Dødskamp – 1349 interpretieren Gemälde von Edvard Munch

1349 Dødskamp cover

Im Juni 2020 wird in Oslo das neue Edvard Munch – Museum eröffnen. Zu diesem Anlass wurden Musiker eingeladen, jeweils ein selbstgewähltes Werk von Munch musikalisch zu interpretieren. Die Black Metaller von 1349 haben sich für Dødskamp entschieden.

Dazu Gitarrist Archaon:

Munch is arguably the biggest Norwegian artist throughout history, together with Edvard Grieg, I suppose. His works are tremendously dark and eerie, reflecting a lot of anxiety, pain and loneliness, in the way I perceive them. So, it suited us perfectly.

Edvard Munch – Krankheit, Tod und Trauer

Der Norweger Edvard Munch lebte von 1863 – 1944. Er war Maler und Grafiker und gilt als einer der wegweisenden Maler des Symbolismus und Expressionismus. Sein bekanntestes Bild ist wohl „Der Schrei“. In seinen Werken thematisierte Munch, der sein Leben lang mit psychischen Problemen zu tun hatte, immer wieder Krankheit, Tod und Trauer. Das Bild Dødskamp entstand 1915 und befindet sich seitdem im Staten Museum for Kunst in Kopenhagen.

1349:  „Munchs Kunst schreit wortwörtlich in deinem Kopf“

1349 Bandfoto1349, die ihr Konzept selbst als „Gehör-Höllenfeuer“ bezeichnen, haben sich nach dem Jahr benannt, in dem die Pest fast 60% der norwegischen Bevölkerung tötete. Die Themen Dunkelheit, Angst, Einsamkeit mit ihren Folgen aber auch Verursachern, haben 1349 in ihren bisher sechs Alben aufgegriffen.

Dennoch war die Arbeit an dem Song Dødskamp eine Herausforderung für die Band und ein neuer Weg des Songwritings, der schlaflose Nächte mit sich brachte. Doch wie Idar Burheim (Archaon) sagt: es hat sich gelohnt.

„This is the soundtrack to the dilemmas of mortality“ – der Song Dødskamp

1349 haben ja eigentlich immer schon gemacht, was sie wollten. Markenzeichen sind aber wohl die eiskalt klirrenden Riffs sowie das ‚frostige‘ Drumming, das so prägnant ist. Auch diesmal sind es diese Elemente, die aus dem sonst atmosphärisch gestalteten Song hervorragen. Wobei es auch wirklich ‚wärmere‘ Abschnitte gibt: z.B. den melodiös gestalteten Beginn und dem Ausklang. Getragen von klaren Riffs und einem Doublebass-Teppich, werden die Lyrics ausgebreitet. Hier klingt an, wie Archaon seinen Zugang zum Bild von Munch beschreibt: zuerst ist das Rohe zu sehen, das sich magisch verwandelt, wenn man die Perspektive wechselt. Vielleicht wollen 1349 dem Schrei im Kopf mehr Nachdruck verleihen und haben daher verstärkt auf das Drumming und die Riffs gesetzt und weniger auf dissonante Riffs.

Der Song ist absolut hörenswert – ob nun als 1349 – Freund oder Munch – Liebhaber.

 

„…mit Aufmerksamkeit findet man mehr in der Musik als das, was man beim ersten Mal hört“

In den Erläuterungen zum Entstehungsprozess des Songs weist Idar Burheim (Archaon) darauf hin, dass ein untrainiertes Ohr Zeit braucht, um Black Metal wirklich hören zu können.

Es ist viel mehr als das, was das Ohr trifft, so wie bei vielen Dingen: mit Aufmerksamkeit findet man mehr in der Musik als das, was man beim ersten Mal hört.

Dann stellt er wieder den Bezug zum Gemälde von Munch her, indem er auf die Ähnlichkeit hinsichtlich der Dunkelheit verweist, die 1349 und Munchs Werke verbindet.

„Zuerst sieht man sich die Struktur des Bildes an und es sieht roh aus. Fast primitiv und nicht das, was man erwartet. Dann macht man einen Schritt zurück und es verwandelt sich magisch in etwas anderes und es schreit wortwörtlich in deinem Kopf. Es ist sicher im Geist von Munch und es passt sehr gut zu uns.“

Eine Beschäftigung mit dem Bild von Munch im Zusammenhang mit dem Song von 1349 dürfte gerade auch für all die interessant sein, die das Artwork von Metal – Alben zusammen mit der Musik als Ganzes betrachten.

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Bildquellen

  • 1349 Bandfoto: Season of Mist
  • 1349 Dødskamp cover: Season of Mist
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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