figure></div>



<h3 class="wp-block-heading">Früh übt sich….</h3>



<p><strong>Wenn ich mich richtig
erinnere, spielst du seit deinem 5. Lebensjahr Schlagzeug. Wie ist es dazu
gekommen? (Ein Schlagzeug findet sich ja seltener in einem Haushalt als eine
Flöte oder Gitarre </strong>…)</p>



<p>Das ist richtig. In meinem Fall habe ich tatsächlich erst mit privaten Unterrichtsstunden angefangen, habe aber dann ca. ein halbes Jahr später ein Schlagzeug bekommen.<br>Es war tatsächlich der klassische Weg. Ich habe als Kind auf Töpfen und Pfannen und sonstigen Haushaltsgeräten rumgehauen. Da lag es irgendwie nahe. Hinzu kam, dass mein Vater Gitarrist ist und in mehreren Bands gespielt hat. Ich glaube, es war ein bisschen auch sein Plan, sich einen Schlagzeuger ranzuziehen.</p>



<p><strong>Was dann ja auch gelungen
ist. Was hat dich eigentlich an dem Instrument so begeistert? Hat sich bis
heute daran etwas geändert?</strong></p>



<p>Ich glaube, sofern ich das noch erinnere, dass das Wilde und Animalische der Grund war. Auf Dingen rumzuhauen wirkt ja erst einmal extrem spaßig. Was es natürlich auch ist.<br>Heutzutage fasziniert mich das tatsächlich immer noch. Es hat etwas sehr Meditatives und Befreiendes. Außerdem kann man sehr gut Aggressionen abbauen. Es sind natürlich noch ein paar Aspekte hinzugekommen über die Jahre, die hauptsächlich musikalischer Natur sind. Das Bindeglied und die Basis zu sein ist ein sehr anspruchsvoller Job. Das wird sehr häufig unterschätzt.</p>



<p><strong>Seit wann hast du
Unterricht erhalten?</strong></p>



<p>Ich habe mit 5 Jahren
angefangen, Unterricht zu nehmen. Das hat sich dann im Prinzip bis 18
durchgezogen, bis ich zum Studium nach New York City gegangen bin.</p>



<p><strong>Hast du auch noch ein
anderes Instrument gelernt?</strong></p>



<p>Ja, Klavier. Das war
tatsächlich ein Pflichtfach während des Studiums. Ich hatte aber schon ein paar
Jahre vorher angefangen, aus reinem Interesse. Allerdings muss ich zu meiner
Schande gestehen, dass ich nicht ansatzweise so viel Klavier spiele, wie ich
eigentlich will oder sollte.</p>



<p><strong>Du hast dann ja schon früh
in deiner Heimatstadt Hamburg in verschiedenen Projekten gespielt. Hattest du
auch eine eigene Band?</strong></p>



<p>Ich hatte noch nie wirklich eine eigene Band. Ich war zu meiner Schulzeit in mehreren „Schulbands“ unterwegs, was super war und tierisch viel Spaß gemacht hat. Erste Erfahrungen hatte ich allerdings schon viel früher gesammelt, da ich seit meinem 7. Lebensjahr in der Band meines Vaters mitspielte. Zu Anfang noch als Ersatz bzw. aus reinem Spaß. Später wurde dann eine „Festanstellung“ daraus (lacht).</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-4-800x1200.jpg" alt="felix dehmel 4" class="wp-image-91227" width="248" height="372" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-4-800x1200.jpg 800w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-4-200x300.jpg 200w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-4-768x1153.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-4-600x901.jpg 600w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-4-1023x1536.jpg 1023w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-4.jpg 1066w" sizes="(max-width: 248px) 100vw, 248px" /></figure></div>



<h3 class="wp-block-heading">Hobby oder Beruf? </h3>



<p><strong>Wann und woran hast du
gemerkt, dass aus dem Schlagzeugspiel mehr als ein Hobby werden könnte?</strong></p>



