Die Kreatur erschafft ein Panoptikum

Die Kreatur 720x340

Die Kreatur ist da und erschafft ein Panoptikum… Das Projekt von Dero Goi (Oomph!) und Chris Harms (Lord Of The Lost) blieb nicht lange geheim und bei zwei so bekannten und beliebten Sängern waren die Erwartungen hoch. Und so ist es auch kaum verwunderlich das schon lange vor der Veröffentlichung die limitierte Box ausverkauft war. Bis dahin waren nur zwei Songs bekannt, denn erst am 22. Mai 2020 erschien „Panoptikum“ bei Napalm Records und stieg prompt auf Platz 8 der Charts. Aber sind all die Vorschusslorbeeren denn nun gerechtfertigt oder ist es viel Lärm um Nichts?

Die Kreatur – von NDH bis Schlager

Das Eröffnungsriff von „Die Kreatur“ lässt mich im ersten Moment an „Straight To Hell“ von Rage denken. Der Moment ist aber schnell vorbei und der Song mausert sich zu einem herrlich überdrehten Stück Neuer Deutscher Härte mit ruhigen Momenten. Plakativ-düster ist der Text zu „Kälter als der Tod“. Dazu eine morbide Grundstimmung und zwei Sänger in Topform und fertig ist ein guter Song, den ihr euch am besten gleich unten im Video zu Gemüte führt. Den Spaß den Dero und Chris zusammen hatten, kommt sehr deutlich in „Unzertrennlich“ raus. Ein treibendes Keyboard und darüber der wechselnde Gesang und so ist gute Laune quasi garantiert. „Durch die Nacht“ hat mich doch ein wenig irritiert. Beim ersten flüchtigen Hören klang das nach irgendeinem Schlagersong auf einem schlechten Radiosender. Und auch beim zweiten Hören klang das nicht arg anders. Einzig die Stimmen, reißen den Song noch heraus. „Zwei 100 %“ hat auch so einen Dancefloor Beat, gewinnt aber an Härte und hat wieder so eine überdrehte-selbstironische Stimmung, die mir gut gefällt.

Die Kreatur kann auch ernst

Seemannsstimmung und Hafenbar kommen mir bei „Schlafes Braut“ in den Sinn. Etwas Trauriges zum Schunkeln und getragen von der Stimmgewalt der beiden Sänger. Abrupt und heftig kommt dann der „Untergang“ und das ist ein Stück, das man eigentlich so erwartet hatte. Wild und in der NDH verwurzelt. Passend zum Titel kommt „MenschMaschine“ sehr elektronisch rockig rüber, gefällt mir aber ganz gut. „Was mir am Wichtigsten ist“ bricht zum ersten Mal so richtig mit dem wir haben Spaß zusammen Faktor und beschäftigt sich textlich mit Drogensucht und Gefühlen. „Benutz Mich“ ist ein schöner Mix aus reiner Neuer Deutscher Härte und Metal Elementen. Wobei der Text stellenweise unauffällig grenzwertig ist. „Glück Auf“ ist wieder so ein Schunkelsong, den ich bei dieses Kollaboration nicht erwartet hätte. Und auch wenn ich mich wiederhole… Ohne die tollen Stimmen wäre auch dieser Song nicht toll. Dafür knallt es am Schluss mit „Gott Verdammt“ wieder richtig und hier passen auch Kirchenorgel und Chor am Ende richtig gut. Der Vollständigkeit halber will ich noch erwähnen, dass es je nach Version noch drei Bonustracks gibt. Eine Coverversion von „Goldener Reiter“ (ist okay) und Remixes von „Die Kreatur“ (Faderhead) und „Kälter als der Tod“ (Solar Flake). Als Bonus okay, aber ich persönlich bin nicht so der Freund von Remixes.

Die Kreatur bleibt ein wenig zwiespältig

Nach langem und intensiven Hören hinterlässt Die Kreatur einen etwas zwiespältigen Eindruck bei mir. „Panoptikum“ ist ein gutes Album, was aber vor allem an Chris Harms und Dero Goi liegt. Die beiden drücken mit ihren Stimmen und ihrem Charisma den Stempel auf. Und das ist gut so. Denn musikalisch ist es mir manchmal zu wenig um aus der Masse herauszustechen. Vielleicht waren aber auch meine Erwartungen zu hoch. Subjektiv betrachtet hatte ich mir mehr versprochen. Objektiv betrachtet hat Die Kreatur in Gestalt ihrer beiden Protagonisten mit „Panoptikum“ ein Album erschaffen das zwischen Gothic und Neuer Deutscher Härte changiert und auch mal Richtung Schlager schielt und von der Präsenz und dem Zusammenspiel der beiden Frontmänner lebt und daraus seine Stärke bezieht. Mein kurzes und persönliches Fazit lautet daher gut mit viel Potential nach oben.

Die Kreatur Panoptikum

Die Kreatur – Tourdates und Kontakt

Eigentlich hätten hier jetzt auch noch die Tourdates stehen sollen. Aber mittlerweile ist diese ersatzlos gecancelt. Zum einem aufgrund der immer noch aktuellen Unsicherheit und darüber hinaus sind dann beide zu sehr mit Oomph! und Lord Of The Lost eingespannt. Mehr zur Kreatur erfahrt ihr auf der Homepage oder bei Facebook. Wer wissen will ob vielleicht doch irgendwann eine Tour wirklich stattfindet und was darüber hinaus noch in der Metalwelt passiert, abonniert am besten unseren kostenlosen Newsletter oder folgt uns bei Facebook. So bleibt ihr über alles vom Underground bis hin zu den Großen immer auf dem Laufenden. Wer gerne Bilder guckt, ist bei Instagram richtig und unser YouTube Channel bietet euch neben Interviews und Unboxings auch ein paar Dokumentationen.

Newsletter bestellen für wöchentliches Update!

Bildquellen

  • 927_DieKreatur_RGB: Napalm Records
  • Die Kreatur 720×340: Napalm Records
soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

12 + fünf =