Rage Against Racism: GRAVE INTENTIONS sichern sich den Festival-Slot
Der Slot Battle des Rage Against Racism Festival ist längst mehr als nur ein Nachwuchscontest – er ist ein Gradmesser für die Vitalität der regionalen Szene. Auch in diesem Jahr zeigte sich am 28. März eindrucksvoll, wie viel Energie, Qualität und Haltung im Underground steckt. – Wer dabei war und wer am Ende gewonnen hat.
Ein zentrales Element des Formats sorgt dabei für maximale Fairness: Die Running Order wird erst kurz vor Beginn unter den Augen der Bands ausgelost – bewusst ohne vorherige Bekanntgabe. So haben alle Acts die gleichen Chancen, und vor allem: Der Laden bleibt von der ersten bis zur letzten Minute voll. Ein Konzept, das auch diesmal voll aufging. Die ausgeloste Reihenfolge:
- VORACIOUS
- ONYXSIN
- GRAVE INTENTIONS
- THE ROYAL FLASH
- ERSTARREN
VORACIOUS: Brutaler Auftakt und volle Hütte nach drei Songs
Mit VORACIOUS eröffnete die wohl wildeste Horde des Abends: komplett durchgetätowierte Typen – von der Schädeldecke bis zum Fuß! -, die vom ersten Ton an keine Gefangenen machten. Tiefe, abgrundartige Growls trafen auf kompromissloses Geballer – ein Opener, wie er im Buche steht.
Schon nach dem ersten Song kam die klare Ansage: „Zwei Schritte nach vorne!“ – und das Publikum folgte gerne. Trotz eines zwischenzeitlichen Totalausfalls nach Song zwei blieb die Band souverän, kommentierte trocken mit einem augenzwinkernden „Schalten Sie das Gerät aus und wieder ein“ und machte einfach weiter. Spätestens beim dritten Song war der Raum bis an den Bühnenrand gefüllt – die Stimmung brodelte. Ein roter Faden, der sich durch den gesamten Abend ziehen sollte.
ONYXSIN: Stilbruch als Stärke
Mit ONYXSIN betrat die erste Duisburger Band die Bühne – und zeigte eindrucksvoll, dass Genregrenzen hier keine Rolle spielen. Das Trio (Gitarre/Gitarre/Drums) setzt auf rotierenden oder gemeinsamen Gesang zu dritt und maximale stilistische Offenheit.
Besonders beeindruckend: die noch junge Drummerin, die mühelos zwischen Groove, Blast und reduzierten Passagen wechselte. Technisch stark, musikalisch vielseitig – ein Talent, das in Erinnerung blieb.
GRAVE INTENTIONS: Abgebrüht, politisch, überzeugend
Bei GRAVE INTENTIONS stellte sich schnell die Frage, warum eine derart ausgereifte Band überhaupt noch bei einem Nachwuchsformat antritt. Das Quintett aus Datteln lieferte eine extrem routinierte Show ab, die sofort mit dem Publikum resonierte.
Frontfrau Jana dominierte mit wuchtigen Growls, die dem melodischen Death Metal der Band eine zusätzliche Härte verliehen. Gleichzeitig nutzte sie die Bühne für klare Statements: gegen Rassismus, für Toleranz – politisch linker Death Metal, der perfekt zum Kontext des Abends passte.
Auch in den Moderationen blieb die Band publikumsnah und zielgerichtet: Stimmen sammeln, ohne plump zu wirken. Ein rundum starker Auftritt.
THE ROYAL FLASH: Verschnaufpause im Sturm
THE ROYAL FLASH hatten es im Anschluss nicht leicht. Als einzige Band ohne Extreme-Metal-Kante und mit toller, cleaner, weiblicher Gesangsstimme wirkten sie zunächst wie ein stilistischer Fremdkörper.
Doch genau das entpuppte sich als Stärke: Inmitten der Brachialität bot die Band eine willkommene Verschnaufpause – sowohl musikalisch als auch körperlich für die bereits strapazierten Nacken. Und: Das Publikum, geprägt von einer offenen regionalen Szene, nahm das dankbar an.
ERSTARREN: Black-Metal-Finale mit Wirkung
Den Abschluss machten ERSTARREN – ein rohes Black-Metal-Duo, das dank der Auslosung in eine ideale Position auf der Running Order kam. Corpsepaint, Atmosphäre, keine Kompromisse: „Gib ihm!“
Die Band blieb sich konsequent treu, ohne ins Klischee abzurutschen, und setzte einen intensiven Schlusspunkt. So rahmten zwei extrem ausgerichtete Acts den Abend – ein dramaturgisch nahezu perfekter Verlauf.
Ein Abend, wie ihn die Szene braucht
Der Slot Battle zeigte einmal mehr, was passiert, wenn Underground, Nachwuchs und Szene zusammenkommen: ein durchgehend voller Laden, faire Bedingungen, große musikalische Vielfalt und eine spürbar familiäre Atmosphäre.
Bei günstigen Preisen und mit viel Herzblut organisiert, ist die Veranstaltung längst ein (über-)regionaler Pflichttermin für alle, die neue Bands entdecken wollen – auch deutlich über Duisburgs Stadtgrenzen hinaus!
Am Ende fiel die Entscheidung knapp aus – doch GRAVE INTENTIONS sicherten sich verdient den Slot beim kommenden Festival.
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Bildquellen
- Voracious 28.03.26 Mühle Duisburg: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
- Onyxsin 28.03.26 Mühle Duisburg: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
- Grave Intentions 28.03.26 Mühle Duisburg: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
- The Royal Flash 28.03.26 Mühle Duisburg: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
- Erstarren 28.03.26 Mühle Duisburg: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de




































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