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	<title>Jan Hoffmann &#8211; metal-heads.de</title>
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		<title>Das &#8222;Eraser&#8220;-Interview mit Jan Hoffmann</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Birgit]]></dc:creator>
		<pubDate>Sun, 09 Oct 2022 07:04:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[behind the scenes]]></category>
		<category><![CDATA[Eraser]]></category>
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					<description><![CDATA[Interview zu „Eraser” von LONG DISTANCE CALLING LONG DISTANCE CALLING haben am 26. August 2022 das Album „Eraser” veröffentlicht. Um über die Musik hinaus auf Hintergründe und Intention zu schauen, habe ich mich mit&#46;&#46;&#46;]]></description>
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<h2 class="wp-block-heading">Interview zu „Eraser” von LONG DISTANCE CALLING</h2>



<p>LONG DISTANCE CALLING haben am 26. August 2022 das <a href="https://metal-heads.de/reviews/eraser-von-long-distance-calling/">Album</a> „Eraser” veröffentlicht. Um über die Musik hinaus auf Hintergründe und Intention zu schauen, habe ich mich mit Jan Hoffmann (Bass) unterhalten. Und auch darüber, weshalb ein Konzeptalbum viel Arbeit macht und in welcher Verantwortung sie sich als Band und als Personen für die Zukunft unseres Planeten und seiner Bewohner sehen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">300jähriger Grönlandwal als Album-Initiator</h3>



<p><strong>Hallo Jan, wir wollen uns ja heute über euer neues Album unterhalten. Wenn ich es richtig mitbekommen habe, hattet ihr mit dem Songwriting begonnen, als Janosch (Drums) eine Dokumentation über einen 300 Jahre alten Grönlandhai gesehen hatte. Dies soll ja auch der Auslöser für das Album gewesen sein. War das tatsächlich so, dass aufgrund der Doku die Idee für das Album entstand?</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-full is-resized"><img fetchpriority="high" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/DY6A9026.jpg" alt="Long Distance Calling - 09.06.19 Gelsenkirchen Amphitheater" class="wp-image-82577" width="278" height="185" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/DY6A9026.jpg 900w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/DY6A9026-300x200.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/DY6A9026-768x512.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/DY6A9026-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 278px) 100vw, 278px" /></figure></div>



<p>Genau so war es. Ich glaube, wir hatten gerade erst mit dem Songwriting begonnen und hatten ein oder zwei Riffs.   <br>Es war ziemlich schnell, nachdem wir die „Ghost“-EP veröffentlicht hatten. Es war in der Tat so, dass Janosch mich sofort, nachdem er die Doku gesehen hatte, anrief und wir rumgesponnen haben. Dann kam sehr schnell diese Idee. Und dann stand das Konzept.</p>



<p><strong>Das Konzept war also: wir suchen nach weiteren Tierarten, die vom Aussterben bedroht sind und machen dazu ein Album?</strong></p>



<p>Genau. Die Doku war sozusagen der Startschuss. Daraufhin haben wir eine Liste erstellt, die wir im Verlauf noch mit Greenpeace abgestimmt und ergänzt haben.</p>



<p><strong>Nach welchen Kriterien habt ihr eure Liste zusammengestellt? Denn es gibt ja noch mehr vom Aussterben bedrohte Tiere als die, die ihr auf dem Album berücksichtigt habt.</strong></p>



<p>Wir haben darauf geachtet, dass es unterschiedliche Tiere sind, damit die Songs eine gewisse Abwechslung haben.&nbsp; Dabei haben wir verschiedene Lebensräume beachtet und dass die Tiere unterschiedlich aussehen.&nbsp; Und wir haben die Kontraste sehr groß gewählt. Ein Gorilla sollte eben anders klingen als eine Biene.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Soundtrack zum Kopfkino</h3>



<p><strong>War es schwierig, euch darauf zu einigen, wie ihr die Tiere musikalisch umsetzt? Oder hattet ihr etwa die gleichen Vorstellungen?</strong></p>



<p>Es war überraschend einfach. Wir haben uns überlegt, wie das Tier aussieht, wie es sich bewegt, in welchem Lebensraum es lebt und wie das dann klingt. Dann sind wir relativ schnell auf einen Nenner gekommen.  <br>Wir haben teilweise auch versucht, uns eine Geschichte zu überlegen so wie bei den Videosongs. Weil es einfacher ist, wenn man beim Songwriting schon eine kleine Dramaturgie hat.</p>



<p><strong>Hast du da ein Beispiel?</strong></p>



<p>Ja, bei dem „Kamilah“ – Song haben wir uns vorgestellt, dass der Gorilla zunächst durch den Wald läuft. Daher klingt der Anfang beschwingter. Wenn der Mensch in den Lebensraum eintritt und ihn kaputtmacht, kippt es ins Aggressive um.   <br>Hauptsache ist, dass ein Bild im Kopf entsteht, das man beim Hören des Songs auch mit dem Tier assoziieren kann.  <br>Daher klingen die starken Tiere auch sehr mächtig. So eine kleine Biene klingt daher anders und das Faultier noch einmal ganz anders. Und „Sloth“ ist auch mit Abstand der langsamste Song, den wir jemals gemacht haben.   <br>Demzufolge haben wir sehr darauf geachtet, dass das so soundtrackmäßig ist und zu dem einzelnen Tier passt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Dark Jazziges Pink Floyd Saxophon und das Faultier</h3>



<p><strong>Ist euch da entgegengekommen, dass ihr breit gefächert seid, was eure musikalischen Ansätze angeht? Dass über Rock, Metal, Funk viele Musikstile dabei sind?</strong></p>



<p>Auf jeden Fall. Wir sind halt sehr offen für verschiedene Ansätze. Der leichteste Weg z.B. bei dem Faultier wäre gewesen, einen Doom-Metal-Song zu machen. Aber das war uns zu langweilig. Also machen wir etwas, was wir noch nicht gemacht haben. Das machen wir ja gerne mal. Und dann kam sehr schnell das Saxophon auf.      <br>Das Saxophon ist ja eines der Instrumente, bei dem es extrem darauf ankommt, wie es gespielt wird. So ein schnelles Saxophon kann superschnell nerven. Aber ein langsames getragenes wie im Dark Jazz ist ja sehr majestätisch und ruhig. Das hat da einfach sehr gut gepasst. Außerdem mögen wir alle Pink Floyd ganz gerne.</p>



<p><strong>Dann habt ihr mit Jørgen Munkeby (SHINING) auch einen Interpreten aus dieser Richtung gefunden, der das dann entsprechend umsetzen konnte.</strong></p>



<p>Ja, und es gab nur eine winzige Korrektur, weil ein Part ein bisschen zu lang war. Ansonsten ist es der first take, den er uns geschickt hat. Jørgen war extrem am Start und hat super abgeliefert. Am Anfang waren wir uns noch ein bisschen unsicher, wieviel Saxophon das in dem Song werden sollte. Es ist letztlich doch relativ viel geworden.</p>



<p><strong>Das finde ich auch. Mir hat es sehr gefallen. Und es war eine Überraschung</strong>.</p>



<p>Ja, ist mal was anderes.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Auf einmal doch wieder hart</h3>



<p><strong>Euch fällt ja immer noch mal was Neues ein, wie sich gezeigt hat.&nbsp;</strong></p>



<p>Ja und das lockert die Platte auch auf. Wir hatten zwischenzeitlich schon Befürchtungen – obwohl das nicht das passende Wort ist. Aber uns ist irgendwann aufgefallen, dass das alles auf einmal ganz schön hart war. Das war nicht unbedingt so geplant. Das hat sich so ergeben. So wie bei der <strong>„Boundless“</strong>. Da wurde auch irgendwann klar, dass das eine ziemlich ‚metal-ige‘ Platte wird.</p>



<p><strong>Und das Saxophon sollte da einen anderen Aspekt einbringen?</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/08/DY6A3908.jpg" alt="Long Distance Calling 31.07.20 Dong" class="wp-image-97837" width="240" height="160" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/08/DY6A3908.jpg 900w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/08/DY6A3908-300x200.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/08/DY6A3908-768x512.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/08/DY6A3908-600x400.jpg 600w" sizes="(max-width: 240px) 100vw, 240px" /></figure></div>



<p>Ja, wir haben uns gedacht: das ist vielleicht ganz gut, wenn da in der Mitte so ein kleiner Ruhepol ist. Um das Ganze ein wenig aufzulockern und auch der Diversität und Abwechslung halber innerhalb der Platte. Also eine Verschnaufpause.</p>



<p><strong>Wart ihr alle am Songwriting beteiligt oder hast du das überwiegend zusammen mit Janosch gemacht?</strong></p>



<p>Wir haben die Liste zusammen gemacht, und haben alle Songs zusammen im Proberaum entwickelt.</p>



<p><strong>Du hast irgendwo gesagt, dass es sich als günstig herausgestellt hat, ein Konzept zu haben. Hat sich das hier auch wieder gezeigt? Hat es die Arbeit und die Zusammenarbeit erleichtert?</strong></p>



<p>Total. Auf der anderen Seite ist es dann natürlich auch viel mehr Arbeit. Das kommt auch noch dazu. Ich habe auch mal gesagt: Da ist ‚mehr Fleisch am Knochen‘, wenn man ein Konzept hat, weil man etwas hat, worüber man auch reden kann. Und etwas, worüber sich die Leute informieren können.       <br>Es ist halt ein Überthema und damit noch ein zusätzliches Level neben der Musik. Das ist total spannend. Dann hat man in Interviews, so wie jetzt gerade, auch mehr zu erzählen, als nur zu sagen: ja, wir haben 8 neue Songs. Das macht schon viel aus, außerdem – und das ist der Hauptgrund – ist es uns einfach ein Anliegen.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Verantwortung der Scharniergeneration</h3>



