Bláfjall: SÓLSTAFIR präsentieren weiteres Video

Sólstafir Haffsteinn Vida

SÓLSTAFIR haben ein weiteres Video zum Album Berdreyminn veröffentlicht. Diesmal zum Song Bláfjall.

Mit dem Album Berdreyminn sind SÓLSTAFIR noch weiter in Richtung progressivem Artrock mit metallisch-atmosphärischer Substanz gerückt. Man kann ihre Songs weiterhin als episch und auch dramatisch bezeichnen. Insgesamt klingen sie dabei zurückhaltender und abgeklärter als auf den Vorgängeralben.

Nun also nach Silfur-Refur und Hula das dritte Video, mit dem SÓLSTAFIR den Song Bláfjall interpretieren.

Oder sollte man besser sagen: dem Soundtrack zum Film? Denn was aus der Arbeit von SÓLSTAFIR mit Regisseur Bowen Staines herausgekommen ist, ist weitaus mehr als ein Video zum Song.

Bláfjall – If you let that dog in, it will follow you forever

Sólstafir Snorri SturlusonAuf der ihrer Tour 2017 habe ich SÓLSTAFIR in Köln gesehen. Schon da hatte mich das, was Aðalbjörn Tryggvason zu Bláfjall erzählt hat, beeindruckt. Er widmete den Song den Menschen, die sich in schwierigen Situationen befinden, weil sie mit Abhängigkeit oder psychischen Erkrankungen zu tun haben, Missbrauch erleben oder jemanden kennen, der einen Suizidversuch unternommen hat. Damals forderte er alle auf, mit diesen Menschen im Gespräch zu bleiben und ihnen zuzuhören. Auch dann, wenn es schwer ist, das Leid, die Kämpfe und die Leere nachzuvollziehen.

 

Und jetzt dieses Video, das eine Geschichte von überwältigender Trauer und den mentalen Verrenkungen, die Menschen vollziehen, um sich dieser Trauer nicht stellen zu müssen.

Talk to them, you might be the only hold and help (Aðalbjörn Tryggvason)

Jeder Mensch habe geheime Sorgen und Wunden, die sich nicht körperlich zeigen. In Bláfjall werden diese Wunden in Form von Erinnerungen sichtbar, die in der Gegenwart erneut erlebt werden. Die Verwicklung in das gegenwärtige Erleben verändert die Bilder und Erinnerungen der Vergangenheit und bestimmt das zukünftige Erleben und Handeln.

Hann righeldur í mig og sleppir mér ekki ….

Der Tod krallt sich fest und lässt nicht mehr los. Trauer in all ihren Ausprägungen. Und die Möglichkeiten, mit ihr umzugehen oder eben auch die Umwege, die genommen werden, um sich der Trauer nicht direkt zu stellen. Resignation, Schmerz, Wut, Ohnmacht aber auch Hoffnung. Der Film macht diese Emotionen greifbar und berührt damit tief. Schon der Song transportiert die Qual, die mit diesen Gefühlen verbunden ist. Die Melodien und Riffs, das eindrucksvolles Drumming tragen und unterstreichen die Atmosphäre, die durch die Lyrics entsteht. „Hann righeldur í mig og sleppir mér ekki“ – er krallt sich in mir fest und lässt mich nicht mehr…. singt Aðalbjörn über den Tod. So aufwühlend dieser Song ist, so bewegend ist auch das Video.

 

 

Die Dreharbeiten für das  Video waren mit einigen Schwierigkeiten verbunden. So hatten sie mit stürmischen Winden zu kämpfen und auch die Umsetzung des Autounfalls erwies sich als problematisch.
Eine wichtige Rolle im Video spielt Flosi Þorgeirsson, Gitarrist der isländischen Band HAM sowie der grandiose Klanggemälde schaffenden Formation GlerAkur.

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Bildquellen

  • Sólstafir Snorri Sturluson: Season of Mist
  • Sólstafir Haffsteinn Vida bb: Season of Mist
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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