<p>Das war so mit 14/15 ungefähr. Ich hatte schon damals sehr viel Musik gehört und mich mit Musik beschäftigt. Irgendwann habe ich dann realisiert, dass man das beruflich machen kann. Ab da war es um mich geschehen. Großen Einfluss hatte natürlich mein Lehrer Markus Grosse. [Markus Grosse hat auch ein Studio für Drum-Recording]<br>Er war für mich immer ein Vorbild und eine Bezugsperson. Glücklicherweise sind wir immer noch sehr gute Freunde. Durch ihn habe ich außerdem sehr früh viele Berührungspunkte mit der Szene und dem Schlagzeugerdasein gehabt.</p>



<p><strong>Hast du dich über den
Unterricht und Konzerte hinaus noch weiter mit dem Schlagzeugspiel beschäftigt?</strong></p>



<p>Ich war schon immer irgendwie ein ziemlicher Nerd was das betrifft. Ich habe z.B. sehr viel Zeit damit verbracht, Drumsoli auf Youtube zu gucken oder Equipment/Produkt Videos zu gucken. Die Schlagzug-Welt war für mich schon immer höchst faszinierend. Das hat sich bis heute eher noch verstärkt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Von Selbstmotivation,
Rockstar-Ambitionen und Fortschritt</h3>



<p><strong>Du bist 2012 nach New York
gegangen, um Schlagzeug zu studieren. Dabei hast du ein Spektrum von Jazz über
elektronische Musik und Rock bis hin zu Aspekten der Produktion kennengelernt.
Was war für deine heutige Arbeit als freiberuflicher Musiker besonders wichtig?</strong></p>



<p>Das ist eine schwierige
Frage. Im Prinzip hat alles, was ich im Studium gelernt habe, mehr oder weniger
seine Berechtigung. Egal, ob die Dinge technischer oder konzeptioneller Natur
sind.</p>



<p>Wenn ich mich aber auf eine Sache beschränken müsste, würde ich sagen, dass das Wichtigste, was ich im Studium gelernt habe, die Selbstmotivation ist.<br>Sein eigener Lehrer und größter Kritiker zu sein. Ich denke, dass das definitiv eine der wichtigsten Eigenschaften ist, die man erlernen kann. Sich ständig erneut selbst zu motivieren, zu versuchen das Beste aus sich herauszuholen und ohne Wertigkeit zu analysieren. Mit der Einstellung werden Musik und Kunst zu einem Lebensprojekt und du wirst niemals müde morgens aufzustehen.</p>



<p><strong>Welche Vorstellungen
hattest du damals vom Beruf des Musikers? Was hat sich im Laufe der Zeit
verändert?</strong></p>



<p>Meine Vorstellungen des Berufsmusikers waren eigentlich immer relativ realistisch. Mir war schon immer klar, dass die Millionen eher nicht in Aussicht sind. Auch wenn man natürlich träumen darf. Ich wusste schon früh, was zu dem Berufsfeld dazugehört und worauf man achten muss, da ich mein Leben lang mit Berufsmusikern zu tun hatte. Dass also Sex, Drugs &amp; Rock&#8217;n&#8217;Roll nicht wirklich involviert sind, war relativ schnell abzusehen.<br>Im Studium wurde das mehr und mehr ersichtlich. Der Fokus verschob sich eher noch mehr weg vom „Rockstar-Tum“ hin zum Realismus. Mir wurde klar, dass ohne extrem viel Arbeit, Mühe und Fleiß das ganze Projekt nicht realisiert werden kann. Das hat seitdem eigentlich mein Leben bestimmt.</p>



<p><strong>Du hast das Studium mit
Bestnote abgeschlossen. Was muss man eigentlich alles machen und können, um
einen guten Abschluss zu bekommen?</strong></p>



