DEFECTO – neue Single „Worlds Collide“ + Interview

(English version down below!)

An Einfallsreichtum

und Vielseitigkeit mangelt es DEFECTO (Facebook / Homepage) fürwahr nicht. Das letzte Album „Duality“ aus dem Jahr 2020 ist dafür ein perfektes Beispiel (Review). Mit den letzten vier Singles hat man grundsätzlich mehr die dunklen Pfade eingeschlagen. Die Gründe dafür könnt Ihr auch gerne in dem Interview nachlesen, welches ich im Januar diesen Jahres mit DEFECTO geführt habe (Link).

Harte Zeiten erfordern harte Songs! Dies gilt zumindest für die letzten Veröffentlichungen von DEFECTO, die da wären: „Aftermath“, „The Shape Of Things To Come“, „A Million Suns“ und „Ball Of Hatred“! Allesamt sind es verdammt geile Songs, die es in sich haben und eindrucksvoll zeigen, was die Band für eine Bandbreite aufweist. Das Songwriting ist immer wieder für eine Überraschung gut und wandelt auf progressiven Pfaden. Und nun gibt es die

neue Single „Worlds Collide“!

Wiederum zaubern DEFECTO einen verdammt geilen Song hervor, der ebenfalls zu überraschen weiß. Er überrascht aber nicht dahingehend, dass die Band nach langer Zeit mal wieder einen Gute-Laune-Song krachen lässt. Nein, ganz und gar nicht! Der Stil bleibt düster.

Die erste Besonderheit liegt darin, dass sich die Band gesangliche Unterstützung von Kim Sternkopf der Band MØL geholt hat. Dieser legt hier eine tolle Performance an den Tag und stellt seine Qualitäten als hervorragender Sänger unter Beweis.

Der Song ist von der harten Sorte und er ist mit einigen Blastbeat-Attacken gepfeffert. Die Strophen kommen ruhiger daher und leben von Kims ausdrucksstarken Gesang, der emotional höchst beeindruckend dargeboten wird. Neben dem Wechsel mit den heftigen brutalen Passagen ist der Aufbau des Songs recht progressiv geraten und stellt hohe Ansprüche an die Bandmitglieder. Aber DEFECTO liefert wie immer grandios ab und somit kommen wir zu einer weiteren Besonderheit in diesem Song. Endlich hat sich mal wieder eine Metalband getraut ein Saxophonsolo in einen so harten Song einzubauen. Dieses epische Saxophonsolo ist von der Idee und Ausführung genial geworden und gibt diesem sonst eher düsteren und melancholischen Song eine hoffnungsvolle Note. Mach Euch mal selbst einen Eindruck!

Ein Blick in die Tiefe

Ich war so begeistert von dem Song und wollte mehr darüber wissen. Hier bei ‚metal-heads.de‘ erfahrt ihr also brandheiß kurz nach dem Singlerelease, was es mit dem Song auf sich hat. Frederik ist Gitarrist der Band und ist mitverantwortlich für das Songwriting. Er hat sich meinen Fragen angenommen und plaudert aus dem Nähkästchen.

MH: „Worlds Collide“ ist verdammt gut geworden. Und die Idee mit dem Saxophonsolo ist wirklich genial. Wie seid Ihr darauf gekommen?

Frederik: Lustige Geschichte! Das Saxophon-Solo wurde am letzten Tag vor der Fertigstellung des Liedes hinzugefügtich konnte kein anständiges Gitarrensolo finden, um der Sache gerecht zu werden. Um mich aus der Affäre zu ziehen, habe ich einen Typen gefunden, der stattdessen Saxophon spielen konnte. Am Ende hat alles geklappt!

MH: Ist das Dein Ernst? Ich glaube, du veräppelst mich… Du hattest keine Idee für ein Gitarrensolo?

Frederik: Manchmal ist es schwierig, den richtigen Ausdruck für einen Song zu finden, und die Ideen kommen nicht so heraus, wie man sie haben will. Wir hatten ein Backup-Gitarrensolo für den Fall, dass das Saxophon nicht funktioniert, aber zum Glück hat es am Ende genau das gemacht, was wir uns erhofft hatten, also haben wir es behalten!

Hart & anspruchsvoll

MH: Wann ist der Song entstanden und wie war der Enstehungsprozess im allgemeinen?

Frederic: Der Song war eigentlich eines der ersten Demos, die letztes Jahr geschrieben wurden, und von Anfang an gab es die Idee, einen Gastsänger im Black-Metal-Stil zu engagieren – die Blastbeat-Passagen des Songs wurden definitiv von unseren dänischen Kollegen von MØL inspiriert, also war es naheliegend, Kim zu fragen, und glücklicherweise stimmte er zu!

Es war auch einer der härteren Songs, die wir geschrieben haben – der gesamte Mittelteil des Songs besteht aus einem Hammer-On/Pull-Off-basierten Gitarrenriff in Kombination mit einer hybriden Plektrumtechnik, die zu entwickeln eine Weile dauerte. Es ist sehr schwierig, diesen Abschnitt durchgehend zu spielen, ohne dass einem die Ausdauer ausgeht, also werden wir sehen, wie es läuft, wenn wir ihn live spielen!

Wir hatten zwar schon ein paar Songs mit Blastbeats (vor allem „We’re All the Enemy“ von Nemesis), aber noch nie einen, bei dem sie das Hauptmerkmal des Songs waren. Ich wollte einen Song, der speziell Blastbeats im Refrain enthält, denn warum nicht? Es war auch eine Möglichkeit, die Fähigkeiten unseres Schlagzeugers Mikkels zu nutzen – er hat Erfahrung mit extremem Metal-Drumming von seinen früheren Bands und Prevail, es hat also Spaß gemacht, diese Elemente auch in DEFECTO einzubringen.

