M.I.GOD. – Metal in der Matrix

M.I.GOD. - Live in Bochum - 21.02.2020 - Titelbild

M.I.GOD. sind derzeit mit ihrem neuen Album auf Tour. Die Veröffentlichung von „Specters On Parade“ vor einem Jahr am 15. Februar sorgt bei den fünf Jungs aus der Gegend um Nürnberg für die verstärkte Bühnenpräsenz.

M.I.GOD. im Fahrwasser von A LIFE DIVIDED

Der Job als Support von A LIFE DIVIDED beschert der Band unter anderem die ersten Auftritte außerhalb des Freistaates Bayern. In der Matrix in Bochum machten M.I.GOD. am Karnevalsfreitag Station. Der einzige Gig in der Rhein-Ruhr-Schiene zog rund 300 Leute in die Katakomben von Langendreer.

Neue Songs das Zugpferd

Wenig überraschend lag der Schwerpunkt der Setlist auf dem neuen Album. Der gelungene Opener „The Solitary Ghost“, nahtlos gefolgt von „The Threshold“, bildete den Auftakt zu 45 Minuten Metal mit dem gewissen Extra. Mehr noch als auf dem Vorgänger „Floor 29“ aus 2012 verstehen es M.I.GOD. mit dem neuen Material und dem Mix aus Clean Vocals und eingestreuten Growls von Sänger Max Chemnitz einen komplett eigenen Stil zu kreieren. Diese Bemühungen kommen durchaus beim Publikum an, dem man unterstellen kann, dass es in erster Linie wegen des Headliners gekommen ist.

Man muss auch gönnen können

Max und Leadgitarrist Henrik Schaller nutzen deshalb die Chance, einerseits das Publikum zum Mitmachen zu animieren. Andererseits sind sie aber beide auch ehrlich genug, den Anheizerjob an diesem Abend ernst zu nehmen und ihre Kumpels von A LIFE DIVIDED vorab abzufeiern.

M.I.GOD. - Live in Bochum - 21.02.2020

M.I.GOD. goes so 80s

Diese Taktik setzten M.I.GOD. konsequent bei der Video-Single „Chances“ und „Tears of Today“ fort. Die Reaktion aus den Tiefen des Tonnengewölbes gab ihnen unüberhörbar recht. Zur Mitte des Sets kam die einzige Referenz aus früheren Zeiten zum Zuge. Mit der Coverversion von DURAN DURANs „Ordinary World“ war der Mitsinganteil vor der Bühne garantiert. Absolut zielgruppenorientierte Songauswahl.

Wer wagt, gewinnt!

Eine persönliche Überraschung für mich stellte danach „We All Belong To The Dark“ dar. Dem Titel des Tracks entsprechend keine Sonnenscheinnummer sondern ein düsterer Powersong mit ordentlich Speed. Aber diese Eigenschaften sind im Gesamtrepertoire von M.I.GOD. nicht etwa die große Ausnahme – im Gegenteil. Was mich überraschte, war, dass ein Song mit einer derart proggigen Drum Line und fast grungigen Tempiwechsel zum Einsatz kam. Vor diesem Hintergrund also Hut Ab! vor der – wie ich finde – mutigen Entscheidung.

M.I.GOD. - Live in Bochum - 21.02.2020

M.I.GOD. wants you

Die letzten zehn Minuten im Set gehören weiterhin dem neuen Material. Mit „Weight of a Million Souls“ geben M.I.GOD. noch einmal eine Kostprobe ihrer eher rockigen Seite. Ein cooler Stunt dabei war, dass Max die Leute aufforderte, kurze Selfiesequenzen mit dem Handy aufzunehmen. In der Sequenz sollten sich die Zuschauer beim Abrocken filmen und die Schnipsel dann auf Instagram hochladen. Mit diesem Material wollen M.I.GOD. ein weiteres Video zusammenstellen.

Unbekannte fremde Federn

Mit „I Feed You My Love“ kommt als verkappte Zugabe noch einmal – allerdings diesmal unbemerkt – eine Coverversion an die Reihe. Mit dem Song wurde die Norwegerin Margaret Berger anno 2013 Vierte beim Eurovision Song Contest (!!!). Insoweit also keine Schande, wenn es niemand gemerkt hat, dass hier einem düsteren Elektro-Pop-Song ein metallischer Überzug verpasst wurde. Der überraschende Schlusspunkt eines interessanten Programms.

M.I.GOD. - Live in Bochum - 21.02.2020

Unbedingt empfehlenswert

Metal-Heads.de kann M.I.GOD. vorbehaltlos empfehlen, sollte sich die Gelegenheit ergeben, sie in Zukunft wieder mal live zu sehen. Unseren Hellion hat die Band auf Anhieb „gepackt“. Wer den True Metaller länger kennt, weiß, dass das ein amtliches Kompliment ist…

M.I.GOD. - Live in Bochum - 21.02.2020

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Bildquellen

  • M.I.GOD. – Live in Bochum – 21.02.2020: (c) metal-heads.de / Amir Djawadi
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