Jimi Hendrix live in Maui/Hawaii 1970

Jimi Hendrix live in Maui/Hawaii 1970, war ein legendärer Auftritt des amerikanischen Gitarrenhelden.

Am 20. November veröffentlichen die Nachlassverwalter der Experience Hendrix L.L.C. in Zusammenarbeit mit Sony Musics Legacy Recordings die neue und spektakuläre Rock-Dokumentation „Music, Money, Madness…Jimi Hendrix Live In Maui“ auf Blu-ray. Der Film dokumentiert den Hawaii-Besuch der Jimi Hendrix Experience im Sommer 1970, nur wenige Wochen vor Hendrix‘ Tod. Die Ereignisse rund um die Entstehung des mehr oder minder gescheiterten Spielfilm-Projektes „Rainbow Bridge“ werden auch gezeigt.

Enthalten sind hier auch alle existierenden 16mm-Farbfilmaufnahmen der beiden Live-Auftritte der Band vom Nachmittag des 30. Juli, technisch neu aufbereitet und in Stereo bzw. im 5.1 Surround Sound. Mit „Live In Maui“ erscheinen parallel dazu die gesamten Live-Aufnahmen des Trios Jimi Hendrix, Billy Cox (Bass) und Mitch Mitchell (Schlagzeug) auf Doppel-CD und Dreifach-Vinyl. Diese wurden vollständig überarbeitet und neu abgemischt vom originalen Hendrix-Soundmann Eddie Kramer und gemastert von Bernie Grundman. Jimi Hendrix: „Live In Maui“ wird am 20.11.2020 als 2CD+Blu-ray oder als 3LP+ Blu-ray-Set veröffentlicht.

Die Experience in absoluter Spiellaune

Diese Nachricht schockte damals nicht nur die Musikwelt: Jimi Hendrix ist tot! Am 18. September 1970, vor 50 Jahren, starb mit ihm in London ein Mann, der die Grenzen der Gitarrenmusik neu definierte. Er setzte mit nur wenigen Alben Maßstäbe. Mit seiner innovativen Musik, seinen aufsehenerregenden Auftritten – etwa in Monterey 1967 oder Woodstock 1969 – seinem faszinierendem Charisma sowie seinen Song-Botschaften für die Zukunft der jungen, neuen Generation stand. Seitdem ist er eine Legende, avancierte zu einem Mythos, dem man sich heute glücklicherweise immer noch nähern kann, über reichhaltiges und auch neues Archivmaterial.

Mitte des Jahres 1970 arbeitete Jimi Hendrix mit den beiden genannten Bandkollegen am Nachfolge-Album von „Electric Ladyland“. Als Headliner spielte er Festivals und Gigs überall in den Vereinigten Staaten. Nebenbei richtete er sich in Manhattans Greenwich Village sein „Electric Lady Studio“ ein. Seine Wünsche nach der neuesten Studiotechnik entpuppten sich allerdings als sehr kostenintensiv. Sein damaliger Manager Michael Jeffery von Warner Bros. organisierte deshalb eine halbe Million Dollar als Vorschuss. Darüber hinaus animierte er die dortigen Chefs noch, die Finanzierung eines Filmprojekts mit dem Titel „Rainbow Bridge“ zu übernehmen. Ein Soundtrack-Album mit neuen Studioaufnahmen von Jimi Hendrix wurde als entsprechende Gegenleistung angeboten.

„Rainbow Bridge“ ein Disaster?

Inspiriert von „Easy Rider“ und unter der Regie des Warhol-Gefolgsmannes Chuck Wein, sollte der in Hawaii zu drehende Film quasi die ideelle Brücke schlagen zwischen der erleuchteten und noch nicht aufgeklärten Welt. Er sollte alle möglichen Aspekte einbeziehen: z.B. Yoga, Surfen, Meditation und Tai-Chi. Es gab allerdings weder ein Drehbuch noch waren professionelle Schauspieler engagiert worden. Als das ganze Projekt in einem Hippie-Chaos zu münden drohte, kamen Jeffrey und Wein überein, in irgendeiner Form Jimi Hendrix einzubauen.

