FORMOSA- Lecker Bierchen und geile Rockmusik – Interview

(Englisch version down below)

Zünftigen Rock

hat die waschechte Rurpott-Band FORMOSA aus Essen (Facebook ) auf jeden Fall im Blut. Hin und wieder auch bestimmt eine paar Promille, die auf den Genuß einiger Biere zurückzuführen sind. Wofür stehen FORMOSA? Es sind Rocker durch und durch! Schmissiger Rock für gute Laune und durstige Kehlen sind ihr Markenzeichen. Das letzte Album „Danger Zone“ erschien am 13.03.2020 und konnte sowohl Fans als auch Kritiker völlig begeistern. Auch unser Redakteur „Kelle“ war hin und weg von der geilen Scheibe. Hier das Review (Link ) dazu. Und hier zur Einstimmung ein Video von dem Song „Sold My Soul“…

Tja, leider erschien die geile Scheibe kurz vor dem Lockdown und das war natürlich der Supergau für diese fantastischen Stimmungsrocker. Nix mehr war es mit Live Auftritten. Aber FORMOSA sind nicht die Typen, die den Kopf in den Sand stecken und Trübsal blasen. Also die aufgezwungene Auszeit nutzen und mal kreativ werden. Kurzerhand haben sich die Freunde entschieden, dass sie doch ihr eigenes Bier brauen könnten. Gesagt getan! Ein glücklicher Umstand war natürlich, dass Nik von der Band gelernter Bierbrauer ist. Macht die Sache umgehend einfacher. Das Bier wurde in einer größeren Verkostungsaktion an ausgewählte Tester und Interessenten versandt. Alle durften sich dann für ihren Favoriten entscheiden. Dann schauen wir mal, was in Sachen Bier und anderen Dingen so los ist bei FORMOSA…

Rage Against Racism - 2019 - Formosa - Interview
FORMOSA mit zwei Redakteuren von `metal-heads.de´ (Soundchaser & Ralfi Ralf) — So lieben wird das! Hoffentlich haben wir bald wieder solche Bilder. Festival `Rage Against Racism´ 2019 in Duisburg!

Der Supergau

Metalhead: Hallo Nik. Euer Album ist kurz vor dem Lockdown veröffentlicht worden. Hättet Ihr das Ding auch rausgehauen, wenn Ihr gewusst hättet, dass sich die Corona-Seuche so entwickelt?

Nik: Ich denke eher weniger, das war leider bisschen ein Flop. Der Release war während der Support-Tour für Audrey Horne, die dann leider währenddessen abgesagt wurde. So konnten wir die Scheibe gar nicht richtig genießen und promoten. Aber es ist wies ist und ich bin trotzdem froh, dass unsere Fans die Songs hören können, denn ich (und die anderen sicher auch) bin immer noch mega happy über die Scheibe.

Formosa - Turock Open Air 2019

MH: Euer Album kam bei Fans und Kritikern gut an. Seid Ihr trotz Abstinenz der Live-Gigs mit dem Erfolg des Albums zufrieden?

Nik: Ja wir sind trotzdem zufrieden. Die Scheibe kam trotzdem gut an und ich weiß von vielen Fans, dass sie die Nummern richtig geil finden. Klar… die CD Verkäufe sind eigentlich hauptsächlich bei Live-Auftritten zu verbuchen, aber wir haben versucht im Laufe des letzten Jahres so viel wie möglich an der „Erfolgsschraube“ zu drehen, aber ohne die Live-Gigs geht’s einfach nicht.

Kreativität ist gefragt

MH: Die Corona Krise hat trotz all ihrer Schrecken und Auswirkungen auf das kulturelle Leben zu manch ungeahnten kreativen Schaffensphasen geführt. Ihr habt Euch für das Bierbrauen entschieden. Wie kam es dazu?

Rage Against Racism - 2019 - Formosa - Duisburg
Nik–>Rage Against Racism – 2019 – Formosa – Duisburg

Nik: Irgendwas muss man ja machen. Und so passt Biersaufen, bzw. in dem Fall das Bierbrauen, mit der Rock-Mucke wie Arsch auf Eimer. Es gibt ja viele Bands die ihr eigenes Bier oder Wein haben, und da ich vom Beruf Brauer bin, hat sich das natürlich super angeboten.

MH: Wo kann man so ein Bierbraudiplom eigentlich absolvieren?

Nik: Dazu muss man die Ausbildung zum Brauer und Mälzer machen. Ist also kein Diplom, sondern eine 3 Jahres Ausbildung mit dem Abschluss als Geselle. Ich bin allerdings gerade dabei meinen Braumeister zu machen.