Ein persönlicher Song

MH: Worum geht es bei diesem Song?

Frederik: Abgesehen von dem Saxophon-Solo waren die Texte der letzte Teil, der fertiggestellt wurde. Sie sind ziemlich persönlich – sie reflektieren über den Tod und den Übergang zwischen den Zuständen des Seins. Er wurde durch einen kürzlichen Verlust in meiner Familie inspiriert, der sich Anfang des Jahres ereignete. In gewisser Weise war das Schreiben dieser Texte für mich ziemlich therapeutisch. Außerdem bin ich froh, dass der Song mich an diese Person erinnern und mir ein Gefühl der Erleichterung vermitteln kann.

MH: Ja, wie ich schon eingangs sagte. Ein sehr besonderer Song und mit diesem Hintergrundwissen wird ihm noch eine größere Bedeutung und Ausstrahlung zuteil. Vielen Dank für diese tiefen und persönlichen Einblicke!

Die Single-Historie

Zum Abschluss möchte ich Euch noch mal die Kollektion aller neuen Singles von DEFECTO der letzten Monate ans Herz legen. Sie sind in der Reihenfolge ihrer Erscheinung aufgelistet. Viel Spaß damit!

English version

Ingenuity

and versatility is not missed with DEFECTO (Facebook / Homepage) . The last album „Duality“ from 2020 is a perfect example (review). With the last four singles they have basically taken more the darker paths. You can read the reasons for this in the interview I did with DEFECTO in January this year (link).

Hard times require hard songs! This is at least true for the last releases of DEFECTO, which are: „Aftermath“, „The Shape Of Things To Come“, „A Million Suns“ and „Ball Of Hatred“! All of them are damn awesome songs that have it all and impressively show what kind of range the band has. The songwriting is always good for a surprise. And now the

new single „Worlds Collide“!

Again, DEFECTO conjure up a damn cool song that also knows how to surprise. But it does not surprise in the sense that the band after a long time again lets crack a good mood song. No, not at all! The style remains gloomy.

The first special feature is that the band got the guest singer Kim Sternkopf of the band MØL. He puts on a great performance here and proves his qualities as an excellent singer.

The song is of the hard style and it is peppered with some blastbeat attacks. The verses are calmer and live on Kim’s expressive vocals, which are presented emotionally impressive. In addition to the alternation with the violent brutal passages, the structure of the song is quite progressive and the techniques requires high demands on the band members.

But DEFECTO delivers as always terrific and so we come to another special feature in this song. Finally a metal band has dared to include a saxophone solo in such a heavy song. This epic saxophone solo has become ingenious from the idea and execution and gives this otherwise rather gloomy and melancholic song a hopeful note. Check it out for yourself!

A look into the depths

I was so excited about the song and wanted to know more about it. Here at ‚metal-heads.de‘ you can find out shortly after the single release what the song is all about. Frederik plays guitar and is jointly responsible for the songwriting. He took my questions and chats out of the secrets.

MH: „Worlds Collide“ has become damn good. And the idea with the saxophone solo is really ingenious. How did you come up with that?

Frederik: Fun story! The saxophone solo was added the very last day before we had to finish the song. I couldn’t come up with a decent solo to save my life, so i found a guy who could play the saxophone instead. But it all worked out in the end!

MH: Are you serious? I think you’re kidding me… You didn’t have an idea for a guitar solo?

Frederik: Sometimes it’s difficult finding the right expression for the song, and the ideas don’t come out how you want them. We had a backup guitarsolo ready in case the sax didn’t work out, but luckily it ended up doing exactly what we hoped, so we kept it!

Hard & sophisticated

MH: When was the song created and how was the creation process in general?

Frederic: The song was actually one of the first demos to be written last year, and from the beginning there was an idea of getting a black metal style guest vocalist on it – the blastbeat sections of the song definitely took som inspiration from our fellow Danes in MØL, so it was natural to ask Kim, and luckily he agreed!

It was also one of the harder songs to write – the entire middle section of the song consists of a hammer-on/pull-off based guitar riff combined with a hybrid pick technique that took a while to develop. It is intensely difficult to play continuously without running out of stamina for the duration of that section. So we’ll see how it goes when we play it live!

While we have had a few songs with blast beats before (most notably „We’re All the Enemy“ from Nemesis) we’ve never had one where it was the main feature of the song. Writing it like that was very much the entire purpose though – I wanted a song that specifically had blastbeats in the chorus, because why not? It was a way to also take advantage of our drummer Mikkels capabilities – he has experience with extreme metal drumming from his previous and Prevail, so fun to bring those elements into DEFECTO as well.

A personal song of loss

MH: What is this song about?

Apart form the sax solo, the lyrics were the last part that was finished. They are quite personal really – reflecting on death and the transition between states of being. It was inspired by a recent loss in my family that occurred in the beginning of the year. In some sense writing those lyrics was quite therapeutical for me. Plus I am happy that the song can remind me of that person, and that it can provide a sense of relief.

MH: Yes, as I said at the beginning. A very special song and with this background knowledge it gets even more meaning and charisma. Thank you for these deep and personal insights into this song!

Single-History

Finally I would like to present you the collection of all new singles of DEFECTO of the last months. They are listed in the order of their release. Have fun with it!

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Bildquellen

  • Defecto Titelbild-1- Credit Ove Sborg: Gordeon Music / Black Lodge Records

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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