Robert Plant – Carry Fire (schon veröffentlicht)

Das neueste Album von Robert Plant „Carry Fire“ kam am 13.10. via Nonesuch / Warner Bros. Records heraus.

Erneut tat er sich mit den Sensational Space Shifters zusammen, mit denen er 2014 das Album „Lullaby and…the Ceaseless Roar“ aufnahm.

Robert Plant sagt zu dem Album folgendes:

Es geht um den Willen. Ich habe Respekt vor meinem bisherigen Werk und mag es sehr gern, doch jedes Mal fühle ich den Drang und den Impuls, ein neues Werk zu schaffen. Ich muss das Alte mit Neuem verbinden. In der Konsequenz hat sich die Triebkraft der Band etwas in ihrer Achse gedreht, und der neue Sound und die geänderten Räumlichkeiten öffneten den Weg zu einer aufregenden und dramatischen Landschaft von Stimmungen, Melodie und Instrumentierung.

„Carry Fire“ ist träumerisch

Mit ‚The May Queen‘ startet das Album. Sofort fühlt man sich an das Projekt Page/Plant aus den 90er Jahren erinnert. Plant hat immer noch diese ungewöhnliche Stimme, wenn auch nicht mehr in den hohen Lagen wie früher. Musikalisch fühlt man sich bei diesem Track heimisch auf den Straßen von Marrakesh, zumal das Instrumentarium daran erinnert.

Rockiger geht es zu bei ‚New World…‘. Plant singt mehr mit verhaltener Stimmlage und Liam Tyson an der Gitarre spielt ein spaciges Solo mit viel Hall. ‚Season’s Song‘ ist mit seinem nachdenklichen Text nichts für melancholisch veranlagte Menschen.

In die gleiche Kerbe schlägt auch ‚Dance With You Tonight‘. Plant hat mit Hilfe der Shape Shifters die Texte verfasst, welche nachdenklich, modern und ja, politisch sind.

Ungewöhnlich, musikalische Klänge

‚Carving Up The World Again… A Wall And Not A Fence‘ ist ein Beispiel für die kritische Weltlage unserer Zeit. Die textliche Warnung dahinter ist deutlich zu vernehmen. Musikalisch wird das ganze mit Trommeln unterlegt und die Gitarre ’stöhnt‘ betörend.

Der albanische Cellist Redi Hasa und Violinen- und Geigenspieler Seth Lakeman haben ihren Einsatz beim nächsten Track ‚A Way With Words‘. Ein sehr ruhiger, eindringlicher Song, wo Plant fast nur ins Mikro haucht. Danach folgt mit ‚Carry Fire‘ das Titelstück des Albums. Die Dobro bestimmt das musikalische Feld. Hasa und Lakeman bilden den Teppich und Plant sitzt mitten drin. ‚Bones Of Saints‘ ist der zweite rockige Track. So ganz legt Plant seine Vergangenheit in der Musikhistorie nicht ab. Wer jedoch Heavy Rock der Marke Led Zeppelin erwartet, liegt hier falsch.

Texte zum Träumen oder Nachdenken

Ganz ungewöhnliche Klänge folgen bei ‚Keep It Hid‘. Chrissie Hynde gibt sich die Ehre, um mit Robert Plant beim folgenden ‚Bluebirds Over The Mountain‘, gemeinsam zu singen. Es ist eine Coverversion aus den 50er Jahren von Ersel Hickey. Was Plant daraus macht mit den heutigen musikalischen Möglichkeiten, ist wirklich gut.

Womit wir schon beim letzten Song ‚Heaven Sent‘ sind. Ruhig und dennoch einprägsam prägen sich Plants Worte in die Gehirnwindungen ein.

Fazit: Für Fans gibt es eh nur eines – kaufen! Für alle anderen sei gesagt, dass es hier nicht Plant wie früher gibt und schon gar nicht so rockig. Eher sehr verhalten, mal melancholisch, mal nachdenklich und dennoch anhörenswert.

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Bildquellen

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Wolf

Wolf

Musikalisch aufgewachsen mit den Beatles und den Stones in der großen Ära der Rockmusik der 60/70er Jahre! Meine ersten gekauften Scheiben waren von Deep Purple, Grand Funk Railroad, Frank Zappa, Black Sabbath usw. Bevorzugte musikalische Ecke ist der sogenannte Classic- und Progressiv Rock, jedoch höre ich auch in fast allen anderen Bereichen stets rein. Aktiv bei metal-heads bis Dezember 2018, jetzt Fördermitglied.

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