Kein Lackaffen-Bier

MH: Wie muss man sich die Entstehung eines Bieres vorstellen? Kann man das in kurzen nicht allzu wissenschaftlichen Worten erklären?

Nik Beer

Nik: Wir haben uns überlegt was man für Biere machen könnte und uns dann auf zwei Typen geeinigt, die nicht zu 0815 sind aber auch nicht so Lackaffen-Biere sind, die du in jedem hippen Laden bekommst.

Und um den Brauprozess mal ganz blöd zu veranschaulichen: erst kommt Wasser und Malz zusammen, dabei entsteht so ne Art Zuckerwasser, wenn man das von den festen Bestandteilen trennt. Dann kommt der Hopfen dazu und man kocht es. Danach wird das gehopfte Zuckerwasser (das heißt Würze) mit der Hefe vergoren (sobald die Hefe dazukommt heißt es Bier) und in die Flaschen gefüllt.

Zwei Biere in der Auswahl

MH: Wie lief die geschmackliche Findung statt? Wie viele Verkostungen habt ihr denn so hinter Euch und wie sind diese verlaufen? Habt Ihr noch andere Leute mit ins Boot geholt oder habt Ihr das komplett unter Euch ausgemacht?

Nik Bird mit dem FORMOSA-Bier – Die noch nicht etikettierten Fläschchen.

Nik: Das Wieß ( Eine Kölsch-Variante–>hell, naturtrüb, mild) ist mein Gesellensud gewesen und das Dunkle Export ist ein Rezept, dass ich während der Lehre mit meinem Azubikollegen zusammen ausgearbeitet hab. Soviele Verkostungen waren das gar nicht. Es ist auch etwas komplizierter, da man immer ca. 4 Wochen warten muss, bis man probieren kann. Ist also eher so ein Try-and-Error Spiel.
Die Biere gebraut habe ich mit ´nem ehemaligen Arbeitskollegen und abgefüllt mit meinem Klassenkamerad von der Meisterschule. Und für das eigentliche „Großprojekt“ haben wir noch ein Kumpel mit an Board.

MH: Gab es geschmackliche Differenzen innerhalb der Band? Wie ist die Entscheidung für die zwei Biersorten entstanden?

Nik: Klar minimale geschmacklich Unterschiede haben wir da schon, aber das war nicht so wild. Ich hab die zwei Sorten vorgeschlagen und da wurde nicht groß rumgelabert.

Wer kennt das Bier mit dem roten Etikett vom Balkan?

MH: Für welche Biere seid ihr denn sonst so zu begeistern? Was sind Eure Favoriten aus der großen Welt der Biere?

Formosa 9.7.19 Stone Düsseldorf
Sieht schon ziemlich durstig aus!

Nik: Als Musiker erstmal hauptsache kostenlos und kalt! Ich persönlich finds einfach geil, wenn es vom Fass ist. Es gibt soviel gute Biere in Deutschland und auch International, da kann ich mich tatsächlich nicht wirklich festlegen. Als wir im Balkan unterwegs waren, gabs in Serbien immer so ein Bier mit ´nem roten Etikett. Aber keine Ahnung wie das heißt, da es auf kyrillisch geschrieben war. Das hab ich auf jeden Fall in guter Erinnerung und ich glaub sogar, dass war dort das Billigbier.

MH: Wie sieht der Plan aus? Welches Bier hat den Sieg in der Gunst der Trinker, ähhh… Fans der feuchten Gaumenfreuden errungen? Geht Ihr jetzt in die Produktion und versorgt die durstigen trockenen Kehlen in heißen Sommertagen?

Nik: Zum Standpunkt von dem Interview ist es immer noch extrem ausgeglichen. Das dunkle Export war ab und zu mal mit ein oder zwei Stimmen weiter vorne. Der Plan ist: das Bier, dass gewinnt, wird im Großmaßstab gebraut und dann verkauft.

Nicht nur neue Songs, sondern Hits

MH: Habt Ihr Euch neben der genialen und schmackhaften Idee des Bierbrauens auch noch in anderer Weise kreativ betätigt? Wie sieht es musikalisch aus? Kommt was Neues auf uns zu?

Nik: Im Laufe des letzten Jahres haben wir kräftig neue Songs, oder besser Hits, geschrieben. Da wird sicherlich was Neues kommen. Wann das sein wird kann ich noch nicht sagen, weil ich´s nicht weiß.