<p>Das ist selbstverständlich von Uni zu Uni abhängig und genauso von Lehrer zu Lehrer. Ich glaube aber, dass das Hauptziel der Fortschritt ist. Es wird ja im Endeffekt dein Vorankommen bewertet. Also wie groß dein Fortschritt gemessen an einem bestimmten Zeitraum ist. Unabhängig davon musst du natürlich gut spielen können und das bei einem Abschlusskonzert unter Beweis stellen. Hinzu kommen dann noch die ganzen Prüfungen, die du ablegst. Wie die Prüfungen aussehen, hängt vom Instrument ab.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-2-800x1200.jpg" alt="felix dehmel 2" class="wp-image-91225" width="252" height="377" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-2-800x1200.jpg 800w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-2-200x300.jpg 200w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-2-768x1153.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-2-600x901.jpg 600w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-2-1023x1536.jpg 1023w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-2.jpg 1066w" sizes="(max-width: 252px) 100vw, 252px" /></figure></div>



<h3 class="wp-block-heading">Üben: Meditation und
Selbsterhaltung</h3>



<p><strong>Du wolltest ja im
Anschluss eigentlich noch in Deutschland studieren, um auch hier einen
Abschluss zu machen. Was hat dazu beigetragen, dass du dieses Ziel nicht
weiterverfolgt hast? Ist es heute für dich von Nachteil?</strong></p>



<p>Das ist schnell erklärt.
Meine Credits wurden nicht anerkannt. Ich wollte mir die Zeit in New York City
anrechnen lassen, um dann in Deutschland nicht von vorne beginnen zu müssen.
Das ging aber offensichtlich nicht. Also waren meine Optionen relativ erschöpft.
Da habe ich beschlossen, dass ich das dann eben alleine mache, was für mich
keineswegs einen Nachteil darstellt heutzutage. Eher im Gegenteil. Ich genieße
eine relativ schöne, distanzierte Position zu den Lehrinstitutionen, was mir
persönlich gut gefällt. Manchmal ist es gut, der Außenseiter zu sein.</p>



<p><strong>Wie lange/oft übst du
eigentlich? Welche Rolle spielt ‚Üben‘ für dich? Hast du ein eigenes
Übungssystem? </strong></p>



<p>Ich übe jeden Tag. Mal mehr, mal weniger. Ich versuche so viel zu üben, wie ich kann. Der Grund dafür ist einfach: ich tue es aus reinem Selbsterhaltungstrieb. Musik &#8211; und speziell natürlich das Schlagzeug &#8211; sind für mich zu einem so großen Bestandsteil meines Lebens geworden, dass ich ohne regelmäßiges Spielen wahrscheinlich verrückt werden würde.<br>Natürlich muss ich auch relativ viel üben, um kommende Projekte, bzw. Auftritte vorzubereiten. Das nimmt natürlich auch Zeit in Anspruch. <br>Aber generell ist das Üben für mich tatsächlich eher eine Art der Meditation. Ich baue Stress dabei ab und kann mich entspannen. Daher war es für mich auch nie wirklich eine anstrengende Aufgabe, mich zum Üben zu bewegen, auch dann, wenn ich mal keine Lust habe. Es ist eher eine Lebenseinstellung, wenn man so will. </p>



<p><strong>Wie wichtig sind
Motivation und Disziplin?</strong></p>



<p>Natürlich gehören auch
Motivation und Disziplin dazu. Das sind Eigenschaften, ohne die man als
freiberuflicher Musiker wahrscheinlich nicht überleben kann. Es ist
anstrengend. Sehr sogar. Sein eigener Chef zu sein und sich selbst zu
motivieren ist eine Kunst, die leider dazugehört.</p>



<p><strong>Eine Frage, die sich aus verschiedenen Diskussionen ergeben hat: Wie wichtig ist es eigentlich (allgemein und speziell für dich) vom Blatt spielen zu können?</strong></p>



<p>Das kommt darauf an, was man machen möchte.<br>Eigentlich ist es längst nicht mehr so wichtig wie früher. Viele Profimusiker können keine Noten lesen und spielen unfassbar gut.<br>Ich persönlich sehe es eher als Hilfsmittel. Stell dir vor, du müsstest einen Text in einem Sachbuch auswendig lernen. Wenn du ihn nicht selbst lesen kannst, bist du darauf angewiesen, dass jemand anderes dir den Text vorliest, damit du ihn auswendig lernen kannst. Was ja auch funktioniert, aber wesentlich mehr Zeit in Anspruch nimmt, als wenn du es alleine machen kannst.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-3-800x1200.jpg" alt="felix dehmel 3" class="wp-image-91226" width="255" height="383" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-3-800x1200.jpg 800w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-3-200x300.jpg 200w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-3-768x1153.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-3-600x901.jpg 600w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-3-1023x1536.jpg 1023w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-3.jpg 1066w" sizes="auto, (max-width: 255px) 100vw, 255px" /></figure></div>