<p><strong>In welcher Hinsicht?</strong></p>



<p>Wir sind mittlerweile alle Väter. Da verändert man sich schon mit der Zeit. Und man macht sich andere Gedanken über den Planeten. Es ist uns aber auch wichtig zu betonen, dass das nicht mit erhobenem Zeigefinger passiert. Denn wir sind ja selbst ein Teil des Problems. Es geht einfach nur darum, eine gewisse Wahrnehmung für das Thema zu schaffen und dafür auch unsere Reichweite zu nutzen.</p>



<p><strong>Wie seht ihr da eure Rolle? Einmal abgesehen vom Generationenaspekt, den du gerade angesprochen hast.</strong> <strong>Janosch hatte in einem Interview gesagt, dass ihr die ältere Generation, der ältere Part seid.</strong>   <br><strong>Aus meiner Sicht sind wir eher der mittlere Part. Nicht die ganz Alten, aber auch nicht mehr der jungen Generation zugehörig. Wie versteht ihr eure Aufgabe aus dieser Position, aus der Elternrolle heraus und eventuell speziell als Band mit Reichweite?</strong></p>



<p>Ich denke schon, dass man eine Verantwortung hat, wenn man eine Reichweite hat. Und man sollte sich deshalb überlegen, was man postet und was man sagt.</p>



<p>Daher wollten wir das gerne nutzen, weil es sonst einfach eine verschenkte Möglichkeit ist.</p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-full is-resized"><img decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/08/DY6A3952.jpg" alt="Long Distance Calling 31.07.20 Dong" class="wp-image-97844" width="168" height="252" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/08/DY6A3952.jpg 600w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/08/DY6A3952-200x300.jpg 200w" sizes="(max-width: 168px) 100vw, 168px" /></figure></div>



<p>Dann möchte ich noch auf den ersten Teil deiner Frage zurückkommen: ich sehe es wie du. Wir sind eher die Scharniergeneration. Wir sind die mittlere Generation, die es von der Generation davor gelernt hat, sich falsch zu verhalten,</p>



<p><strong>Was meinst du damit, dass wir gelernt haben, uns falsch zu verhalten?</strong></p>



<p>Unsere Elterngeneration (die davor eher weniger) ist die Generation, die ordentlich Raubbau betrieben hat und wir haben es auch getan, es so gelernt. Und wir sind jetzt in der Verantwortung, das Verhalten zu verändern und es an die nächste Generation, an unsere Kinder weiterzugeben. Die aber schon ganz anders darüber denken. Über Energie, Energieverschwendung, Fleischkonsum. Für sie ist es schon selbstverständlicher als es für uns war.     <br>Wir sind eine Generation, die in einem Prozess ist, die es falsch gelernt hat aber noch nicht zu alt ist, um noch was zu ändern. Also die Ausrede zählt nicht. Und da kann jeder selber vor seiner Haustür was machen. Und wenn ganz viele Leute ein bisschen was ändern, ist das schon eine ganze Menge.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Keine negativen Rückmeldungen – das spricht für die Fans</h3>



<p><strong>Reicht das denn, diese Summe von Einzelhandlungen?</strong></p>



<p>Es in erster Linie auch um Politik, da entsprechende Gesetze gemacht werden müssen. Das sind ja Sachen, die der einzelne nicht leisten kann. Aber nichtsdestotrotz kann jeder einzelne schon was leisten, indem er sich fragt: was brauche ich wirklich? Wie ernähre ich mich? Niemand muss perfekt sein, aber wenn man seine Gewohnheiten überdenkt, kann man schon relativ viel bewirken, denke ich.</p>



<p>Und einfach bewusster zu leben und zu überlegen: ist das jetzt notwendig oder nicht.</p>



<p><strong>Habt ihr von eurem Publikum entsprechende Rückmeldungen bekommen? Ihr habt viel Vorarbeit geleistet, als ihr das Album promotet und vorgestellt habt. Und jetzt, da es raus ist: wie sind die Rückmeldungen? Wird das so verstanden, wie ihr es euch vorgestellt habt?</strong></p>



<p>Ja tatsächlich. Was mich auch sehr wundert. Natürlich wird es auch Leuten nicht so gepasst haben, aber die haben dann nichts gesagt. Was mich erstaunt ist, dass wir keinerlei negative Rückmeldungen zu dem Thema bekommen haben. Denn normalerweise gibt es ja, egal was man macht, irgendwelche Hater und Trolle und Leute, die das dann nicht gut finden und es abwehren. Und das gab es komischerweise gar nicht. Das hat mich total überrascht, weil ich im Vorfeld fest damit gerechnet habe, dass es Leute geben wird, die das ablehnen. Vielleicht spricht das für unsere Fans, da wäre schön.    <br>Gerade eine Zusammenarbeit mit Greenpeace ist ja für bestimmte Menschen eine Steilvorlage für negative Kommentare. Aber da kam wirklich gar nichts.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Earth Black Box – der „Eraser”-Opener &#8230;</h3>



<p><strong>Wie kam es zu dieser Zusammenarbeit? Hattet ihr vorher schon Kontakte? Oder seid ihr privat engagiert?</strong></p>



<p>Wir hatten vor ein paar Jahren Kontakt mit ihnen wegen eines T-Shirt Designs. Zu „The Very Last Day“ (2019) haben wir ein T-Shirt gemacht und die Erlöse an Greenpeace gespendet. Das war der erste Kontakt. Und als das Konzept für <strong>„Eraser“</strong> um die Ecke kam, sind wir wieder in Kontakt mit ihnen getreten. Denn das war eine logische Anlaufstelle. Sie haben uns mit Infos und Material versorgt und unsere Sachen geteilt. Und wir haben deren Sachen wie Petitionen usw. geteilt. Sie haben noch eine Homepage für uns gebaut, auf der sich Leute informieren können. Das war eine coole Zusammenarbeit.</p>



<p><strong>Du hast gerade gesagt, dass ihr auch Möglichkeiten geschaffen habt, dass die Leute sich informieren können. Ist das auch ein Grund, weshalb ihr den ersten Song der Earth Black Box gewidmet habt?</strong></p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/LongDistanceCalling-Eraser-CoverArtwork-3000px-1200x1200.jpg" alt="LongDistanceCalling Eraser CoverArtwork 3000px" class="wp-image-132244" width="262" height="262" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/LongDistanceCalling-Eraser-CoverArtwork-3000px-1200x1200.jpg 1200w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/LongDistanceCalling-Eraser-CoverArtwork-3000px-300x300.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/LongDistanceCalling-Eraser-CoverArtwork-3000px-150x150.jpg 150w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/LongDistanceCalling-Eraser-CoverArtwork-3000px-768x768.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/LongDistanceCalling-Eraser-CoverArtwork-3000px-1536x1536.jpg 1536w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/LongDistanceCalling-Eraser-CoverArtwork-3000px-2048x2048.jpg 2048w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/LongDistanceCalling-Eraser-CoverArtwork-3000px-80x80.jpg 80w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/LongDistanceCalling-Eraser-CoverArtwork-3000px-320x320.jpg 320w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/LongDistanceCalling-Eraser-CoverArtwork-3000px-1320x1320.jpg 1320w" sizes="auto, (max-width: 262px) 100vw, 262px" /></figure></div>



<p>Das ist eine zusätzliche Ebene. Auch hierzu gab es wieder eine Doku, in der es um die Black Box in Tasmanien geht. Das hat super ins Konzept gepasst. Die Black Box zeichnet Daten auf: Wetterdaten, social media Daten, Klimadaten so dass damit dokumentiert wird, was hier gerade passiert. Und damit, wenn alles den Bach runtergeht, zukünftige Generationen nachvollziehen können, wie, wann und warum das passiert ist. Und das war ein schöner Aufhänger das als Intro zu benutzen, um in das Thema einzusteigen. Die Black Box findet sich symbolisiert auch auf dem Cover in der Hand wieder. Was auch wieder ein zusätzliches Level ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">… und andere Symbole</h3>



<p><strong>Was symbolisiert die Hand in diesem Fall?</strong></p>



<p>Sie soll symbolisieren, dass wir es immer noch selbst in der Hand haben. Wie man an den Knochen sieht, ist es schon sehr spät. Aber wir haben es noch selbst in der Hand. Die Hand ist daher ein sehr wirkungsvolles Symbol.</p>



<p><strong>War das auch euer Grundgedanke beim Schreiben der Songs? Dass die Menschheit es noch in der Hand hat? Ich habe an manchen Stellen des Albums gedacht, dass es versöhnlich klingt, an denen ich mir mehr Reibung, mehr Dissonanzen usw. habe vorstellen können.</strong></p>



<p>Die Platte ist für unsere Verhältnisse schon relativ hart. Aber es stimmt schon: dieser Gedanke scheint immer durch. Aber es ist auch der Schönheit der Lebewesen geschuldet.&nbsp;    <br>Es bringt auch nichts, zu negativ zu sein und den Kopf in den Sand zu stecken. Das Einzige, das jetzt hilft ist, dass man handelt. Daher ist da immer so ein gewisser Hoffnungsschimmer. Und das symbolisiert ja auch das „Eraser“ – Video mit dem Strick am Ende, wenn noch einmal zurückgespult wird: es ist sehr sehr spät. Es ist nicht fünf vor zwölf, sondern fünf nach zwölf. Aber man kann immer noch was tun. Der Schaden ist da, aber es geht darum, weiteren Schaden zu verhindern. Und das funktioniert nur mit Handeln und das so schnell wie möglich. Deshalb ist ein Fünkchen Hoffnung sogar von Nöten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">“It’s time up. Let’s act now” (Abspann „Eraser“ – Video)</h3>



