Interview mit Don’t Drop The Sword

Don't Drop The Sword Band

Mit „Path To Eternity“ haben Don’t Drop The Sword ein Debütalbum hingelegt, das sich gewaschen hat. Auch wir von metal-heads.de waren schwer begeistert (HIER nachzulesen). Grund genug, uns intensiver mit der Band zu beschäftigen und ein ausführliches Interview mit den Jungs zu führen. Für unsere Fragen standen uns Sänger Anti, die Gitarristen Maxi und Alvin, Bassist Mathias sowie Schlagezuger Dom Rede und Antwort.

Das große Interview mit Don’t Drop The Sword

Hallo, ich bin Uwe von metal-heads.de (MH) und freue mich, dass ihr euch die Zeit für ein Interview mit uns nehmt. Bis auf die Tatsachen, dass ihr nach der EP „Into The Fire“ mit „Path To Eternity“ ein wirklich amtliches Album in Eigenregie veröffentlicht habt und eure Wurzeln im Oberbayrischen Erding liegen, weiß ich leider recht wenig über euch. Vielleicht könnt ihr euch mir und unseren Lesern etwas genauer vorstellen?

DOM: Mathias und ich wollten nach dem Ende unserer vorausgegangenen Band unbedingt weiter Musik machen. Wir mussten nicht lange überlegen, um zu wissen, dass unser kleinster gemeinsamer Nenner irgendetwas schnelles und gleichzeitig episches sein muss. Die weiteren Mitstreiter waren schnell gefunden, da wir uns fast alle bereits irgendwie über die lokale Musikszene kannten. Eigentlich hätte es nicht besser laufen können und auch die ersten Songs waren schnell im Kasten. Alles funktioniert wunderbar, wenn jeder zu 100% hinter der Sache steht, und das ist bei uns definitiv von Anfang an der Fall gewesen.

Das Debütalbum

MH: Euer Album „Path To Eternity“ hat nicht nur mich, sondern auch weitere (Online-) Magazine so richtig begeistert. Habt ihr mit einer solch positiven Resonanz gerechnet? Ihr dürftet mächtig stolz auf das Album sein, stimmt‘s?

ANTI: Wir haben schon mit Resonanz gerechnet, da ja bei „Into the Fire“ bereits einige wohlwollende Stimmen zu hören waren, aber die ReichweiteDon' Drop The Sword Path To Eternity Cover und das quasi einheitlich begeisterte Bild in dieser Form hat uns mit jeder Review wieder umgehauen. Und ja, wir sind sehr stolz auf unsere Platten – im engsten Kreis der Band zwei Scheiben mit so einer Wirkung zu produzieren ist ein gutes Stück Arbeit und hat jedem von uns einiges abverlangt. Was uns neben dem gestemmten Aufwand aber mit dem meisten Stolz erfüllt: Wir haben gemacht, was wir gern machen und damit so richtig
eingeschlagen. Was ihr da hört, sind fünf musikbegeisterte Typen, die ihr Ding zusammen machen, ohne außerhalb der Band Kompromisse eingehen zu müssen. Und dass wir damit so viele Menschen erreichen und ansprechen, in so vielen Metaller-Herzen ein Feuer entfachen, das fetzt für uns wohl am meisten!

DOM: Ich hätte ehrlich gesagt niemals gedacht, dass ich einmal in einer gefragten Band spielen würde. Das Leben steckt eben doch voller Überraschungen. Man muss ‚nur’ zur richtigen Zeit mit den richtigen Leuten am richtigen Ort sein. Es ist schon wirklich krass, was wir seit unserer Gründung für einen Sprint hingelegt haben. Im wahrsten Sinne ein Traum, der wahr geworden ist – bereits jetzt!

Songwriting als Gemeinschaftsprojekt

MH: Neben euren technischen Fähigkeiten bin ich besonders davon angetan, dass ihr offensichtlich ein Talent dafür besitzt, richtig starke und eingängige Songs zu schreiben. Wie läuft der Songwriting Prozess bei euch ab?

MAXI: Wir arbeiten tatsächlich permanent an neuem Material. Meistens hab ich instrumentale Ideen vorbereitet, die entweder direkt auf Antis Texte komponiert sind oder binnen kürzester Zeit einen verpasst kriegen, da seine Frequenz im Lyrics schreiben der meinen in Sachen Riffs ähnelt und wir uns da sehr gut ergänzen. Meine Herangehensweise ist dabei immer von persönlichen aktuellen Einflüssen abhängig, welche zunehmend
progressiverer Natur sind. Das gemeinsame Einstudieren des neuen Songs ist dann meistens mit einer kleinen Stilistik-Kontrolle à la Dom
verbunden, was für die nötige Oldschoolness sorgt. So entsteht der Mix aus Retro und Modern, der uns auszeichnet und beliebt macht.

