Dan Patlansky – Blues aus Südafrika

Dan Patlansky, Gitarrist, Singer/Songwriter und für mich noch unbekannte Bluesgröße aus Südafrika.

Ich muss leider zugeben, bis heute noch nicht von Dan Patlansky gehört zu haben. Umso mehr freue ich mich, seine letzte Veröffentlichung „Dear Silence Thieves“ hören zu dürfen.

Dan Patlansky dear silence thieves

Patlansky hat seit 1999 bereits sechs Alben auf den Markt gebracht. Die Gitarrenschmiede Fender hat ihm sogar 2006 Signature Gitarre und Amp auf den Leib geschneidert. Zu dieser Ehre kommen nicht viele Musiker, in diesem Fall sogar nur 5 Andere auf seinem Kontinent. Hut ab Herr Patlansky. In 2014 eröffnete er für Bruce Springsteen, und konnte sich somit einer breiten Masse vorstellen.

Dear Silence Thieves“ beginnt mit einem Paukenschlag. „Backbite“ ist ein rockiger, funkiger Song, der mich ein wenig an Philip Sayce und Lenny Kravitz‘ Song  „Are you gonna go my Way“ erinnert. Geht direkt ins Bein und man bewegt den Kopf zum Takt. Am Ende gibt es noch ein kreischendes Gitarrensolo. Das ist ein gelungener Opener für ein Album. Der Song verbreitet bei mir gute Laune und macht Lust auf mehr. „Pop Collar Jockey“ fängt langsam an und steigert sich dann mit einem stampfenden Rhythmus. Die Gitarre baut immer wieder Spannungsbögen auf. Die abwechselnde Anspannung und Entspannung geben dem Song das gewisse Etwas. Mit „Fetch your Spade“ folgt ein rockiger Song mit einem coolen Single-Note Riff und tollem, leicht rauchigem Gesang. Die Gitarre hat einen wunderbar twängigen Sound. Fender Single Coil halt .

Überhaupt ist die Scheibe meiner Meinung nach toll produziert. Da ist jedes Instrument zu hören und an der richtigen Stelle. „Hold on“ ist ein langsames Stück und trabt rhythmisch so vor sich hin wie ein Pferd, das in den Sonnenuntergang reitet. Wer das Stück hört, versteht was ich damit meine. Der sich wiederholende Refrain ist durchzogen von flinken Blueslicks bis zum Ende. „Taking Chances“ ist eigentlich das bluesigste Stück auf der Platte und beginnt mit einem kurzen, kreischenden Gitarrenlick. Der Song hätte wunderbar neben „Oh pretty woman“ von Gary Moore gepasst. Neben der Musik geht es hier auch textlich um Frauen. Das Solo beginnt mit angezerrter Gitarre und endet mit schön rotziger Distortion und ein wenig Shredding in blues-style.

Windmills and the Sea“ ist ein schöner akustischer Singer/Songwriter Song, der sicherlich auch nur mit Akustikgitarre super auf der Bühne ankommen würde. Die Stimmung ist perfekt eingefangen. Man kann sich die Windmühle, den Strand, die Gischt und den Sand unter seinen Füßen bildlich vorstellen. Da wundert es nicht, dass Dan gerne da wäre. Ich schließe die Augen und stelle mir vor auch dort zu sein. Locker und leicht gleitet der Song dahin und lädt zum Träumen ein. Für mich ist „Windmills and the Sea“ neben „Backbite“ der Anspieltipp der CD. “Only an Ocean (Reprise)“ kommt als langsame Rocknummer mit gefühlvollem Solo und genretypischen Licks während der Strophen daher. Nicht, das das was Schlechtes wäre. „Your War“ schlägt in eine andere Kerbe. Es ist düster und stimmt eher traurig, was durch einfühlsamen Gesang und wenig Gitarre noch hervorgehoben wird. Am Ende noch ein geiles Solo und das wars.
Da ist man drin im Bluesloch, doch „Feels like Home“ holt den Hörer durch seine fröhlich, funkig daherkommende Art zum Glück wieder da raus. Die Gitarre twängt und der Bass slapt. Hier kann man nicht still sitzen und wird zum Tanzen animiert. Ich stelle mir gerade eine Disko der 70er Jahre vor. Schlaghosen, breite Krägen und Leute mit Afrofrisur. Mittendrin kleine Arpeggiokunststückchen von Dan Patlansky. „Madison Lane“ beschließt das Album. Eine balladesk, poppigere Nummer, die man auch im Radio hören könnte. Akustische Gitarre, ruhiger Gesang, schönes, leicht angezerrtes Solo am Ende.

Da ist sie schon vorbei die siebte CD von Dan Patlansky. Ich finde sie super und kann sie jedem empfehlen, der auf intelligent gemachte Rockmusik steht. Hier gibt’s nicht nur den reinen Blues. Wer Lenny Kravitz, Philip Sayce, Joe Bonamassa oder die Bluesausflüge von Gary Moore mag, kann hier nicht viel falsch machen. Dan Patlansky ist nicht nur ein erstklassiger Gitarrist, sondern auch ein klasse Songwriter, der echte Songs schreibt, in denen die Gitarre immer songdienlich eingesetzt wird.

Wer sich davon live überzeugen möchte, kann dies jetzt machen. Dan Patlansky ist auf Tour als Support von Joe Satriani. Hier die Dates:

25.10.15 München, Zirkus Krone

26.10.15 Hamburg, Laeiszhalle

27.10.15 Berlin, Admiralspalast

28.10.15 Stuttgart, Theaterhaus (am Pragsattel)

29.10.15 Lausanne, Salle Metropole

30.10.15 Bochum, RuhrCongress Bochum

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Bildquellen

  • Dan Patlansky dear silence thieves: amazon.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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