KISS – „Dynasty“ – eine ganz persönliche Review

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Achtung: Die folgende Review mit ihrer zugehörigen Geschichte ist ein Rückblick in meine Jugendzeit und somit sehr von persönlichen Erlebnissen geprägt. Wer eine objektive Review erwartet, sollte an dieser Stelle besser nicht weiter lesen.

Mein erstes „eigenes“ Album

Wir schreiben das Jahr 1979 als der junge Uwe erstmals mit richtiger Musik in Berührung kommt. Auslöser des Ganzen war ein Song, den ich im Radio hörte und der mich förmlich umblies: „Rock And Roll All Nite“. Nachdem ich in Erfahrung gebracht hatte, dass der Titel von einer mir bis dato unbekannten Band namens KISS stammte, quengelte ich so lange, bis meine Mutter mit mir zu Horten ging, um die Single dort zu erwerben. Leider war dort nur die Single „I Was Made For Loving You“ erhältlich. Durch erfolgreiches Nölen gelang es mir, sie zumindest zum Erwerb der Langspielplatte „Dynasty“ zu überreden und so nahm das Schicksal seinen Lauf.

Kiss „Dynasty“ – meine persönliche Review

Anno 1979 fand ich das Album, auch wenn kein Song auf Dynasty meiner Meinung nach die Qualität von „Rock And Roll All Nite“ erreichte, einfach nur insgesamt sensationell gut. Das lag natürlich teilweise daran, dass sich mein vorheriger Musikkonsum größtenteils auf von meinen Eltern bevorzugt gehörte deutsche Volkslieder beschränkte. Heute sehe ich die Sache etwas differenzierter, auch wenn mein Blick natürlich immer noch durch die Glorifizierung der Vergangenheit getrübt ist.

Produkt der Diskozeit

Kiss DynastyEnde der 70’er Jahre war die große Zeit der Diskomusik. Ein Trend, dem sich auch die Hard Rocker von KISS nicht völlig verschließen konnten oder wollten. So startet das Album mit dem größten Hit von KISS überhaupt: „I Was Made For Loving You“. Der Song wird wohl ebenso häufig gehasst wie geliebt. Mir gefällt er alleine schon deshalb, weil man ihn auch auf Partys spielen kann, wo rockige Töne ansonsten völlig verpönt sind. Ein pop-rockiger Song, der bei mir auch heute noch für gute Laune sorgt und einen Paul Stanley in Höchstform zeigt. Mit „2.000 Man“ folgt eine von Ace Frehley gesungene Cover-Version eines (eher unbekannten) Rolling Stones Titels. Die Interpretation des Songs mit der nuscheligen Stimme von Ace gehört auch heute noch zu meinen Favoriten auf dem Album.

Gastauftritt von Peter Criss

Mit „Sure Know Something“ ist als nächstes eine von Paul gesungene Halbballade an der Reihe, die auch stark durch den Diskosound der damaligen Zeit geprägt ist. Trotzdem ein sehr starker Song. Bei dem von ihm selbst geschriebenen „Easy Livin'“ hat Peter Criss eine Gastauftritt als Sänger und Schlagzeuger. Auch wenn er noch offiziell als Banddrummer genannt wurde, sind die übrigen Stücke von Anton Fig eingetrommelt worden. Zwar mag ich die raue Stimme von Peter, aber der leicht swingende Rocksong gehört für mich dennoch zu den schwächeren Songs auf Dynasty. Bei „Charsima“ übernimmt dann erstmals Bassist und Schlabberzunge Gene Simmons den Gesangspart. Ein typischer Simmons Song, der wirklich gut abgeht.

Es wird rockiger

Es wird zunehmend rockiger auf der LP. Nach dem durchschnittlichen Stanley-Song „Magic Touch“ bekommen wir mit „Hard Times“ den nächsten rockigen Frehley-Song serviert. „X-Ray Eyes“ ist wieder ein fetter Bass-lastiger Simmons Titel. Mit „Save Your Love“ beschließt die nächste Frehley-Schöpfung das Album. Ace zeigt hier insbesondere beim Solo, welch starker und oftmals völlig unterschätzter Gitarrist er war bzw. ist.

Abschließendes Urteil

Bei der Beurteilung von „Dynasty“ muss man unbedingt das damalige Musikumfeld beachten. KISS haben sich mit dieser LP dem vorherrschenden Musiktrend angenähert, ohne sich zu sehr anzubiedern. Sicher gibt es stärkere KISS Scheiben, aber KISS haben damals bewiesen, dass sie musikalisch durchaus variabel sind. Ein Album zu schreiben, dass der breiten Masse entgegen kommt und dennoch die alten Fans nicht völlig verprellt, gelingt längst nicht jeder Band.

Fortsetzung folgt…

Nach dem Erwerb von „Dynasty“ war es natürlich klar, dass ich diese außergewöhnliche Band einmal live erleben musste. Von meinem ersten Konzert werde ich euch dann demnächst berichten. Wer sich dafür interessiert, sollte hier bei metal-heads.de immer wieder mal reinschauen.

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Bildquellen

  • Kiss Dynasty: Amazon
  • KISS-Bandlogo: Wizard Promotion
Uwe

Uwe

Fast 35 Jahre als Metal-Fan hat es gebraucht, bis ich es endlich geschafft habe, ins heilige Metal-Land nach Wacken zu kommen! Auf diese Weise erleuchtet, hoffe ich auf mindestens noch 50 Jahre Musik "Louder Than Hell"!

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