DOM: Maxi hat den aktuellen Songwriting-Prozess schon ganz gut auf den Punkt gebracht. Ich möchte aber noch hinzufügen, dass wir alle so weit im Songwriting integriert sind, dass am Ende jeder happy ist mit den fertigen Songs. Schließlich stehen wir alle zu 100% hinter DDTS und ich denke das merkt man insbesondere an unseren Liveshows.

Die bajuwarischen Blind Guardian?

MH: Auffällig ist bei euch eine stilistische Ähnlichkeit zu den frühen Blind Guardian. Habt ihr euch die Band bewusst als Vorbild genommen oder hat sich dies eher zufällig dadurch ergeben, dass die Stimme von Anti eine verblüffende Ähnlichkeit zu der von Hansi Kürsch besitzt?

ALVIN: Wir freuen uns natürlich, mit einer so großen Band verglichen zu werden. Unser Ziel war es aber nicht, bewusstn ach Blind Guardian zu klingen. Die Ähnlichkeit ist tatsächlich reiner Zufall. Kleiner Bonus-Fun-Fact: Der erste Song,den  wir je zusammen gespielt haben, war Heeding The Call von HammerFall. Wir waschen unsere Hände also in Unschuld.

MATHIAS: Diese Ähnlichkeit hat sich, denke ich, eher dadurch ergeben, dass das, was wir unter dem Epic Speed Metal verstehen, den wir machen wollen, durch viele Bands beeinflusst wurde, die in diese Richtung gehen. Zu diesen Bands gehört selbstverständlich Blind Guardian dazu, bei dem einen von uns mehr, bei dem anderen weniger. Blind Guardian ist aber ganz klar nur einer unter vielen Einflüssen. Dass dann bei Antis Stimmfarbe diese Assoziation bei vielen am nächsten liegt, nehmen wir aber auch keinem übel. Schließlich sehen wir es, wie Anti schon sagte, als großes
Kompliment an, mit einer legendären Band wie Blind Guardian verglichen zu werden.

Neues Songmaterial

MH: Auf eurer Facebook-Seite habe ich gelesen, dass ihr schon dabei seid, neue Songs zu schreiben. Wann können wir mit neuem Material von euch rechnen?

ANTI: Wie sagte Hulk? „Das ist mein Geheimnis, Captain: Ich bin immer wütend!“. Naja, wir sind immer kreativ.Eigen tlich hören wir nie auf, an neuen Songs und Ideen zu arbeiten. Das muss halt alles dann erstmal sortiert und gewichtet werden: Was taugt allen grade am besten? Welche Nummer wollen wir beim nächsten Gig spielen können? Was könnte man, am bestem in einem gewissen Konzept, auf die nächste Scheibe bringen? Von da an ist es natürlich dann nur eine Frage der Zeit, bis besagte Scheibe dann Gestalt annimmt – aber so richtig beantworten lässt sie sich nicht, die Frage der Zeit. Sorry dafür. Aber seid euch sicher – sie wird kommen, und es wird der nächste Schritt auf diesem „Path to Eternity“, den wir mit euch beschritten haben.

DOM: Grundsätzlich sind wir wirklich wahnsinnig produktiv. Vor allem Max, der auch Musik studiert, zaubert einen geilen Song nach dem anderen aus dem Ärmel. DDTS ist aber ein Gemeinschaftsprojekt und wir sind alle am Songwriting-Prozess beteiligt. Ich würde zudem auch sagen, dass wir eine hohe Qualitätskontrolle haben, was unsere Releases betrifft. Als Newcomerband kannst du dir aber nicht ewig Zeit lassen, neues Material zu veröffentlichen, denn es gibt einfach so viele gute Bands heutzutage. Eine hohe Präsenz ist da unbedingt nötig, um nicht unterzugehen. Daher sage
ich mal ganz vorsichtig, dass wir bereits einige neue Songs haben und uns zudem schon Gedanken über eine weitere Veröffentlichung machen. Das Schmiede-Eisen hört nicht auf zu glühen, also seit gespannt, was das Jahr noch so bringt.

 

Labels aufgepasst!

MH: Bei so viel positiven Reaktionen auf euer Debütalbum müssten die Plattenfirmen doch eigentlich Schlange bei euch stehen. Habt ihr da etwas in Aussicht?

DOM: Naja, diese ganze Label-Sache läuft nicht mehr ganz so wie früher. Ich kenne viele Musiker mit entsprechenden Verträgen, die bis auf die leicht gesteigerte Reichweite nur Scherereien haben. Natürlich hätten wir Bock auf einen fairen Vertrag und die daraus resultierenden neuen Möglichkeiten, aber wir möchten auf alle Fälle unsere künstlerische Freiheit bewahren und weiter die Musik machen, die wir so lieben. Dabei hoffen wir natürlich trotzdem immer auf ein entsprechendes Angebot, was bislang einfach noch nicht kam.

