VREID: The Skies Turn Black (VÖ:06.03.2026)
VREID haben ihr neues Album „The Skies Turn Black” veröffentlicht
Der Opener „From These Woods“ ist unüberhörbar „VREID“: ein melodisches Intro, das in schwere Riffs, aggressive Vocals übergeht, bis sie wieder in eine schöne Melodie münden. Aggressive Vocals wechseln mit klarem Gesang ab, Klavierparts, Soli mit feinen Melodien, folgen auf donnernde Drums und schnelle Riffs. Genauer gesagt: diese Elemente fließen ineinander – so, wie man es von VREID gewohnt ist.
Der Titelsong des Albums „The Skies Turn Black” zeigt einen deutlichen Heavy Metal Einschlag. Er klingt zunächst leicht, beschwingt. Doch mit Einsetzen der Vocals kommt eine harsche Komponente hinzu, die zusammen mit den Melodien und den direkten Rhythmen schwer, fokussiert und episch wirkt.
Hier kommen verschiedene Einflüsse zusammen und das Stück ist ein Beispiel für den Ansatz von VREID, auszuprobieren und ihrem Sound immer wieder neue Elemente hinzuzufügen.

Zwischen Melodie und Aggression
Auch mit „The Second Death“ demonstrieren VREID, wie Black Metal – Strukturen, eingängige Melodieführung und Heavy-Metal-Elemente sich mit trashigen Riffs verbinden lassen, um einen energiegeladenen Sound zu entwickeln. Feine Soli und mittendrin eine ruhige Passage zeigen auch, wie gut und geschickt sie mit dem Songwriting umgehen können.
„Kraken“ wurde als offizieller Soundtrack für den gleichnamigen Film geschrieben. Im Rahmen dieses Albums wirkt das Instrumentalstück mit seiner dichten Klanglandschaft eher wie ein Zwischenspiel, das uns mitnimmt in die Tiefen des Meeres – bzw. des Sognefjords.
„Loving The Dead“ mit Gastsängerin Agnete Kjølsrud (DJERV) fällt aus dem Rahmen. Nicht nur wegen des Gesangs, sondern wegen der Weichheit und des 80er-Jahre-Klangs mit wabernden Synth-Passagen. VREID haben immer schon experimentiert. Doch der bizarre Ausflug in dieser Art Klänge ist schon ein deutlicher Schritt weg vom Black Metal. Das Video zu „Loving The Dead“ (in dem man Chris Pontius von „Jackass“ fast nackt in einer Kirche zu sehen bekommt) ist eine Kurzfassung des Songs. All dies ist schon deutlich anders als das, was man bisher von VREID gehört und gesehen hat. Ob dies noch unter dem experimentellen Aspekt zu betrachten ist, oder eher als Versuch, andere Hörergruppen zu erreichen? Der Song fällt auf jeden Fall auf.
Und doch wieder Sogna-Metal!
Mit „Build & Destroy“ geht es wieder zurück in die „Sogna-Metal“ – Dynamik und vertrautere Klänge, die von den Gitarren geprägt sind. Der Song ist direkter, melodischer Black Metal, nicht mehr, nicht weniger.
„Chaos“: der geheimnisvolle Einstieg mit flirrenden Gitarren baut Spannung auf, bis mit massiven Riffs die Black-Metal-Wurzeln wieder deutlich hervortreten und der Song immer aggressiver wird. Gut gefallen hat mir hier der dynamische und präsente Bass. „Chaos“ lässt ebenso wie das folgende „Flammen“ aus den frühen Sogna-Metal-Wurzeln neue Ideen sprießen.
„Flammen“ ist mein Favorit des Albums. Ein rauer, schwerer, intensiver und dabei zurückhaltend aggressiver Sound mit epischen Melodien, die in dem insgesamt wuchtigen Arrangement aber nicht untergehen. Eine besondere Färbung erhält der Song, da er auf Norwegisch gesungen wird. Es geht um die Kraft der Flamme, um dunkle Mächte, Gnade und Erlösung. (Der Song ist bereits im Juni 2023 veröffentlicht worden.)
Nochmal neue Klänge
„Smile of Hate“ hat tolle Riffs und ein theatralisches Solo in einer sonst fast schon beschwingten Struktur.
„Echoes of Life“ kommt mit Tasteninstrument und cleanen Vocals leicht und melodisch daher. Es ist ein schöner Song. Spätestens hier stellt sich die Frage: ist das noch ein Black-Metal-Album? Und wohin wollen VREID?
Das abschließende „The Earth Rumbles“ setzt mit Synthesizerelementen ein, wie man sie aus den 70ern kennt. Es folgen energische Riffs und der Song entwickelt sich zu einem pulsierenden Stück.
Unterm Strich

Mein Gesamteindruck ist, dass VREID mit „The Skies Turn Black“ ein facettenreiches Album veröffentlicht haben, mit dem sie zeigen, dass sie weiterhin experimentieren und Ideen kreativ umsetzen.
Dennoch bleibt die Frage: wollen VREID zeigen, dass sie demnächst neue Wege gehen wollen oder dass sie einfach vielfältig experimentieren, Genregrenzen verschieben und ihren Ideen freien Lauf lassen?
Es gibt viele richtig gute Momente in den Songs dieses Albums. VREID verbinden ihre Black-Metal-Wurzeln mit Melodie, Melancholie, Tiefe und einem guten Gespür für Theatralik und Dynamik, denn die Songs bewegen sich zwischen melancholischer Atmosphäre und präziser metallischer Klarheit und Härte.
Aber bei den vielen leichten und sehr melodischen Passagen, dem weitgehenden Fehlen eines vom Folk beeinflussten Metal, was den Sogna-Metal VREIDs (so genannt, da die Band aus der Gegend um den Sognefjord stammt) bisher ausgemacht hat, fällt meine Begeisterung bezüglich des gesamten Albums eher gedämpft aus. Für mich bleibt der Eindruck, einer arbiträren Zusammenstellung ohne roten Faden, den VREID auf ihren letzten Alben durchaus hatten.
Und hier „Flammen“ (das offizielle Video von 2023)
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Bildquellen
- vreid the skies turn black cover: HEAD OF PR


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