KONZERTBERICHT: GHOSTHER + TERRADOWN + INVOKE – Don’t Panic Essen, 13.06.2026
Am 13.06.2026 spielte die Modern Metal Band GHOSTHER im Zuge ihrer „The Orange Blackout“-Tour im Essener Don´t Panic. Mit von der Partie waren auch INVOKE und TERRADOWN.
Zuhause in ihrem Wohnzimmer
Der 13. Juni 2026 hätte voller sein dürfen, als GHOSTHER im Zuge ihrer ersten Headliner-Tour in ihr Wohnzimmer, das Don’t Panic, zum Abriss luden. Leider fanden nur rund 75 Besucher den Weg nach Essen. Ein überschaubarer Rahmen, der aber schnell zeigte, dass Intensität nicht von Zahlen abhängt. Gemeinsam mit den Vorbands INVOKE und TERRADOWN, allesamt mit unterschiedlichen stilistischen Ansätzen, wurde den Anwesenden dennoch ordentlich Feuer unter dem Hintern gemacht. Metal-Heads.de war natürlich am vorletzten Tag der Tour – und dem damit letzten NRW-Termin – am Start und kann Folgendes über den Abend berichten. Here we go!
INVOKE – Wuchtiger Metalcore aus Mönchengladbach
Den Anfang des Abends machten INVOKE aus dem Mönchengladbacher Raum. Pünktlich um 19:45 Uhr enterte das Quintett um Shouterin Jenni „Joko“ Gornicki die legendär komprimierte Bühne des Don’t Panic, um mit ihrer Single „No Light / No Home“ zu starten. INVOKE machten vom ersten Takt an klar, dass sie den Abend nicht gemütlich anrollen lassen würden. Mit „Shallow Hearts“ legte das Metalcore-Quintett mit wuchtigen Riffs, tighten Breakdowns und Jokos energischer Stimme direkt noch einen kraftvollen Wutbolzen hinterher und rüttelte damit auch die letzten Essener Schnarchnasen wach. Trotz der überschaubaren Besucherzahl von circa 40 Personen suchte die sympathische Band – zwar etwas zurückhaltend, aber stets präsent – den Kontakt zur Crowd und lieferte eine Performance, die deutlich zeigte: Hier steht eine Truppe auf der Bühne, die hungrig ist, etwas zu sagen hat und mächtig abliefert.
Wir persönlich hätten INVOKE, die uns stellenweise an die mächtigen Arch Enemy in der Gossow-Ära erinnern, ein größeres und durchgeknallteres Publikum gewünscht, um ihren Songs noch mehr Aggressivität zu verleihen. Verdient hätten sie es allemal. Den Respekt ihrer Musikerkolleg:innen haben sich INVOKE aber definitiv erarbeitet – wie GHOSTHER-Frontfrau Jenny während des Auftritts offen betonte. Und INVOKE brauchen gar nicht so tief zu stapeln, wenn sie sagen, dass ihr größter Hit die Cover-Version „Witchcraft“ von Pendulum sei. Ihre eigenen Songs haben mindestens genauso viel, wenn nicht sogar noch größeres Potenzial. Mit ihrer starken Single „Shards“ beenden INVOKE nach rund 30 Minuten ihren intensiven und energiegeladenen Auftritt – und können sich mit dem guten Gefühl, wirklich alles gegeben zu haben, danach entspannt ins Publikum mischen.
Setlist INVOKE: No Light / No Home ; Shallow Hearts ; Quasar ; Interlude/A Child Of Embers ; Witchcraft (Pendulum-Cover) ; Interlude/Wanderers ; Shards
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TERRADOWN – Melodic Death Metal mit Herz, Härte und holländischer Bodenständigkeit
Die nachfolgenden TERRADOWN gehören zu den Bands, die man live einfach erlebt haben muss – und wer sie, so wie wir, bereits im November in Bochum an der Seite von Life Of Agony (Review) gesehen hat, weiß genau, wovon wir sprechen. Die sympathischen Niederländer lieferten auch im Don’t Panic ab, als gäbe es kein Morgen – völlig ungeachtet der Größe der Location. TERRADOWN waren gekommen, um den Laden ordentlich durchzuschütteln. Ihr moderner, grooviger Melodic-Death-Metal traf im kleinen Essener Club auf eine intime, fast familiäre Atmosphäre – und genau das spielte der Band in die Karten. Frontmann Nick Brouwer (mit seinen charakteristischen fingerlosen Handschuhen) dominierte die Bühne mit energetischer Theatralik, Emotionalität und absoluter Kontrolle, während die Band hinter ihm ein Brett auffuhr, das die Besucher durchaus ausrasten ließ. Überraschenderweise konnten TERRADOWN hier in der Thrash-Metal-City Essen auf eine delikate Fan-Base bauen, die sich anhand ihrer Kleidung klar von den GHOSTHER-Anhänger:innen unterscheiden ließ.
