VITTRA oder Astrid Lindgren goes Death-Metal

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(English version below)

Ich weiß natürlich nicht, wer von Euch werten Metal-Fans noch die schwedische Autorin Astrid Lindgren (Wikipedia ) kennt, die uns mit vielen hervorragenden (Kinder-)büchern die Kindheit (z.B. „Pippi Langstrumpf“ oder „Ronja, die Räubertochter“) versüßt hat. Es dürfte eigentlich niemanden, der nicht eines ihrer Bücher gelesen oder eine Verfilmung dieser Bücher gesehen hat. Was hat das nun mit knallhartem Death-Metal von VITTRA (Facebook ) zu tun? Dann lest mal fleißig, denn Johan (Gitarre) und David (Gesang) haben sich den Fragen von `metal-heads.de´ gestellt.

Die EP „Wardens“

MH: Hallo zusammen! Die Veröffentlichung eurer Debüt-EP „Wardens“ ist frisch erschienen. Eure erste Single „Necrotic Apocalypse“ hat innerhalb von vier Wochen fast 16.000 Views. Meiner Meinung nach ist das sehr bemerkenswert für die erste Single einer neuen Band. Habt Ihr das so erwartet?

Johan (Gitarrist): Ich schätze, wir haben es einfach gehofft. Denn wir waren sowohl mit dem Song selbst als auch mit dem Video ziemlich zufrieden und wir haben bemerkt, dass der erste Teaser, der veröffentlicht wurde, die Aufmerksamkeit der Leute zu erregen schien!

MH: Wie ist die allgemeine Resonanz auf die veröffentlichten Singles und die EP bis jetzt?

Johan: Wirklich gut! Wir haben viele tolle Kritiken und nur eine wirklich schlechte bis jetzt… 😊 „Necrotic Apocalypse“ scheint der Song zu sein, der am direktesten ankommt, aber wir hoffen, dass die Leuten auch Zugang und Gefallen an den anderen Songs finden.

VITTRA und Astrid Lindgren

MH: Euer Bandname VITTRA hat eine ungewöhnliche Herkunft, besonders für eine Melodic-Death-Metal-Band. Erzählt uns etwas über diese interessante Tatsache!

Johan: Es begann eigentlich als „Vildvittra“, basierend auf den von Astrid Lindgren geschaffenen Charakteren als Teil von „Ronja Rövardotter“ (Ronja, die Räubertochter). Später entwickelte sich der Name zu VITTRA, inspiriert von einigen Fabelwesen, die in schwedischen Volksmärchen vorkommen. Manche Leute bringen es mit dem gleichnamigen Album von Naglfar in Verbindung, aber wir kannten unsere Metal-Geschichte nicht gut genug, um uns davon beeinflussen zu lassen.

Bellender Hund

MH: Ungewöhnlich in einem anderen Sinne ist die erste Single „Necrotic Apocalypse“, vor allem wegen des verrückten Gesangsparts mit „Rommmtommmtommm“. Wer kam auf diese Idee und was sollte dieser Part ausdrücken?

David (Sänger): Es war alles Johans Idee, und ich war zuerst nicht überzeugt, aber als alles an seinem Platz war, gab es dem Ganzen eine zusätzliche Würze.

Johan: Ich hatte das Gefühl, dass dieser Teil des Songs etwas mehr brauchte und ich hatte eine Idee, die auf dem Song „Demonic Refusal“ von Testament basiert, wo es ein bisschen so klingt, als würde Chuck Billy hinter einem der ersten Riffs „grunzen“. Somit fing also wirklich als eine Art „Grunzen aus dem Untergrund“ an und ich glaube, David hat dann eine Interpretation in Richtung des Geräusches von laufenden Stiefeln gemacht.

Es ist ziemlich cool geworden, also haben wir es ein bisschen mehr in den Mix eingebaut als ursprünglich beabsichtigt. Außerdem ist es auch ziemlich lustig, dass einige Leute (hauptsächlich in Südamerika) zu denken scheinen, dass es sich wie ein bellender Hund anhört (Anm. d. Verf.: Das dachte ich übrigens auch…Haha). Trotzdem scheint es ein Teil zu sein, der anspricht und es macht Spaß, dass die Leute ihre eigenen Interpretationen machen.

MH: Okay David, Du warst also anfangs nicht überzeugt. Und wie siehst Du es jetzt?

David: Es ist einer der besten Songs, die wir bisher veröffentlicht haben.

Jesus, Apocalypse und Zombies

MH: David, wie hat er sich in der Rolle des Zombies im Video gefühlt?

David: Ich hatte das Gefühl, dass ich ich selbst sein konnte. Sehr bequem!

MH: In dem Lied gibt es Anspielungen auf Jesus und die Auferstehung. Allerdings wird hier der Untergang der Welt offenbart. Gibt es eine bestimmte Botschaft, die der Song vermitteln soll?