<p><strong>Das war auch mein Eindruck, dass es trotz des Themas nicht deprimiert ist. Und was du gerade gesagt hast: dass die Lieder ja auch die Schönheit der Tiere betonen sollen, ist ein schöner Gedanke, ein Hinweis, worum es geht. Und dass man sich noch mal Gedanken darüber macht, was man da kaputt macht.</strong></p>



<p>Ja genau, das ist der Punkt.</p>



<p><strong>Ich möchte noch einmal auf etwas zurückkommen, was du vorhin gesagt hast: dass ein Konzept hilfreich ist, aber auch viel Arbeit macht. Inwiefern macht es mehr Arbeit?</strong></p>



<p>Wenn wir so etwas machen, dann versuchen wir, es richtig zu machen. So dass alles, was wir machen, zusammenpasst: Cover, Artwork, Fotos, Videos, der Pressetext.      <br>Daher muss man sich vorher informieren, damit man weiß, wovon man spricht. Und das erfordert viel Zeit und Arbeit, macht aber auch Spaß. Und dass man versucht, es allumfassend und ganzheitlich umzusetzen. Deshalb haben wir uns auch an einem bitterkalten Tag in eine Autowerkstatt gestellt und uns mit Öl übergießen lassen und Fotos gemacht, an denen man mit dem Auge hängenbleibt, bei denen man nicht sofort weiterblättert. Dann mussten für die Videos Bildrechte geklärt werden usw.. Das war alles viel Arbeit, die dazukam. Aber das finde ich wichtig., Ein Konzeptalbum bringt nichts, wenn man das so halb macht. Das muss man gnadenlos an allen Fronten durchziehen.<br><br><strong>Und da ist dann wieder einfachen einen Rahmen zu haben, innerhalb dessen man sich bewegen kann.</strong></p>



<p>Genau. Es hilft, es ist gleichzeitig mehr Arbeit, schafft aber auch mehr Wert.</p>



<p><strong>Beim Album ist auch die Tüte mit Blumensamen dabei. Wessen Idee war das?</strong></p>



<p>Die Idee hatten wir zusammen mit unserer Plattenfirma. Wir hatten überlegt, was man noch der Box beilegen kann, was nicht so ein Standardkram ist und was zum Thema passt. Die Samen sind ein Symbol dafür, dass jeder eine Kleinigkeit selbst tun kann mit wenig Aufwand, in dem er z.B. eine Blumenwiese anlegt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Die kommende Tour: ohne Sitze aber mit Schwitzen </h3>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-full is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/long-distance-calling-COL-2022-andre-stephan.jpg" alt="long distance calling COL 2022 andre stephan" class="wp-image-132245" width="188" height="282" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/long-distance-calling-COL-2022-andre-stephan.jpg 400w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2022/08/long-distance-calling-COL-2022-andre-stephan-200x300.jpg 200w" sizes="auto, (max-width: 188px) 100vw, 188px" /></figure></div>



<p><strong>Ihr geht ab Februar auf Tour. Bleibt ihr da unter euch oder nehmt ihr die Ensemblemusiker auch mit?</strong></p>



<p>Das wird nicht passieren. Wir überlegen, ob wir einen Support mitnehmen. Aber es wird im nächsten Jahr irgendwann eine Special-Veranstaltung geben, bei der auch die anderen Instrumente mit dabei sein werden. Das mit den Extra-Musikern haben wir auf dem Schirm und werden wir auch irgendwann auf die Bühne bringen.    <br>Die Tour jetzt wird eine normale Rock-Tour werden ohne Sitze aber mit Schwitzen und allem Drum und Dran.</p>



<p><strong>Wenn ihr für eine Tour ein Set zusammenstellt: habt ihr eine Idee davon, welche Songs live funktionieren werden? Könnt ihr aus euren bisherigen Erfahrungen schöpfen oder geht es nach dem Motto: wir probieren es einfach?</strong></p>



<p>Ja, genau, es ist letzteres. Das ist superschwierig. Man weiß das nie, bevor man die Songs wirklich live gespielt hat. Wir haben „Giants Leaving“ auf den Festivals im Sommer gespielt, der kam super an. Der macht auch Bock zu spielen. Er ist wohl einer der einfachsten Songs, die wir je hatten. Das könnte so ein Live-Classic werden. Bei den anderen Songs müssen wir noch sehen, wie es während der Proben ist. Wir werden einige von den neuen spielen, aber welche ist noch unklar. „Kamilah“ wird dabei sein, „Eraser“ und die Biene [„Blood Honey“] kam bis jetzt sehr gut an, obwohl der Song so lang ist.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Best of LDC in einem Song</h3>



<p><strong>Hast du einen Lieblingssong vom Album? Und weshalb?</strong></p>



<p>Ich habe drei: nur einen zu nennen ist nahezu unmöglich, da ich sie alle mag. Aber wenn ich welche hervorheben müsste, dann „Kamilah“, weil der so alles, was wir bisher gemacht haben, vereint. Wie ein Best of in einem Song. „Giants leaving“ weil der so knackig ist und so uplifting, eine euphorische Stimmung hat und gleichzeitig melancholisch ist. Also eine ganz eigenartige Mischung, die ich gerne mag. Und dann „Sloth“. Dass Faultier ist einer meiner Lieblingssongs.</p>



<p><strong>Gibt es noch etwas, das du unseren Lesern mit auf den Weg geben möchtest?</strong></p>



<p>Mich würde freuen, wenn sich jeder mal ein bisschen Gedanken über das Thema macht. Sich im besten Falle informiert und überlegt, was er bereit ist, bei sich zu ändern. Also die Wichtigkeit der Situation zu erkennen. Denn es sollte langsam so jedem klar werden, dass wir Verursacher und Teil des Problems zugleich sind. Und dass wir als einzige Spezies Verantwortung haben und gleichzeitig auch die Möglichkeit, etwas zu verändern .</p>



<p>Wir sind Opfer und Täter in einem. Das soll aber nicht wie mit erhobenem Zeigefinger rüberkommen. Aber als Appell, dass jeder für sich selbst beantwortet: was kann ich machen, um etwas zu verbessern?</p>



<p>Vielen Dank für das Gespräch und alles Gute weiterhin fürs Album und die auch für die kommende Tour! (Mehr Infos dazu <a href="https://www.ear-music.net/longdistancecalling/">dort</a> und demnächst hier!)</p>
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		<title>„Lachend in die Kreissäge“ und &#8222;Metalhead Politics&#8220; &#8211; Podcasts</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Birgit]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 02 Nov 2020 16:17:00 +0000</pubDate>
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					<description><![CDATA[&#8222;Lachend in die Kreissäge&#8220; Episode 6 mit Christof Leim Janosch Rathmer und Jan Hoffman von LONG DISTANCE CALLING setzen nach einer Pause ihren Podcast „Lachend in die Kreissäge“ (Infos zu ‚den Anfängen‘ findet ihr&#46;&#46;&#46;]]></description>
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<h3 class="wp-block-heading"></h3>



<h3 class="wp-block-heading">&#8222;Lachend in die Kreissäge&#8220; Episode 6 mit Christof Leim</h3>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/10/Christof-Leim-by-Chris-Weiss.png" alt="Christof Leim by Chris Weiss" class="wp-image-102071" width="149" height="201" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/10/Christof-Leim-by-Chris-Weiss.png 285w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/10/Christof-Leim-by-Chris-Weiss-221x300.png 221w" sizes="auto, (max-width: 149px) 100vw, 149px" /></figure></div>



<p><strong>Janosch Rathmer</strong> und <strong>Jan Hoffman</strong> von LONG DISTANCE CALLING setzen nach einer Pause ihren Podcast <strong>„Lachend in die Kreissäge“</strong> (Infos zu ‚den Anfängen‘ findet ihr <a href="https://metal-heads.de/behind-the-scenes/long-distance-calling-interview-mit-jan-hoffman/">hier</a>) mit einer 6. Episode fort. Diesmal haben sie <strong>Christof Leim</strong> zu Besuch. Christof Leim ist nicht nur Gitarrist (THE NEW BLACK, HEAVYSAURUS, Ex-MOTORJESUS) sondern auch Musikjournalist. Begonnen hat dies mit einem Praktikum beim „Metal Hammer“, bei dem er später als Redakteur arbeitete. Gestartet ist er allerdings mit dem Physikstudium, das er mit dem Diplom abschloss. Und heute macht er u.a. im Dinosaurierkostüm Metalmusik für Kinder (<a href="https://metal-heads.de/news/heavysaurus-retter-der-welt/">mehr dazu</a> an dieser Stelle). In seiner Kolumne <strong>„Zeitsprung“</strong> (für UDiscover) sowie in den <strong>„Rock Stories“</strong> erzählt er Anekdoten über Musik, Musiker und den Rock’n Roll Zirkus im Allgemeinen.</p>



<p>Auch dies also durchaus eine (Lebens) Geschichte, die gut zu dem Motto „Erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“, passt. Dieses Motto zieht sich wie ein roter Faden durch den Podcast <strong>„Lachend in die Kreissäge“</strong>, wenn von Erfolgserlebnissen aber auch von nicht funktionierenden Pläne und (Fehl)Entscheidungen die Rede ist. Spannend und vor allen Dingen unterhaltend. <a href="https://lidkpodcast.podigee.io/7-episode6?fbclid=IwAR175apqwEY8YEuYZ6uZeQm-N8e9mMdSUGYAKNl75w5ITorDP5FoNKp83KU">Also hört mal rein!</a></p>



<h3 class="wp-block-heading">„Metalhead Politics“ Episode 5 mit Barney Greenway</h3>



<p>Auch über den Podcast <strong>„Metalhead Politics“, </strong>zu dem CHTHONIC – Sänger <strong>Freddy Lim</strong> zusammen mit <strong>Emily Wu</strong>, der Mitbegründerin von Ghost Island Media (hier wird der Podcast produziert) verschiedene Gäste einladen, <a href="https://metal-heads.de/news/metalhead-politics-hardland-und-solstafir/">habe ich schon berichtet</a>.</p>



