Jess And The Ancient Ones verzaubern mit „The Horse And Other Weird Tales“

Jess And The Ancient Ones 720x340

Ein kurzer Trip in die dunkle Seite der 60er gefällig? Dann seid ihr mit „The Horse And Other Weird Tales“ dem dritten Album von Jess And The Ancient Ones gut bedient. Das düstere Machwerk erschien bereits am 01. Dezember 2017 via Svart Records / Cargo. Dieses mal hat sich die Band für eine organische und menschlichere Methode entschieden und einen sehr oldschooligen Ansatz gewählt: neun Songs, 31 Minuten, aufgenommen und gemischt zusammen mit ihrem Livesound Engineer. Groovy, heavy, psychedelische Beat Musik? Hard death rock? Occult head-exploding meltdown? All das und noch viel mehr. „I cannot put a label on it; I just make it as it comes,“ sagt Gitarrist und Komponist Thomas Corpse, der auch für das Coverartwork von „The Horse And Other Weird Tales“ verantwortlich ist. Man muss ja auch nicht alles Labeln, aber das Video zu „Minotaure“ gefällt mir schon mal sehr gut. Seht selbst:

 

Jess And The Ancient Ones öffnen Türen

Die Platte beginnt mit einem kurzen spoken words Intro im Opener „Death Is The Doors“, das ruhig und psychedelisch startet. In Folge gewinnt der Song aber an Fahrt und nicht nur im Songtitel schielen The Doors um die Ecke. Gefällt mir sehr gut. Auch „Shining“ ist klangmäßig tief in den 60ern verwurzelt, rockt aber ebenso wie das folgende „Your Exploding Heads“ ordentlich. Mit „You And Eyes“ kommt dann der erste längere Song und der gefällt mir auf Anhieb besser als die ersten drei. Psychedelische Keyboards mischen sich mit wunderbaren Gitarrenmelodien und einer emotionsgeladenen Stimme zu einer großartigen Melange. Dazu ist der Song noch richtig abwechslungsreich und voller Dynamik. Toll gemacht!

 

Je länger desto besser

„Radio Aquarius“ ist ein kurzes Zwischenspiel, das mich nicht stört. Allerdings hätte ich doch lieber einen weiteren richtigen Song gehabt. „Return To Hallucinate“ endet auch etwas abrupt nach knapp 2,5 Minuten. In dem Fall wäre mehr wirklich mehr gewesen. Wer es nicht glaubt, kann sich ja oben das Video dazu anschauen. „(Here Comes) The Rainbow Mouth“ lässt mich im Refrain an Avatarium denken. Da ich diese aber sehr mag, ist das durchaus als Kompliment gemeint. „Minotaure“ habe ich euch ja schon im Eröffnungsvideo ans Herz gelegt und der Song hat einen guten, rockigen Drive. Aber auch diesen hätte ich mir etwas länger und verspielter gewünscht. Das bekomme ich aber im Abschlusstrack „Anyway The Minds Flow“. Hier spielen Jess And The Ancient Ones noch einmal ihre ganzen Stärken aus. Abwechslungsreiches Songwriting, eine Sängerin, die alle Emotionen glaubhaft und voller Power rüberbringt. Dazu halluzinative Keyboards und melodiöse Gitarren machen einen Song, in dem man sich verlieren kann.

Jess And The Ancient Ones lassen die 60er lebendig werden

Jess And The Ancient Ones soloJess And The Ancient Ones haben mit „The Horse And Other Weird Tales“ ein richtig gutes Album mit einem tollem Cover Artwork abgeliefert. Die Platte hat eine gute Dynamik und Atmosphäre. Die Spoken Words Parts in den Songs gefallen mir richtig gut und eigentlich habe ich nur zwei Kritikpunkte: Das Album und einzelne Songs sind zu kurz! Ich hätte gerne mehr von dieser magischen Zeitreise in die 60er oder frühen 70er gehabt. Jess And The Ancient Ones schaffen es zumindest musikalisch diese Epoche wieder aufleben zu lassen. Für Fans des psychedelischen Occult Rock auf jeden Fall ein guter Kauf. Freunde von handgemachter, emotionaler und organischer Musik machen aber auch nichts verkehrt. Für mich ein Album, das ich jetzt schon oft gehört habe und das auch in Zukunft noch öfter auf meinem Plattenteller landen wird.

Line-Up und Kontakt

Jess – Gesang
Thomas Corpse – Gitarre
Fast Jake – Bass
Abrahammond – Keyboards
Jussuf – Schlagzeug und Percussion

Jess And The Ancient Ones kommen aus Finnland und haben sich 2010 gegründet und können bisher auf zwei Alben und eine EP zurückblicken. Das selbstbetitelte Debüt erschien 2012, gefolgt 2013 von der EP „Astral Sabbat“. 2015 erschien dann „Second Psychedelic Coming: The Aquarius Tapes“. Wer an weiteren Infos interessiert ist kann ja mal einen Blick auf die Homepage der Band werfen oder sie bei Facebook besuchen. „The Horse And Other Weird Tales“ kann direkt über den Link unten bestellt werden. Enjoy the dark!

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Bildquellen

  • Jess And The Ancient Ones solo: Svart Records
  • Jess And The Ancient Ones 720×340: Oktober Promotion
soundchaser

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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