Songs wie „Fly Free“, „Cast The Die“ oder das Material der neuen Scheibe „Accept Your Fate“ wirkten live noch druckvoller als auf Platte. Als besonderer Anspieltipp sei der mitreißende, atmosphärische Track „Memories“ genannt. TERRADOWN schafften es mühelos, die Crowd mitzunehmen, ohne viele Worte zu verlieren – ihre Musik sprach für sich. Technisch sauber, rhythmisch packend und mit einer spürbaren Leidenschaft, die man nicht faken kann. Und wenn doch einmal das Wort ans „beste Publikum der Welt“ gerichtet wurde, dann wurde teilweise sogar auf Deutsch gesprochen.
Seit ihrem letzten NRW-Besuch wirkten TERRADOWN noch eingespielter und selbstbewusster. Man merkte deutlich, dass sie – auch dank der Tour mit GHOSTHER – enorm tourerprobt sind und mit „Accept Your Fate“ starkes Material in der Hinterhand haben. Die Chemie auf der Bühne stimmte, der Sound saß, und die Band hatte eine Ausstrahlung, die selbst in einem kleinen Club wie dem Don’t Panic groß wirkte.
Kurz gesagt: TERRADOWN haben erneut bewiesen, dass sie aktuell zu den spannendsten modernen Melodic-Death-Metal-Acts aus den Niederlanden gehören. Ein starker, intensiver, 45-minütiger Auftritt, der den Abend perfekt in Richtung Headliner schob und nur strahlende Gesichter hinterließ.
Setlist TERRADOWN: Intro/So Sweet And Cold ; Cast The Die ; Fly Free ; Memories ; From The Skies ; Checkmate ; Nothing To Lose ; Accept Your Fate ; The Last Decree
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GHOSTHER – Bekannt für gute Musik und schlechte Witze 😉
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Wenn eine Band ihr „Wohnzimmer“ betritt, dann merkt man das sofort. Für GHOSTHER war der 13. Juni 2026 im Essener Don’t Panic mehr als nur ein weiterer Tourstopp – es war ein Heimspiel (auch wenn die Band ja bekanntlich aus Heinsberg stammt), ein Statement und ein Moment, der zeigt, wohin die Reise ab 2026 geht. Auch wenn nur rund 75 Besucher den Weg in den Club fanden, fühlte sich dieser Abend definitiv größer an, als es die nackten Zahlen vermuten lassen.
Nach den starken Auftritten von INVOKE und TERRADOWN war die Bühne perfekt vorbereitet, doch GHOSTHER machten schnell klar, dass sie diesen Abend zu ihrem Abend machen würden. Mit dem neuen Line-up, frischer Energie und einer spürbaren Entschlossenheit legte die Band los, als stünde sie vor einem ausverkauften Festivalfeld.
Frontfrau Jenny zeigte einmal mehr, dass alleine sie den Unterschied macht und das emotionale Zentrum dieser Band ist: kraftvolle Vocals, klare Ansagen, viel Präsenz und eine Authentizität, die man nicht lernen kann. Von Zurückhaltung keine Spur. Zwischen Härte, Melodie und elektronischen Akzenten fand die Band ihren ganz eigenen Modern-Metal-Sweetspot – druckvoll, energisch und intensiv.
Die Band wirkte nach dem Line-up-Wechsel stabil und selbstbewusst. Basser Chris und Schlagzeuger Ben fügten sich komplett ins Arrangement der Band ein und ließen in ihrer Präsenz keine Schwächen erkennen. Alle Songs saßen, die älteren bekamen eine frische Kante, und die Chemie auf der Bühne war spürbar herzlich. GHOSTHER spielten nicht einfach ein Set herunter – sie erzählten wie immer ihre Geschichte, ließen viele Emotionen zu und nahmen das Publikum (gleichzusetzen mit ihrer Family) über die gesamte Show hinweg konstant mit.