<p>Auch in der aktuellen Folge geht es wieder um Politik – speziell bezogen auf Taiwan. Aber auch ganz allgemein um das Verhältnis von Musik und Politik und die Frage, welche Rolle der Einzelne in diesem Spannungsfeld spielt.</p>



<p>Diesmal dabei ist <strong>Mark „Barney“ Greenway</strong> , Sänger von NAPALM DEATH. Die Band  wurde Anfang der 1980er Jahre in England gegründet und gehören mit zu den Pionieren des Grindcore. Später wurden sie etwas ‚gemäßigter‘ und dann eher im Death Metal Bereich angesiedelt.</p>



<p>Mark Greenway ist politisch eher linksgerichtet, was sich auch in seinen gesellschaftskritischen Texten widerspiegelt. Somit ist er sicher ein geeigneter und interessanter Gesprächspartner für diesen Podcast, in dem es u.a. auch um die Flagge Taiwans geht. (Wusstet ihr, dass diese gar nicht aus Taiwan stammt?)</p>



<p>Außerdem geht es um den Druck, den China auf Taiwan ausübt, das seine Gesellschaft weiter am Grundsatz der Demokratie sowie den Menschenrechten ausrichten will. Dazu passen auch die Überlegungen zu einer Vertretung der Ureinwohner.  Also auch hier wieder interessante und aktuelle Themen. </p>



<p>Metalhead Politics findet ihr <a href="https://art19.com/shows/metalhead-politics">HIER</a></p>
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			</item>
		<item>
		<title>LONG DISTANCE CALLING: Interview mit Jan Hoffman</title>
		<link>https://metal-heads.de/behind-the-scenes/long-distance-calling-interview-mit-jan-hoffman/</link>
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		<dc:creator><![CDATA[Birgit]]></dc:creator>
		<pubDate>Mon, 08 Jun 2020 15:07:00 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[behind the scenes]]></category>
		<category><![CDATA[How Do We Want To Live?]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Hoffmann]]></category>
		<category><![CDATA[KATATONIA]]></category>
		<category><![CDATA[LONG DISTANCE CALLING]]></category>
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					<description><![CDATA[Die einzige Konstante ist die Veränderung LONG DISTANCE CALLING geben am 26. Juni 2020 ihr neues Album „How Do You Want To Live“ heraus. Dazu wollte ich ihnen ein paar Fragen stellen. Inzwischen haben&#46;&#46;&#46;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[
<h3 class="wp-block-heading">Die einzige Konstante ist die Veränderung</h3>



<p>LONG DISTANCE CALLING geben am 26. Juni 2020 ihr <a href="https://metal-heads.de/news/long-distance-calling-mit-neuem-album/">neues Album</a> <strong>„How Do You Want To Live“</strong> heraus. Dazu wollte ich ihnen ein paar Fragen stellen. Inzwischen haben<strong> Jan Hoffmann</strong> (Bass) und <strong>Janosch Rathmer</strong> (Drums) einen Podcast mit dem …..Titel „Lachend in die Kreissäge“ gestartet, in dem sie sich mit Gästen frei nach dem Motto: „erstens kommt es anders und zweitens als man denkt“ über Erfolge, Fehler, Krisen und Chancen unterhalten wollen. <br>So habe ich mit Jan nicht nur über das Album, sondern auch über Fehler und den Umgang mit ihnen gesprochen. Sowie darüber, welche Rolle dabei Neugier, Kreativität, Experimente und Progressivität spielen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">„Lachend in die Kreissäge“</h3>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/lachend-in-die-kreissäge-1200x1200.jpg" alt="lachend in die kreissäge" class="wp-image-95334" width="253" height="253" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/lachend-in-die-kreissäge-1200x1200.jpg 1200w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/lachend-in-die-kreissäge-300x300.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/lachend-in-die-kreissäge-150x150.jpg 150w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/lachend-in-die-kreissäge-768x768.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/lachend-in-die-kreissäge-600x600.jpg 600w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/lachend-in-die-kreissäge-80x80.jpg 80w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/lachend-in-die-kreissäge-320x320.jpg 320w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/lachend-in-die-kreissäge.jpg 1535w" sizes="auto, (max-width: 253px) 100vw, 253px" /></figure></div>



<p><strong>Wie seid ihr darauf gekommen einen Podcast zu machen?</strong></p>



<p>Janosch und ich sind beide fast schon podcast-süchtig. Wir hören sehr sehr viele Podcasts und ich starte fast jeden Tag mit einem Podcast. Dann kam die Idee, das auch mal selbst zu machen. Da wir viel miteinander quatschen und eigentlich täglich miteinander telefonieren, haben wir uns überlegt, diese Gespräche aufzunehmen und auch andere Leute dazu einzuladen. Podcast ist ein superschönes Format, weil man darauf wann man will und wo man will zugreifen kann. </p>



<p><strong>Wie seid ihr auf den Titel gekommen?</strong></p>



<p>Ich glaube, Janosch ist darauf gekommen, als wir überlegt
haben, was eine gute Metapher dafür ist, wenn man Fehler oder Sachen macht, von
denen man schon vorher weiß, dass sie nicht klappen können. </p>



<p><strong>Fehler machen, der Umgang mit Fehlern: weshalb ist das
für euch so wichtig, dass ihr das zum Thema gemacht habt?</strong></p>



<p>Weil es spannend ist und wir gesehen haben, das erfolgreiche
oder richtig gute Sachen manchmal eben daraus resultieren, dass man Sachen
falsch gemacht hat, sie dann verbessert und es dann gut klappt. Außerdem ist
die Selbstbeweihräucherung doch irgendwie uninteressant. Wir fanden es viel
spannender, mal das Gegenteil unter die Lupe zu nehmen: wo hat man ins Klo
gegriffen und was kann man im besten Fall daraus lernen und für die Zukunft
besser machen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Fehler, Krisen und die Einsicht, selbst Teil des Problems zu
sein</h3>



<p><strong>Das ist ja ein vielschichtiges Thema: Fehler machen und
daraus lernen, Krisen erleben daran wachsen. Dass man Krisen und Fehler nicht
gleichsetzen kann. Und dann Aussagen wie: Scheitern ist doch was Gutes, weil
man daraus lernen kann.</strong></p>



<p>Ja, oft ist es so, das gesagt wird: alles super oder eben: alles Scheiße. Es ist schon so, wie du gesagt hast: eine Krise ist ja etwas, für das man selbst nichts kann. Für andere Sachen, kann man schon was, da es aktive Entscheidungen waren. Und Scheitern ist auch noch mal etwas anderes als einen Fehler zu machen. Aber vielleicht kann man dennoch aus beidem etwas mitnehmen. Beim Scheitern kann man eventuell später erkennen, an welcher Stelle man etwas falsch gemacht hat.<br>Manchmal können Fehler ja auch unterhaltsam sein. Also wenn man von außen betrachtet, welche Fehler andere machen, hat das unter Umständen auch einen unterhaltsamen Aspekt</p>



<p><strong>Habt ihr in den Vorgesprächen auch schon darauf geschaut,
welche Voraussetzungen man braucht, um aus Fehlern lernen zu können? </strong></p>



<p>Dazu gehören sicher Einsicht und die Fähigkeit, sich auf neue Situationen einstellen zu können. Einsicht, also dass man realisiert: es war mein Fehler. Und sich dann fragt: wie kann ich es beim nächsten Mal anders machen? Das sind die Grundvoraussetzungen, sonst macht man immer wieder die gleichen Fehler.<br>Bei Krisen z.B. den Krisen wie Corona oder auch das, was zur Zeit in Amerika passiert, stellt sich ja auch die Frage, was man daraus für den Alltag mitnehmen kann. Für mich heißt das: man muss mit offenen Augen durch die Welt gehen und sich durchaus auch als Teil des Problems erkennen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Der Kern von LONG DISTANCE CALLING</h3>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/Band_Photo_6-1200x848.jpg" alt="long distance callilng" class="wp-image-95330" width="235" height="166" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/Band_Photo_6-1200x848.jpg 1200w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/Band_Photo_6-300x212.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/Band_Photo_6-768x542.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/Band_Photo_6-600x424.jpg 600w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/Band_Photo_6-1536x1085.jpg 1536w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/Band_Photo_6-2048x1447.jpg 2048w" sizes="auto, (max-width: 235px) 100vw, 235px" /></figure></div>



<p><strong>In dem ersten Gespräch, das du mit Janosch geführt hast, habt ihr darüber gesprochen, dass man Krisen rückblickend etwas Positives abgewinnen kann, wenn man durch sie herausfindet, was wichtig ist und was nicht. Ihr habt euch auch darüber unterhalten, weshalb die beiden Alben, auf denen ihr mit Gesang experimentiert habt, nicht so gut angekommen sind. Im Nachhinein schätzt ihr es so ein, dass ihr bei </strong>„The Flood Inside“<strong> und </strong>„Trips“<strong> kein klares Konzept hattet und das verwässert wurde, was LDC eigentlich ausmacht.</strong></p>



<p><strong>Was wurde da verwässert bzw. was mach LONG DISTANCE
CALLING im Kern aus?</strong></p>



<p>Der Kern unserer Band ist es, das wir die Stimme kompensieren, sie gar nicht wirklich brauchen. Dass wir in die Songs sehr viel mehr Details einweben, damit es interessant bleibt beim Hören, dass man Atmosphäre schafft und es gelingt, den Hörer auf eine Reise zu entführen. <br>Der Gesang auf den beiden Alben hat dieses Konzept insofern verwässert, als der Hörer durch den Gesang etwas vorgegeben bekommt. Denn wenn der Gesang vorne ist und die Band dahinter, kann man sich als Hörer nicht mehr so richtig in die Musik fallen lassen. </p>



