Nord Open Air – Tag 2

Nord Open Air - Tag 2

Nord Open Air – Tag 2

Nach einem super Start am Freitag stand am Samstag der metallastige Part beim Nord Open Air an. metal-heads.de schickte als Unterstützung den Lucky Luke der Fotografen, Redakteur Chipsy, der mit seinem neuen Equipment schneller schießt, als sich sein Schatten bewegt. Er wird die Leser mit seinen Fotobeiträgen zu Double Crush Syndrome, Aborted, Vader, Armored Saint, sowie den Headliner Sacred Reich verwöhnen. Zusätzlich haben wir es uns nicht nehmen lassen, unseren Hellion als Zeitzeuge der Sacred Reich Show zu beauftragen, den Gig in Worte festzuhalten. Wir wünschen viel Spaß, mit Tag 2 des Nord Open Air.

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Die nächste Metalgeneration aus Essen startet das Nord Open Air am Samstag

Manifestic - Nord Open Air 2016 Tag 2

Die Newcomer Manifestic aus Essen starteten um 12:50 ihr Set. Optisch und Klanglich orientiert sich die Band bewusst am guten alten old school Metal der 80er, ohne altbacken zu wirken. Die Combo spielte einige Tracks von der aktuellen Demo, wobei die Lieder „Poisoned Waters“ und „Code Of Silence“ besonders hervor stachen. Die 4 Jungs aus dem Ruhrgebiet kombinieren die aggressiven Strukturen von Heavy Metal und Speed Metal mit diversen Elementen des Progressive Rock. Dieser Soundmix kam bei den wenigen Besuchern gut an. Schade, dass nach 35 Spielminuten die Show der Jungs vorbei war.

Hartes Geknüppel von Misery Index zur Mittagszeit

Misery Index - Nord Open Air 2016 Tag 2

Um kurz vor 14 Uhr legten die Jungs aus Baltimore, Maryland (USA) ihren Gig hin. Jason Netherton, Mark Kloeppel, Adam Jarvis und Darin Morris versorgten die Besucher mit hartem Death Metal mit vielen Grindcore Elementen. Die Band spielte viele Klassiker und Hits aus den Alben: The Killing Gods, Heirs to Thievery, Traitors, Discordia und Retaliate. Den Fans gefiel es und so animierten die Tracks den ein oder anderen zum Crowdsurfen. Wer die Chance haben sollte, die Band zu sehen, sollte diese nutzen! Es lohnt sich.

Barfuß-Tanz auf den Holzbrettern der Bühne: Bliksem

Bliksem - Nord Open Air 2016 Tag 2

Bliksem, die belgische Thrash-Metal-Band aus Antwerpen war nun als nächstes dran. Frontfrau Peggy Meeussen betrat gewohnt barfuß und im schwarzen Kleid die Bühne. Gespickt mit den Songs aus den 3 Alben „Gruesome Masterpiece“, „Face the Evil“ und dem „Bliksem“ Debüt, bekamen die Besucher einen guten Mix aus allen Alben präsentiert. Der Viehofer Platz war um diese Uhrzeit schon recht gut gefüllt. Viele tanzten, lachten und hatten ihren Spaß an der Musik. So muss ein harmonisches Festival sein! Wer die Band demnächst noch mal sehen will, hat in Köln beim Rhein Riot die Gelegenheit. Also hin!

Die größte Rampensau im Ruhrpott: Andy Brings von Double Crush Syndrome

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Mit Double Crush Syndrome stand um 15:40 eine weitere Band aus dem Pott für ihren Auftritt bereit. Ich kannte den Frontmann von vielen Shows oder auch Bar Besuchen innerhalb von Essen, konnte ihn aber nie zuordnen. Der Kollege Chipsy brachte mich dann schließlich drauf. Klar, Andy Brings, der schon für Sodom oder den Traceelords spielte! Mein Gott, wie hatte er sich über die Jahre verändert. Nun stand er da im Netzhemd und geschminkt auf der Bühne.

Der erste Spruch ging an alle Bands: „Hey Nord Open Air, seid ihr bereit für die erste richtige geile Band?“ Alles lachte, aber klar doch Andi! Los ging die wilde Punkrock Show des Trios.

Andy animierte das Publikum zum Mitmachen. Als die Leute nicht so wollten, wie er wollte, sprang er mal eben von der 2 Meter hohen Bühne in das Publikum, lief von vorne nach hinten und ließ sich nebenbei noch von einem Besucher auf dem Rücken tragen. Frech, wie ein kleiner Schuljunge spielte er, einer Dame den wohl ältesten Streich. Auf die Aufforderung, ihn auf die Wange zu küssen, drehte er seinen Kopf schnell und geschickt so, dass die Dame ihn schließlich auf die Lippen, statt auf der Wange küsste. Zum Schluss wünschte der Frontmann noch viel Spaß mit den „Anderen Luschen Bands“.

