CLUTCH in der Essigfabrik – Konzertbericht vom 28.11.2015

Clutch

Der 28.November 2015. Endlich war es so weit! Das Clutch Konzert in der Kölner Essigfabrik stand auf meiner Rangliste der diesjährigen persönlichen Highlights ganz oben. Dies hatte gleich mehrere Gründe. Denn neben der Tatsache, dass mich Clutch schon auf der Earthrocker Tour begeistert hatten, kam dieses Mal steigernd hinzu, dass ich zum ersten Mal für unser Magazin metal-heads.de bei einer Liveveranstaltung unterwegs war, um einen Konzertbericht für euch zu schreiben. Aber nicht nur das! Dank Blackmob hatte ich außerdem die Zusage , auch Fotos schießen zu dürfen, um das Ganze mit Bildern zu dokumentieren. Die Tatsache, dass wir mit einer tollen Truppe von sieben Stonerrockern unterwegs waren, um uns einen tollen Abend zu machen, hob das Ganze nochmal eine Etage höher.

Nochmal kurz die Fakten gecheckt: Es sollte um 18:00 Uhr losgehen, damit wir pünktlich zum Einlass in der Domstadt sind. Fast auf die Minute genau standen wir dann auch eine Stunde später vor den Toren der Essigfabrik. Hier wurden wir gleich von zwei Streifenwagen empfangen, die zum Glück nur für die ordnungsgemäße Aufstellung vor dem Eingang sorgen wollten. Also hieß es brav in Zweierreihen aufstellen, damit kein Rockfan den Straßenverkehr vor unserem Tempel störte.

Den Rucksack mit dem Fotowerkzeug im Anschlag, waren die anderen Jungs und ich auch recht schnell an der Reihe. Es sollte der einzige Stolperstein des Abends folgen. Denn ich stand zwar wie vereinbart auf der Gästeliste – aber ohne Fotopass. Klick! Fix den Rucksack bei der vertrauenswürdigen Security hinterlegt und hinein in die Essigfabrik, um Kontakt mit Sylvie von Blackmob aufzunehmen. Gleichzeitig noch ein S.O.S. an meine Redaktionskollegen abgesetzt, wo auch schnell Hilfe angeboten wurde. Kurz darauf hatte ich den Pass in den Händen und konnte das geliebte Fotoequipment wieder auslösen und für den Einsatz vorbereiten.

Darauf erst einmal ein Pils zur Entspannung. Prost! Da es mein erster Besuch in der Essigfabrik war, folgte eine kurze Orientierungsphase mit Vorstellung bei der Security am Fotograben. Es waren ausschließlich sympathische Jungs am Werk, so dass die spätere Knipserei und der Einlass in den Fotograben kein Problem werden sollte. Gerade kamen die Mitgereisten mit einer weiteren hopfenhaltigen Abkühlung im Gepäck auf mich zu, als sich auch schon der Auftritt von Hong Faux aus Schweden anbahnte. Wie ich feststellte, könnte am Timing zum Einlass in den Graben noch einiges verbessert werden.

Die erste Band des Abends kam auf die vollgestellte Bühne. Es sollte direkt mit sehr viel Schwung losgehen. Die Mitdreißiger boten mit ATS, Scars und From Now To Never More zu Beginn direkt alles auf, was das Rockerohr glücklich macht. Es gab aber auch was fürs Auge: Gitarrist Björn Billgren mit Hut bekleidet und Drummer Jonathan Hummelman mit hippem Bart dazu Sänger Nik Seren mit gepflegter Matte.  Einige Damen quittierten den Auftritt mit Kommentaren über Coldplay und wollten damit wohl einen stimmlichen Vergleich anstellen. Ganz unrecht hatten sie nicht. Hong Faux boten auf jeden Fall einen tollen Start in den Abend. Allein die Songauswahl oder aber die Reihenfolge würde ich mir anders wünschen. Die Power vom Anfang konnten die vier Schweden nicht bis zum Ende transportieren. Trotzdem bekamen sie viel Lob von den umstehenden Ersthörern. Der rote Teppich für ein erstklassiges Rockkonzert war bereitet.

Hong Faux

Setlist Hong Faux

ATS
Scars
From now to never more
Hello Neptune
Peter & Anne
Coming through the rye
Feign death to stay alive
Deathmatch

Lineup Hong Faux

Nik Seren – lead vocals / rhythm guitar
Johan Bergqvist – bass guitar / backing vocals
Björn Billgren – lead guitar
Jonathan Hummelman – drums / backing vocals