<p><strong>War das damals bei der Gründung von LONG DISTANCE CALLING eher eine Entscheidung, um das Instrumentale mehr zu betonen oder eine Entscheidung gegen den Gesang?</strong><br><strong><br></strong>Das war am Anfang reiner Zufall. Wir haben ein paar Sänger ausprobiert. Das hat uns aber alles nicht so gepasst, auch da wir Vier einen unterschiedlichen Geschmack haben. Und dann haben wir das einfach sein gelassen. Wir haben erst mit der Zeit gemerkt, dass das eine Stärke ist. Es war also nie der Plan, eine Instrumentalband zu sein. Wir haben gemerkt, dass es so funktioniert und dies dann weiter verfeinert. <br><br><strong>Bei manchen Bands ist der Gesang eher ein weiteres Instrument, als dass er den Text transportiert. Z.B. wenn gegrowlt oder in einer Sprache gesungen wird, die der Hörer nicht versteht. Was ist bei der Entwicklung von Songs anders, wenn auf Gesang verzichtet wird?</strong></p>



<p>Das Songwriting ist anders. Bei einem Gesangssong musst du viel mehr Luft lassen, damit die Stimme mehr Platz hat. Bei Instrumentalsongs ist genau das Gegenteil der Fall. Du brauchst viel mehr Details, um die Aufmerksamkeit beim Hören oben zu halten.<br>Sicher kann die Stimme auch ein Instrument sein, aber dann muss der Rest doch mehr in den Hintergrund treten. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Das Verhältnis von Mensch und Maschine in unserem Alltag</h3>



<p><strong>Der Titel </strong>„How
Do We Want To Live?“<strong> ist in der aktuellen Situation genau die Frage, die wir
umfänglich aber auch differenziert diskutieren sollten. Wenn man die aktuelle
Situation anschaut oder Themen wie Umweltverschmutzung, Rassismus. Wie ist es
dazu gekommen, dass ihr euch auf das Thema: Mensch – Maschine fokussiert habt?</strong></p>



<p>Wir haben im September eine Keynote-Veranstaltung
musikalisch begleitet, bei der es um Fragen wie Zukunft, künstliche Intelligenz
ging. So sind wir darauf gekommen. Außerdem durch den Alltag mit Social Media
und wie man damit umgeht, was möglich ist. Da kam dann &nbsp;die &nbsp;Frage auf: was will man im eigenen Leben an
Technologie zulassen? Oder vielleicht sogar in sein Bett lassen, wie im Video <strong>„Voices“</strong>. Dann haben wir viel zu dem
Thema recherchiert und uns damit beschäftigt. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices.jpg" alt="" class="wp-image-95335" width="274" height="148" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices.jpg 814w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-300x163.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-768x416.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-600x325.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 274px) 100vw, 274px" /></figure></div>



<p><strong>Da du gerade das Video ansprichst: da nimmt das Ganz kein gutes Ende. Wie seht ihr das bei der Betrachtung des Verhältnisses von Mensch und Maschine: ist die Menschlichkeit durch die zunehmende Technisierung in Gefahr? Oder sollte man die Technisierung als Anlass nehmen, um darüber nachzudenken, was Menschlichkeit ist?</strong></p>



<p>(Wer es noch nicht kennt, kann es <a href="https://www.youtube.com/watch?v=uWQQbQ9jqU4">hier </a>anschauen.) </p>



<p>Ich glaube, dass es darauf ankommt, ob man sich damit beschäftigt. Für die Leute, die nicht darüber nachdenken, was da alles Einzug in unser Leben nimmt, wird es zunehmend technisiert und sie werden von der Technik vereinnahmt. Wenn man sich aktiv und kritisch damit auseinandersetzt, führt es meiner Meinung nach dazu, dass man verantwortungsvoller damit umgeht. Das ist wie mit schlechtem Essen oder Fast Food: wenn man sich damit beschäftigt, merkt jeder schnell: das ist nicht so geil, ich sollte mich mal anders ernähren. Aber für die, die nicht darüber nachdenken, ist es normal. Und so ist es auch mit Social Media. Das ist ja auch wie Fast Food – nur fürs Gehirn. Wenn man sich nicht damit auseinandersetzt, ist es gefährlich. Auch was die psychischen Folgen angeht. Wenn man sich damit auseinandersetzt, kann man den Umgang damit verbessern und verantwortungsvoller gestalten.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Musik, Artwork und Videos als Gesamtkonzept</h3>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/05/long-distance-calling-how-do-we-want-to-live-anger-management.png" alt="long distance calling how do we want to live cover" class="wp-image-94047" width="244" height="244" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/05/long-distance-calling-how-do-we-want-to-live-anger-management.png 565w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/05/long-distance-calling-how-do-we-want-to-live-anger-management-300x300.png 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/05/long-distance-calling-how-do-we-want-to-live-anger-management-150x150.png 150w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/05/long-distance-calling-how-do-we-want-to-live-anger-management-160x160.png 160w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/05/long-distance-calling-how-do-we-want-to-live-anger-management-320x320.png 320w" sizes="auto, (max-width: 244px) 100vw, 244px" /></figure></div>



<p><strong>Habt ihr Musik, Artwork, Videos aufeinander abgestimmt,
um das Darüber-Nachdenken von verschiedenen Seiten anzuregen?</strong></p>



<p>Das sollte diesmal noch mehr als sonst aus einem Guss
kommen. Der ganze Überbau und die narrativen Elemente – das sollte alles aus
einer Hand sein und einen roten Faden haben. </p>



<p><strong>Ihr habt den Aspekt Kreativität im Zusammenhang mit Krise und Auseinandersetzung aufgegriffen. Wie sehr hat die Begrenzung, die sich aus der aktuellen Situation ergibt, eure Kreativität befördert?</strong> <strong>Ist ein Rahmen, eine Begrenzung für euch eine gute Möglichkeit, eure Kreativität zu entfalten oder fühlt ihr euch da eher eingeschränkt?</strong></p>



<p>Sehr gute Frage! Die Musik war ja schon so gut wie fertig.
Der eigentliche kreative Prozess war dadurch nicht eingeschränkt. Für das
weitere Drumherum hatte es eine Bedeutung. Und im dritten Video wird man sehen,
wie die Situation Einfluss genommen hat. Ich will da noch nicht zu viel
verraten, aber das hat die Kreativität dann doch beflügelt. </p>



<p><strong>Also ist schon so, dass Begrenzungen dazu beitragen
können, der Kreativität einen Anschubser zu geben?</strong></p>



<p>Auf jeden Fall, um sich noch mal mit anderen Sachen zu beschäftigen.</p>



<p><strong>Die Beschäftigung mit anderen Sachen hat auch mit Neugier zu tun. Neugier habt ihr auf dem neuen Album auch in den Vordergrund gestellt. Euer Album beginnt ja quasi damit.</strong> <strong>Welche Rolle spielt Neugier für eure Kreativität? Was habt ihr Neues entdeckt, während ihr das Album geschrieben habt? An welche Veränderungen habt ihr euch angepasst?</strong></p>



<p>Für uns ist Neugier fast das Wichtigste von allem. Wir sind
alle Vier sehr neugierig. Als Band eben auch. Wir wollen immer Neuland
betreten. Wir fangen immer bei Null an und wissen anfangs nicht, wie das Album
klingt. Außer dass wir es nicht so hart haben wollten wie das letzte Mal und
ein bisschen elektronischer. Wie das letztlich klingt und welche Mischung dabei
herauskommt, weiß man vorher nicht. Wir haben viel rumprobiert, experimentiert.
Und das tut einer Band einfach gut, nicht in so eine Formel zu verfallen und
immer so das Gleiche zu machen. Da geht die Qualität einfach drastisch zurück
meiner Meinung nach. Wir sind sehr neugierig und haben diese Maschinen mit
einbezogen. Und da gibt es gar keine Limitierung. Im Gegenteil: da muss man
sich selbst limitieren. Denn elektronische Sounds gibt es ja millionenfach. Da
muss man dann ein Gefühl entwickeln: was will ich, wohin soll das gehen. Das
ist eine riesige Spielwiese. Daher spielt Neugier bei uns eine große Rolle. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Die Experimente in der Musik </h3>



<p><strong>Und das Experiment anscheinend auch. Mit welchen
Maschinen habt ihr experimentiert?</strong></p>



<p>Mit verschiedenen Plug-Ins, der 808, aber auch mit echten
Keyboards. Alles immer mit der Überlegung: welcher Sound ergänzt den Bandsound?
Es war uns wichtig, dass alles homogen klingt. Dass der Bandsound fett klingt
und dennoch natürlich und eine gute Räumlichkeit hat. Also dass sich die
elektronischen Sachen gut einbetten und nicht wie ein Fremdkörper wirken. Und
ich finde, dass das echt gut geklappt hat. </p>



<p><strong>Nachdem, was ich bisher gehört habe, ist das gelungen.
Die Elemente sind gut miteinander verwoben und es gibt eine Kontinuität in
Bezug auf das, was ihr vorher gemacht habt. Auch für den, der euch schon länger
kennt, nicht überfordernd. In letzter Zeit habe ich häufig gehört, dass Hörer
gerne bei dem bleiben wollen, was sie kennen. </strong></p>



<p>Ja und gerade in Deutschland ist das sehr schwierig. Die
Deutschen sind sehr traditionell, was das angeht: bloß keine Veränderungen.
Aber das ist einfach schwierig, denn die Welt verändert sich. Sonst gibt es
einfach Stillstand. Und es gibt ja nichts Unkreativeres, Unprogressiveres – um
mal beide Wörter, die unsere Musik beinhalten/beschreiben – als wenn man das
Gleiche macht wie vorher. Das ist weder progressiv noch kreativ. Das ist
einfach nur eine Wiederholung. Das ist auch völlig ok, wenn Leute das für sich
wollen. Das ist ja auch eine Form von Sicherheit. Aber wir wollen das nicht,
wir wollen uns ausprobieren.</p>



