Interview mit Nick und Tarin von Sanguine

Sanguine Bandfoto 2

Anlässlich der Veröffentlichung ihres neuen Albums „Black Sheep“ (lest hier die Review zum Album) hatten wir die Gelegenheit, ein Interview mit Sänger und Gitarrist Nick Magee und Sängerin/Frontfrau Tarin Kerrey von Sanguine zu führen. Sie haben sich für unsere Fragen wirklich Zeit genommen und sie sehr ausführlich beantwortet. Erfahrt, was sie Interessantes zu erzählen haben:

Schizophrenie als Musikstil?

Metal-Heads.de (MH): Ich denke eine Menge unserer Leser kennen euch bis jetzt noch nicht. Könnt ihr uns etwas über euren Background erzählen?

Nick: Sanguine sind eine Alternativ-Metal/Rock Band mit Frontfrau, mit einem breitgestreuten Stilmix. Wir werden ganz unterschiedlich charakterisiert. Heavy Metal, Industrial Punk, Alternativ-Rock, wir werden sogar als schizophren beschrieben! Ich vermute, dass es damit zu tun hat, dass wir in kein Genre wirklich passen, wir sind eine Mixtur aller Genres.

Tarin: Genau, als ich Sanguine gründete, sollte es eine Progressive Rockband mit Frontfrau werden, aber als wir Songs schrieben, wurden wir härter und härter, wir verloren diese sonderbaren Genre-Einstufungen und fanden unseren eigenen Sound. Wir haben uns eine Menge Zeit genommen, unseren Sound zu  entwickeln und ich denke, das merkt man.

Nick: Ich vermute Sanguine ist wegen Tarins Stimme so variabel…sie kann schreien wie eine Todesfee aber sie kann dich auch in den Schlaf singen. Wir engen uns beim Schreiben unserer Songs stilistisch nicht ein, da wir Tarin als Sängerin haben.Sanguine Tarin 3

Tarin: Und ich bin glücklich, dass ich solche solche geilen Musiker gefunden habe, um mit ihnen zu spielen. Sanguine ist ein großer Teil von uns allen, wir alle bringen etwas Einzigartiges mit ein – ohne Nicks Gitarrenriffe wären wir verloren, ohne Matts (Anm. der Redaktion: Drummer Matt Feld) heftiges Schlagzeugspiel wären wir schwach und ohne Ross (Anm. der Redaktion Bassist Ross Andrew) treibenden Bass wären wir ohne Charakter.

MH: Euer Label bezeichnet euren Musikstil als Alternativ Metal. Wie würdet ihr eure Musik beschreiben?

Tarin: Alternativ Metal/Rock kommt einer Beschreibung am nächsten, aber wir schreiben auch einige nette Balladen. Die Bandmitglieder sind große Fans harter Musik und wir werden durch die Musik, die wir hören wenn wir aufwachsen, beeinflusst. Wir lieben alles von Slipknot bis Tool. Ich bin ein großer Fan von Faith No More, ich denke, das erklärt eine Menge.

Nick: Genau, wir sind beide ganz große Faith No More Fans, einfach weil sie in ihrer Karriere niemals schüchtern waren. Sie wurden auch als Alternativ Metal Band beschrieben, aber sie spielten Loungemusik genauso wie Metal. Sie mischten es immer, zum Beispiel Lieder wie „Das Schützenfest“ und „I Started A Joke“…einfach weil sie es spielen konnten, taten sie es. Ihre Karriere war immer eine riesige Inspiration für Sanguine.

Beeinflusst durch Jesper Strömblad

MH: Auf eurem Album „Black Sheep“ arbeitet ihr mit Jesper Strömblad zusammen. Hat dies Einfluss auf eure Musik gehabt?

Tarin: Natürlich! Als wir nach der Veröffentlichung unseres Debutalbums begonnen haben zu schreiben, komponierten wir Teile von „Breathe Out“. Als wir Jesper zum ersten Mal trafen, zeigten wir ihm unsere Ideen für das nächste Album. Es war Jesper, der „Breathe Out“ auswählte, um weiter daran zu arbeiten. Wir schrieben den Song mit ihm zusammen neu und Jesper spielte das Gitarrensolo. Daniel (unser Produzent) fügte die Orchester Arrangements hinzu…ohne Jesper und Daniels Einfluss auf „Breathe Out“ wäre es nicht der wunderbare Song geworden, der er heute ist.

Nick: Wir schrieben noch einen Songs zusammen. Jesper zeigte uns einige Riffs, die er gespeichert hatte und wir wählten uns den „Empty“ Riff aus, um weiter damit zu arbeiten. Wir verbrachten eine ganze Nacht, um Gesangslinien und zusätzliche Gitarrenparts für „Empty“ zu schreiben…es klappte so gut, dass wir den Song am nächsten Tag schon vorlegen konnten. „Empty“ war eine echte musikalische Gemeinschaftsarbeit.

Sagione Bandfoto 4

MH: Auf eurem neuen Album wechselt ihr den Musikstil einige Male. War dies beabsichtigt oder ergibt es sich einfach aus der Art, Songs zu schreiben, die euch gefallen?