David: Ja, es gibt in der Tat eine Botschaft! Wir als Menschheit müssen aufhören, zu viel zu konsumieren, denn das hungrige Ende kommt bald und wenn es nichts mehr zu essen gibt, werden wir uns einfach gegenseitig essen müssen.

Dynamik mit WOW Effekt

MH: Das sehr rockige Gitarrensolo im Anschluss hätte man auch nicht erwartet. Auch der Song „Modest Charade“ überrascht nach dem ersten Song mit mehr Eingängigkeit und mit einem folkloristisch ruhigen Instrumentalteil. Ist das Element der Überraschung ein Markenzeichen von VITTRA? Sollten ab und zu ungewöhnliche Elemente integriert werden?

Johan: Ich denke, dass es einen Ansatz gibt, dass es immer eine Art von Dynamik in den Songs geben sollte. Aber mit den positiven Reaktionen auf „Necrotic Apocalypse“ denke ich, dass wir definitiv davon profitieren können, mehr Dinge zu haben, die als „unerwartet“ angesehen werden. Beim Solo in „Necrotic Apocalypse“ hat es sich einfach richtig angefühlt, dieser Teil des Songs ist ganz schön „poppig“.

Energetische Beziehungen

MH: Ihr seid noch eine relativ junge Band. Die Geschichte begann 2017 und ein Jahr später war das Line-Up komplett. Nun kennt ihr euch schon einige Jahre. Wie viel Zeit verbringt ihr zusammen?

Johan: Wir treffen uns ca. einmal pro Woche, um zu proben und Musik zu schreiben. Dann chatten wir mehr oder weniger jeden Tag, sei es über Neuigkeiten und Feedback zu „Wardens“ oder einfach nur, um uns gegenseitig von coolen neuen (oder alten) Veröffentlichungen und Bands zu erzählen. Oder um Bassistenwitze zu reißen…

MH: Ist die Band irgendwann wie eine zweite Familie?

Johan: Es ist eine Möglichkeit, andere Dinge zu tun, als ein Metallarbeiter zu sein, Eltern zu sein, an einem Büroschreibtisch zu sitzen, zu studieren oder was auch immer wir normalerweise tun. Ich weiß, dass David von Zeit zu Zeit gesagt hat, dass dies seine gesündeste und energetischste Beziehung ist.

Sag mir, wer du bist!

MH: Wie würdet Ihr Euch in kurzen Worten gegenseitig beschreiben?

David: Johan ist der große Papa, auch der Papa in der Band. Gustav ist der Teddybär und Bassgott. Und Alex: „We can’t add more cowbell!“ ( Das kann man nicht sinnvoll übersetzen. Der Ausdruck spielt wohl auf einen bestimmten Sketch an, den Ihr hier sehen könnt. Viel Spaß damit!)

Johan: Und wie würdest Dich selbst beschreiben, David?

David: Dave der Kämpfer!

Johan: Weil dir eine gewisse Art Zurückhaltung fehlt…

David: Ich bin nur sehr ehrlich!

Vorspeise und Hauptgang

MH: Vier starke und großartige Songs sind auf „VITTRA“ vertreten. Jetzt werden sich die Fans nach dieser leckeren Vorspeise fragen, wann die Hauptmahlzeit serviert wird. Gibt es schon neue Songs, die geschrieben wurden?

Johan: Wir haben zwei Songs, die als Demo fertig sind. Drei weitere sind in Arbeit und Ideen für einen weiteren Haufen. Also eine gute Grundlage.

MH: Wollt ihr den Stil von „Wardens“ weiterführen oder werden andere Gesichter von „VITTRA“ zum Vorschein kommen?

Johan: Für mich ist „Wardens“ ziemlich vielfältig und ich denke, ich wage es, für uns alle zu sprechen, wenn ich sage, dass das der Weg ist, den wir weitergehen wollen. Wenn man sich die neuen Songs anschaut, haben sie die gleichen Zutaten von Melodien, Black-, Thrash- und Death-Metal.

MH: Was sind Eure Pläne angesichts der Pandemiekrise?

Johan: Da im Moment nicht viel in der Live-Szene passiert, konzentrieren wir uns darauf, ein Album fertig zu stellen. Der Plan ist, es im Laufe des nächsten Jahres herauszubringen.

MH: Die letzten Worte, die Du loswerden möchtest?

David: Sei du selbst, so ist das Leben einfacher!

MH: Ihr könnt die Band am besten unterstützen, wenn Ihr das Album bei Bandcamp kauft und die Songs bei den einschlägigen Streamingportalen rauf- und runterspielt.

Wardens | Vittra (bandcamp.com)

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Interview English

Of course I don’t know who of you Metal fans still know the Swedish author Astrid Lindgren (Wikipedia ), who sweetened our childhood with many excellent (children’s) books (e.g. „Pippi Longstocking“ or „Ronja, the Robber’s Daughter“). There is certainly no one who has not read one of her books or seen a film version of these books. What does this have to do with the hard-hitting death metal of VITTRA(Facebook )? Then read diligently….