<h3 class="wp-block-heading">„Selbst die Progressiven sind traditionell“</h3>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/IMG_8649.jpg" alt="Long Distance Calling - 09.06.19 Gelsenkirchen Amphitheater" class="wp-image-82586" width="263" height="175" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/IMG_8649.jpg 900w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/IMG_8649-300x200.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/IMG_8649-768x512.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/IMG_8649-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 263px) 100vw, 263px" /></figure></div>



<p><strong>Ich finde es
interessant zu hören, dass ihr es als progressive Band, bei der man ja
eigentlich ein progressiv ausgerichtetes Publikum erwartet, auch so erlebt,
dass die Leute es nicht so gerne haben, wenn ihr etwas verändert. </strong></p>



<p>Ja, selbst die Progressiven sind traditionell. Wenn es um Progressives geht, dann muss man irgendwelche komischen Takte spielen. Aber das hat für mich nichts mit Progressiv zu tun.  Das ist eine Stilrichtungsbezeichnung. Progressiv heißt: man geht voran und betritt Neuland. Das ist wirklich progressiv. </p>



<p><strong>Ihr habt Neuland betreten und bezeichnet euer Album als
„guten Begleiter für die aktuelle Lage“, da ihr viele jetzt relevante Aspekte
berücksichtigt hättet. Ihr habt sie als „erschreckend relevant“ bezeichnet. Was
ist so erschreckend relevant?</strong></p>



<p>Z.B. die „Black Lives Matter“ &#8211; Geschichte: da machen Bilder sekundenschnell die Runde. Oder auch bei der Aluhut-Geschichte. In Bezug auf die „Black Lives Matters“ &#8211; Geschichte ist es ja gut, dass sich die Bilder so schnell verbreiten und viele Leute dafür einstehen.  Bei der Aluhut-Geschichte war es ein erschreckendes Beispiel dafür, wie schnell Unwahrheit die Runde macht. So was ist erschreckend relevant. <br>Oder dass jetzt irgendwelche Leute in Berlin zu Tausenden &#8217;ne Party feiern während Bands keine Konzerte spielen können. Nachrichten und Bilder machen schnell die Runde. Das führt dazu, dass man aufgeheizt ist. Ich habe mich mit meiner Oma darüber unterhalten. Sie sagt: „Die Welt ist so schlecht.“ Ich habe ihr gesagt: „Nein, das war schon immer so und außerdem gibt es viele schöne Sachen“. Aber der Mensch tendiert dazu, die schlechten Nachrichten in den Vordergrund zu stellen. Sowas macht jetzt schneller die Runde. Und man bekommt das heute nur alles mit, weil wir die ganzen Nachrichtenmedien haben. In der Masse führt das dazu, dass man den Eindruck hat, dass alles total scheiße ist. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Fortschritt liegt in der Natur des Menschen</h3>



<p><strong>Da schließt sich der Kreis zu eurem Podcast: die Dinge, die gut laufen, nimmt man als selbstverständlich hin oder sie werden „beweihräuchert“, wie du eingangs gesagt hast. Oder es wird überwiegend auf das geguckt wird, was nicht gut läuft</strong>. <strong>Ihr wollt mit dem Podcast auf das schauen, was sich aus dem, was nicht gut läuft eventuell doch noch Gutes ergibt, also die positiven Sachen in den Vordergrund stellen. </strong> <strong>So dass nicht nur das Negative in Erinnerung bleibt. </strong></p>



<p>Es ist total wichtig, dass man auch die positiven Dinge benennt, die die Technologie hat. Denn sie hat ja nicht nur negative Sachen. Sie hilft uns schließlich auch im Alltag. Der Mensch neigt dazu, nur die schlechten Sachen zu sehen. Oder „früher war alles besser“. Das ist ja auch völliger Blödsinn. Ich finde Fortschritt schon toll, man sollte ihn wertschätzen und vorantreiben. Fortschritt liegt in unserer Natur, denn sonst würden wir immer noch in der Höhle sitzen. </p>



<p><strong>Und trotzdem sehen
viele Leute das sehr skeptisch. </strong></p>



<p>Man allerdings hat auch das Gefühl, dass das alles viel zu schnell geht, die Entwicklung einen überrollt. Es geht immer schneller, mit immer krasseren Möglichkeiten. Was vor 10 Jahren noch für utopisch gehalten wurde, ist heute möglich. Ein Handy hat mehr Rechenleistung als die Computer, die für die Mondlandung genutzt wurden. <br>Ich sehe eine Gefahr darin, dass sich die Möglichkeiten, der Fortschritt verselbständigen und 90 Prozent der Menschen da nicht mitkommen. Das wird immer schneller gehen, so dass man zunehmend den Überblick verliert. </p>



<p><strong>Schwierig ist auch,
dass das Ganze entweder verteufelt oder in den Himmel gelobt wird. Vielleicht
kann euer Podcast dazu beitragen, das Ganze wieder differenzierter zu sehen,
die Leute wieder in die Mitte zu kriegen. </strong></p>



<p>Das ist total wichtig. Was im Moment auffällt: dass die
Menschheit wieder ganz schön aus der Mitte rausrückt und das
Schwarz-Weiß-Denken, das Denken in Links und Rechts, die Extreme viel größer
werden. Und ich glaube, dass diese Lagerbildung gefährlich ist. Und in vielen
Bereichen ein gesunder normaler Umgang mit den Themen kaum mehr stattfindet.</p>



<h3 class="wp-block-heading">Kunst als Motor für Reflexion</h3>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/DY6A9061.jpg" alt="Long Distance Calling - 09.06.19 Gelsenkirchen Amphitheater" class="wp-image-82580" width="225" height="150" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/DY6A9061.jpg 900w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/DY6A9061-300x200.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/DY6A9061-768x512.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/DY6A9061-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></figure></div>



<p><strong>Also geht es darum, die
Menschen mit verschiedenen Dingen dazu zu bringen, zu sehen, dass es nicht nur
die Extreme gibt. Und dabei eine Auseinandersetzung und Differenzierung zu unterstützen.
Es kann ja auch entlastend sein festzustellen, dass es nicht nur Schwarz und Weiß
gibt.</strong></p>



<p>Ja genau und dass die Welt nicht so einfach ist. Das kann
Kunst halt ermöglichen. Kunst kann das und sollte das auch tun: dass man die
Leute zwingt zu reflektieren.</p>



<p><strong>Das war ja auch das Ziel eures Albums: die Leute zum
Nachdenken und Reflektieren bringen, unterstützt durch die Videos. </strong></p>



<p><strong>Ihr habt gesagt, dass ihr stolz auf das Album seid.
Worauf seid ihr besonders stolz?</strong></p>



<p>Dass es nicht so klingt wie das, was wir vorher gemacht haben, dass die Mischung total eigen ist. Mir fällt auch keine andere Band ein, die so klingt. Und das ist mit so das Schönste, das man erreichen kann. Und dass man trotzdem sofort erkennt, dass wir das sind.  Das ist wie ein neues Make-Up: es steckt ja dennoch der gleiche Mensch darunter. und in der Art wie er sich bewegt – in diesem Fall: wie wir spielen – erkennt man sofort, dass wir das sind. Und wir sind stolz auf das ganze Konzept, das rund geworden ist.&nbsp; </p>



<h3 class="wp-block-heading">„Es fühlt sich alles recht groß und vollständig an.“ </h3>



<p><strong>Ich habe beim Zuhören viele neue Sachen entdeckt und
dennoch hat sich direkt der Eindruck eingestellt, dass es zu den anderen Sachen
passt, die ihr bisher gemacht habt. Es sind so viele Details, mit denen man
sich beschäftigen kann und muss. &nbsp;</strong></p>



<p>Das Album wird eine neue Tür aufmachen, denn es war uns wichtig, das Neuland auszuleuchten. Und wenn wir was machen, dann konsequent. Aber du hast Recht: man muss sich mehr damit beschäftigen. Beim ersten Hören ist man ein bisschen erschlagen von dem, was da an neuen Sachen ist. Man muss sich das erarbeiten. Aber man wird belohnt, weil es viel zu entdecken gibt. Man kann das nicht mal eben nebenbei hören, man muss sich schon darauf einlassen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">„Die Platte ist wie eine Welt, in der man sich erst mal zurechtfinden muss.“</h3>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-cover-1200x1200.jpg" alt="" class="wp-image-95337" width="239" height="239" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-cover-1200x1200.jpg 1200w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-cover-300x300.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-cover-150x150.jpg 150w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-cover-768x768.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-cover-600x600.jpg 600w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-cover-1536x1536.jpg 1536w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-cover-80x80.jpg 80w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-cover-320x320.jpg 320w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2020/06/ldc-voices-cover.jpg 1772w" sizes="auto, (max-width: 239px) 100vw, 239px" /></figure></div>



<p><strong>Das passt ja dann wieder dazu, dass ihr selbst sehr
neugierig seid und daher bei euren Hörern auch Neugier wecken wollt. Beim Hören
merkt man, wie viel ihr ausprobiert habt und zu welchem Schluss ihr gekommen
seid. Es spielt sicher auch eine Rolle dabei, dass das Neue deshalb gut
funktioniert, weil auch etwas vom Alten dabei ist.</strong></p>



