Draconian – SOVRAN – Album Review

Draconian SAVRON Cover

4 Jahre sind vergangen und die Zeit vergeht wie klebriger Honig, wenn man auf etwas wartet – sehnsüchtig wartet. Jetzt ist es aber endlich soweit! Am 30. Oktober, kurz vor Halloween, stellt Draconian sein mittlerweile sechstes Studioalbum SOVRAN vor und ich darf heute schon reinhören.

Ein Draconian Doom Sturm zieht auf!

Und was mich hier erwartet, erfüllt meine Wünsche & Sehnsüchte bei weitem! Das ist düsterer und schleppender Doom vom Feinsten. Die Fans waren schockiert, als Sängerin Lisa Johansson 2011 aufgrund familiärer Gründe die Band verließ. Nach langer Suche wurde erst 2012 mit Heike Langhans eine geeignete Nachfolgerin gefunden. Langhans nahm einen langwierigen Auswanderungsprozess in Kauf, um von Südafrika nach Schweden auszuwandern und ich kann jetzt schon sagen: den Göttern sei Dank!
Gerade bei Draconian war es wichtig eine Sängerin zu finden, die mit ihrer Stimme eine saubere Tragweite erreicht, ohne dabei nach Operette zu klingen, wie man es leider häufiger im Genre der harten Klänge vorfindet. Mit der Südafrikanerin hat man aber saubere Arbeit geleistet, oder einfach nur Glück gehabt; in jedem Fall ist die Stimme ein absoluter Gewinn für die Band und harmoniert perfekt mit den Growls von Sänger Anders Jakobsson. Mich erwarten 9 sauber produzierte Tracks mit einer Gesamtspielzeit von knapp 64 Min, was definitiv der erwartenden Albumlänge einer Doom-Band entspricht.

Der Herbst wird düster – sehr düster!

Direkt zu Beginn macht Draconian mit dem Song Heavy Lies The Crown eindeutig klar, wohin es mit dem neuen Album geht. Farben könnt ihr in euren Gedanken vergessen, es beginnt direkt richtig düster. Die Melodien der Gitarristen Johan Ericson und Daniel Arvidsson, Basser Fredrik Johansson, schleppend begleitet von Drummer Jerry Torstensson und  Keyboard-Klangteppich von Andreas Karlsson ziehen einem erst alle Energie aus dem Leib, bis die sanfte Stimme von Heike Langhans einen wieder Licht am Ende des Tunnels sehen lässt. Dies vernichten die Growl von Anders jedoch umgehend. Melodisch mit gut akzentuierten Streicher-Einlagen ohne zu dominant zu werden ist dies ein perfekter Opener für SOVRAN.

Der erste Track geht direkt nahtlos in The Wretched Tide über, welche uns mit einer unaufdringlichen Geige begrüßt, bevor Jakobsson uns zurück in die Abgründe des Dooms schickt. In der Mitte des Songs gewinnt der Song unter der Begleitung von Heike’s Stimme etwas an Geschwindigkeit, um dann wieder zurück in die tragende Nummer zu fallen.

Pale Tortured Blue beginnt sehr melodiös mit Streichern und Sologitarre. Der Song geht dann in eine noch minimalere Ausrichtung mit cleaner Gitarre und Streichern über, bis das Riff wieder begleitet durch Growler Anders eine härtere Wendung einschlägt. Auch bei dem Song merkt man beim gleichzeitigen Einsatz der Stimmen, wie gut sie miteinander harmonieren. Spätestens jetzt wird man weggetragen von der Stimmung und beim Blick aus dem Fenster fällt das Laub irgendwie einen Ticken schneller.

Stellar Tombs startet zuerst wie ein Uptempo-Track. Allerdings ist zuerst nur das Intro schneller, dann trägt Langhans’ ruhige Stimme (zum Teil gedoppelt – sehr schön) uns weg. Der chorale Gesang über den Sprech-Part von Anders klingt ebenfalls nicht nervend und gibt dem Song eine ordentliche Tragweite. Der Song endet mit klassischem Klavier und Gesang.

Der Song No Lonier Star gehört zuerst Anders Jakobsson alleine und wird durch einen Sprechpart von ihm kurz unterbrochen. Hiernach setzt Heike mit einer Stimme ein, die fast an Kate Bush erinnert – ganz groß! Dann geht es mit 65 BpM wunderschön schleppend weiter. Auch hier gefallen mir die gegenläufig spielenden Gitarren von Johan und Daniel sehr gut. Auch Dusk Mariner und Dishearten bieten alles was gute Doom-Tracks so bieten müssen. Schleppende Takte und breite Klangteppiche.

Außergewöhnlicher ist der Song Rivers Between Us bei dem Gastsänger Daniel Änghede (Crippled Black Phoenix) gemeinsam mit Heike klassisch singt. Der Song erzeugt eine besondere Stimmung, gerade durch den Break mit dem Radioeinspieler und dem dann etwas schneller werdenden Takt begleitet vom klassischen Gesang Änghedes.

Zum Abschluss gehen wir mit 48 BpM bei The Marriage Of Attaris nochmal richtig in den Geschwindigkeits-Keller. Der Song wird durch kurze Uptempo-Sequenzen (sofern man das hierbei überhaupt sagen kann) aufgelockert. Der Song hat eine bedrohliche Tiefe und lebt extrem durch Heikes Stimme und die perfekte Komposition.

Fazit

Für mich ist SOVRAN die Doom Scheibe, die den Herbst eröffnet und mich sehr angenehm überrascht hat. Neuzugang Langhans fügt sich perfekt in das Draconian-Gebilde ein und rundet mit ihrem feinfühligem Gesang das Gesamtbild ab. Von mir eine absolute Kaufempfehlung wenn ihr auf fast meditative Art in den Herbst begleitet werden möchtet. Erschreckt euch aber nicht, denn an manchen Stellen ziehen ordentliche Gewitter auf! Jetzt heißt es nur noch warten und Daumen drücken, dass die Band auch schnell nach Veröffentlichung auf Tour kommt.

Die Band hat just gestern noch die Songpremiere von Stellar Tombs gefeiert und folgenden Link gepostet:
Link zur Songpremiere von Stellar Tombs (hier klicken)

Tracklist
1 Heavy Lies the Crown 6:39
2 The Wretched Tide 6:09
3 Pale Tortured Blue 6:15
4 Stellar Tombs           6:02
5 No Lonelier Star       7:50
6 Dusk Mariner           8:00
7 Dishearten    6:37
8 Rivers Between Us   6:48
9 The Marriage of Attaris     8:56

Lineup
Anders Jacobsson | Gesang
Heike Langhans | Gesang
Johan Ericson | E-Gitarre
Daniel Arvidsson | E-Gitarre
Fredrik Johansson | Bass
Jerry Torstensson | Schlagzeug
Andreas Karlsson | Keyboard

Hier noch ein paar Bilder des neuen Lineups

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Bildquellen

  • Draconian Band Promo 10: Label: Napalm Records
  • Draconian Band Promo 8: Label: Napalm Records
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  • Draconian Band Promo 4: Label: Napalm Records
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  • 606_Draconian_CMYK: Label: Napalm Records

Toby the Ogre

Früher aktiver Death-Schreihals und Sänger, heute passiver Schreihals. Lieblingsgeräusche: Konzert-Tinnitus und Motorräder. Lieblingsbands: Gojira, Meshuggah, Nile, Rivers of Nihil, Parkway Drive. Wenn der Tinnitus nachlässt höre ich auch gerne in andere Genre rein.

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