<h3 class="wp-block-heading">Das Equipment, der Klang und
die schönste Art, Geld auszugeben</h3>



<p><strong>Nach welchen Kriterien
stellst du dein Drum-Set zusammen? Variierst du das je nachdem, mit wem/welche
Musik du spielst? Welche Rolle spielt grundsätzlich das Equipment?</strong></p>



<p>Gute Frage. Im Prinzip ist das einfach. Der Grundaufbau ist ja in der Regel gleich. Ich spiele allerdings andere Kesselgrößen, andere Becken, andere Felle, andere Stimmungen abhängig von der Musik. Im Jazz will ich z.B. keinen lauten Rocksound und im Rock keinen hohen, obertonreichen Jazzklang.<br>Um das abdecken zu können, brauchst du erstmal mehr Equipment als jemand, der sich auf eine Stilistik beschränkt. Aber der Prozess ist tatsächlich sehr spannend. Seine Stimme in vielen, verschiedenen Arten der Musik zu finden macht unglaublich viel Spaß. Daher spielt Equipment eine sehr große Rolle.<br>Außerdem ist es die schönste Art Geld auszugeben.</p>



<p><strong>Auf deinem rechten Arm
hast du eine Tätowierung mit der Grundfigur „RLRR“. Was hat es damit auf sich?</strong></p>



<p>Haha, ja. Das ist ein
Rudiment. Der Paradiddle. R steht für Rechts und L für Links. Das ist eines der
ersten Rudimente, die du als Drummer lernst und damit meine Hommage an das
Schlagzeug. Daher auch das Tattoo.</p>



<p><strong>Gibt es einen Rhythmus, eine
Figur oder einen (unregelmäßigen) Takt, der dir besonders gefällt?</strong></p>



<p>Viel zu viele leider. Ich tue
mich da wahnsinnig schwer mich festzulegen. Daher lasse ich es lieber (lacht).</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Kunst des Schlagzeugspiels:
Geschichten erzählen</h3>



<p><strong>Für mich ist ein Aspekt,
der großen Einfluss darauf hat, ob mir ein Drummer gefällt oder nicht, in
welcher Weise – und wie oft &#8211; er die Hi-Hat anspielt. Worauf achtest du bei
anderen Drummern? Was ist für dich das wichtigste Merkmal eines Drummers? Woran
erkennst du jemand wieder? (Liegt es an der Dynamik, dem Groove…?)</strong></p>



<p>Das ist für mich eigentlich
das Gleiche wie bei allen anderen Instrumentalisten oder Sängern auch. Mir geht
es primär darum, ob ich das Gefühl bekomme, dass mit Emotionen gespielt wird.
Technik oder Geschwindigkeit sind mir persönlich eigentlich relativ egal. Viel
wichtiger ist, dass es sich gut anfühlt und Freude macht. Sowohl dem Publikum als
auch dem Musiker. Wenn das bei mir ankommt, bin ich Fan.</p>



<p>Der Wiedererkennungswert
liegt, meines Erachtens, tatsächlich in einer Kombination aus vielen Dingen.
Dynamik und Groove auf jeden Fall, aber auch sowas wie die Wahl des Equipments
(Drums/Becken/Felle/Sticks), das Tuning, die Intensität, die technische
Versiertheit, der Habitus beim Spielen, die musikalischen Einflüsse, und noch
so viel mehr. Zählt man alles zusammen bekommt man eine einzigartige
Kombination verschiedenster Aspekte.</p>



