Metal, Matsch und Millionen Liter Abwasser: Wie Wacken die Kläranlage fordert
Wenn jährlich im August rund 85.000 Metalheads zum Wacken Open Air nach Schleswig-Holstein pilgern, wird nicht nur auf den Bühnen Vollgas gegeben. Auch die Infrastruktur rund um das berühmteste Metal-Festival der Welt läuft auf Hochtouren – bis hin zur örtlichen Kläranlage im nahegelegenen Hanerau-Hademarschen.
Während des Festivals fallen täglich enorme Abwassermengen an. Mehr als 1.300 mobile Toiletten, rund 500 Duschen und die komplette Festival-Gastronomie sorgen dafür, dass innerhalb kurzer Zeit etwa 2.000 Kubikmeter stark belastetes Abwasser zur Anlage transportiert werden – teilweise LKW-weise.
Damit die Anlage diesen jährlichen Ausnahmezustand zuverlässig bewältigen kann, wird nun auch das zweite Belebungsbecken mit moderner Belüftungstechnik ausgestattet. Bereits eine frühere Umrüstung brachte deutliche Effekte: Der Stromverbrauch sank um rund 30 Prozent, gleichzeitig verbesserte sich die Reinigungsleistung spürbar.
Anders gesagt: Während auf dem Festivalgelände Bands und Fans für Ausnahmezustand sorgen und vor der Bühne die Gitarren kreischen, läuft hinter den Kulissen ein logistischer und technischer Kraftakt. Die Kläranlage Hanerau-Hademarschen nimmt die per LKW angelieferten Abwässer aus Toiletten, Duschen und Gastronomie auf, puffert sie und dosiert sie kontrolliert in die Belebungsbecken. Unterstützt von moderner Belüftungstechnik werden selbst die extremen Lastspitzen des Festivals zuverlässig biologisch abgebaut.
Oder kurz gesagt: Beim Wacken Open Air sorgen nicht nur Bands und Fans für Druck – auch die Kläranlage muss jedes Jahr ordentlich performen.
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Bildquellen
- Kläranlage Hanerau-Hademarschen: Wasserverband Süderdithmarschen


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