Malevolent Creation – Dead Man’s Path – Album Review

Malevolent Creation Cover

Oldschools‘ Finest

Wir schreiben das Jahr 1987. New York. 3 ziemlich wütende Kids schließen sich zu einer Death Metal Formation namens Malevolent Creation zusammen, die über ein viertel Jahrhundert Bestand haben wird. Kurz darauf der Umzug nach Florida, von wo sie bis heute ihre Wut heraus schreien und spielen.

Jetzt ist 2015. Das am 2. Oktober vorgestellte und damit mittlerweile 12. Studioalbum Dead Man’s Path liegt vor mir und ich werde mich und die umliegenden Häuser damit beglücken. Und ich kann vorweg nehmen, das Album lohnt sich. Mich erwarten 10 Tracks (Digi-Pack 12) mit einer Länge von 44:27 Min, was einem durchschnittlichen Death Metal Langspieler gerecht wird.

Nach 5 Jahren Pause gewaltiger Druck

Insgesamt ist die Scheibe dreckiger und gemeiner als ältere Alben. Das meint auch Gitarrist Phil Fasciana grinsend: „We’re meaner! More pissed off and heavier than ever! This is a lot of years of aggression built up. This is Malevolent Creation 2015 not Malevolent Creation 1990! 2015 also brings a lot of new changes for Malevolent Creation.”, womit er den z.B. den Umzug zu Century Media Records anspricht. Des Weiteren dürfte Neuzugang Justin DiPinto den Fans bekannt vorkommen; war er doch bereits der Mann hinter den Drums auf dem 2002er Album The Will To Kill.

Opener und Titeltrack Dead Man’s Path startet schwermütig mit druckvollem Riff, sauberer Leadgitarre und erscheint fast doomig. Der Gesang von Bret Hoffmann, wie die gesamte Produktion, ist etwas dunkler als auf dem Vorgänger, was zuerst etwas dumpfer rüber kommt, aber im Gesamtkonzept des Albums, doch Sinn macht; will man doch noch apokalyptischer klingen und die zurückgeschraubten Mitten liefern den gewünschten Effekt.

Im weiteren Verlauf des Openers bleibt die Doublebass recht langsam und ich lese noch mal das Zitat mit dem mehr „pissed off“ und wundere mich. Ich werde aber eines besseren belehrt, denn nach dem direkten Übergang zu Soul Razor feuern mir Malevolent Creation einen Snare-Blast in die Kauleiste und ich beginne zu grinsen. Hier sind die sauberen Death-Riffs der Gitarristen Gio Geraca und Phil Fasciana, sowie Basser Jason Blachowicz und das Doublebass-Gewitter von Justin DiPinto, wie ich es kenne und mag.

Genau in dem Tempo geht es auch bei Corporate Weaponry , Blood Of The Fallen, oder beim späteren 12th Prohecy weiter. Sauber gespielter Death Metal mit ordentlichem Drum-Gewitter – man merkt, dass die Jungs das schon ein paar Mal gemacht haben.

Meine Lieblingsnummer auf dem Album ist klar Imperium (Kill Force Rising), in der so derb gehackt wird, als gäbe es kein Morgen. Während bei Resistance Is Victory zuerst auf Midtempo gesetzt wird, merkt man der Nummer doch an, dass hier noch eine Schippe auf der „Wütend-Skala“ drauf gepackt wurde.

Extinction Personified kommt dabei fast minimalistisch an meine Ohren. Langsame Drums, druckvolles aber einfaches Riff mit langsamer Doublebass erinnern mich an alte Morbid Angel Scheiben aus den 90ern. Der Track bekommt aber zum Schluss hin noch mal Geschwindigkeit; es soll bloß nicht das Gefühl aufkommen, das wäre nicht Malevolent Creation. Dies wird dann auf der vorletzten Nummer Fregmental Sanity noch mal deutlich zu Beweis gebracht und Drummer Justin gibt es der Snare noch mal so richtig, bis uns zum Abschluss mit Closer Face Your Fear noch mal die musikalische Wand überrollt.

Fazit

Dead Man’s Path klingt nach Malevolent Creation und natürlich klingt sie auch nach 2015. Klingt sie neu? Nein! Dies ist auch nicht gewünscht, wie Fasciana zugibt: “Just like any album I want fans to be happy and love the music as much as we do. We are fans of music and write music we want to hear. I know what we play isn’t for everyone and that is fine. But what I do know is that we are a bunch of metalheads from the ‘80s. We are what we are. We are not going to change. If people understand that, then great! You have to accept change these days even though it is different and difficult at times. At the end of the day we are still doing what we love. And that is playing punishing, relentless death metal.”

Dem stimme ich zu und sage, dass Oldschool Death Metal Fans, die es ohne Schnörkel und technischem Getue direkt in die Kauleiste mögen, hier voll auf ihre Kosten kommen. Nackenschmerzen garantiert! Der Sound ist durch wenige Mitten erst etwas gewöhnungsbedürftig, was aber nach dem 2. Track schon nicht mehr auffällt.

Schmankerl-Hinweis

Der Digi-Pack, der mir zur Rezension nicht vorlag, bietet mit Carnivorous Misgivings und Dominated Resurgency noch 2 re-Recordings vom ´93er Stillborn Album.

Tourdaten

Ja ihr habt richtig gelesen, Malevolent Creation kommen dieses Jahr noch mit Grave für ein paar Konzerte nach Deutschland. Also noch schnell Tickets sichern.

20.11. DE       Hypothalamus          Rheine
21.11.  DE       Alte Brauerei             Annaberg Buchholz
02.12. DE       Alte Seilerei               Mannheim

Tracklist

1 Dead Man’s Path      04:52
2 Soul Razer     04:01
3 Imperium (Kill Force Rising)         06:08
4 Corporate Weaponry          03:55
5 Blood Of The Fallen 04:53
6 Resistance Is Victory            03:47
7 12th Prophecy         04:14
8 Extinction Personified         04:10
9 Fragmental Sanity    04:08
10 Face Your Fear         04:24

Lineup

Phil Fasciana | Gitarre
Bret Hoffmann | Gesang
Jason Blachowicz | Bass
Gio Geraca | Gitarre
Justin DiPinto | Schlagzeug

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Bildquellen

  • Malevolent Creation Cover: Label: Century Media Records

Toby the Ogre

Früher aktiver Death-Schreihals und Sänger, heute passiver Schreihals. Lieblingsgeräusche: Konzert-Tinnitus und Motorräder. Lieblingsbands: Gojira, Meshuggah, Nile, Rivers of Nihil, Parkway Drive. Wenn der Tinnitus nachlässt höre ich auch gerne in andere Genre rein.

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