<p><strong>Es gibt Drummer, die
komplizierte Ostinato-Patterns spielen, wahnsinnig schnell sind und dabei über
eine – zumindest für mich – erstaunliche Unabhängigkeit zwischen Händen und
Füßen verfügen. Was denkst du darüber?</strong></p>



<p>Es ist beachtlich, keine Frage. Definitiv auch etwas, das mich interessiert. <br>Man erkennt unmittelbar, wie viel Zeit und Arbeit die Person investiert hat. Das allein gehört, meiner Meinung nach, schon mal respektiert. Ob man es dann mag oder nicht, ist eine völlig andere Frage. Geschmäcker sind ja bekanntlich verschieden.<br>Ich persönlich finde die ganze Materie höchst faszinierend, da es eine weiter Art des Schlagzeugspielens darstellt, die vielleicht etwas unkonventioneller ist und nichts mit dem klassischen Ansatz zu tun hat. Es gehört eben dazu und hat absolut seine Daseinsberechtigung und hat sehr maßgeblich zur Entwicklung des Instruments beigetragen.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-1-1200x800.jpg" alt="felix dehmel 1" class="wp-image-91224" width="336" height="224" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-1-1200x800.jpg 1200w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-1-300x200.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-1-768x512.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-1-600x400.jpg 600w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-1-1536x1023.jpg 1536w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/02/felix-dehmel-1.jpg 1600w" sizes="auto, (max-width: 336px) 100vw, 336px" /></figure></div>



<p><strong>Wenn du ein ausgedehntes
Solo spielst (wie z.B. bei den THE BLUE POETS &#8211; Shows) – willst du dann auch
zeigen, was du kannst?</strong></p>



<p>Mal mehr mal weniger. Solieren ist ein sensibles Thema. Man offenbart sich ja dem Zuhörer und ist ja quasi nackt. Das kann sehr beängstigend sein. Ich persönlich improvisiere jedes Solo, das ich spiele.<br>In den meisten Fällen versuche ich, mich einfach nur treiben zu lassen und eine Geschichte zu erzählen. Meistens kommen dabei dann auch die Feuerwerkskörper mit, aber wenn nicht, ist das auch in Ordnung.<br>Aber selbstverständlich möchte man dem Publikum auch ein bisschen was bieten. Daher gehört das für mich auch dazu. Ich setze mich aber glücklicherweise nicht mehr so unter Druck wie früher. Ich versuche eher für mich zu spielen und nicht für das Publikum. Das macht es einfacher.</p>



<p><strong>Du arbeitest jetzt als freischaffender Musiker, spielst fest in verschiedenen Bands, bist mit weiteren Musikern – wie z.B. Stu Hamm, David Grabowski, Matt Penman – auf Tour. Wie bekommst du das mit deinen anderen Aufgaben, wie z.B. Unterricht geben, unter einen Hut?</strong></p>



<p>Ein gutes Zeitmanagement ist unabdingbar. Allerdings ist das gar nicht so schwierig, wie es sich anhört. Ich bin ja schließlich nicht 350 Tage im Jahr unterwegs. Aber man muss schon ein gewisses Organisationstalent haben, ohne wird es schwierig (lacht). Andere Leute gehen auch jeden Tag 8 Stunden arbeiten. Dann muss ich das auch tun, denke ich.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Inspiration und Abwechslung</h3>



<p><strong>Zuletzt hast du zusammen mit <a href="https://www.davidgrabowskimusic.com/">David Grabowski</a> (Gitarre) und <a href="https://mattpenman.com/Site/Welcome.html">Matt Penman</a> (Bass) gespielt, und dies als eine großartige Erfahrung bezeichnet. In welcher Hinsicht war dies eine großartige Erfahrung? In welcher Weise inspirieren dich Musiker, die ein anderes Instrument spielen?</strong></p>



