Black Country Communion mit ‚BCCIV‘ (VÖ: 22.09.)

Black Country Communion bringen am 22.09.17 ihr neues Album ‚BCCIV‘ via Mascot Records heraus.

Kein geringerer als Joe Bonamassa wollte diese Band wieder im Studio sehen. Vergessen die Differenzen nach dem Erscheinen der letzten Langrille ‚Afterglow‘ im Jahre 2012. Bonamassa trat an Glenn Hughes heran und überzeugte ihn davon, das Black Country Communion wieder da sein könnten. Schnell waren die anderen Bandmitglieder Derek Sherinian und Jason Bonham ins Boot geholt worden. Wer fehlte noch? Natürlich Kevin Shirley, der schon alle vorherigen Alben der Band produziert hatte und auch diesmal wieder seinen Platz auf dem Produzentenstuhl einnahm.

‚BCCIV‘ kommt

Die Band begab sich Dezember 2016 in das Cave Studio in Los Angeles und nahm die 11 Tracks innerhalb kürzester Zeit auf. Gemixt wurde das ganze dann in Sydney im März 2017! Nun liegt uns das Werk vor und der erste Höreindruck bestätigt uns, ‚BCC‘ sind wieder voll da.

Das erste Stück des Albums ‚Collide‘, wurde schon als Single und Free Download auf den Markt gebracht. Der Song ist ein typischer BCC-Track. Jason Bonham steht seinem Vater Jon Bonham in nichts nach. Seine wuchtigen Schläge auf den Drums eröffnen das Stück und kurze Zeit später setzt die Band ebenso präsent ein. Es ist schon unglaublich, mit welcher Vehemenz Glenn Hughes über all die Jahre seine Stimme einsetzt. Bonamassa spielt ein sehr ’spaciges‘ Gitarrensolo, welches ich so auch noch nicht von ihm gehört habe.

Irische Gesänge und Geigenklänge

‚Over My Head‘ ist da schon ein anderes Kaliber. Sehr eingängig und absolut prädestiniert für eine eventuell nächste Singleveröffentlichung. Derek Sherinian spielt, wie schon bei den Vorgängeralben, eher songdienlich, was jedoch nicht negativ zu bewerten ist. Musikalisch ist das alles auf hohem Niveau und Black Country Communion haben sich meiner Meinung nach weiterentwickelt, gerade auch im Songaufbau.

Joe Bonamassa überrascht mich persönlich immer wieder. ‚The Last Song For My Resting Place‘, handelt von den Musikern, welche auf der Titanic so lange gespielt haben, bis sie mit dem Schiff untergegangen sind. Eine Geige bestimmt hier die musikalische Stimmungslage und Bonamassa singt für mich wie ein Ire! Ein sehr ruhiger Track, mit besinnlichem Text und reich an musikalischen Höhepunkten. Das Solo seitens Bonamassa ist in dem fast 8 Minuten langen Stück erste Klasse. Für mich das Highlight des Albums.

Black Country Communion überzeugen

‚Sway‘ ist ein typisch rockiger BCC-Track. Schon hier kann man feststellen, das die Band mit Freude an dem Album gearbeitet hat, was bei dem Vorgängeralbum ‚Afterglow‘ kaum zu vernehmen war. Eine leichte Reminiszens an Led Zeppelin ist ebenfalls zu vernehmen.

‚The Cove‘ fängt sehr verhalten an, steigert sich jedoch immer mehr. Bonamassa’s Vorliebe für Paul Kossoff kommt in diesem Stück sehr gut zur Geltung. Der Aufbau des Stückes und auch das Gitarrensolo erinnern sehr an den leider zu früh verstorbenen Free-Gitarristen. Glenn Hughes singt sich hier die Seele aus dem Leib und man ist erstaunt darüber, wie ruhig er manche Stellen gefühlvoll interpretiert. Ich habe ihn schon lange nicht mehr so singen hören!

Der nächste Track ‚The Crow‘ erinnert mich etwas an ‚I Can See Your Spirit‘ von ‚BCC – 2‘. Wieder der Zeppelin-Touch, der live mächtig rocken wird und die Menge anfeuern wird zu headbangen. Kevin Shirley hat dieses Album ‚dreckiger‘ abgemischt, was ich für viel besser halte. Sherinian darf bei diesem Stück endlich mal zeigen, das er zu den besten Keyboardern zählt und liefert sich hier mit Bonamassa einen Schlagabtausch. Selbst Hughes steuert ein Solo mit seinem Bass bei.

Ein Höhepunkt jagt den anderen

‚Wanderlust‘ stampft mit seinem Grundrhythmus solide und durchgängig. Erneut kann Bonamassa zum Ende des Stückes beweisen, das er zu den absolut besten Gitarristen derzeit zählt.

Ich komme nicht darum herum, das hier der Geist von Led Zeppelin allgegenwärtig ist. Die nächsten beiden Tracks ‚Love Remains‘ und ‚Awake‘ könnten auch von Plant und Page sein. Allerdings sind es hier Black Country Communion mit ihrem überzeugendem Stil. Es ist nicht nur Bonamassa, der hier sehr songdienlich und mit gewaltiger Spielfreude seine Sechssaitigen bedient, auch Glenn Hughes singt und spielt seinen Bass wie schon lange nicht mehr. Sherinian und Bonham sind nicht weniger untätig, bilden sie eine genau auf den Punkt spielende Basis.

Wo wir dann auch schon beim letzten Song des Albums wären: ‚When The Morning Comes‘. Ein würdiger Abschluss eines wirklich fantastischen Albums. Die erneute Zusammenarbeit der vier Bandmitglieder hat sich bewährt und es bleibt nur zu hoffen, das diese ‚Supergroup‘ uns noch lange erhalten bleibt. Leider ist keine große Tour angekündigt, was sicher auch an den anderen Projekten der jeweiligen Musiker liegen dürfte. Einzig im Januar nächsten Jahres gibt es wohl zwei Konzerte in England, aber die Hoffnung stirbt zuletzt!

Fazit: Ein grandioses Album, welches ich jedem Fan wärmstens ans Herz lege und allen anderen kann ich nur empfehlen, reinhören und sich selbst eine Meinung bilden! Anspieltips wären ‚The Last Song For My Resting Place‘, ‚The Crow‘ und ‚Awake‘ an erster Stelle.

 

 

Hier könnt ihr noch die aktuelle Single ‚Collide‘ sehen:

 

Und wer sich für das ‚Making Of‘ von ‚BCCIV‘ interessiert, der kann hier mehr erfahren:

 

 

 

 

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Bildquellen

  • Black Country Communion: (c) Neil Zlozower
Wolf

Wolf

Musikalisch aufgewachsen mit den Beatles und den Stones in der großen Ära der Rockmusik der 60/70er Jahre! Meine ersten gekauften Scheiben waren von Deep Purple, Grand Funk Railroad, Frank Zappa, Black Sabbath usw.
Bevorzugte musikalische Ecke ist der sogenannte Classic- und Progressiv Rock, jedoch höre ich auch in fast allen anderen Bereichen stets rein.

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