Zwischen den Songs gab es viele ehrliche Worte, viel Dankbarkeit, derbe Späßchen (wie: „Wir sind GHOSTHER – bekannt für gute Musik und schlechte Witze!“) – aber auch einige (mutmaßliche) Tränen. Besonders hervorzuheben ist die fantastische Piano-Version von „Undertow“, die Sängerin Jenny und Gitarrist Andy sitzend auf Barhockern darboten und währenddessen um Intimität baten, da es sich um einen sehr besonderen Moment handele und der Song die Thematik Depression behandelt. Hey Essen – wer bei dieser Darbietung dabei war, darf sich wirklich glücklich schätzen. Solche superintensiven Momente sind sehr selten.
Im Anschluss daran durften alle – bis auf Neuzugang und (O-Ton) „sexy“ Schlagzeuger Ben – kurz die Seele beruhigen. Nach Bens Schlagzeugsolo ging es jedoch mit voller Energie weiter.
GHOSTHER präsentierten neben ihren altbekannten Hits wie „Karma“, „Criminal Love“, „Control“ und „Mindset Baby“ auch den brandneuen Song „No Gods“ in der Uraufführung – ein deutlicher Hinweis darauf, dass ein neues Album nicht mehr allzu lange auf sich warten lassen dürfte. Nach vielen lustigen, ernsten und hintergründigen Ansagen und einer unübersehbaren Portion Stolz, endlich die erste eigene Headliner Tour gespielt zu haben, beendeten GHOSTHER nach sage und schreibe 120 Minuten um 23:30 Uhr bester Unterhaltung ihre Don’t-Panic-Show.
Ach ja – und übrigens sind GHOSTHER jetzt auch im Fernsehen bzw. auf RTL+ zu sehen. Für die neue Young-Adult-Serie „Mermaids to Lovers“ (Warner Bros.) steuerte die Band gleich fünf Songs zum offiziellen Soundtrack bei – inklusive Titelmusik, atmosphärischer Untermalung und sogar einer On-Screen-Performance der Band. Wer also mal reinschauen möchte, ist herzlich eingeladen.
Setlist GHOSTHER: No Gods ; Alone In This ; Better Me ; Breathing ; Karma ; Criminal Love ; Undertow (Piano Version) ; Drumsolo Ben ; No Tomorrow ; Control ; Orange Silence ; Doomed ; A Beautiful Mind ; Bleed Me Out ; Undertow (Original) ; Mindset Baby ; Resistance
Fazit – Ein Abend, der größer war als jede Zahl
Manchmal sind es nicht die ausverkauften Hallen, die in Erinnerung bleiben – sondern die Abende, an denen Musik, Menschen und Emotionen so eng zusammenrücken, dass etwas Einzigartiges entsteht. Genau das war die Headliner-Show von GHOSTHER im Essener Don’t Panic.
Trotz nur 75 Besuchern fühlte sich dieser Abend an wie ein Triumphzug. INVOKE rissen den Laden wach, TERRADOWN schoben mit brachialer Präzision nach – und GHOSTHER machten daraus einen dieser seltenen Momente, in denen eine Band über sich hinauswächst.
Was diesen Abend so überwältigend machte, war nicht die Größe des Publikums, sondern die Größe der Haltung: Ehrlichkeit statt Ego. Nähe statt Distanz. Emotion statt Routine.
GHOSTHER zeigten, dass sie bereit sind für den nächsten Schritt – musikalisch, menschlich und live. Die neuen Songs, die spürbare Chemie im Line up, die intensiven Zwischenmomente und die pure Freude, endlich eine eigene Tour zu spielen, machten diese Show zu etwas Besonderem.
Und Essen? Ihr wart vielleicht wenige – aber ihr wart laut, warmherzig und genau die richtige Crowd für diesen Meilenstein.
Ein Abend voller Herz, Härte und echter Verbundenheit. Ein Abend, der zeigt, dass Größe nicht in Zahlen steckt, sondern in dem, was bleibt. In diesem Sinne: Glück auf!
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Bildquellen
- Invoke-Essen-Don´t Panic-13.06.2026-Treasureman-3: © 2026 by Dan Schuetze / treasureman@metal-heads.de
- Terradown-Essen-Don´t Panic-13.06.2026-Treasureman-3: © 2026 by Dan Schuetze / treasureman@metal-heads.de
- Ghosther-Essen-Don´t Panic-13.06.2026-Treasureman-23: © 2026 by Dan Schuetze / treasureman@metal-heads.de
- Ghosther-Essen-Don´t Panic-13.06.2026-Treasureman-18: © 2026 by Dan Schuetze / treasureman@metal-heads.de
- Titelbild: © 2026 by Dan Schuetze / treasureman@metal-heads.de



































































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