XANDRIA – vor dem RAGE AGAINST RACISM im Interview

XANDRIA – vor dem RAGE AGAINST RACISM im Interview

Wie auch bereits im Jahr 2017 wollen wir euch vor dem anstehenden RAGE AGAINST RACISM-Festival in Duisburg vorab die dort auftretenden Bands näherbringen. Heute haben wir daher einen Musiker von XANDRIA zum Interview für euch gebeten. (Aufgrund der „gleichen“ Initialen und einer eventuellen Verwechslungsgefahr, haben wir unseren Gesprächspartner – passend zur Band – mit X abgekürzt!)

Hallo Marco (Heubaum – Gitarrist bei XANDRIA).  Als stellvertretender Chefredakteur bei www.metal-heads.de freue ich mich, dir im Vorfeld eures Auftritts beim Duisburger RAGE AGAINST RACISM-Open Air ein paar Fragen stellen zu dürfen. Vorweg möchte ich erwähnen, dass ich mich bereits im Jahr 2015 gefreut hätte, euch beim FemME 2015 im niederländischen Eindhoven live zu erleben. Leider musstet ihr damals euren Auftritt absagen. Aber das nur am Rande. Legen wir los…

 MH.de: Ich denke, die Frage ist euch vermutlich oft gestellt worden! Aber bei der Recherche zur Vorbereitung dieses Interviews habe ich nicht wirklich befriedigende Informationen gefunden. Es geht um die Trennung von eurer Sängerin (bzw. den Ausstieg – ich weiß nicht, welche Formulierung das Ganze besser beschreibt) Dianne van Giersbergen. Für unsere Leser wäre interessant zu wissen, wie es zu der Entscheidung kam und vor allem – im Hinblick auf zukünftige Auftritte (wie den beim Festival in Duisburg – wie es bei euch mit dem Posten am Mikrofon weitergeht.

Was es zur Trennung von der Sängerin noch zu sagen gibt

X: Ich kann verstehen, dass das für die Fans überraschend kam. Ich kann euch dazu allerdings nicht mehr sagen, als dass es zu großen Unstimmigkeiten in vielen Bereichen des Bandlebens kam, bis zu dem Punkt, an dem es nicht mehr möglich gewesen wäre, den Weg gemeinsam weiterzugehen. Eine solche Entwicklung ist bedauerlich und geht allen Beteiligten sehr an die Nieren, erst recht, wenn eine solche Entscheidung dabei am Ende steht. Deshalb werden wir auch keine weiteren Details dazu nennen, aus gegenseitigem Respekt und mit Blick auf die gemeinsame Zeit. Letztendlich geht es hier um Musik, allein das sollte im Vordergrund stehen. Für die Konzerte, die bereits gebucht waren, so wie jene Ende letzten Jahres, haben wir Aeva von Aeverium als Aushilfssängerin gewinnen können.

XANDRIA CD-Cover Theater of dimensions

MH.de: Mit XANDRIA könnt ihr auf zahlreiche Veröffentlichungen zurückblicken. Zuletzt vor gut einem Jahr (genauer am 26.01.2017) wurden von euch mit dem Album „Theater of dimensions“ 13 Songs unter´s Volk gebracht. Wie siehst du die Entwicklung eurer Musik in den letzten Jahren bis zum heutigen Tag? Und bitte gib uns einen kleinen Ausblick auf die nähere Zukunft. Wann gibt es etwas Neues von XANDRIA aus dem Studio zu hören und in welche Richtung wird das gehen?

X: Es war eine sehr wechselhafte Geschichte, bei der für mich aber immer die musikalische Vision im Vordergrund stand. Die Verwirklichung der Träume in meinem Kopf. Das habe ich als Songschreiber immer so gut wie möglich versucht umzusetzen. Im Nachhinein gibt es manchmal etwas, was bisher noch nicht so gut gelungen ist, wie man sich das wünschen würde – oder neue Träume. Und die werde ich dann versuchen, in Zukunft umzusetzen, so gut es geht. Ich kann Dir aber noch nicht sagen, wann das sein wird und wie es klingen wird. Aber wenn es soweit ist, wird es die Leidenschaft für die Musik sein, die es antreibt. Die Idee, etwas Neues, aufregendes zum Leben zu erwecken, so wie es immer war und sein sollte.

Musik reicht nicht immer zum Leben

MH.de: Wenn ich Bands sehe, die sich seit 20 Jahren in der Szene halten – wie XANDRIA – dann habe ich höchsten Respekt davor. In der heutigen schnelllebigen Zeit gibt es immer neue Trends und die entsprechenden Marktausrichtungen. Da stelle ich es mir schwer vor, sich und seiner Sache selber treu zu bleiben, anstatt sich – zum Beispiel aus kommerziellen Gründen – anders zu orientieren, um mehr zu verdienen. Wie gelingt es euch das als Band und wie siehst du da die Entwicklung in der Szene bzw. im Musikbusiness generell?

X: Ich finde das nicht schwer. Als Songwriter folge ich immer dem, was ich im Kopf habe, was mir selber Freude bereitet. Das ist der beste Weg, am Ende nicht von allem und auch sich selber enttäuscht zu sein. Denn Erfolg kann man sowieso nicht planen. Und da sollte man lieber das machen, was man selber mag, dann kann man in jedem Fall stolz darauf zurückblicken, genau das auch erreicht zu haben.

