RUYNOR – „Here We Go“ Review

Punk Metal oder Metal Punk? Scheissegal!

Es ist eine schöne Sache, wenn ich über Bands stolpere, die eine Musikrichtung spielen, die nicht sooft vertreten ist. RUYNOR (Facebook) aus Deutschland feiern den gute alten Punk in ihrer Musik. Bei den mittlerweile unzähligen Stilrichtungen im Bereich Rock und Metal vergisst man manchmal die Ursprünge dieser ganzen Musik. Der Punk hatte großen Einfluss auf den Rock und Metal.

Bekannte Beispiele von damals waren z.B. THE RAMONES oder BAD RELIGION. Doch auch Bands wie MOTÖRHEAD hatten viel Punk in ihrer Musik. Einflüße und Querverweise gibt es auch in der heutigen Zeit also mehr als genug. Die Musik war und ist gemacht für klare Messages und soll für gute Laune sorgen, auch mit ihren oft sozialkritischen Texten. Und gerade in der heutigen Zeit, in der alles so kompliziert scheint oder dazu gemacht wird, kommt solche Musik gerade recht. Schnörkellos und unkompliziert war und ist das Motto!

„Here We Go“

schmettert uns den Punk um die Ohren. Die Grenzen zum Metal verschwimmen, aber RUYNOR verliert dabei nie seine rockige Note. Zurückhaltung ist natürlich ein Fremdwort. Von der ersten Note an tritt man das Gaspedal durch und man ist direkt mitten im Geschehen. Der rotzig freche Gesang von Frontmann Felix passt wie die Faust aufs Auge. Gefühlvollen Sing Sang will hier auch keiner hören. Man will es hart und schmutzig. Und mir gefällt die Schlammschlacht sehr gut. Hat sich wohl auch Zach Schottler ( Gitarrist und Sänger der Band SKULL FIST) gedacht und sich beim Song „You Are Not Invisible“ mit in die Schlammgrube geworfen. Zusammen fetzen die Männer durch den Song und das Duett der Sänger funktioniert tadellos. Für die Luftgitarrenfetischisten gibt es noch ein krachendes Gitarrensolo. Ein geiler Song!

Geil! Geil! Und nochmals: Geil!

Mag sein, dass ich das Wort hier etwas überstrapaziere, aber es passt zu 100 % auf dieses Album. „Stil Believe In Punk“ ist eine wunderbare Hommage an eben diese Musik. Da kann man gar nicht anders als gute Laune zu bekommen und sich direkt ne Kanne aufzumachen.

Die „Shut-The-Fuck-Up“-Attitüde wird konsequent fortgesetzt und RUYNOR verteilen weiter Arschtritte mit ihren Punk-Stiefeln. „This Far, no further“ greift gleich zu Beginn mit scharfen Riffs an und lässt die Punk-Peitsche kreisen. Also immer schön in Bewegung bleiben, damit man keinen übergezogen bekommt. Ist hier auch kein Problem, denn bei dem Sound ist Stillsitzen oder Stillstehen eh kaum möglich. Der Sound fordert den Körper geradezu auf in wilder Ekstase hin-und herzuwirbeln.

Ich vermute mal, dass bei einem Konzert alle Fans spätestens nach einer halben Stunde oben ohne rumlaufen, denn so ein Live-Konzert bei RYUNOR dürfte zu einer schweißtreibenden Angelegenheit werden. Das erfordet natürlich wiederum ständige Nachbefüllung mit flüssigem Treibstoff. Ein magischer oder tragischer Teufelskreis….Wie man’s nimmt…Hahaha!

Auf in die Blumenwiese

Nach der ganzen harten schweißtreibenden Kost ist es jetzt mal Zeit für ein pure Happiness. Also flux ein paar Gänseblümchen gepflückt, einen Haarkranz gebastelt und ich springe zu dem Song „Heart Bleeds Green“ locker fröhlich durch die Blumenwiese. Eine verdammt lustiger beschwingter Song, der mal eine ganz andere Facette reinbringt.

Beim 13. Song auf dem Album hat man sich richtig kreativ betätigt. Da haben sich RUYNOR mal Gedanken gemacht, um den passenden Titel für den Song zu finden. Nach etlichen Stunden rauchender Köpfe und feuchtfröhlichen Diskussionen hat man ihn schließlich gefunden, den einzig wahren Songtitel. Man nannte den Song schlicht und ergreifend „13“. Genial!

„Too Young To Die“ als Gute-Laune-Überschallflieger, der mit Düsenantrieb durch die Lüfte donnert, wobei die Piloten im Cockpit im Refrain sogar melodische Gesangslinien über die Bordlautsprecher kommen lassen und die Fluggäste zum Ausrasten bringen. Herrlich!

„R.U.Y.N.O.R.“ als letzter Song fasst noch mal für alle zusammen, wofür RUYNOR stehen. Ein grooviger rotziger Stampfer mit fettem Bass, der für klare Verhältnisse sorgt.