In der ersten Umbauphase wurden standesgemäß die Merchstände sowie die Toilette aufgesucht. Während es im Bereich der Shirts und Vinylscheiben viel Interessantes zu bestaunen gab, musste ich feststellen, dass der Gang ans Urinal beim nächsten Mal einer längeren Vorplanung bedürfen würde. Mit anderen Worten: Wir standen wieder in Zweierreihen, aber diesmal vorm Klo…
Beim ersten Mal etwas zu spät bei der Fotoarbeit, wollte ich es diesmal besser machen. Wie die Security aber freundlich mitteilte, hatte ich es dieses Mal zu gut gemacht. Wieder etwas gelernt! Eintritt in den Fotograben erst, wenn die Band auf die Bühne kommt! Während Hong Faux noch auf ein gestyltes Auftreten Wert legten, begann mit dem Einmarsch von Planet Of Zeus der puristische Teil des Abends. Da wir aber wegen der Musik und nicht wegen hipper Griechen nach Köln gefahren waren, galt alle Aufmerksamkeit der aufkommenden Klänge. Der Optik zum Trotz wurden wir mit Energie in Form von leidenschaftlich vorgetragenem Rock nur so überschüttet. Schnell war die mittlerweile zu 80-90% gefüllte Halle überzeugt, dass hier heute Abend gefeiert wird und das nicht zu knapp. Mit ihrem erdigen Sound und der dunklen, verrauchten Stimme von Sänger Babis hatten die Griechen sofort alle Stoner auf ihrer Seite. Von 0 auf 100 und ohne Handbremse folgten neun Songs. Vorgetragen, als wenn jeder Song der letzte wäre, den Planet Of Zeus je spielen würden. Mitreißend und emotional vorgetragen. Egal ob J.V. am Bass, Syke an den Drums oder Yog an der Gitarre, Griechenland hat an diesem Abend alles gegeben. Die gute Qualität des Sounds tat ihr Übriges, um ein rundum gelungenes Mittelstück abzuliefern.

Planet Of Zeus

Setlist Planet Of Zeus

Macho Libre
Sky High Heels
Something’s Wrong
A Girl named Greed
Leftovers
The Great Dandolos
No Tomorrow
Vigilante
Vanity Suit

Lineup Planet Of Zeus

J.V. – bass
Syke – drums
Yog – guitars
Babis – vocals, guitars

Dieses Mal wurde die Umbauphase genutzt, um die zum Verkauf angebotenen Waren näher zu begutachten. Nach ausführlichem Austausch über mögliche Outfits und unbedingt nötige Accessoires wechselten einige Shirts, diverse Kleinigkeiten und viel Vinyl den Besitzer. Letztere wurden nach dem Konzert sogar mit Unterschriften verziert. Denn Hong Faux und Planet Of Zeus mischten sich nach ihren Auftritten unters Volk und waren auch einem gepflegten Gespräch nicht abgeneigt. Bands zum Anfassen eben.

Die Essigfabrik platzte mittlerweile aus ihren Nähten und die Schlange zum Männerklo reichte nun fast bis zum Eingang. Das konnte nur eins bedeuten: Der Auftritt der Stonerrocklegende Clutch aus Maryland in den USA musste kurz bevor stehen! Aus diesem Grund begab ich mich – diesmal perfekt abgepasst – das letzte Mal für diesen Abend Richtung Bühne, um die Kamera zu bedienen. Neil Fallon und seine Bandkollegen sollten fulminant starten. Mit X-Ray Visions und Firebirds knallten uns direkt die Volldruckstücke des neuen Albums Psychic Warfare um die Ohren. Direkt gefolgt von Crucial Velocity – ebenfalls eine Nummer fürs Gaspedal. Da wussten alle, dass hier heute Abend alles geboten wird, was Clutch zu bieten haben. Ehrlicher Rock, vorgetragen mit Enthusiasmus und purer Leidenschaft zur geliebten Kunst. Neil Fallon gleicht auf der Bühne einem Magier, der mit stets bestehender Körperspannung und ausschweifenden Handbewegungen seine Musik so unters Volk bringt, wie es kaum ein anderer Frontmann der Stonerszene vermag. Nach Earthrocker folgte der groovige Teil des Abends. Hierbei kamen dann Percussionelemente wie die Cowbell zum Einsatz und auch das bluesige Son Of Virginia wurde live dargeboten. Mit nur einer Zugabe von zwei Songs verabschiedeten sich Clutch nach 18 gespielten Songs und hinterließen ausnahmslos begeisterte Musikfans.

Ein für mich grandioser Konzertabend, der nur noch durch die Tatsachen hätte gesteigert werden können, dass mein Lieblingssong Behold The Colossus Teil des Sets gewesen wäre oder meine so geliebte Hammondorgel ihren Einsatz gefunden hätte.

Clutch

Setlist Clutch

X-Ray Visions
Firebirds!
Crucial Velocity
Burning Beard
Cyborg Bette
Unto the Breach
Sucker for the Witch
A Quick Death in Texas
Doom Saloon
Our Lady of Electric Light
Earth Rocker
Cypress Grove
Noble Savage
Your Love Is Incarceration
Son of Virginia
Gravel Road
Extratime
D.C. Sound Attack!
The Mob Goes Wild

Lineup Clutch

Neil Fallon – vocals
Tim Sult – guitar
Dan Maines – bass
Jean Paul Gaster – drums

 

 

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SCUMBAG

SCUMBAG

Von AC/DC bis ZZ-Top und wieder zurück. Meine Vorlieben liegen im Stoner Rock Segment. Monster Magnet, Clutch und Pothead werden dabei immer wieder gerne gehört.

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