Konzertveranstalter aus dem Westen sind gefordert

MH: Für eine Band aus dem Süden, die – wie ich vermute 😉 – noch nicht ausschließlich von der Musik leben kann, dürfte es recht schwer sein, eine Tour durch die gesamte Republik zu organisieren. Gibt es trotzdem Hoffnung, dass wir euch in absehbarer Zeit im Westen Deutschlands einmal live zu sehen bekommen?

ALVIN: Wir suchen immer nach Möglichkeiten, mal von „Dahoam“ wegzukommen und für unsere Fans weiter außerhalb zu spielen. Gig-Vorschläge sind natürlich immer willkommen. Auf unseren Social-Media-Plattformen und per E-Mail nehmen wir immer gerne Vorschläge entgegen. Die Logistik ist dabei immer der größte Kritikpunkt. Da wir alle entweder arbeiten und/oder studieren, müssen wir uns meistens auf die Wochenenden beschränken. Unter diesen Bedingungen sind daher momentan weitgehend nur Wochenendgigs möglich, wenn es mal weiter raus gehen soll. Ohne die Unterstützung eines Labels können wir uns eine großflächige Tour leider nicht leisten (das haben wir schon durchgerechnet, haha). Man darf nicht vergessen, dass wir unsere Band im Moment komplett aus eigener Tasche finanzieren – und natürlich durch die großartige Unterstützung unserer Fans!

Der Bandname

MH: Zum Abschluss noch eine Frage zu eurem Bandnamen. Wie seid ihr darauf gekommen? Er klingt recht sperrig und ich stelle mir die Frage, wie die Fans euch bei Live-Auftritten rufen. Der komplette Bandname erscheint mir dafür etwas zu lang. 😉

ALVIN: Der Bandname entstand ursprünglich aus einem Jux von Max nach der Bandprobe. Damals haben wir fleißig nach Bandnamen gesucht und einfach keinen griffigen gefunden. Eine Richtlinie war erst, dass der Name aus drei Silben bestehen muss, damit die Fans den Namen live einfach Rufen können (wie beispielsweise bei „Man-O-War“, „Ham-Mer-Fall“ oder „Guar-Di-An“). Erst haben wir den Witz Witz sein lassen, aber bis zur nächsten Bandprobe ratterten dann doch die Zahnrädchen in unseren Köpfen, und wir kamen zu dem Schluss, dass hinter dem Namen doch mehr als ein einfacher Wortwitz stehen kann. Heutzutage tragen viele Bands, vor allem im Core-Bereich, halbe Sätze als Bandnamen, was für klassischen Speed-/Power-Metal absolut unüblich wäre. Hier würde man eigentlich einen Namen mit „Thunder“, „Power“, „Force“ oder „Iron“ erwarten. Mit Don’t Drop The Sword wollen wir diesen Trends auf einer zugegebenermaßen verschachtelten Meta-Ebene die Stirn bieten und das Schwert des Metal erheben. Zum Schluss noch die Anleitung für Live-Shows (die einzelnen Segmente können wahlweise mit Fist-/Horn-Pumps unterstützt werden): Don’t – Drop the – Sword
So haben es zumindest die Fans bisher gemacht, und es scheint gut zu funktionieren (auf die Drei-Silben-Regel ist Verlass).

Schlussworte

MH: Vielen Dank für das Interview und alles Gute für eure private und berufliche Zukunft. Es würde mich wirklich freuen, euch einmal live erleben zu dürfen. Lasst mich und unsere Leser wissen, wenn sich dafür eine Gelegenheit ergibt. Die abschließenden Worte gehören euch. Was wollt ihr unseren Lesern unbedingt noch mit auf den Weg geben?

DOM: Wie die meisten bereits wissen, lasse ich keine Gelegenheit aus, mich bei unseren Fans zu bedanken. Ja, das ist cheesy und vielleicht hat man es auch schon zu oft gehört, aber ich bin nach wie vor überwältigt, dass so viele Menschen unsere Musik schätzen. Ich glaube es ist das Größte für jeden Musiker, einfach mit genau dem Stil, den man selbst liebt, bei anderen so gut anzukommen. Vielen Dank dafür!

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Bildquellen

  • sunset on Seychelles beach: Don't Drop The Sword
  • MIB_Band_fotocredit_Andi_Dalferth: Don't Drop The Sword
Uwe

Uwe

Fast 35 Jahre als Metal-Fan hat es gebraucht, bis ich es endlich geschafft habe, ins heilige Metal-Land nach Wacken zu kommen! Auf diese Weise erleuchtet, hoffe ich auf mindestens noch 50 Jahre Musik "Louder Than Hell"!

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