Samstag-Opener auf dem Rage Against Racism Festival in Duisburg: „Grave Intentions“ – im Interview
Mit ihrem Sieg beim diesjährigen Slot Battle haben sich GRAVE INTENTIONS ihren Platz auf dem Rage Against Racism Festival gesichert – und dabei eindrucksvoll bewiesen, warum die Band aktuell zu den spannendsten Namen der regionalen Death-Metal-Szene gehört. Zwischen Melodie, Brutalität, Groove und klarer Haltung lieferte die Formation aus Datteln bereits beim Nachwuchscontest ein echt fettes Brett ab. Eine Woche vor dem Festival haben wir noch einmal mit der Band gesprochen – über den überraschend knappen Sieg, ihr Debütalbum „Call Of The Void“, politische Botschaften im Death Metal und die Vorfreude auf den Auftritt beim Rage Against Racism.
MH: Wie habt Ihr den Abend des Slot Battles erlebt – was ging Euch durch den Kopf, als Ihr erfahren habt, dass Ihr gewonnen habt?
GI: Als Band aus dem Kreis Recklinghausen haben wir ordentlich Werbung gemacht und versucht alle Fans des guten Metal und alle Bekannten zu mobilisieren. Wir waren sehr gerührt als wir gesehen haben, dass uns Leute sowohl aus Duisburg als auch aus unserem Kreis nachgereist sind. Wir haben es zwar gehofft zu gewinnen, aber als Danny die kurze und schmerzlose Ansage machte, dass es letztlich wir geworden sind, hat uns echt sprachlos gemacht. Danke Duisburg!
Slot Battle: Soundcheck-Panne bravorös gemeistert
MH: Gab es einen besonderen Moment auf oder neben der Bühne, der Euch an dem Abend besonders in Erinnerung geblieben ist?
GI: Als wir beim Soundcheck soweit durch waren und anfangen wollten, rief unser Drummer Julian, er habe noch kein Signal auf seinem IE-Monitor. Das nächste was alle hörten war “Scheiß drauf” und er zählte den ersten Song an. Kurzer Schweißausbruch bei allen, aber offenbar haben wir die Songs schon das ein oder andere Mal gezockt. Und: Wir haben nach dem Gig am Merch großartige Menschen kennengelernt und tolle Gespräche geführt.

MH: Wie war die Stimmung im Publikum – hattet Ihr das Gefühl: „Das klappt heute“? Hättet Ihr beim Slot Battle gedacht, dass Ihr gewinnt?
GI: Wir kamen ohne große Erwartungen zur Mühle. Mit zwei ortsansässigen Bands wird es schwierig werden, dachten wir, aber zum Glück weiß man nie wie solche Abende ausgehen. Wir haben durch viele gute Gespräche auch vor dem Gig schnell festgestellt, dass in Duisburg der Metal sehr gelebt wird und wir es mit einer vitalen Szene zu tun haben. Die kleine Mühle platzte vor Menschen fast aus allen Nähten. Die Stimmung war saugeil. Dass wir aus dem Publikum so ein Feedback bekommen, auch während der Show, feuert uns noch mehr an. Wir hatten zu Anfang auf jeden Fall nicht das Gefühl, dass es heute für uns was zu holen gibt. Wir haben uns dann gesagt: OK, dann müssen wir heute in die Überzeugungskiste greifen. Die Qualität der Bands, an diesem Abend war extrem hoch. Hat geklappt 🙂 …
Grave Intentions: Kein Platz für Rassismus!
MH: Was bedeutet es Euch, beim Rage Against Racism Festival spielen zu dürfen?
GI: Wir gehen ganz klar mit dem RaR-Thema mit und sind froh dort mitwirken zu dürfen. Als Opener werden wir, wie immer, die Rage-Keule wuchtig in den Boden hämmern und den Menschen vor der Bühne hoffentlich in guter Erinnerung bleiben. Menschen, die für großartige Projekte, erst recht wenn’s um solche Themen wie das des RaR geht, brennen und ihre eigene Freizeit für das Ehrenamt hergeben, sind einfach immer besonders. Alles wird ehrenamtlich geleistet und für uns ist es immer toll diese Leute zu treffen und solche Veranstaltungen unterstützen und erleben zu dürfen.
MH: Das Festival steht seit über 20 Jahren für eine klare Haltung gegen Rassismus. Und Ihr habt ja beim Slot Battle mit Euren Moderationen Eure Haltung schon sehr klar gemacht. Welche Botschaft wollt Ihr selbst auf oder mit der Bühne des Festivals setzen?
GI: Wir stehen dazu, ob auf oder neben der Bühne – Hier ist kein Platz für Rassismus, Ende. Und wo geht das besser als in unserem Metal Genre? Musik, Moderation, Vibes – das alles kann Menschen zusammenbringen, die vielleicht im Alltag nie ein Wort wechseln würden. Und genau da entsteht Veränderung, durch echte Begegnung.

MH: Habt Ihr bereits konkrete Pläne für Euren Festivalauftritt? Gibt es z.B. neue oder andere Songs, Überraschungen oder besondere Setlist-Überlegungen?
GI: Wir versuchen, die Zeit, die wir auf der Bühne bekommen, effektiv zu nutzen. Es lohnt sich vorbei zu kommen. Die Setlist wird sicher ein wenig modifiziert für diesen Gig.
MH: Wie geht’s für Euch als Band jetzt weiter – nutzt Ihr den Festivalauftritt auch als Sprungbrett für neue Projekte?
GI: Es ist immer wieder schön, eine Chance in anderen Städten zu bekommen und zu netzwerken. Daraus ergeben sich ja ab und an nette Kontakte und auch Möglichkeiten. Wir haben für die erste Jahreshälfte noch ein paar Termine im Kasten, u. a. ja auch das Slumcult Gathering in Dortmund. Wer weiß, was in Zukunft noch so alles passiert.



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