<p>Ich spiele mit David schon seit ein paar Jahren zusammen. Wir sind sehr gute Freunde geworden und verstehen uns musikalisch extrem gut. Als dann <strong>Matt Penman</strong> dazukam, um mit uns eine kleine Tour zu spielen, war das natürlich erstmal aufregend, da ich noch nie mit ihm zusammen gespielt hatte. Matt ist in meinen Augen einer der genialsten Musiker der Erde. Extrem dynamisch und feinfühlig, wahnsinnig gutes Gehör und Intuition und ein unfassbar hohes technisches Niveau. Und nett ist er auch noch. Mit so jemandem zu spielen, der nebenbei bemerkt, einer der gefragtesten Jazz-Bassisten der Welt ist, inspiriert und motiviert mich total. Es geht dabei gar nicht um die Wahl des Instrumentes, sondern eher um die Einstellung des Musikers.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Ein breites Repertoire</h3>



<p><strong>Wie bereits gesagt, spielst du ja in verschiedenen Bands. Welche Rolle spielt die Verschiedenheit für dich, eventuell auch gewohntes Terrain zu verlassen, das Repertoire zu erweitern?</strong> <strong>Was macht für dich den Unterschied z.B. zwischen ROCKETMEN und THE BLUE POETS aus? Was ist anders, wenn du mit dem DAVID GRABOWSKI-QUARTETT spielst?</strong></p>



<p>Abwechslung ist für mich das Wichtigste überhaupt. Da ich schon seit meiner Kindheit sehr viel verschiedene Musik höre, liegt es nur nahe, dass ich auch ganz verschiedene Musik spiele.<br>Für mich ist es das Schönste überhaupt, mich in verschiedenen Stilistiken wiederzufinden. Ich glaube, ich könnte mich gar nicht auf nur eine Art der Musik beschränken, da sie alle ihre Vorzüge haben.<br>Bei THE BLUE POETS z.B. geht es eher darum, Energie zu übertragen und eine gute Rockshow abzuliefern. Bei sämtlichen Jazz Gigs, die ich jemals gespielt habe, ist das anders. Da geht es eher darum, das Konzert einzigartig zumachen. Durch Improvisation und dem Auskosten des Momentes.<br>Bei ROCKET MEN ist es wieder ein bisschen anders. Da ist das Hauptziel, dass die Leute tanzen, wenn man es banal ausdrücken will. Aber im Prinzip ist es so. Es soll Club-Atmosphäre hergestellt werden. Sich in Ekstase tanzen.<br>Das sind alles sehr unterschiedliche Aufgaben und sehr unterschiedlicher Herausforderungen. Das macht aber gleichzeitig den Reiz aus für mich. Sich jedes Mal wieder in einer anderen Situation wiederzufinden und funktionieren zu müssen. Daran wächst man als Musiker ungemein.</p>



<p><strong>Welche Musik hörst du
eigentlich privat? Hast du momentan einen Lieblingsmusiker/Band/Song?</strong></p>



<p>So ziemlich alles. Ich höre sehr gerne Jazz und Fusion Musik, aber auch Rock und Metal. Das ist tatsächlich eher stimmungsabhängig bei mir. Einen momentanen Lieblingsmusiker habe ich nicht und hatte ich auch nie, da ich schon immer unterschiedliche Musik gehört habe. Das hat in frühster Kindheit angefangen. Irgendwie bin ich nicht dazu gekommen, mich zu entscheiden, wen ich denn nun am liebsten mag. Ich glaube, das muss man auch nicht wirklich.</p>



<p><strong>Vielen Dank für die Zeit, die du dir genommen hast und die aufschlussreichen Antworten. Gibt es eine Frage, die du – als Drummer – gerne beantwortet hättest, die ich aber nicht gestellt habe?</strong></p>



<p>Schwer zu sagen. Mir fällt die Frage gerade nicht ein (lacht). <br>Nein, Spaß beiseite. Mir fällt tatsächlich nichts ein. Das waren alles tolle und spannende Fragen.</p>