Heiße Mucke in Eiseskälte

MH: Mir ist immer noch das Video zu „F*ck Up Your Liver“ im Gedächtnis. Einfach ein geiles Video! Wie muss man sich den Dreh von dem Video vorstellen? Was ging so vorher, währenddessen und nachher so ab? Ich nehme an, dass ist ein typischer Auftritt von Euch, oder?

Nik: Das war ne geile Nummer. Wir hatten 15 Kisten Moritz Fiege Pils und 6 Flaschen Absinth. Es hatte draußen 0 Grad und die Halle war nicht wirklich wärmer. Wir haben tatsächlich mit den Leuten, die da zu sehen sind, hart geballert und währenddessen immer wieder den Song performt und wurde dabei gefilmt. Das Video ist nach dem Motto des Songs entstanden, aber eins zu eins.
Bei ´nem typischen Auftritt sind wir dann doch noch ne Spur professioneller und versuchen nicht rotzevoll auf die Bühne zu gehen. Ich hoff ich zerstöre jetzt kein Illusionen.

MH: In diesem Zusammenhang ist erwähnenswert, dass ein Festival in Essen am 23. Juli ansteht! Eintritt umsonst nach Voranmeldung. Kannst du uns darüber was näheres erzählen?

Nik: Jawoll. „Trallafitti“ in der Weststadthalle, bzw davor auf der Wiese. Wir hatten jetztes Jahr dort schon gespielt und es war der Hammer. Es findet natürlich unter Corona-Maßnamen statt, aber immerhin findet wieder was statt. Ich hab krass bock und freu mich, dass wir mit SNAKEBITE zusammen spielen.

Endlich mal wieder voll aufdrehen und Gas geben. Vielleicht kommt ja auch der ein oder andere Gast…wer weiß.

English version

Rough Rock

has the band FORMOSA from Germany (Facebook ) in any case in the blood. Now and then also certainly a few promille, which can be attributed after the enjoyment of a few beers. What do FORMOSA stand for? They are rockers through and through! Rock for a good mood and thirsty throats are their trademark. The last album „Danger Zone“ was released on 13.03.2020 and could completely inspire both fans and critics. Our editor „Kelle“ was also blown away by the awesome album. Here is the review (Link ). And here’s a video of the song „Sold My Soul“ to get you in the mood….

Well, unfortunately, the great album was released shortly before the Covid19-Lockdown and that was of course the super disaster for these fantastic mood rockers. No live gigs at all for a long time. But FORMOSA are not the guys who bury their heads in the sand and mope around. So they used the forced time out and got creative. Without further ado, the friends decided that they could brew their own beer. No sooner said than done! A lucky circumstance was of course that Nik from the band is a trained brewer. This makes the project immediately easier.The beer was sent out to selected testers and interested parties in a major tasting campaign. All were then allowed to decide on their favorite. Then let’s see what’s going on in terms of beer and other things at FORMOSA…

Rage Against Racism - 2019 - Formosa - Interview
FORMOSA with two editors of `metal-heads.de' (Soundchaser & Ralfi Ralf) -- Love this! Hopefully we'll have pictures like this again soon. FestivalRage Against Racism‘ 2019 in Duisburg!

The worst thing

Metalhead: Hi Nik. Your album was released just before the Lockdown. Would you have released it if you had known that the Corona plague would develop like this?

Nik: I think rather less, that was unfortunately a bit of a flop. The release was during the support tour for Audrey Horne, which was unfortunately cancelled in the meantime. So we couldn’t really enjoy and promote the record. But it is what it is and I’m still glad that our fans can listen to the songs, because I (and the others for sure too) am still mega happy about the record.

Formosa - Turock Open Air 2019

MH: Your album was well received by fans and critics. Are you satisfied with the success of the album despite the absence of live gigs?

Nik: Yes, we are still satisfied. The album was well received anyway and I know from many fans that they find the songs really cool. Sure… the CD sales are actually mainly to be selled at live gigs, but we have tried in the course of the last year as much as possible to turn the „success screw“, but without the live gigs it just does not work.

Creativity is needed

Rage Against Racism - 2019 - Formosa - Duisburg
Nik–>Rage Against Racism – 2019 – Formosa – Duisburg

MH: The Corona crisis, for all its horrors and effects on cultural life, has led to many an unexpected creative period. You have chosen to brew beer. How did that come about?

Nik: You have to do something. And so beer drinking, or in this case beer brewing, fits with the rock music like ass on bucket. There are many bands that have their own beer or wine, and since I’m a brewer by profession, that was of course a great choice.

MH: Where can you actually take a brewing diploma like that?

