IGNITION – man sieht sich immer (mindestens) 2 Mal…

Ignition 11.11.17 Mühle Friemersheim

IGNITION – man sieht sich immer (mindestens) 2 Mal…

Wir ihr ja sicher schon mitbekommen habt, sind wir von metal-heads.de der offizielle Medienpartner des RAGE AGAINST RACISM-Festivals und als solcher stellen wir euch ja vorab die dort auftretenden Bands im Interview näher vor. Heute haben wir Dennis „Schally“ Marschallik, Frontmann der Duisburger Formation IGNITION mit unseren Fragen konfrontiert (wer übrigens einen Eindruck von den Live-Qualitäten der Band bekommen möchte, der möge sich diesen Beitrag oder auch diesen Artikel anschauen. Ansonsten gibt es über die Suche unter dem Stichwort IGNITION einige weitere interessante Beiträge bei metal-heads.de).

Aktuell laufen die Vorbereitungen zum RAGE AGAINST RACISM 2018 und auch da werdet ihr – als Lokalmatadoren – vertreten sein. Die Location kennt ihr ja bereits, aber wir wollen mit dir mal auf das anstehende Festival schauen und noch ein paar andere Dinge für unsere Leser abklopfen. Fangen wir mal an…

MH.de: wie seht ihr eure langfristigen Ziele als Band (z.B. in Bezug auf kommerziellen Erfolg, den eigenen Bekanntheitsgrad etc.) und wo ordnest du IGNITION derzeit auf diesem Weg ein?

Schally: Wir haben in unserer recht kurzen Bestehenszeit schon recht viel erreicht, mit einigen hochkarätigen Kapellen die Bühnen geteilt und hoffen auch darauf, dass das Interesse an der Band, seitens der kontinuierlich auf Shows gewonnenen Fans, nicht abreißt. Nur so können wir wachsen und größer werden. Von kommerziellem Erfolg zu träumen wäre zum jetzigen Zeitpunkt aus gesehen blauäugig. Ich denke, dass die wenigsten Metal-Bands fernab ihrer Qualität heutzutage noch die Chance bekommen kommerziell erfolgreich zu werden.

MH.de: die nächste Frage passt ja auch zum Thema. Ihr habt schon wieder einige Gigs in der Pipeline. Wie geht ihr das an, also sprecht ihr selber Venues an oder läuft es über Kooperationen mit befreundeten Bands?

Zukünftig professionelleres Booking

Schally: Wir sind seit Beginn des Jahres bei Phoney Booking non exklusiv unter Vertrag. Phoney Booking kümmert sich um die zukünftigen Gigs in 2019. Bis jetzt ist mehr oder weniger alles über Vitamin B und  Veranstalter gelaufen, die uns Live gesehen haben und dann für ihre Veranstaltungen gesigned haben. In diesem Bereich hatten wir seit 2016 recht viel Glück und können uns über den derzeitigen Live Wert der Band nicht beschweren ;-).

MH.de: welche Bands würdet ihr als eure deutlichsten Einflüsse bei der Erschaffung eurer Musik benennen und mit welchen würdet ihr gerne (z.B. als Support auf deren Tour oder auf einem größeren Festival) mal auftreten?

Schally: Puh, das ist immer schwer zu beantworten, da wir in der Band sehr unterschiedliche Geschmäcker haben. Ich denke aber, dass 80er-Thrash-Bands wie Forbidden und Heathen uns genauso beeinflusst haben, wie Iced Earth, Cage oder Pharao. Mit jeder der Bands würden wir gerne Mal die Bretter teilen.

MH.de: eure aktuelle Veröffentlichung liegt ja noch nicht so lange zurück. Wie seht ihr die nähere musikalische Zukunft? Gibt es schon Pläne, wann es neues Material aus dem Studio zu hören geben wird und in welche Richtung wird das ggf. gehen?

Über musikalische Einflüsse und das anstehende nächste Album

Schally: Wir schreiben zur Zeit schon jeder für sich an neuem Material. Der Weg der Band wird sich weiter in die Richtung, die wir mit „Guided by the Waves“ eingeschlagen haben, entwickeln. Natürlich auch mit logischen Weiterentwicklungen. Da schlagen insbesondere unsere Live-Erfahrungen der letzten 2 Jahre ins Gewicht. Dort haben wir schon recht gut abstecken können, was gut beim Publikum ankommt und uns als Band auch ausmacht. Wir peilen als Band grob Ende 2019 an und hoffen, dass es bis dahin klappt.

MH.de: wie seht ihr den Stellenwert eurer Band und der Musik in Bezug auf die finanzielle Seite? Also würdet ihr Alles aufgeben, um von der Band, also der Musik alleine zu leben oder ist es nur ein „professionelles Hobby“ (wenn ich das mal so nennen darf!? Das ist absolut respektvoll gemeint!)

Schally: Professionelles Hobby trifft es schon ganz gut. Eine Vollzeitband kann sich keiner von uns finanziell leisten, da wir alle fest im Berufs- und Familienleben stehen. Zudem muss man sich als Band eingestehen, dass es keine Deals mehr wie in den 80ern gibt, wo man als Band plötzlich von einer Plattenfirma ´nen Vorschuß von 2-3 Millionen bekommt, wie zuletzt in der nicht ganz so fernen Vergangenheit The Darkness. Solange wir nicht weiterhin unsere monatlichen Rechnungen bezahlen können, ist das keine Option für uns.

