DEVILLE – 23.02.2016, Essen – Panic Room

Deville - On Stage

Livetest mit Metal-Heads im Panic Room

Ja, der Februar im Jahre 2016 war schon ein komischer Wintermonat. Mal kalt, mal warm, mal Schnee, mal Sonne. Am letzten Dienstag in diesem besagten Monat bekam man alles an einem Tag! Perfekt für Metal-Heads, um eine ordentliche Priese trockenen Stoner-Rock live zu genießen. Dafür ging es nach Essen in das Panic Room, welches zwischen dem Cafe Nord und dem Turock liegt. Dort spielte die Stoner-Rock Band der Stunde aus Schweden, DEVILLE. Das neuste Album „Make It Belong To Us“ (Fuzzorama Records, 2015) wurde in der Presse sehr hoch gelobt, und mit reichlich Lorbeeren überschüttet. Wir von Metal-Heads haben für euch den Livetest gemacht, ob die Schweden auch on stage so gut wie auf CD sind. Oder doch nur eine B-Ware im IKEA Sortiment?

DEVILLE sind keine B-Ware aus dem IKEA-Sortiment

Angekommen im Bar-Bereich vom Panic Room begrüßte mich Sänger Andreas Bengtsson sehr freundlich und herzlich. Während ich das Equipment für das Metal-Heads Interview aufbaute, sprachen wir über die Band, Tour und zukünftige Projekte. Zu dem Interview gesellte sich später auch noch Gitarrist Andreas Wulkan (Ja in der Band gibt es 2x den Namen Andreas und 2x den Namen Markus, kann bestimmt schon mal verwirrend werden). Was wir alles beredet haben, könnt ihr demnächst hier auf unserer Website sehen und hören.

Starker Stoner/Psych-Support aus Köln

Nach dem netten Interview ging ich rüber in die kleine und überschaubare Halle. Nach wenigen Minuten betrat auch schon der Support-Act Neon Burton aus Köln die Bühne. Die Newcomer sind von der Soundästhetik in die Richtung Progressive Rock, Psychedelic, Krautrock einzuordnen ohne muffing nach 70er Jahre zu riechen. Fans von Pelican und Far Away Town aufgepasst! Auschecken! Recht ungewöhnlich war die Spielzeit. Eine satte Stunde! 60 Minuten! Für eine Supportband/Newcomer, nicht schlecht. Die Jungs spielten von 20:30 bis 21:30 ein abwechslungsreiches Set von langsamem instrumentalem Fuzz bis hin zu schnellen Solos und heavy Riffs. Neben Black Vulpine eine weitere Band, die den deutschen Stoner/Psych Bereich würdig zu vertreten weiß.

Lights Out, Spot On

Gegen 21:50 betragen DEVILLE die überschaubare Runde vor gerade mal 20 Leuten. Doch den Schweden war das egal. Nach dem Intro zu „Burning Towers“ wurde der Sound extrem laut aufgedreht und die erste Runde eingeläutet. Durch den Raum hallte der Chorus „ I see the towers burning red“ bis einen Tag nach dem Konzert noch in meinen Ohren. Extrem hohes Tempo direkt zum Start. Noch einen Gang höher ging es mit dem wohl berühmtesten DEVILLE Track „Lava“ , der die paar Männer und Frauen zum bewegen aufforderte.

Aber jetzt gibt es für diejenigen metal-heads unter euch, die DEVILLE noch nicht kennen, erstmal das offizielle Video zum Song „Lava“ :

Nach dem Starter-Pack folgten ohne Pause drei neue Lieder vom aktuellen Album, nämlich die Tracks „Mind On Hold“ , „Chief“ und „Out Of The Black“  . Ich muss sagen, live überzeugten die neuen Songs in dieser Kombination definitiv!

Nach einer kurzen Pause und Begrüßung ging es mit „The Knife“ und der aktuellen Single „Make It Belong To Me“ weiter – einem der 3 besten Songs an diesem Abend. Das Drum-Intro – gefolgt vom Schrammel-Gitarrenriff – ist live noch düsterer und böser als auf der Platte. Anschließend wurde der fast 10 Jahre alte Klassiker „Deserter“ vom Debüt-Album „Come Heavy Sleep“ gespielt welches mich an meine Teenager-Tage aus dem Jahr 2007 erinnern ließ. Viel Zeit, um über die guten, alten Zeiten nachzudenken, hatte ich nicht, da mich der Anfangsriff zu „Lever“ (Welcher von Gitarrist Andreas Wulkan gesungen wird und etwas nach Ozzy Osbourne klingt) schnell wieder zurück holte und reichlich Gänsehaut bescherte.

Nach einer zweiten kleineren Pause und einem Gespräch mit dem Publikum ging das Konzert mit der ersten Single aus dem neuen aktuellen Album „Life in Decay“ weiter und mit dem Song „Over The Edge“ in das letzte Drittel über. Definitiv einer der stärksten Tracks dieser Band – dieses Lied müsst ihr euch bitte unbedingt anhören. Kurz vor Schluss gab es nochmal einen Wechsel am Mikro und Andreas Wulkan stimmte den Song „Drive“ an. Hierbei holten DEVILLE noch mal alles aus sich raus! Last but not least beendete Sänger Andreas Bengtsson das Repertoire der heutigen Abends mit dem trocknesten und staubigsten DEVILLE Klassiker namens „Rise Above“  – und die Show war leider schon vorbei.

Das Metal-Heads Fazit

Für 10 € an der Abendkasse bekam man 2 Stunden sehr gute, und abwechslungsreiche Musik geboten. Die Newcomer Neon Burton gilt es definitiv im Blick zu behalten. Die neuen Lieder von DEVILLE sind live teilweise noch böser und düsterer als auf der CD. Das Set war an dem Abend auch dementsprechend auf schnelle und böse Gitarren getrimmt. Beachtlich finde ich die Offenheit der Schweden sowie den Mut zur Veränderung von Album zu Album. Und die Tatsache, dass – u.a. durch den Wechsel am Mirko – auch andere Bandmitglieder ihren live Anteil an der Show bekommen. Sehr schade war die schwache Zuschaueranzahl. Es mag daran gelegen haben, dass an diesem Abend im TV Fußball Champions League lief. Aber eigentlich darf das und die Tatsache, dass der Gig mitten unter der Woche stattfand, keine Entschuldigung sein. DEVILLE hätten definitv ein volleres Haus verdient gehabt.  Allerdings hätten DEVILLE als Headliner auch gut und gerne noch ein paar Songs mehr spielen können und dürfen. Andererseits darf man sich über die Live-Präsenz der Malmöer nicht beschweren: innerhalb von 9 Monaten traten DEVILLE nun schon zum vierten Mal in Nordrhein Westfalen auf!

Setlist Deville 23.02.2016:

Burning Towers
Lava
Mind On Hold
Chief
Out Of The Black
The Knife
Make It Belong To Me
Deserter
Lever
Life in Decay
Over The Edge
Drive
Raise Above

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Bildquellen

  • Neon Burton: (c) metal-heads.de / Kai Gau
  • Deville – On Stage: (c) metal-heads.de / Kai Gau
Kjo

Kjo

Die Basis für den Lärm den ich heute höre, legten in meiner Kindheit Elvis und The Rolling Stones. Beide Künstler sind „always on my mind“.

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