Nik: To do this, you have to train as a brewer and maltster. Is not a diploma, but a 3-year training with the conclusion as a journeyman. However, I’m just about to make my brewmaster.

No modern weird beer

MH: How do you imagine the creation of a beer? Can you explain it in short, not too scientific words?

Nik Beer

Nik: We thought about what beers we could make and then settled on two types that aren’t too normal but also aren’t those weird monkey beers you get in every hip store.

And to illustrate the brewing process quite stupidly: first, water and malt come together, creating a kind of sugar water when you separate it from the solid components. Then the hops are added and it is boiled. After that, the hopped sugar water (called spice) is fermented with yeast (as soon as the yeast is added, it’s called beer) and bottled.

MH: How did you find the taste? How many tastings have you done and how did they go? Did you bring other people on board, or did you work it out completely among yourselves?

Two kinds of beer in the choice

Nik Bird with the FORMOSA beer – The still unlabeled bottles.

Nik: The so called `Wiess´ (blonde, naturally cloudy, mild beer) was my journeyman’s brew and the dark Export (more spicy) is a recipe that I worked out with my apprentice colleague during my apprenticeship. There weren’t that many tastings. It’s also a bit more complicated because you always have to wait about 4 weeks before you can taste. So it’s more of a try-and-error game.
The beers I brewed with ’nem former work colleague and bottled with my classmate from the master school. And for the actual „major project“ we still have a buddy on board.

MH: Were there differences in taste within the band? How did the decision for the two types of beer come about?

Nik: Sure, we have minimal differences in taste, but that was not so wild. I’ve suggested the two varieties and there was not much yapping.

Who knows the beer with the red label from the Balkans?

MH: What other beers are you so enthusiastic about? What are your favorites from the big world of beers?

Formosa 9.7.19 Stone Düsseldorf
Looks pretty thirsty already!

Nik: As a musician, the main thing is free and cold! Personally, it’s just cool when it’s from a barrel. There are so many good beers in Germany and internationally, I can not really commit myself. When we were traveling in the Balkans, there was always a beer with a red label in Serbia. But no idea what it was called, because it was written in Cyrillic. I have in any case in good memory and I even think that was the cheap beer there.

MH: What’s the plan? Which beer has won the favor of the drinkers, uhh… fans of the liquid joy? Will you now go into production and supply the thirsty dry throats in hot summer days?

Nik: From the point of view of the interview, it’s still extremely balanced. The dark export was now and then one or two votes ahead. The plan is: the beer that wins will be brewed on a large scale and then sold.

Not just new songs, but hits

MH: Besides the brilliant and tasty idea of brewing beer, have you been creative in any other way? What about musically? Is there anything new coming up?

Nik: In the course of the last year we have written a lot of new songs, or you can call them hits. There will certainly be something new. When that will be I can not say yet, because I do not know.

Hot music in the freezing cold

MH: I still remember the video for „F*ck Up Your Liver“. Simply an awesome video! How do you imagine the shooting of the video? What happened before, during and after? I assume that this is a typical performance of you, right?

Nik: That was a real crazy thing. We had 15 boxes of Moritz Fiege Pils and 6 bottles of Absinthe. It was 0 degrees outside and the hall wasn’t really warmer. We actually banged hard with the people you can see there and meanwhile performed the song again and again and was filmed. The video is based on the theme of the song, but one on one.
At a typical gig, we are still a bit more professional and try not to go to drunken on stage. I hope I destroy now no illusions.

MH: In this context it is worth mentioning that a festival in Essen is coming up on July 23! Admission is free after pre-registration. Can you tell us more about it?

Nik: Yes, indeed. „Trallafitti“ in the Weststadthalle, or in front of it on the green court. We had already played there last year and it was awesome. Of course it takes place under Corona measures, but at least something takes place again. I’m really excited and happy that we’re playing together with SNAKEBITE.

Finally turn up the heat and step on the gas again. Maybe one or the other guest will come…who knows.

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Bildquellen

  • Rage Against Racism – 2019 – Formosa – Interview: Bildrechte beim Autor
  • Formosa – Turock Open Air 2019: Bildrechte beim Autor
  • Rage Against Racism – 2019 – Formosa – Duisburg: Dan (c) metal-heads.de
  • Nik-1-: Formosa
  • Nik Bird: FORMOSA
  • Formosa 9.7.19 Stone Düsseldorf: Bildrechte beim Autor
  • FORMOSA Gitarre & Bier-Titel: Logo & Kopf-->Formosa//Rest-->Pixabay

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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