MH.de: Wenn ich Bands sehe, die sich seit 20 oder mehr Jahren in der Szene halten, dann habe ich höchsten Respekt davor. In der heutigen schnelllebigen Zeit mit stetig wechselnden Trends und den entsprechenden Marktausrichtungen (nicht zuletzt auch unter kommerziellen Gesichtspunkten!), stelle ich es mir schwer vor, sich und seiner Sache selber treu zu bleiben, anstatt sich – zum Beispiel aus finanziellen Gründen – anders zu orientieren, um mehr zu verdienen. Das gilt natürlich umso mehr, wenn man den Musikerjob hauptberuflich betreibt. Wie ist eure Meinung da als Band und wie seht ihr da die Entwicklung in der Szene bzw. im Musikbusiness generell?

Fehlende Millionen und daher IGNITION als „professionelles Hobby“

Schally: Da wir unsere Band als „professionelles Hobby“ betreiben, stellt sich für uns die Frage nicht. Wir machen kompromisslos das, worauf wir Bock haben und das ist harter moderner Power Metal. Ich kann mir schon vorstellen, dass wenn man auf das Geld angewiesen ist, anders darüber denkt, was aus diesem Gesichtspunkt auch völlig legitim ist. Aber die Glaubwürdigkeit einer Band leidet schon sehr, wenn man jedem Trend hinterherrennt. Sicherlich erreicht man stetig neue Leute, aber man verliert auch seine alten, treuen Fans.

Hier könnt ihr mal einen Eindruck von der Musik von IGNITION bekommen. Es ist der Song „We are the force“ vom aktuellen Release:

MH.de: Wenn wir auf der anderen Seite darüber reden wollen, etwas ´rein aus Überzeugung zu tun und die Gedanken an die „Kohle“ mal beiseite zu lassen, dann sind wir schnell beim Thema RAGE AGAINST RACISM. Ein tolles Festival in „eurem“ Duisburg, bei dem wir von metal-heads.de stolz sind, als Medienpartner aktiv mitwirken zu können. Freier Eintritt für eine gute Sache. Habt ihr bereits Erfahrungen mit der Teilnahme bei ähnlichen Veranstaltungen sammeln können?

Schally: Wir sind stets für ´ne gute Sache zu haben. Wir sind zwar keine politisch motivierte Band, aber gegen Rassismus sollte sich jeder stark machen, unabhängig von seiner Hauptfarbe oder Gesinnung. Daher unterstützen wir insbesondere dieses Festival und verzichten dafür auch auf unsere Gage. Aber auch für die Krefelder Kinderhilfe waren wir schon auf der Bühne. Das Moshroom-Festival, ehemals organisiert von Oli Beier und jetzt von Teilen der Sunchair-Jungs weitergeführt, ist so eine unterstützenswerte Veranstaltung.

MH.de: wie denkt ihr darüber mittendrin am langen Festivalsamstag (das ist der 02.06.2018) auf die Bühne zu dürfen?

Schally: Wir freuen uns auf das Festival und werden ordentlich verbrannte Erde hinterlassen 😉

MH.de: im Rahmen eurer ja noch recht übersichtlichen Bandgeschichte habt ihr wahrscheinlich noch nicht so Erfahrung mit Festivalauftritten. Macht es für euch einen Unterschied, am Nachmittag bei strahlender Sonne auf einem Open Air Event zu spielen, oder bei einem Hallen-Gig – ggf. selber als Headliner – auf der Bühne zu stehen? Oder freut ihr euch einfach über jede Auftrittsmöglichkeit?

IGNITION – man sieht sich immer (mindestens) 2 Mal…

Schally: Wir haben bereits 2016 auf den RaR Open Air gespielt, zudem im gleichen Jahr auf dem Dong Open Air. Das waren natürlich besondere Momente, aber wir freuen uns über jegliche Konzerte. Auch wenn man vor kleinerem Publikum spielt, ist es doch das Größte wenn man die Meute die einen 10 Minuten zuvor noch nicht kannte, dazu animieren kann die Fäuste in den Himmel zu strecken und miteinander zu feiern. Für diese Momente machen wir das Ganze 😉

MH.de: Bevor wir zum Ende kommen, haben bei uns immer die Bands das letzte Wort. Jetzt könnt ihr also eine Message an unsere Leser, eure Fans etc. verbreiten. Was wäre das für eine Mitteilung?

Schally: An alle Metalheads da draußen:

Unterstützt weiterhin fleißig den Underground. Kommt zu den Konzerten in eurer Nähe. Gebt unbekannten Bands eine Chance und lass euch von deren Qualitäten überraschen. Ihr werdet sicherlich das ein oder andere Juwel dabei haben. Für den Preis einer Metallica-Karte könnt ihr 10 Underground-Konzerte besuchen. Alte Helden haben ihre verdiente Daseinsberechtigung, aber was kommt danach, wenn die Jungs aufhören. Ohne den von euch geförderten Nachwuchs kommt danach nichts mehr. Also haltet den Underground am Leben, mit Networking und eurer Anwesenheit 😉

In diesem Sinne, UP THE IRONS \m/

Support the Underground, es gibt eine Zeit nach METALLICA

MH.de: Danke dir vielmals für die Zeit für dieses Interview und die Beantwortung der ganzen Fragen und wir wünschen euch einen großartigen Auftritt beim RAGE AGAINST RACISM-Festival 2018 und natürlich auch für die anderen anstehenden Konzerte. Alles Gute!

 

NEWSLETTER. FREITAGS. KOSTENLOS.

Bildquellen

  • Ignition 11.11.17 Mühle Friemersheim: (c) Chipsy, metal-heads.de
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

Das könnte Dich auch interessieren...

2 Antworten

  1. Volker sagt:

    Sehr gutes Interview. Meine erste Metal-Platte war übrigens auch Live After Death. \nn/

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

eins + 8 =