<p><strong>Dann wünsche ich dir
weiterhin so viel Spaß am Schlagzeugspielen wie bisher und außerdem viele
Erfolg!</strong></p>
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		<title>Tony MacAlpine &#8211; 11.10.18 Bochum Rockpalast</title>
		<link>https://metal-heads.de/konzertberichte/tony-macalpine-11-10-18-bochum-rockpalast/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Chipsy]]></dc:creator>
		<pubDate>Sat, 13 Oct 2018 18:05:53 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[Konzertberichte]]></category>
		<category><![CDATA[Death of Roses]]></category>
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		<category><![CDATA[Tour 2018]]></category>
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					<description><![CDATA[Tony MacAlpine Tony MacAlpine. Nicht zu verwechseln mit einem neuen Burger in Zusammenarbeit mit Renault und auch nix Neues von Apple. Tony MacAlpine ist Gitarrist und Pianist. Er hat schon mehrere Touren mit Steve&#46;&#46;&#46;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>Tony MacAlpine</h3>
<p>Tony MacAlpine. Nicht zu verwechseln mit einem neuen <strong>Burger</strong> in Zusammenarbeit mit Renault und auch nix Neues von <strong>Apple</strong>. Tony MacAlpine ist Gitarrist und Pianist. Er hat schon mehrere Touren mit Steve Vai gespielt und eine Menge an Soloalben herausgebracht. Bekannt ist er in den achtziger Jahren geworden, als schnelles, furioses und technisch brilliantes <strong>Gitarrenspiel</strong> gerade seine Hochphase hatte.</p>
<p>Heute Abend ist MacAlpine mit seiner Soloband in Bochum im Rockpalast zu sehen. Das darf ich mir als Fan der <strong>instrumentellen Gitarrenmusik</strong> nicht entgehen lassen und gehe natürlich hin. Mal sehen, was da so geboten wird.</p>
<h3>Rockpalast</h3>
<p>Der kleine gemütliche <strong>Rockpalast</strong> soll eigentlich um 19.00 Uhr seine Pforten öffnen. Eine halbe Stunde später wird die wartende Menge eingelassen. Menge ist jetzt vielleicht das falsche Wort. Bis dahin haben sich gerade mal 10 Besucher vor der Tür versammelt. Hoffentlich kommt da noch jemand. Wie meistens üblich, <img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-69560 alignleft" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/IMG_9768-300x200.jpg" alt="Tony MacAlpine - 11.10.18 Bochum Rockpalast" width="252" height="168" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/IMG_9768-300x200.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/IMG_9768-768x512.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/IMG_9768-600x400.jpg 600w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/IMG_9768.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 252px) 100vw, 252px" />ist um 20.00 Uhr Konzertbeginn, so auch heute. Auch das haut nicht ganz hin. Mit ungefähr einer Stunde <strong>Verspätung</strong> ist es dann endlich soweit. Die Band betritt die Bühne. Zwischenzeitlich hat noch der Ein oder Andere den Weg nach Bochum gefunden, so dass der Rockpalast dann doch mit ungefähr 70 Leuten nicht mehr so leer erscheint. Gut so.</p>
<h3>Profis</h3>
<p>Tony MacAlpine hat mit seiner Begleitband auch keine Unbekannten mitgebracht. Zu meiner großen Freude darf <strong>St</strong><img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-69547 alignright" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/DY6A0083-300x200.jpg" alt="Tony MacAlpine - 11.10.18 Bochum Rockpalast" width="248" height="165" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/DY6A0083-300x200.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/DY6A0083-768x512.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/DY6A0083-600x400.jpg 600w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/DY6A0083.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 248px) 100vw, 248px" /><strong>u Hamm</strong> heute in die tiefen Saiten hauen. Stuart Hamm hat auch schon mit den meisten Größen der Rockgitarre zusammengespielt. Um nur einige zu nennen: Joe Satriani, Paul Gilbert, Steve Vai und Fusionlegende Frank Gambale. Bekannt ist Stu durch seine <strong>Slaptechnik</strong>, über die es auch eine Menge Lehrvideos zu sehen gibt. Stark.</p>