Tarin: Wenn wir schreiben, achten wir nur darauf, dass es sich nach uns anhört. Solange es sich nach Sanguine anhört, wird es ein Sanguine Song. Wir schränken uns niemals ein!

Nick: Das ist richtig, Sanguine hat sich niemals beschränkt. Unser erstes Album war beseelt von Wildcard Stücken wie „Bangkok Nights“ und epischen schönen Melodien wie „A Place That You Call Home“. Das erste Album wurde als schizophren beschrieben und ich denke, das war es auch. Das neue Album „Black Sheep“ ist anders. Wir haben hart daran gearbeitet, ein Album zu produzieren, das als Gesamtwerk funktioniert, auch wenn verschiedene Stilarten zu hören sind, klingt es doch wie ein gut durchdachtes Album. Wir haben hart daran gearbeitet, die Songs auszubalancieren und die richtige Reihenfolge auszuwählen.

Tarin: Ja, wir haben eine Menge Songs für dieses Album geschrieben und nur 10 von ihnen haben es auf das Album geschafft. Wir waren brutal in unserer Songauswahl und ich denke, es hat funktioniert. „Black Sheep“ ist abwechslungsreich aber es sollte auch abwechslungsreich sein. Auf diesem Album stellen wir euch vor, was Sanguine als Band leisten kann.

Zwischen Gwen Stefani und Operngesang

MH: Der Song „Carousel“ erinnert mich ein wenig an „No Doubt“ mit Gwen Stefani.  Was sagt ihr zu diesem Vergleich?

Tarin:  Ich bin mit der Musik von „No Doubt“ aufgewachsen, aber ich habe auch Guano Apes und Skunk Anansie gehört. Ich würde nicht sagen, dass ich versuche wie jemand anders zu klingen aber natürlich haben mich eine Menge Sänger beeinflusst. Die meisten meiner Lieblingssänger, zu der Zeit als ich aufgewachsen bin, waren Männer. Ich habe NOFX genauso gehört wie Slipknot, ich liebte es zu Soundgarden und Tool zu singen. Mike Patton (Faith No More) ist einer meiner absoluten Lieblingssänger, er kann schreien und sauber gefühlvoll singen. Und als Kind habe ich Queen gehört, so dass auch Freddy Mercury ein großer Einfluss war.Sanguine Tarin shot 1

MH:  Tarin, du hast eine sehr spezielle Stimme. Du kannst sehr hoch „schreien“ aber auch sanft wie ein Vogel singen. Hast du jemals eine spezielle Gesangsausbildung gehabt?

Tarin: Nein, ich habe es nur immer geliebt, zu singen. Ich hatte niemals eine spezielle Anleitung oder Training. Die einzige etwas verrückte Sache ist, das ich als Kind ein absoluter Fan von „Phantom der Oper“ war und als ich ganz klein war, habe ich alle Lieder gelernt und mir selbst Operngesang beigebracht. Aber das ist alles. Ich vermute, dass ich mich selbst trainiert habe, als ich die ganze Metal Musik, die ich liebte als ich Teenager war, gehört habe.

Nick: Als wir mit der Band begonnen haben, hat Tarin noch gar nicht geschrien.  Es begann erst durch die Frage der Band, ob sie es könnte. Dann zeigte ich ihr, wie ich schrie und wenige Sekunden später kamen diese wahnsinnigen Schreie aus ihrem Mund. Es ging so schnell, wie sie lernte zu schreien…und es war irre, ich habe niemals in meinen Leben jemanden so wahnsinnig schreien gehört. Wir haben uns alle mit offenem Mund angestarrt und wir wussten, dass wir etwas ausgegraben hatten, dass ein wichtiger Teil des Sanguine Stils werden würde.

Weitere Pläne

MH: Abschließend, gibt es Pläne mit dem neuen Album auf Tour zu gehen? Vielleicht sogar in Deutschland?

Nick: Ja, wir planen eine UK und eine Europa Tour, werden im Sommer auf den Festivals aufschlagen und das Album wird auch in Japan erscheinen, so dass wir darauf warten, es allen vorzustellen. Schaut auf unsere Webseite www.sanguineband.co.uk, es wird ein verrücktes Jahr für Sanguine.

Tarin: Es ist so irre, wie sehr wir aufsteigen. Es gibt auch eine Menge Media Material zum Album, ich empfehle euren Lesern unseren YouTube Channel, auf dem viel zu sehen ist und noch viel mehr erscheinen wird: www.youtube.com/user/sanguinebandvideos/videos

MH: Vielen herzlichen Dank für dieses tolle Interview!

(Interview und anschließende Übersetzung  aus dem Englischen von Uwe)

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Bildquellen

  • SANGUINE Band shot 2: Pirate Smile GbR
  • SANGUINE Tarin shot 3: Pirate Smile GbR
  • SANGUINE Band Shot 4: Pirate Smile GbR
  • SANGUINE Tarin shot 1: Pirate Smile GbR
  • SANGUINE: Pirate Smile GbR
Uwe

Uwe

Fast 35 Jahre als Metal-Fan hat es gebraucht, bis ich es endlich geschafft habe, ins heilige Metal-Land nach Wacken zu kommen! Auf diese Weise erleuchtet, hoffe ich auf mindestens noch 50 Jahre Musik "Louder Than Hell"!

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