<p>Ja genau, das funktioniert ohne einander nicht. Das Licht und Schatten – Ding bedingt sich einander. Du merkst ja nur, dass was neu ist, wenn das Alte als Kontrast dabei ist. Wenn sich das gegenübersteht, dann funktioniert das gut und kriegt eine gewisse Breite. Die Platte ist wie eine Welt, in der man sich erst mal zurechtfinden muss. Aber wenn man das verstanden hat, dann kann man sich da gut bewegen.  <br>Es sind ja auch viele Gefühlswelten und Stimmungen auf der Platte, unterschiedliche Emotionen. Und das finde ich persönlich unheimlich spannend. Sehr düster und auf der anderen Seite total luftig und fluffig, mit fast poppigen Elementen. Dann ist es wieder sehr hart und dann wieder ruhig. Es ist wohl die abwechslungsreichste Platte, die wir gemacht haben. </p>



<p><strong>Und dadurch ein Begleiter in der aktuellen Zeit gedacht,
in der so viele neue Sachen passieren. Quasi als Hinweis: auch wenn einen das
Neue fast erschlägt, das man noch mal hinschaut oder hinhört und sich fragt:
was kenne ich denn schon? Als Orientierung und zur Sicherheit. </strong></p>



<p>Genau. Das hast du perfekt erkannt. Man hat die Sicherheit, an der man sich festklammern kann, einen roten Faden, der einen durch die Platte führt. Aber links und rechts gibt es ganz viele neue Sachen. Aber man kann sich auch auf das konzentrieren, das man schon kennt. Jeder, der da eintauchen will, kann total viel finden. Ich habe gestern noch eine Review bekommen in der stand, dass es Spaß macht, wenn man anfängt, sich damit auseinander zu setzen, vielleicht sogar ein bisschen zu dem Thema zu recherchieren. Das muss man nicht zwingend, man kann sich auch nur auf die Musik einlassen. Es ist Substanz da für die Leute, denen es ausreicht, sich mit der Musik zu beschäftigen. Doch es ist auch noch was on top für die, die sich mit den Themen auseinandersetzen und in Details eintauchen wollen. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Sicherheit und Herausforderung</h3>



<p><strong>Die Spannung zwischen Bekanntem als Sicherheit und dem
Neuen als Herausforderung ist schon interessant. </strong></p>



<p>Man will die Leute ja auch nicht überfordern oder gar zwingen. Doch dadurch, dass der Albumtitel eine Frage ist, tun wir das unbewusst. Denn sobald man die Frage liest, fängt es doch schon ein bisschen an zu rattern. So dass man sich zumindest mit den grundlegenden Dingen beschäftigt: was will ich eigentlich, was will ich nicht, was macht mein Leben aus? Und wenn man dann noch richtig Bock hat auf so’n Nerdkram, findet man davon auch noch genug. <br>Bisher sind die Rückmeldungen auch gut. Auch wenn ich damit rechne, dass es auch Leute gibt, die damit überhaupt nichts anfangen können. Aber das ist ja auch ganz normal. <br>Und was ich ganz erstaunlich finde, da ich es von der Seite nicht erwartet hatte: auch die Besprechungen in den Metal-Magazinen sind positiv. </p>



<p><strong>Wir haben ja vorhin schon darüber gesprochen, dass es
Fans gibt, die immer nur das Gleiche hören wollen</strong>….</p>



<p>Naja das ist wie so ein Reinheitsgebot. Für meinen Papa ist
z.B. Bier mit Limo schon fast so was wie Gotteslästerung, während es für mich
ein superleckeres Radler ist. Das ist halt Geschmackssache. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignright size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/01/DY6A4144.jpg" alt="Long Distance Calling 18.01.18 Essen Turock" class="wp-image-56420" width="225" height="150" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/01/DY6A4144.jpg 900w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/01/DY6A4144-300x200.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/01/DY6A4144-768x512.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2018/01/DY6A4144-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></figure></div>



<p><strong>Inzwischen gibt es unglaublich viele Genrebezeichnungen
im Metal, die wohl immer dann entstehen, wenn Bands etwas Neues zu ihrer Musik hinzufügen.
Und es gibt die Vergleiche: wenn du gerne Band XY hörst, dann wird dir auch
Band Z gefallen…</strong></p>



<p>Furchtbar. Außerdem: was sollte da bei uns stehen? Das ist ja eine so obskure Mischung von PINK FLOYD über KINGS OF THE STONEAGE mit KRAFTWERK. Das sind ja alles Sachen, die überhaupt nichts miteinander zu tun haben. Ich finde diese Einteilungen auch immer ganz schwierig. Aber Leute brauchen das zur Orientierung, damit man genau weiß, was drinnen ist. Aber ok: zur Einordnung hilft das. Doch letztlich muss sich jeder selbst ein Bild machen. <br>Und natürlich wollen wir das Genre, in das wir hineingepresst werden, ein Stück weiterentwickeln. Meist ist das ja Post Metal, Post Rock, Progressive Rock – wobei wir mit diesen Bezeichnungen wenig anfangen können. Dennoch ist uns schon ein Anliegen, dieses Genre ein Stück in die Zukunft zu führen, damit es nicht immer das Gleiche ist. Und wenn man als Band eine gewisse Position in diesem Genre hat, ist da vielleicht auch ein Stück Verantwortung, dass man das Rad ein kleines bisschen weiterdreht und sich eben nicht ständig wiederholt.</p>



<h3 class="wp-block-heading">…..KATATONIA</h3>



<p><strong>Wenn du sagst, da kommen auch aus dem „Metalbereich“ erstaunlich
gute Rückmeldungen….</strong></p>



<p>KATATONIA haben unbewusst ja was ganz Ähnliches gemacht. Die neue Platte finde ich sehr sehr gut. Als ich die das erste Mal gehört habe dachte ich: oh das ist aber auch echt&nbsp; mutig, weil die ja superelektronisch ist. Da hört man ja zum Teil garkeine Gitarre mehr. Und die scheinen ja auch gut anzukommen. An der Platte sieht man, dass man auch mit anderen Stilmitteln Atmosphäre schaffen kann. <br>Oder gerade im Metal: was ist hart? Ist Black Metal, der manchmal klingt, als wenn ein Staubsauger die Treppe runterfällt, hart? Das hat für mich nichts mit Heavyness zu tun. Für mich ist die absolut härteste Band PANTERA. Aber auch das ist Geschmackssache. Auf der Platte, die wir jetzt gemacht haben, sind teilweise elektronische, ruhige Parts düsterer als jede Black Metal Platte. Man muss dafür nicht unbedingt eine Gitarre benutzen. Oder beispielsweise Filmsoundtracks, bei denen man sich fast in die Hose macht: da sind es die klassischen Instrumente. Die können auch eine fluffige Operette machen, aber eben auch super düsteres Zeug. Es kommt eben immer darauf an, wie man es macht. </p>



<h3 class="wp-block-heading">Funk groovt so, dass es dem Körper gute Laune macht</h3>



<p><strong>Aber was macht einen Song „düster“? Sind es die Harmonien
oder die Stimmung der Instrumente? Das ist ja auch eine Frage der Wahrnehmung. </strong></p>



<p><strong>S</strong><strong>ÓLSTAFIR
z.B: die Musik wird von vielen Leuten als depressive Musik wahrgenommen,
was bei mir nicht so ist. </strong></p>



<p>Ja genau. Ich habe einen Kumpel, mit dem ich mich oft genau darüber unterhalten habe. Für uns ist melancholische Musik total schön, ich krieg‘ da gute Laune von. Es ist nicht so, dass mich das dann runterzieht. Im Gegenteil: Melancholie empfinde ich als schön. Das ist für mich eben nur eine andere Form der Schönheit. Das ist Ästhetik. Fröhliche Musik macht mich aggressiv. Da krieg ich die totale Krise. Nicht dass da was verwechselt wird: ich liebe es, zu lachen auch über totalen Schwachsinn wie Atze Schröder oder so. Aber in der Musik kann ich das überhaupt nicht haben. <br>Musik hat einen eher dunkleren Platz bei mir. Wenn ich lachen will, lese ich ein lustiges Buch oder gucke einen lustigen Film oder höre mir „Fest und Flauschig“ (Podcast) an. Aber in der Musik hat das für mich nichts zu suchen. <br>Die einzige Musik, bei der ich diesen lustigen Vibe in Ordnung finde, ist Funk. Das ist die Ausnahme, denn das groovt einfach so, dass es dem Körper – ob er will oder nicht – gute Laune macht. Der Rhythmus ist so unmittelbar, dagegen kannst du dich nicht wehren. </p>



<p><strong>Das Atmosphärische finde ich spannend, da ich da viel
weniger abschätzen kann, was kommt. </strong></p>



<p>Ja, genau, Unberechenbarkeit ist wichtig und die
Überraschung.</p>



<p><strong>Die Neugier braucht also Überraschung </strong></p>



<p>Ja so ist das. Und das ist mir besonders bei <strong>„Hazard“</strong>
aufgefallen: das ein bisschen Freche: was nicht passt, wird passend gemacht.
Der Song fängt fast wie ein POLICE-Song an, so poppig, 80er Rock-Pop und am
Schluss ist der voll hart. Und das machen wir immer, dass wir Sachen, die auf
den ersten Blick nicht so zusammenpassen, zusammenbringen kann, wenn man
hinschaut, wo oder wie sie dann doch zusammenführen kann. Und der Song dann
ganz woanders aufhört als er angefangen hat. Das finden wir halt total
spannend. </p>



<div class="wp-block-image"><figure class="alignleft size-large is-resized"><img loading="lazy" decoding="async" src="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/IMG_8636.jpg" alt="Long Distance Calling - 09.06.19 Gelsenkirchen Amphitheater" class="wp-image-82585" width="225" height="150" srcset="https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/IMG_8636.jpg 900w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/IMG_8636-300x200.jpg 300w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/IMG_8636-768x512.jpg 768w, https://metal-heads.de/wp-content/uploads/2019/07/IMG_8636-600x400.jpg 600w" sizes="auto, (max-width: 225px) 100vw, 225px" /></figure></div>



