SIMO – „Let Love Show The Way“ – VÖ: 29.01.2016 – Classic Rock erster Güte

SIMO "Let Love Show The Way" Cover

Classic Rock in perfekter Ausführung

Ein Classic Rock Album wie es besser nicht geht, liefert uns SIMO, die Band um den charismatischen Vintage Afficionado und namensgeber J.D. Simo mit „Let Love Show The Way“ ab. Souliger Psychedelic Rock mit einer großen Prise Brit Invasion und Southern Rock würde das Ganze zunächst mal grob umreißen. Wenn J.D. sich in seine Fransen-Lederjacke wirft, die originale vintage Les Paul umschnallt, den Marshall vollkommen aufdreht und lediglich ein Wah Wah Pedal zwischen Gitarre und Amp packt, dann kann man sich sehr gut vorstellen mit welcher brachialen Urgewalt einem dieses Album um die Ohren fliegt. Auch live weiß SIMO natürlich zu bestechen. Apropos live, im eigentlichen Sinne haben wir es bei „Let Love Show The Way“ mit einem Live-Album zu tun…

Ohne Netz und doppelten Boden – Overdubs und einzelne Takes? NEIN DANKE!

Der Ansatz zur Aufnahme ist legendär! J.D. spielt Duane Allmans originale 1957er Goldtop Les Paul auf jedem Track des Albums und nimmt jedes einzelne der 13 Stücke mit der gesamten Band, ungeschnitten und roh, LIVE auf. Das gilt auch für alle Solos und natürlich den hervorragenden souligen Gesang, der stellenweise an Jim Morrison erinnert – im positiven Sinne, denn SIMO weiß seine Stimme irgendwie gekonnter und mit mehr Seele behaftet einzusetzen als der „The Doors“- Frontmann.

Elmore James „Stranger Blues“ eröffent das Classic Rock fest. Das klassische Blues Schema wird rockig garniert und als Sahnetupferl mit einem Slide-Solo verziert, dass direkt die spielerische Qualität klarstellt. Hier bewegt sich jemand auf Derek Trucks/Johnny Winter Niveau. Auch die Mitmusiker Adam Abrashoff (dr) und Elad Shapiro (b) schnurren wie die Kätzchen und legen einen fein gewobenen Vintage-Teppich.

Und gerade wenn man meint, dass der Opener ja eigentlich schon extrem gut klang, springt uns „Two Timin‘ Woman“ förmlich funky und dreckig um die Ohren. Der Song hat nichts mit der gleichnamigen Nummer des großartigen Johnny Cash zu tun, bis auf den Titel. Der Mittelteil des Songs erinnert ein wenig an die Retrorocker von Witchcraft und wieder bedient sich J.D. des Slides.

Vintage Feeling mit frischen Einflüssen

Can’t Say Her Name“ transportiert so ein Feeling, wie man es von Claptons Cream kennt. Schleppend und fett, gekennzeichnet mit einem fantastischen Raumhall, perlt sich hier der erste treibende Kracher in die Hörmuschel, und auch die langen sustainigen Klänge des exzellenten Solos sind perfekt.

Immer wieder fällt auf, dass die Musiker natürlich auch von neuzeitlichen Einflüssen geprägt sind. So haben auch Grunge- und Stonerrock ihre Spuren hinterlassen. Schön zu hören bei „I Lied“ und „Long May You Sail“.

Blues Harp und elektrische Gitarre, ein Bündnis das schon vielen Songs auf die Sprünge geholfen hat. In absoluter Reinform, bis zum Exzess perfektioniert kann man das dann auf „Becky’s Last Occupation“ nachhören. Die Nummer rockt und groovt, begeistert mit leicht versetztem Einsatz der Intro-Melodie. J.D. Simo unterstreicht auch hier, wie emotional sein Gesang ist. Das was er auf dem Instrument und im Klang und Sound spürt, gibt er ungefiltert an die Stimmbänder weiter. Auch unisono Linien zwischen Gitarre und Gesang kommen soulig und perfekt getimt. Das zeugt davon, dass der Mann im Vorfeld genau weiß, wie das, was er singt, klingen wird und wo die richtigen Töne auf der Klampfe sind.

Wer Soundgarden´sBlack Hole Sun“ mochte, mit diesen Unterwasser artigen Klängen, der wird beim Title Track des Albums sicherlich die ein oder andere Parallele feststellen.

Die Rettung handgemachter Musik – einmal Woodstock und zurück

Auf „Ain’t Doin‘ Nothin‘“ tobt sich die Band dann endlich mal instrumental aus. Ohne Grenzen, führt man uns in einer 14-minütigen Improvisation druch alle klanglichen Facetten, die SIMO zu bieten haben. Auch hier fällt wieder die hervorragende Produktion und Aufnahme des Live-Takes auf.

Was soll man sagen? Dem eingefleischtem Liebhaber handgemachter Musik, der zugleich auf Vintage Sounds und neuzeitliche Rockklänge steht, der gerne in Woodstock dabei gewesen wäre, sich aber insgeheim immer gewünscht hat, dass die Bands dort noch ein Pfund mehr draufgelegt hätten, allen denjenigen, die mit den teilweise überproduzierten und weichgespülten aktuellen Bluesrock Produktionen nicht viel anfangen können, und die die Wildheit in echten Live-Gigs vermissen, ja all denen wird „Let Love Show Te Way“ ein mit Stolz behaftetes, warmes Gefühl ums Herz bescheren, denn wir wissen, SIMO sind gekommen, um dafür zu sorgen, dass echte Musik, ohne Overdubs und Radioedits, niemals sterben wird!!!

Erst kürzlich supportete SIMO den Weltklasse-Musiker Walter Trout auf seiner Tour durch Deutschland und im April 2016 kommen SIMO nach Deutschland. So ein Event will man nicht verpassen. Bis dahin bleibt also Zeit, das Album zu kaufen, zu hören, zu genießen und der Band auf ihren Internet-Präsenzen zu folgen und sie tatkräftig zu unterstützen.

Tour 2016:

Essen – 14.04.2016

St. Pauli – 15.04.2016

Aschaffenburg – 17.04.2016

https://www.facebook.com/simotheband/

http://simo.fm/

www.mascotlabelgroup.com/

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Bildquellen

  • SIMO_Cover: www.amazon.com
Blues Mike

Blues Mike

Als ich 12 war, gab mir ein Freund die Nummer des Teufels. Unter dieser Nummer meldete sich sein Assistent, der Meister der Puppen. Er sagte mir, dass es Rost im Frieden gibt und ich fortan mit meiner Gitarre um Gerechtigkeit für Alle kämpfen sollte!

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