Blind Ego und Kingcrow im Zentrum Altenberg Oberhausen

Blind Ego 06.03.20 Oberhausen Zentrum Altenberg
The Beginning

Das Zentrum Altenberg in Oberhausen ist der Ort, an den es Blind Ego anscheinend immer wieder hinzieht. Auch heute am 06.03.20. Blind Ego spielen eine Doubleheadliner-Show mit den italienischen Kollegen von Kingcrow. Blind Ego haben gerade erst ihre neue Scheibe „Preaching To The Choir“ unters Volk gebracht. Umso besser, dass die kurze Tour dazu schnell beginnt. Das Zentrum ist gut gefüllt und wartet bereits auf den Beginn der Auftritte.

Kingcrow
Kingcrow 06.03.20 Oberhausen Zentrum Altenberg

Als erstes legen Kingcrow los. Die Italiener beginnen mit „Drenched“ vom aktuellen Album „The Persistence“. Kingcrow sind recht metallastig mit einem guten Schuss Prog. Vertrackte Rhythmen verpackt in schönen Melodien. Obwohl ich vorher noch keinen einzigen Song der Italiener gehört habe, haben sie mich doch in Windeseile gepackt. Die glasklare Stimme von Sänger Diego Marchesi klingt unheimlich warm und wohltuend. Die Band zieht mich durch Spielfreude und die Bühnenpräsenz von Marchesi schnell in ihren Bann. Die Songs sind zwar nicht einfach gestaltet, bieten durch eingängige Hooks jedoch einen einfachen Zugang. Sänger Diego dreht unaufhörlich seine Runden über die Bühne. Mal mit ausgebreiteten Armen wie ein Flugzeug, mal im direkten Kontakt scherzend und grimassenschneidend mit seinen Mitmusikern. Neben den Songs aus den letzten zwei Alben bekommt das Publikum auch den gerade frisch veröffentlichten Song „Astray“ zu hören. Leider ist auf der Tour der Keyboarder nicht dabei, das fehlt dann leider etwas im Sound. Wer mit Bands wie Porcupine Tree, Steven Wilson, Queensrÿche, Pink Floyd oder Ähnlichem etwas anfangen kann, ist bei Kingcrow gut aufgehoben.

Blind Ego
Blind Ego 06.03.20 Oberhausen Zentrum Altenberg

Blind Ego haben mit „Liquid“ und „Liquid live“ schon gut abgeräumt. Die Show zur Tour habe ich 2017 auch gesehen. Ich weiß also, was mich heute hier erwartet. Die neue Scheibe „Preaching To The Choir“ gefällt mir auch sehr gut, klingt es doch alles nicht mehr nach einem Studioprojekt von Kalle Wallner, sondern nach einer richtigen Bandleistung. Genau das Gefühl schaffen Blind Ego auch auf die Bühne. Mit dem Titeltrack des noch jungen Albums „Preaching To The Choir“ geht’s los. Die Stimmung im Zentrum Altenberg ist hervorragend. Kingcrow sind bereits gut angekommen, aber Blind Ego kommen einfach noch ein bisschen besser an.

The Sound

Kalle Wallner, Mastermind von Blind Ego, spielt ruhig und bescheiden seine Riffs auf der Gitarre und kommt selten aus sich heraus. Was er spielt, hat es allerdings in sich. Toller Gitarrist mit viel Sinn für Melodie. Bei Blind Ego ist kein Platz für sinnloses Gefrickel auf der Gitarre, alles ist sehr songdienlich. Ebenso verhalten spielt Julian Kellner auf der anderen Seite, der sich jedoch bei seinen Solospots zu der ein oder anderen Gitarristenpose hinreißen lässt und doch ein bisschen die Rampensau rauslässt. Spätestens bei seinem Solospot in „Never Escape the Storm“ merkt jeder, was für ein Talent in ihm steckt. Scott Balaban am Mikro hat den Saal mit seiner offenen, freundlichen Art sofort im Griff. Mit seiner Stimme kann er auch glänzen, ist sie live doch kein bisschen schlechter als auf dem Album. Schön auch die Ansagen von Balaban, die einem auch einiges über die textlichen Inhalte der Songs offenbaren.

Die Bassparts, die in den Studioaufnahmen von Wallner eingespielt wurden, übernimmt auch auf dieser Tour Sebastian Harnack, der vielen möglicherweise von seiner Hauptband Sylvan bekannt sein dürfte. Auch er drängt sich nicht groß ins Rampenlicht, scherzt aber immer wieder mit seinem Sidekick Julian Kellner auf seiner Bühnenseite. Auch mit dem Publikum ist er oft in Augenkontakt, während er präzise den Tieftöner bedient. Alles in Allem eine sehr sympathische Band, deren Auftritte nicht nur dem Zuschauer, sondern auch der Band selber Spaß machen.

The Songs

Der größte Teil der Show besteht aus Liedern von „Liquid“ und „Preaching to the Choir“. Besonders hervorheben möchte ich dabei „Massive“ und „Dark Paradise“ vom neuen Album. „Dark Paradise“ ist eine Halbballade mit einem wunderschönen Gitarrensolo zum Ende des Songs. Ich sehe da eine gewisse Ähnlichkeit zu „Blackbird“ von Alter Bridge; und das ist als Kompliment zu betrachten. Im Anschluss kommt mit „Never Escape the Storm“ wieder ein mehr rockender Song, zu dessen Ende Julian Kellner besagtes Gitarrensolo spielt. Schnelle Läufe, Arpeggios und Tapping. Da fehlt nix.

Das sehr geile „Hear My Voice Out There“ setzt den Schlusspunkt des Abends. Nach kurzen Rufen nach Zugabe, kommen Blind Ego natürlich nochmal auf die Bühne. Nach „Tears and Laughter“ und der Single des „Liquid“-Albums „Blackened“ ist dann leider endgültig Schluss. Scott Balaban entschuldigt sich noch dafür, dass nicht noch mehr kommen kann, ist ja eine Doubleheadliner-Show. Ich denke, die Fans hätte gerne noch einen Zuschlag von beiden Bands gehabt.

The Gig

Ein sehr gelungener Konzertabend in entspannter Atmosphäre des Zentrum Altenberg. Beide Bands sind auch nach dem Konzert noch alle am Merchstand anwesend, um mit den Fans zu plaudern und Autogramme zu geben. Löblich zu erwähnen ist auch, dass die Merchpreise absolut moderat sind. Ein T-Shirt für 15 Euro und Vinyl für 20 Euro sind mehr als fair. Davon sollten sich Bands, die ein Vielfaches an Merch verkaufen, mal eine Scheibe abschneiden.

Setlist Blind Ego
Preaching to the Choir
Obsession
Line in the Sand
Burning Alive
Not Going Away
Dark Paradise
Never Escape the Storm
Massive
In Exile
What If
Hear My Voice Out There
Tears and laughter
Blackened

Setlist Kingcrow
Drenched
Devil’s Got a Picture
The Persistence
This Ain’t Another Love Song
Closer
Father
Fading Out
Astray
Night’s Descending
At the Same Pace
The Moth
If Only

Bilder Blind Ego

Bilder Kingcrow

www.kingcrow.it

www.blind-ego.com

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Bildquellen

  • Blind Ego 06.03.20 Oberhausen Zentrum Altenberg: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
  • Kingcrow 06.03.20 Oberhausen Zentrum Altenberg: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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