EP „Wardens“

MH: The release of your debut EP „Wardens“ is fresh released. Your first single „Necrotic Apocalypse“ within four weeks has almost 16,000 views. In my opinion that’s very remarkable for the first single of a new band. Did you expect that?

Johan: I guess we were hoping, we are quite happy with both the song itself and the video. We noticed that the initial teaser put out seemed to grab people’s attention!

MH: How is the overall response to the released singles and EP so far?

Johan: Really good! We have a lot of great reviews and only one really bad so far… 😊 Necrotic seems to be the song that is most direct but we are hoping for the others to grow on people as well.

VITTRA and Astrid Lindgren

MH: Your band name „Vittra“ has an unusual origin, especially for a Melodic-Death-Metal-Band. Tell us something about this interesting fact!

Johan: It actually started as “Vildvittra”, based on the characters created by Astrid Lindgren as part of “Ronja Rövardotter” (Ronia, The Robber’s Daughter). It later evolved into Vittra, inspired by some mythical creatures appearing in Swedish folk tales. Some people relate it to the album by Naglfar with the same name but we actually didn’t know our Metal history well enough to be influenced by that one.

Barking dog

MH: Unusual in another sense is the first single „Necrotic Apocalypse“, especially because of the crazy vocal part with „Rommmtommmtommm“. Who came up with this idea and what should this part express?

David: It was all Johans idea and I wasn’t convinced at first but once it was all in place it added some extra flavor to it.

Johan: I felt that that part of the song needed something more and I had an idea based on the song „Demonic Refusal“ by TESTAMENT where it sounds a bit like Chuck Billy is “grunting” behind one of the first riffs. So it really started as some sort of “grunting from the underground” and then I think David made an interpretation towards the sound of boots walking.  It turned out pretty cool so we put it up in the mix a bit more than originally intended. It’s also quite fun that some people (mainly in South America) seem to think that it sounds like a dog barking. Regardless it seems to be a part that engages and it’s fun that people make their own interpretations.

MH: Okay David, so you weren’t convinced at first. And how do you see it now?

David: It’s one of the best songs we have released so far.

Jesus, apocalypse and zombies

MH: How did he feel in the role of a zombie in the video?

David: I felt as if I could be myself, very comfi.

MH: In the song there are allusions to Jesus and the resurrection. However, the downfall of the world is revealed here. Is there a particular message that the song is supposed to convey?

David: Yeah there’s a message alright! We as humankind have to stop overconsuming because the hungry end is coming soon and if there’s nothing left to eat we will simply have to eat each other.

Dynamics with WOW effect

MH: The very rocky guitar solo in the connection one would not have expected also. Also the song „Modest Charade“ surprises after the first song with more catchiness and with a folkloristic calm instrumental part. Is the element of surprise a trademark of VITTRA? Should unusual elements be integrated every now and then?

Johan: I think that there is an approach that there should always be some sort of dynamic to the songs. However with the positive reactions to „Necrotic Apocalypse“ I think we can definitely benefit from having more things that are seen as “unexpected”. When it comes to the solo in „Necrotic Apocalypse“ it just felt right, that part of the song is all quite “pop”.

Energetic relationships

MH: VITTRA is still a relatively young band. The story started in 2017 and one year later the line up was complete. Now you know each other for several years. How much time do you spend together?

Johan: We meet approx. once per week to rehearse and write music. Then we chat more or less every day, might be around news and feedback on Wardens or just telling each other about cool new (or old) releases and bands. Or pulling bassist jokes…

MH: Is the band like a second family at some point?

Johan: It’s a way to do other things than being a sheet metal worker, parent, sitting at an office desk, studying or whatever we normally do. I know that David has said from time to time this is his most healthy and energizing relation.

Tell me who you are!

MH: Please formulate in a short way how you would characterize each other?

David: Johan is the big papa, also big papa in the band. Gustav: Teddybear and bassgod. Alex: We can’t add more cowbell.

Johan: And how would you describe yourself, David?

David: Dave the brave!

Johan: Because you are missing some sort of filter…?

David: Just being very honest!

Appetizer and main course

MH: Four strong and great songs are represented on „VITTRA“. Now the fans will ask themselves after this delicious appetizer, when the main meal will be served. Are there already new songs that have been written?

Johan: We have two songs that are demoed and done. Three more in the works and ideas for another bunch. So a good foundation.

MH: Do you want to continue the still of „Wardens“ or will other faces of „VITTRA“ be revealed?

Johan: To me Wardens is quite diverse and I think I dare to speak for all of us saying that it’s the way we want to continue. Looking at the new songs they have the same ingredients of melodies, black, thrash and death metal.

MH:What are your plans in light of the pandemic crisis?

Johan: Since not much is happening on the live scene right now we are focusing on getting an album done. Plan is to have it out during next year.

MH: Last words you want to get rid of?

David: Be yourself, life will be easier that way.

MH: The best way to support the band is to buy the album at Bandcamp and play the songs up and down at the relevant streaming portals.

https://vittraofficial.bandcamp.com/releases

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Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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