<h3 class="wp-block-heading">Gefühlsachterbahn statt Dystopie</h3>



<p><strong>Du hast am Anfang gesagt, dass ihr alle sehr neugierig
seid, offen für Experimente. Da ist es schon schlüssig, dass dann so etwas
dabei herauskommt. </strong></p>



<p>Ja, klar, aber es ist teilweise schon echt frech vom Songwriting
her. Nehmen wir mal den Song <strong>„Skydivers“</strong> von der letzten Platte. Der ist
im Prinzip fast ein Black Metal Song mit einem PINK FLOYD – Part in der Mitte.
Das macht ja erst einmal überhaupt keinen Sinn, dennoch passt das voll gut
zusammen. Da ist es dann mal luftig und dann wieder totales Geballer. Und das
passt dann. Denn Stimmungen wechseln bei jedem Menschen mehr oder weniger im
Laufe des Tages. Es wäre ja auch voll langweilig, wenn das immer so die gleiche
Stimmung wäre. Von daher versuchen wir, alle Stimmungen abzudecken. Auf der
neuen Platte ist es die Hoffnung, die immer wieder durchschimmert obwohl es so
düster ist. Das war uns auch wichtig, dass es nicht nur eine Dystopie ist,
sondern man eine Gefühlsachterbahn hinter sich hat, wenn man mit der Platte
durch ist. Das war so der Plan.</p>



<p><strong>Ja, da ist eben eine ganze Menge auf einmal und dann noch
sehr unterschiedlich.</strong></p>



<p>Es soll halt fordern.</p>



<p><strong>Das Album ist schon
eine Herausforderung. Aber eben auch spannend und man kann viel mitnehmen, wenn
man sich darauf einlässt. </strong></p>



<p><strong>Die Leute, die eure
Musik schon länger hören, kennen das ja schon, dass man sich auf eure Musik,
eure Ideen einlassen muss.</strong></p>



<p>Ja, die wissen ja auch was kommt. Das ist auch für unsere Plattenfirma immer so ein Problem. Die sagen: man weiß bei euch echt nie, was da kommt. Plattenfirmen wollen sonst ja immer alles auf Nummer sicher. Nach dem Motto: die letzte lief doch so gut, dann macht das doch wieder wie beim letzten Mal. Unsere Plattenfirma vertraut inzwischen darauf, dass wir wissen, was wir machen. Die einzige Konstante ist die Veränderung bei uns. So sind wir halt. </p>



<p><strong>So, bevor wir hier
zum Schluss kommen: wie geht es mit dem Podcast weiter?</strong></p>



<p>Wir versuchen das so alle 14 Tage zu machen, das ist ein
guter Rhythmus.</p>



<p><strong>Habt ihr schon weitere Gäste eingeladen?</strong></p>



<p>Die werden wir nicht verraten aber wir haben noch ein paar
Leute in der Pipeline</p>



<p><strong>Dann danke für das Gespräch und die Einblicke! Und wie
ich erfahren habe, wird es eine Release-Show geben.</strong></p>



<p>Am 26. Juni erscheint unser neues Album und das wollen wir natürlich
mit euch feiern. Und zwar am 2. July in der Autoarena in Oberhausen. </p>



<p>Mehr Infos zur Release-Show findet ihr <a href="https://www.eventim.de/artist/long-distance-calling/long-distance-calling-auto-arena-oberhausen-2604848/">hier</a>. Mehr zum Album an dieser <a href="http://www.longdistancecalling.de/">Stelle </a></p>



<p>Eine Review des Albums „How Do We Want To Live?“ folgt in
den nächsten Tagen. Also schaut immer mal wieder rein. </p>
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		<title>LONG DISTANCE CALLING: &#8222;Stummfilm&#8220;</title>
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		<dc:creator><![CDATA[Birgit]]></dc:creator>
		<pubDate>Fri, 01 Nov 2019 13:59:56 +0000</pubDate>
				<category><![CDATA[News]]></category>
		<category><![CDATA[Golden Silence Festival]]></category>
		<category><![CDATA[Jan Hoffmann]]></category>
		<category><![CDATA[Janosch Rathmer]]></category>
		<category><![CDATA[LONG DISTANCE CALLING]]></category>
		<category><![CDATA[Stummfilm]]></category>
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					<description><![CDATA[LONG DISTANCE CALLING : neues Album und Festival LONG DISTANCE CALLING veröffentlichen heute ihr neues Album „Stummfilm – Live from Hamburg“. Die Aufnahmen dazu stammen vom Konzert in der Kulturkirche Altona auf der „Seat&#46;&#46;&#46;]]></description>
										<content:encoded><![CDATA[<h3>LONG DISTANCE CALLING : neues Album und Festival</h3>
<p>LONG DISTANCE CALLING veröffentlichen heute ihr neues Album <strong>„Stummfilm – Live from Hamburg“. </strong>Die Aufnahmen dazu stammen vom Konzert in der Kulturkirche Altona auf der <strong>„Seat &amp; Sounds Tour“.</strong> Anlässlich des 10. Jubiläums ihres zweiten Longplayers <strong>„Avoid The Light“</strong> haben LONG DISTANCE CALLING mit der Tour und dem Album etwas Besonderes zu bieten. So wollten sie mit der Tour neue Facetten in der Musik zeigen und haben sich spezielle Orte dafür ausgesucht: die Venues waren bestuhlt, damit die Zuhörer sich entspannt zurücklehnen und das Geschehen audiovisuell genießen können, wie Drummer und Mitbegründer <strong>Janosch Rathmer</strong> erklärte.</p>
<p>Also einmal eine andere Form, um Live &#8211; Rock &#8211; Musik zu erleben. Den Focus auf das ‚Hinhören‘ zu legen, ergibt bei einer Band, die überwiegend instrumentale progressive (Post)Rockmusik spielt und in ihren meist langen Stücken schwere Riffs mit sanften Melodien verbindet und so entstehende Energie zu einer unglaublich dichten Atmosphäre mit Sogcharakter verdichtet, auch Sinn.</p>
<p>Bei diesen Konzerten wurden LONG DISTANCE CALLING nicht nur einen VJ sondern auch von verschiedenen Gastmusikern (Cello, Percussion) unterstützt.</p>
<p>Schaut euch am Beispiel von <strong>„Metulsky Curse Revisited“</strong> an, dass sie live eine Klasse für sich sind:</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="LONG DISTANCE CALLING - Metulsky Curse Revisited (Live from Hamburg 2019)" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/QVKF7KePGT4?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<h3>„GOLDEN SILENCE FESTIVAL“</h3>
<p>Das GOLDEN SILENCE  ist ein Festival für Instrumentalmusik, das morgen erstmals in Münster (Skater Palace) stattfindet und von <strong>Jan Hoffmann</strong> und <strong>Janosch Rathmer</strong> ins Leben gerufen wurde.</p>
<blockquote><p>Mit dem GOLDEN SILENCE FESTIVAL möchten wir der Tatsache Rechnung tragen, dass Musik ohne Gesang einen ganz eigenen Reiz hat“, so Jan und Janosch. „Für viele ist Instrumentalmusik ein stiller Angelpunkt in einem Sturm vieler Worte.</p></blockquote>
<p>Neben LONG DISTANCE CALLING sind MUTINY ON THE BOUNTY (Luxemburg), ef (Schweden), Monkey 3 (Schweiz) und KUF (aus Berlin) dabei.</p>
<p>Während MUTINY ON THE BOUNTY tanzbare Rockmusik mit elektronischem Einschlag spielen, haben sich ef, die als Hardcore Projekt gestartet sind, zu einer Postrock – Formation entwickelt. MONKEY 3, die im April 2019 ihr siebtes Studioalbum <strong>„Sphere“</strong> herausgebracht haben, spielen psychedelischen Stoner Rock und KUF experimentieren mit Techno, live gespielten Instrumenten und Samples. Insgesamt also ein Line – Up, das einen großen Bogen spannt und zeigt, welche Bandbreite es auch im instrumentalen Rockbereich gibt.</p>
<h3>GOLDEN SILENCE – Schweigen ist Gold</h3>
<p>Aus dem Sprichwort: „Reden ist Silber – Schweigen ist Gold“, haben Hoffmann und Rathmer den Festivalnamen abgeleitet, der gut zu einem Festival mit Musik ohne Gesang und Lyrics passt. Sie haben dabei jedoch noch eine weitere Dimension im Blick gehabt:</p>
<blockquote><p> In den Zeiten von Social Media sei daran erinnert, dass man erst nachdenken sollte, bevor man etwas sagt. Manchmal ist es auch gut, einfach die Klappe zu halten.</p></blockquote>
<p>In diesem Sinne lasse ich noch ein weiteres Stück von LONG DISTANCE CALLING wirken.</p>
<div class="video-container"><iframe loading="lazy" title="LONG DISTANCE CALLING - Black Paper Planes (Live from Hamburg 2019)" width="500" height="281" src="https://www.youtube.com/embed/sFAf3ugFeGI?feature=oembed&#038;wmode=opaque" frameborder="0" allow="accelerometer; autoplay; clipboard-write; encrypted-media; gyroscope; picture-in-picture; web-share" referrerpolicy="strict-origin-when-cross-origin" allowfullscreen></iframe></div>
<p>Mehr zum GOLDEN SILENCE FESTIVAL erfahrt ihr <a href="https://www.skaters-palace.de/veranstaltungen/golden-silence-festival">HIER</a></p>
<p>[amazonjs asin=&#8220;B07WQ1NZ7B&#8220; locale=&#8220;DE&#8220; title=&#8220;Long Distance Calling &#8211; STUMMFILM &#8211; Live from Hamburg (Gatefold black 3LP) Vinyl LP&#8220;]</p>
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