Jag Panzer & Support – 31.05.19 Turock, Essen

Jag Panzer 31.05.19 Turock Essen

Jag Panzer

Einer der ersten schönen Tage dieses Sommers wird noch schöner werden. Ich befinde mich im Essener Turock. Das Package, bestehend aus Amulet, Seven Sisters und der US-Metal Kulttruppe Jag Panzer, steht heute auf dem Programm. Ich bin schwer gespannt, wie das so wird.

Amulet

Die Londoner Amulet dürfen als erstes ran. Das Turock ist gut gefüllt, bietet aber noch ein wenig Platz für Zuwachs. Nach einigen Minuten Eingewöhnung, in denen Amulet mich noch nicht überzeugen können, drehen die vier aber auf und werden lockerer. Der oldschoolige britische Metalsound mit siebziger Jahre Amulet 31.05.19 Turock EssenEinschlag gefällt mir ganz gut, ist mir jedoch auf Dauer ein bisschen eintönig. Nur wenige Songs können mich ernsthaft mitreissen. Musikalisch gesehen ist das aber alles nicht schlecht. Gitarrist James ‚Nippy‘ Blackford haut beachtlich flotte Soli vom Griffbrett und Marek ‚Heathen‘ Steven sieht mit der Weste auf nacktem Oberkörper und der lustigen Lockenhelmfrisur aus, wie aus den Siebzigern rübergebeamt. Besonders Sänger Federico ‚Mace‘ Mazza kann mich überzeugen. Mazza geht dabei sehr theatralisch zu Werke, mit viel Gestik und Mimik. Die Stimme ist klasse und klingt irgendwie nach Bruce Dickinson meets Geoff Tate für mich. Das reisst die nicht immer so hochklassigen Songs wieder hoch. Wer auf alte Maiden und Anverwandtes steht, sollte mal ein Ohr riskieren. Dem überwiegend älteren Publikum heute Abend hat es scheinbar gefallen.

Seven Sisters

Ebenfalls aus London kommen Seven Sisters. Die sieben Schwestern, die in Wirklichkeit vier Männer sind, fröhnen ebenso dem Sound des NWOBHM. Der Seven Sisters 31.05.19 Turock EssenOpener fällt direkt mal ne Nummer härter aus, als bei den Kollegen von Amulet. Klingt frisch, aber bleibt den Wurzeln treu. Hier wird im Grunde nichts Neues geboten, aber das auf gutem Niveau. Standesgemäß werden zweistimmige Soli zelebriert und man sieht der Band an, dass sie ihren Job mit Leidenschaft und Spass macht.
Gareth Martin am Bass muss ich hier besonders erwähnen. Der kleine Mann mit dem langen Bart spielt immer wieder mit den Zuschauern und macht ordentlich Stageacting. Die Seven Sisters haben auch einen guten Stand bei den Zuschauern und werden mit Applaus belohnt. Gegen Ende der Show kommt noch ein schneller, härterer Song. Da haben sie mich dann auch gehabt. Gute Show der Jungs. Würde ich mir nochmal anschauen. Ich denke, hier werde ich auch mal die Musik aus der Konserve zuhause auflegen, um genauer hinhören zu können.

Jag Panzer

Nach zwei Supportacts, die beide einen 40-minütigen Set spielen durften, ist es endlich soweit. Unter Jag Panzer-Rufen kommt die Band auf die Bühne. Spätestens jetzt weiss man, für wen die Anwesenden den Weg nach Essen auf sich genommen haben. Was für ein Empfang.

Nach dem Opener „Far beyond all fear“ kommt mit „Chain of Command“ direkt der erste Knaller. Harry „The Tyrant“ Conklin hält im Refrain den Microständer in die Menge, die ausnahmslos mitsingt. Wow. Soviel Stimmung und das schon im zweiten Song. Wahnsinn, wie laut hier mitgesungen wird. Sowas hab ich ganz selten erlebt. Jag Panzer sind aber auch in Spiellaune. Da grinsen die beiden Gitarristen Marc Briody und Ken Rodarte um die Wette, agieren mit den Zuschauern, zeigen auf sie und begrüssen einzelne ihnen wohl bekannte Leute in der Menge. Da fühlt man sich willkommen. Jeder Song wird gnadenlos abgefeiert. Die Setlist ist aber auch gut. Durch die Bank wird jedes Album bedacht, wobei zur Freude der Anwesenden die meisten Songs vom Überalbum „Ample Destruction“ kommen.

Jag Panzer 31.05.19 Turock EssenObwohl Joe Tafolla auf dem Papier noch Mitglied von Jag Panzer ist, ist er leider nicht dabei. Ken Rodarte ist aber ein vollwertiger Ersatz, stehen seine technischen Fähigkeiten denen von Tafolla in nichts nach. Gründungsmitglied Marc Briody macht natürlich auch einen guten Job, wobei der größte Teil der Leads von Ken gespielt wird.

The Tyrant

Harry Conklin ist aber der Mann des Abends. Mein Gott, was für eine Stimme! Da ist in den Jahren nichts verloren gegangen. Er kommt immer noch ohne Schwierigkeiten in die höchsten Lagen. Das ist einfach nur der Hammer. Zweimal wird die Band nach dem regulären Set mit lautstarken Jag Panzer-Rufen wieder auf die Bühne geholt. Heute sind echt nur Die-Hard-Fans am Start.

Jag Panzer spielen eine fabelhafte neunzigminütige Show voller Spass und Spielfreude. Da wird man einfach mitgerissen. Schade, dass sie so selten in unseren Clubs zu sehen sind. Für noch nicht mal 30 Euro gab es einen kurzweiligen Konzertabend mit zwei guten und einer hervorragenden Band.

Anstand

Als ich nach dem Auftritt Harry Conklin begrüßen wollte, nahm der mich erstmal in den Arm anstatt meine ihm entgegengestreckte Hand zu nehmen. Coole Geste. Absolut netter Kerl, der sich noch viel Zeit für seine Fans nimmt, Selfies macht, Gespräche führt und Autogramme schreibt. Von soviel Fannähe sollten sich einige Bands mal eine Scheibe abschneiden. Trotz wahrscheinlich keiner übermäßig großen Verdienste, wird hier kein VIP-Fan-Paket zu Wahnsinnspreisen angeboten. Hier kommt man noch nach dem Gig zu den Fans, und das ganz kostenlos.

Setlist Jag Panzer
Far Beyond All Fear
Chain of Command
Achilles
Overlord
Licensed to Kill
Harder Than Steel
Black
Iron Eagle
King at a Price
Fire of Our Spirit
The Mission (1943)
Foggy Dew
The Scarlet Letter
Shadow Thief
Born of the Flame
Warfare
Generally Hostile

Jag Panzer


Seven Sister


Amulet


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Bildquellen

  • Amulet 31.05.19 Turock Essen: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
  • Seven Sisters 31.05.19 Turock Essen: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
  • Jag Panzer 31.05.19 Turock Essen: (c) Chipsy-Karsten Frölich/www.metal-heads.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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