Fazit

RUYONOR machen genau das, worauf sie Bock haben! Sie machen ihr Ding! Und so klingt es auch: Authentisch und dabei schön schmutzig und dreckig auf die Zwölf! So muss es sein! Das Feeling kommt super rüber und mit Sicherheit dürfte sich das live noch weiter steigern. Solche Musik ist eben auch für die Live-Bühnen gemacht, wo die Fans die freche Energie sofort aufsaugen und in freudiger Feierlaune ausgelassen umsetzen. Vor der Bühne dürfte solche Musik für einen brodelnden Hexenkessel sorgen.

Gute Bands müssen nicht sich oder die Musik ständig neu erfinden! Daher kann man bei mir auch mit toller Old-School-Mucke viele Punkte einfahren. In diesem Sinne….

Im übrigen ist „Here We Go“ das nicht das erste Album von RUYNOR. Es lohnt sich also auch die anderen Alben anzuchecken:

https://ruynor.bandcamp.com/

English review

Punk Metal or Metal Punk? I do not give a shit!

It’s a nice thing when I stumble across bands that play a genre of music that isn’t represented that often. RUYNOR (Facebook) from Germany celebrate Punk in their music. With the now countless styles of Rock and Metal, many people sometimes forget the origins of all this music. Punk had a huge influence on Rock and Metal.

Well known examples were THE RAMONES or BAD RELIGION, but also bands like MOTÖRHEAD had a lot of Punk in their music. The music was and is made for clear messages and should provide for good mood, also with their often socially critical lyrics. And especially in today’s time, in which everything seems so complicated or is made so by people, such music comes just right. Straightforward and uncomplicated music!

„Here We Go“

blasts the punk around our ears. Sometimes the borders to metal are crossed, but never loses its rocky note. Restraint is of course a foreign word. From the first note they step on the gas pedal and you are right in the middle of the action. The snotty cheeky vocals of frontman Felix fit the sound perfectly. No one wants to hear emotional singing here. We want it hard and dirty. And I like the sludge battle very much. Zach Schottler (guitarist and singer of the band SKULL FIST) probably thought so too and threw himself into the mud pit during the song „You Are Not Invisible“. Together the men shred through the song and the duet of the singers works flawlessly. For the air guitar fetishists there is still a crashing guitar solo. Cool song!

Damn fucking good!

„Stil Believe In Punk“ is a wonderful homage to Punk. You can’t help but get in a good mood and open a beer right away. This „Shut-The-Fuck-Up“ attitude is consequently continued and RUYNOR keep on kicking ass with their Punk boots.

„This Far, no further“ attacks right at the beginning with sharp riffs and lets the punk whip circle. So always keep moving, so you don’t get hit. That’s no problem here, because with this sound it’s hardly possible to sit still or stand still. The sound virtually demands the body to shake in wild ecstasy.

I assume that at a concert all fans are topless after half an hour at the latest, because a live concert with RYUNOR is likely to be a hot and sweaty affair. Of course, this requires constant refilling with liquid fuel such as beer. Such a tragedy….Hahaha!

On to the flower meadow

After all the hard sweaty stuff it is now time for a pure happiness. So I pick a few daisies, make a wreath of hair of it and jump to the song „Heart Bleeds Green“ loosely happy through the flower meadow. A damn funny upbeat song that brings in a completely different facet.

With the 13th song on the album, RUYNOR have been really creative. They thought about finding the right title for the song. After several hours of smoking heads and humid discussions with litres of beer, they finally found it….the only true song title. The song was simply called „13“. Ingenious!

„Too Young To Die“ as a good-mood supersonic plane thundering through the air, with the pilots in the cockpit even letting melodic vocal lines in the chorus, causing the passengers to go berserk. Glorious!

„R.U.Y.N.O.R.“ as the last song sums up once again for all what RUYNOR stand for. A groovy, snotty stomper with fat bass that ensures clear conditions.

Fazit

RUYONOR do exactly what they want to do! They do their thing! And that’s how it sounds: Authentic and at the same time dirty and filthy! That’s how it has to be! The feeling comes across great and for sure this should increase even more live. This kind of music is also made for live stages, where the fans immediately soak up the cheeky energy and exuberantly implement it in a joyful festive mood. In front of the stage this music should make the fans freaking out.

Good bands don’t have to reinvent themselves or the music all the time! That’s why they can score a lot of points from me with great old-school music. In this sense….

By the way, „Here We Go“ is not RUYNOR’s first album. So it’s worth to check out the other albums as well:

https://ruynor.bandcamp.com/

Newsletter bestellen für wöchentliches Update!

Bildquellen

  • RUYNOR Cover+Infos: RUYNOR
  • RUYNOR Titelbild: RUYNOR (Twisted Felix)

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

10 + 3 =