Die Band war bereits für ein Konzert in Honolulu am 1. August gebucht. Kurzerhand arrangierte man auf dem Hang des erloschenen Vulkans „Haleakala“ auf kleiner Bühne ein „Free Concert“ für den Nachmittag des 30. Juli. Durch Mundpropaganda fanden sich einige hundert Zuhörer vor der Bühne ein. Die beiden Auftritte vor atemberaubender Landschaftskulisse waren sensationell – das Power-Trio war auf dem absoluten künstlerischen Höhepunkt und spielte zwei perfekte Sets.

Nach seinen Hawaii-Konzerten reiste Jimi Hendrix zurück nach New York und arbeitete in seinem neuen Studio. In den Film „Rainbow Bridge“ war er nicht weiter involviert. Er reiste Ende August nach Europa, trat beim monumentalen „Isle Of Wight-Festival“ und auch in Fehmarn auf. Danach hielt er sich in London auf, wo er am 18. September auf tragische Weise starb.

Hendrix live in Maui ist ein Erlebnis

Während das posthume Album „The Cry Of Love“ 1971 enorme kommerzielle Erfolge feierte, floppte „Rainbow Bridge“ sowohl als Film – die Besucher erwarteten einen Konzertfilm, aber es gab nur 17 Minuten Hendrix live – als auch als Soundtrack-Album. Trotz toller neuer Songs wie „Dolly Dagger“ oder „Hey Baby (New Rising Sun)“, ließ man die Fans konfus zurück, denn es enthielt tatsächlich keinerlei Live-Material. Hinzu kamen noch technische Probleme bei den ursprünglichen Live-Aufnahmen. Mitch Mitchell musste für den Film seine gesamten Schlagzeugparts neu einspielen. Der Sound-Engineer Eddie Kramer erinnert sich, dass Mitchell dabei einen absolut phänomenalen Job ablieferte.

Unter der Regie von John McDermott und produziert von ihm, Janie Hendrix und George Scott liefert „Music, Money, Madness…Jimi Hendrix In Maui“ tiefe Einblicke in die Ereignisse jener Tage auf Hawaii. Die Dokumentation enthält reichlich unveröffentlichtes Material, neue Interviews mit Billy Cox, Eddie Kramer, Warner Bros.-Offiziellen und Chuck Wein und natürlich auch großartige Interpretationen von Klassikern wie „Purple Haze“, „Fire“ oder „Foxey Lady“.

„Jimi liebte das Abenteuer, und das zeigt sich vor allem auch hier auf Hawaii, einem Ort, den er sehr liebte“, sagt Janie Hendrix. „Die Geschichten rund um ‚Rainbow Bridge‘ und diese Live-Aufnahmen zeigen auch Jimis nahezu unheimliche Fähigkeit, etwas Bizarres in etwas Wunderbares zu verwandeln. Wir sind absolut begeistert über diese Veröffentlichung, die der Welt einen Blick auf Jimis Genialität vermittelt.“

Hier noch der Trailer zur Dokumentation und der Clip „Voodoo Child (Slight Return)“:

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Bildquellen

  • Jimi-Hendrix-Experience-Live-in-Maui_Cover-1: Promoteam Schmitt und Rauch
  • Experience in Maui 1970: Promoteam Schmitt und Rauch
Wolf

Wolf

Musikalisch aufgewachsen mit den Beatles und den Stones in der großen Ära der Rockmusik der 60/70er Jahre! Meine ersten gekauften Scheiben waren von Deep Purple, Grand Funk Railroad, Frank Zappa, Black Sabbath usw. Bevorzugte musikalische Ecke ist der sogenannte Classic- und Progressiv Rock, jedoch höre ich auch in fast allen anderen Bereichen stets rein. Aktiv bei metal-heads bis Dezember 2018, jetzt Fördermitglied.

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