MYRHOLT „Vinter“ – Old School Black Metal

Myrholt

Draußen war es eiskalt als mir Ole Alexander Myrholts neue EP auf den Tisch schneite, die den dazu passenden Titel „Vinter“ trägt.

MYRHOLT zeigt: Der norwegische Black Metal lebt

Mit der jetzt vorliegenden EP zeigt Ole Alexander Myrholt, dass der norwegische Black Metal noch lange nicht tot, sondern auch im eisigen Winter ziemlich lebendig ist.

Ole Myrholt ist kein Unbekannter im Black Metal.  Die Liste der Bands bzw. Projekte, die mit ihm verbunden sind, ist beeindruckend lang. Dazu gehören:  Archon, Diabolical Breed, Enslavement of Beauty, Gaia Epicus, Those Left Behind, um nur einige zu nennen.

MYRHOLT ist Old School Black Metal

Ja, MYRHOLT ist Old School Black Metal. Aber eben nicht einfach eine Kopie der damaligen Ausprägung,  sondern eine Weiterentwicklung. Das, was diese Form des Heavy Metal zu einem neuen Genre machte, greift Myrholt  in seiner Grundsätzlichkeit auf und verdeutlicht es damit.  Es entstanden Songs mit der Seele des Black Metal, organisch, aggressiv aber mit dem für den norwegischen Black Metal typischen melancholischen Touch.

Seit seinem 14.Lebensjahr spielte Myrholt in verschiedenen Bands. Er hatte einige Projekte laufen, die aber immer wieder aufgrund mangelnden Zuspruchs beendet wurden.

Die Flamme wurde neu entfacht

Neuen Anstoß in Richtung Black Metal bekam Ole Alexander Myrholt, als er im Dezember 2016 als Drummer bei der norwegischen Black Metal Band MORK einsprang. Da wurde die Black-Metal-Flamme neu entfacht und er veröffentlichte monatlich alte und neue Songs.

Im Dezember 2017 erschien das Album „Med Samme Nål, Under Samme Måne“ unter dem Namen MYRHOLT.

Und im Februar 2018 folgte die EP „Vinter“, die zwei Titel: „Heimdall“ und “ Hieros Gamos“ enthält. Beide Songs mit 10:13 und 7:16 in Überlänge. Hier hat MYRHOLT  die Gelegenheit genutzt, seine Vorstellungen und Ideen zu entwickeln und aufzubauen.

myrholt„Vinter“: „Heimdall“ und „Heros Gamos“

Heimdall beginnt mit Orgel und sphärischen Klängen, durch die die folgenden Riffs und Blast Beats noch stärker wirken. Die Grundmelodie wird von den verschiedenen Instrumenten aufgegriffen. Die Keys variieren die Melodie, bis sich verzehrende Screams darüber legen.

Wenn dann Bass und Drums dominanter werden, geht das unter die Haut. Die sich wiederholenden Sequenzen verstärken die Wirkung. MYRHOLT schafft es aber immer wieder, genau zum richtigen Zeitpunkt einen Akzent zu setzen.  So habe ich auch bei einem so langen Song wie Heimdall gespannt darauf gewartet, welche Variationen des Grundthemas ihm noch eingefallen sind. Besonders gut gefallen haben mir die Riffs, die von tiefen Akkorden gebildet werden. So sorgt die Gitarre für epische Momente.

Hieros Gamos beginnt mit Klavier, das zunächst für Spannung sorgt, in die die ganze Macht von Schlagzeug und Saiteninstrumenten einfallen, um dann die Stimme mit bebenden Melodien zu begleiten. Dadurch ist „Hieros Gamos“ weitaus lebendiger, drängender und fordernder als „Heimdall“.

Nach fast drei Minuten bereiten Riffs ein Drumgewitter vor, das von Basslinien begleitet wird. Zum Ende hin löst sich die Konzentriertheit von Kraft und Rhythmus wieder auf und schließt mit fast sanftem Klavierspiel. Ein fesselnder Song, der zeigt, dass Black Metal nicht nur aus knüppelden Drums, fetzenden Riffs und Screms bestehen muss.

Wer MAYHEM, BURZUM oder CELTIC FROST mag, wird auch Gefallen an „Vinter“ finden.

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Bildquellen

  • Myrholt vinter cover: Amazon
  • myrholt vinter: Grand Sounds Promotion
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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