Hellsongs in Essen: Stetiger Wandel im dritten Tourkapitel
Mitten im dritten Abschnitt ihrer über einen längeren Zeitraum gestreckten Tour machten Hellsongs Halt im Don’t Panic in Essen – und lieferten ein eindrucksvolles Beispiel dafür, wie sich eine Band auch innerhalb eines Tourzyklus hör- und sichtbar weiterentwickeln kann. Wer die Schweden bereits im Pitcher Düsseldorf oder zuletzt in Köln erlebt hat, konnte diese Entwicklung nun in Essen in einer weiteren Ausprägung nachvollziehen.
Auffälligste Veränderung: ein personeller Wechsel am Schlagzeug. Mit Christopher Olsson ist ein neuer Drummer an Bord, der hörbar andere Impulse setzt. Sein Spiel bringt nicht nur mehr Dynamik, sondern auch stilistische Offenheit mit – Einflüsse aus Jazz und anderen Genres erweitern das ohnehin breite Spektrum der Band. Das fügt sich nahtlos in das ohnehin besondere Konzept von Hellsongs ein: Alle Mitglieder spielen eine Vielzahl von Instrumenten, sodass die Band während des Konzerts ständig die Instrumente tauscht. In der aktuellen Konstellation führt das dazu, dass sich Arrangements im Vergleich zu früheren Shows teilweise verschieben.
„Breaking the Law“ mit neuem Drumsolo
So bekommt etwa „Breaking the Law“ nun ein Drumsolo verpasst – ein Moment, der in den vorherigen Konzerten noch nicht Teil der Dramaturgie war. Gleichzeitig rückt eine halbakustische Gitarre stärker in den Vordergrund, was einigen Songs eine spürbar rockigere Note verleiht, ohne den charakteristischen Hellsongs-Sound aufzugeben. Genau in dieser Balance liegt eine der großen Stärken der Band: stetige Weiterentwicklung bei gleichzeitiger stilistischer Klarheit.
Auch darüber hinaus bleibt das Konzert in Essen dem vertrauten Bild treu. Die Band präsentiert sich als eingespielte Einheit mit hoher musikalischer Präzision, vielstimmigem Gesang und einer Setlist, die sich weiterhin souverän durch das gesamte Repertoire bewegt. Die Neuarrangements früherer Songs wirken nicht wie Brüche, sondern wie organische Fortschreibungen einer gewachsenen Bandgeschichte.
Hellsongs positionieren sich wie immer politisch eindeutig
Inhaltlich bleibt Hellsongs ohnehin unverändert positioniert. Die Moderationen zwischen den Songs machen deutlich, wofür die Band steht: Freiheit, Demokratie, Diversität. Die politischen Botschaften sind kein Beiwerk, sondern integraler Bestandteil des Konzerterlebnisses – klar formuliert, aber nie aufgesetzt.
Nach den intensiven Stationen auf dieser dreiteiligen, inzwischen etwa ein Jahr lang andauernden Tour zeigt sich: Hellsongs sind eine Band, die ihre eigene Geschichte nicht konserviert, sondern aktiv weiterdenkt. Jede Show bringt Nuancen hervor, die das Gesamtbild erweitern.
Für Kurzentschlossene: Die letzten Termine
Wer die aktuelle Tour noch erleben möchte, hat dazu kurzfristig noch Gelegenheit:
- 24.04. – Kleine Freiheit, Osnabrück
- 25.04. – Amadeus, Oldenburg
Danach endet die dreiteilige Tour – und mit ihr vorerst dieses Kapitel. Was folgt, ist ungewiss: neues Material, neue Termine, ein baldiges Wiedersehen? Die Geschichte von Hellsongs kennt lange Pausen – zuletzt vergingen über 13 Jahre. Mit diesem Wissen bekommt jeder Abend ein anderes Gewicht. Vielleicht waren diese Konzerte mehr als nur eine Tour, vielleicht ein seltener Moment, der so nicht planbar ist. Und so bleibt nach Essen neben der Begeisterung auch ein leiser Zweifel: Wann sieht man sich wieder? Hoffentlich nicht erst in einem weiteren Jahrzehnt.
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- Hellsongs – Essen 2026 – 03: (c) 2026 Matt / metal-heads.de
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