Songs erst einmal für die eigene Freude schreiben

MH.de: Wo wir gerade vom Geld reden. Könnt ihr – nach den vielen Jahren, die man an Zeit und Einsatz in seine Band investiert – von der Musik alleine leben, oder habt ihr zusätzlich noch andere Jobs?

X: Von der Musik alleine leben können nur die wirklich großen Bands, aber selbst für die ist es kein sicherer Job für die Ewigkeit. Es ist eben alles andere als ein sicherer Beamtenstatus. Es kann von heute auf morgen vorbei sein. Daher haben die meisten Musiker auch noch andere Einnahmequellen, ob es reguläre Jobs außerhalb des Musikzirkus sind oder innerhalb der Szene, als Produzenten oder Studiomusiker. Das ist auch bei uns so.

MH.de: Wenn wir auf der anderen Seite darüber reden wollen, etwas ´rein aus Überzeugung zu tun und die „Kohle“ mal beiseite zu lassen, dann sind wir schnell beim Thema RAGE AGAINST RACISM. Ein großartiges Festival in Duisburg, bei dem wir von metal-heads.de stolz sind, als Medienpartner aktiv mitwirken zu können. Freier Eintritt für eine gute Sache. Habt ihr bereits Erfahrungen mit der Teilnahme bei solchen Veranstaltungen?

X: Ja, dies ist eine gute Sache, und wir sind froh, dabei zu sein. Ja, wir haben schon früher auf Festivals gespielt, die einem guten Zweck dienten. Wenn wir davon überzeugt waren, dass das Ganze in guten Händen war. Das ist uns eine besondere Freude!

Festivalauftritte sind etwas Besonderes – und dann auch gerne für einen guten Zweck

MH.de: Was hat euch bewegt, gerade bei diesem Open Air mitzumachen. Und wie denkst du darüber als Headliner am Festivalfreitag (das ist der 01.06.2018) auf die Bühne zu dürfen?

X: Wir freuen uns schon sehr darauf! Wir fanden die Botschaft des Festivals wichtig. Sicher, es gibt schon lange Festivals zu diesem Thema. Und immer wieder Bemühungen aus allen Bereichen der Gesellschaft, wie Kunst, Politik, Subkultur, hier etwas zu tun. Um Rassismus Einhalt zu gebieten und die Menschen aufzuklären. Man sollte meinen, es wäre inzwischen trivial und jeder sollte das verstanden haben. Aber leider ist das nicht der Fall. Widersinnig, aber diese Gefahr wird gerade größer, es ist zum ersten Mal seit dem Ende des Krieges eine Partei im deutschen Bundestag, die kaum verholen Nazi Propaganda betreibt. Und sie wird es immer offener tun. Wir haben schon einmal gesehen, wohin das führt, und das muss verhindert werden. Jeder muss ein Zeichen dafür setzen, dass die Menschheit das nicht braucht. Dass im Gegenteil für eine friedliche, gute Zukunft alle solche Geißeln der Menschheit wie Rassismus – solche aus egoistischen, unzivilisatorischen Ängsten und Hass geborenen Strömungen – keinen Platz haben dürfen.

MH.de: Im Rahmen eurer langen Bandgeschichte habt ihr sicherlich eine Menge Erfahrung mit Festivalauftritten. Welchen Unterschied macht es da für euch, am Nachmittag bei strahlender Sonne zu spielen, als Band unmittelbar vor einem richtig bekannten Act oder eben – so wie in Duisburg – selber als Headliner (bei Dunkelheit, wo die eigene Lightshow richtig zur Geltung kommt)?

X: Es ist so, wie du es mit deiner Fragestellung bereits implizierst: Es hat alles jeweils seine schönen Seiten. Open Air ist etwas Besonderes, es hat eine magische Atmosphäre. Und ich liebe es, auf schönen Festivals zu spielen. Auch nachmittags bei Sonnenschein. Solange es nicht vormittags ist – ich kann mich an einen unserer allerersten Festivalauftritte erinnern. Es war ein großes Festival und als Newcomer spielten wir morgens um 11 Uhr. Ich war noch gar nicht richtig wach, weil wir bereits eine lange Anfahrt seit dem frühen Morgen hatten. Umso mehr Respekt hatte ich vor den vielen Fans, die da schon vor der Bühne standen.

Vielen Dank an die Fans für den jahrelangen Rückhalt

MH.de: Bevor wir zum Ende kommen, haben bei uns immer die Bands das letzte Wort. Jetzt kannst du also eine Message an unsere Leser, eure Fans etc. verbreiten. Was wäre das für eine Mitteilung?

X: Ich habe gerade schon von einem unserer ersten Festivalauftritte gesprochen. Es ist eine lange Zeit her, fünfzehn Jahre. In dieser Zeit ist viel passiert und es kommt mir so vor, als seien wir mit unseren Fans oft durch dick und dünn gegangen. Ich möchte allen dafür danken, die uns immer das Gefühl gegeben haben, dass das, was wir tun, eine Menge Mühe wert ist… Mühe, die wir deshalb gerne bereit sind zu investieren. Danke!

MH.de: Danke dir vielmals für die Zeit für dieses Interview und die Beantwortung der ganzen Fragen und wir wünschen euch einen großartigen Auftritt beim RAGE AGAINST RACISM-Festival 2018. Alles Gute!

X: Vielen Dank! Euch und allen Lesern ebenfalls alles Gute!

 

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Bildquellen

  • XANDRIA CD-Cover Theater of dimensions: www.amazon.de
  • XANDRIA CD-Cover Theater of dimensions Ausschnitt: www.amazon.de
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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