Alter Bridge mit Sevendust und Daughtry in Oberhausen
Am 17. Februar 2026 machte die „What Lies Within“-Tour von Alter Bridge Station in der Turbinenhalle Oberhausen. Mit im Gepäck: das neue, selbstbetitelte Studioalbum – und zwei hochkarätige Gäste. Als Opener fungierten Sevendust, gefolgt von Daughtry, bevor der Headliner den Abend beschloss.
Sevendust eröffnen mit Druck und besonderer Besetzung
Pünktlich zum frühen Abend übernahmen Sevendust die Bühne und machten vom ersten Ton an klar, dass sie gekommen waren, um Eindruck zu hinterlassen. Mit wuchtigen Gitarrenriffs, treibenden Grooves und der markanten Stimme von Lajon Witherspoon setzte die Band ein kraftvolles erstes Ausrufezeichen. Der Sänger kam aus dem Grinsen gar nicht mehr raus. Die Jungs hatten richtig Bock.

Eine besondere Note erhielt der Auftritt durch eine personelle Besonderheit: Die Gitarre übernahm zum ersten Teil der Europatour aushilfsweise der langjährige Bandmanager Tim Tournier. Clint Lowery hatte aus familiären Gründen ausgesetzt. Trotz dieser ungewohnten Konstellation wirkte das Zusammenspiel geschlossen und professionell.
Zwischen den Songs betonte die Band mehrfach ihre Freude darüber, nach längerer Zeit endlich wieder in Deutschland auftreten zu können. Die Begeisterung wirkte authentisch und übertrug sich spürbar auf das Publikum. Titel wie „Enemy“ oder „Black“ sorgten früh für Bewegung im Innenraum und ließen die Turbinenhalle bereits zum Auftakt beben. Leider war nach bereits 30 Minuten schon Schluss. Ich denke, dass nicht nur ich gerne mehr gesehen hätte. Ganz starker Auftritt von Sevendust.
Daughtry setzen auf Hymnen – und einen Rockklassiker
Im Anschluss übernahmen Daughtry die Bühne. Stilistisch melodischer, aber keineswegs weniger kraftvoll. Frontmann Chris Daughtry präsentierte sich stimmlich souverän und mit großer Bühnenpräsenz. Seine Mischung aus rauer Stimme, selbstbewusstem Auftreten und Nahbarkeit unterstrich einmal mehr seinen Ruf als charismatischer Rock-Frontmann und macht auch mit Gitarre eine gute Figur.
Dass Chris Daughtry seit Jahren als Frauenschwarm gilt, zeigte sich auch an diesem Abend deutlich: Die erste Reihe vor der Bühne war auffällig stark mit weiblichen Fans besetzt, die jede Geste und jeden hohen Ton begeistert feierten. Immer wieder suchte Daughtry den direkten Blickkontakt ins Publikum, was die ohnehin ausgelassene Stimmung weiter anheizte.

Mit bekannten Songs wie „It’s Not Over“ und „Over You“ gelangen der Band schnell kollektive Mitsing-Momente. Herzschmerz Lyrics werden bei Daughtry ganz groß geschrieben. Ein besonderer Höhepunkt des Sets war die Coverversion des Journey-Klassikers „Separate Ways“ von Journey. Die kraftvolle Interpretation kam beim Publikum hervorragend an und verwandelte die Turbinenhalle in einen lautstarken Chor. Auch hier gilt für mich. Gerne mehr davon.
Alter Bridge – Würdiger Headliner
Gegen 21.15 Uhr betraten Alter Bridge unter lautem Jubel die Bühne und präsentierten sich nicht nur musikalisch, sondern auch visuell eindrucksvoll. Die Bühne war geprägt von großflächigen Videoleinwänden im Hintergrund, die atmosphärische Visuals zeigten. Hinzu kamen massenhaft weiße Strahler, die in unterschiedlichen Intensitäten und Winkeln eingesetzt wurden und eine stimmige Atmosphäre erzeugten. Musikalisch verband die Band neues Material mit bewährten Klassikern. Als Opener wurde „Silent Divide“ vom neuen Longplayer gewählt. Fetter Einstieg in einen atemberaubenden Gig. Ein persönliches Highlight vieler Fans, und endlich wieder im Live-Set vertreten, war „Cry of Achilles“ vom Album Fortress. Der komplexe Song mit seinen rhythmischen Wechseln und markanten Riffs entfaltete live eine enorme Wucht und wurde vom Publikum begeistert aufgenommen.

Myles Kennedy war hervorragend bei Stimme. Mark Tremonti an der Gitarre ist eh ein Phänomen. Wahnsinnig gute Riffs, flinke melodiöse Soli und eine Stimme, die Kennedys in nichts nachsteht. Immer ein Lächeln auf den Lippen und im Blickkontakt mit dem Publikum. Sehr authentischer und sympathischer Rockstar. Ebenso ist Kennedy an der Gitarre Mark ebenbürtig. Was der da neben dem Gesang noch leistet, ist auch nicht von dieser Welt. Weltklasse natürlich auch die Rhythm-Section mit Brian Marshall am Bass und Scott Phillips am Schlagzeug. Die Band war insgesamt on Fire.
Ein weiterer Höhepunkt war „Metalingus“. Die Band dehnte den Mittelteil des Songs spürbar aus, baute die Spannung mit wiederholten Riffs und gezielt gesetzten Pausen kontinuierlich auf und hielt die Halle in erwartungsvoller Anspannung, bis sich der Song in seinem furiosen Finale entlud.
Überhaupt zeigte sich das Publikum an diesem Abend äußerst textsicher. Nahezu jeder Refrain wurde lautstark mitgesungen. Besonders eindrucksvoll war dies bei ruhigeren Fan-Favoriten wie „Watch Over You“ zu hören, bei dem die Halle stellenweise fast den Gesang übernahm und eine intensive, gemeinschaftliche Atmosphäre entstand.
Auch Klassiker wie „Rise Today“, „Addicted to Pain“ und das epische „Blackbird“ sorgten für weitere Höhepunkte und bestätigten die Live-Qualitäten der Band. Einzelne Songs hervorzuheben ist schwierig bei der Hitdichte.
Fazit
Mit einem energiegeladenen Opener von Sevendust, inklusive besonderer Besetzung an der Gitarre, einem charismatischen Auftritt von Daughtry samt starkem Journey-Cover sowie einem visuell und musikalisch überzeugenden Headliner-Set von Alter Bridge entwickelte sich der Abend zu einem stimmigen Gesamtpaket moderner Rockmusik. Das war ein hervorragendes Package, welches die restlos ausverkaufte Turbinenhallte erleben durfte. Ich würde gern nochmal hin. Man, war das geil.
Fotos Alter Bridge
Fotos Daughtry
Fotos Sevendust
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Bildquellen
- Alter Bridge 17.02.26 Turbinenhalle Oberhausen: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
- Daughtry 17.02.26 Turbinenhalle Oberhausen: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
- Sevendust 17.02.26 Turbinenhalle Oberhausen: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de

















































































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