<p>An den Drums sitzt heute <strong>Gergo Borlai</strong>. Auch kein unbeschriebenes Blatt, hat der ungarische Jazz-/Fusion-Drummer doch bereits einige Preise eingeheimst und ist nebenbei noch am <strong>Konservatorium</strong> in Barcelona Professor der Jazzabteilung. Das nenn´ ich mal ein technisch versiertes Trio. Über MacAlpine noch viele Worte zu verlieren, wäre ja Eulen nach Athen tragen.</p>
<h3>Gig</h3>
<p>Der Auftritt der drei ist auch alles andere als langweilig. Es wird, wie erwartet, ein <strong>Gitarrenfest allererster Güte</strong>. Tony MacAlpine spielt seine Ibanez 7-Saiter, als ob es nichts wäre. Alles dabei, zwischen gefühlvollen Passagen und wildem Gefuddel. Mit der rechten Hand wird zwischendurch auch mal gerne gleichzeitig das <img loading="lazy" decoding="async" class=" wp-image-69561 alignleft" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/IMG_9778-300x200.jpg" alt="Tony MacAlpine - 11.10.18 Bochum Rockpalast" width="264" height="176" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/IMG_9778-300x200.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/IMG_9778-768x512.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/IMG_9778-600x400.jpg 600w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/10/IMG_9778.jpg 900w" sizes="auto, (max-width: 264px) 100vw, 264px" />Keyboard bedient. Wieder mal ein Abend, an dem man ehrfürchtig <strong>staunen</strong> kann. Das Klavierspiel von Herrn MacAlpine ist keinen Deut schlechter, als sein Gitarrenspiel. Bei einem <strong>Solostück am Klavier</strong> kann man sich am späteren Abend selbst davon überzeugen.</p>
<p>Jedoch das Bestaunen der Künstler ist nicht das einzige, was man machen kann. Bei dieser Art von Konzerten ist normalerweise nicht mehr drin, als mal mit dem Fuß zu wippen. Das ist heute Abend aber anders. Stu Hamm am Bass macht unheimlich <strong>Dampf</strong>. Sein Bassspiel ist einfach von einer anderen Welt. Alles zwischen Slappen, Zupfen und Rockbass haut Hamm nur so raus, dass es eine Freude ist. Der Basssound tut noch sein Übriges dazu. Da müssen Köper und Kopf einfach mitgehen. Bei mir zumindest. Zusammen mit dem großartigen Gergo Borlai, der locker lässig die Salven hinter dem Drumkit abfeuert, entfesseln die beiden ein wahres <strong>Groovefeuerwerk</strong>. Absolut keine Chance, davon nicht mitgerissen zu werden. Nach jedem Song wird gejubelt, was das Zeug hält. Die Zuschauer haben Spaß, die Band auch. Bass und Drumsoli dürfen auch nicht fehlen. Wie immer Geschmackssache, jedoch <strong>technisch natürlich brilliant.</strong></p>
<h3>Fazit</h3>
<p>Ein toller Abend für Freunde von Gitarrenmukke. Man sagt ja immer so schön, dass das Musik für Musiker ist. Das mag sein, aber ich denke auch Nichtinstrumentalisten können Spaß an einem Auftritt von<strong> Tony MacAlpine</strong> haben. Wer nicht gekommen ist, hat definitiv einen klasse Auftritt einer klasse Band verpasst.</p>
<p>Fern ab von der Musik, freue ich mich über eine andere gute Nachricht an diesem Abend. MacAlpine, der vor drei Jahren aufgrund einer diagnostizierten Krebserkrankung alle seine Auftritte in Europa, Asien und Australien absagen musste, ist, wie ich bei einem Gespräch mit seinem Tourmanager erfahren habe, wieder zu <strong>100% genesen</strong>. Eine große Hilfe war dabei ein <strong>Benefizkonzert</strong> für Tony, bei dem alles, was Rang und Namen hat, für den guten Zweck gespielt hat. Mit den Einnahmen konnte Tony dann die Kosten der Behandlung bezahlen, da er, wie so viele andere Menschen in den USA, keine <strong>Krankenversicherung</strong> hat.</p>
<p>Weiterhin alles erdenklich Gute, Tony MacAlpine. Auf die nächsten Jahre mit einer Menge guter Musik.</p>
<p>Hier noch die Bilder des Abends.</p>
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