Heftiges Gepolter bei Aborted

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Aborted sind keine unbekannten der Grind/Metal Szene. Die Band gibt es nun schon über 21 Jahre! Dies müssen viele Bands erst mal nachmachen. Das aktuelle Line up setzt sich aus Frontmann Sven De Caluwe, Mendel Bij De Leij (Gitarre), Ian Jekelis (Gitarre), Ken Bedene (Schlagzeug) sowie JB Van der Wal (Bass) zusammen. Bereits nach dem ersten Song errötet sich der Kopf von Frontmann Mendel Bij De Leij so sehr, dass seine Birne glatt als ein Osram Produkt durchgehen könnte. Der Mann gibt für seine Musik echt alles! Die Belgier knüppeln nicht nur einfach so um her, sondern sorgen auch für reichlich Bewegung in den ersten Reihen. Ken Bedene bekommt bestimmt für das Verprügeln seiner Drums eine Anzeige! Dies war einfach nur pure Gewalt, gepaart mit gekonntem Schlagzeugspiel. Wer gefallen gefunden hat, hat die Möglichkeit Anfang März mit Kreator und Sepultura die Band zusammen in der Grugahalle zu sehen.

Vader, die Death Metal Matroschka aus Polen konnte reichlich punkten

Vader - Nord Open Air Essen 30.07.16

Wer dachte, das harte Geknüppel von Misery Index und Aborted wäre genug, lag falsch. Den Veranstaltern des Nord Open Air war es gelungen, eine der Wegbereiter des Death Metal nach Essen zu holen: Vader

Die Polen haben zwar 33 Bandjahre auf dem Rücken, fetzen aber immer noch wie am ersten Tag! Die Band war sehr erfreut in der Stadt zu spielen, die Bands wie Kreator hervorgebracht hatte. Bis dato war das Nord Open Air fast schon voll. Es bildeten sich erste Warteschlangen vor den Eingängen, denn die richtigen Festivalknaller legten erst jetzt los!

Sehr zur Freude der Fans von Vader war die Setlist wie eine Matroschka gefüllt. Es folgte ein Kracher nach dem anderen. „Triumph of Death“, „Dark Age“ oder auch „Go to Hell“ sorgten für pure Ekstase bei den Besuchern. Nach einer Stunde Spielzeit, verließ die Band unter Applaus die Bühne.

Das nächste Highlight stand an: Armored Saint beim Nord Open Air

Armored Saint - Nord Open Air Essen 30.07.16

Ich kannte John Bush nur von seiner Zeit bei Anthrax, die meiner Meinung nach die beste Anthrax-Ära darstellt. Bis heute kann ich diese Band nicht verstehen, so einen talentierten Frontmann, für eine dämliche Reunion zu dropen. Anthrax bezahlten diese Entscheidung bitter und so dauerte es ganze 8 Jahre bis 2011 ein neues Album erschien. Karma is a bitch!

Zur Freude vieler John Bush Fans jedoch trommelte der Frontmann seine alte Band zusammen, veröffentliche ein paar neue Alben und stand nun also auf den Brettern des Nord Open Air. Für viele war dies sicher DAS Highlight an dem Wochenende. Die Band startete das Set mit dem Klassiker „Win Hands Down“ gefolgt von „March of the Saint“ und „Tribal Dance“. John und seine Jungs verloren sich im Spielspaß der Show. Der Höhepunkt war auch schließlich das Ende der Show, der Übertrack „Mad House“ ertönte und das Nord Open Air setzte sich nochmal in Bewegung. Herrlich!

Clouds over Essen, here comes DevilDriver

DevilDriver - Nord Open Air 2016 Tag 2

Um 20:25 stand mein persönliches Festival Highlight an: DevilDriver. Die Jungs befinden sich aktuell auf Tour durch Europa, und machten auch halt in meiner Heimatstadt. Leider fiel Frontmann Dez Fafara negativ an dem Abend auf. Ein Fotografenkollege, der gegen Mitte des Sets an der Bühne stand, wurde mit Bier von Herrn Fafara übergossen. Zum Glück bekam die Kamera nur einige Spritzer ab. So ein Verhalten, auf einem friedlichen Festival braucht kein Mensch. Was das sollte? Das bleibt wohl ein Geheimnis. Im Gegensatz zu ihm waren seine Bandmitglieder deutlich geselliger. Gitarrist Mike Spreitzer, Schlagzeuger Austin D’Amond (ex-Chimaira) sowie Bassist Diego „Ashes“ Ibarra (ex-Wayne Static) gingen ohne Scheu zwischen Bus, Backstage und Festivalgelände hin und her, posierten mit Fans für Fotos und schrieben fleißig Autogramme. Das gibt Pluspunkte auf der Sympathieskala.

Die Jungs aus Santa Barbara spielten 60 Minuten, und feuerten sämtliche Knaller ab. Gestartet wurde die Show mit „End Of The Line“, was die Meute in Bewegung setzte. Neben Klassiker wie „I Could Careless“, „Not All Wander Are Lost“, „Clouds Over California“ fanden auch 2 neue Lieder von „Trust No One“ wie „Daybreak“ oder auch „My Night Sky“ den Weg in das Set. Der Abschluss der Show bildete „Meet the Wretched“. Eine Hammer Show!

Das Beste zum Schluss?: Sacred Reich!

Sacred Reich - Nord Open Air Essen 30.07.16

Nach dem sehr am Bass-Sound orientierten Mix von DevilDriver durfte man nun gespannt sein, wie SACRED REICH die Beschallung des nach wie vor proppenvollen Nord Open Air bewerkstelligen wollen. Die Thrash-Metal-Veteranen aus dem sonnigen Phoenix geben heute auf dem NOA das Abschlusskonzert der mehrwöchigen Europatournee. Von den vorherigen Auftritten – sei es an der frischen Luft wie gerade auf dem HEADBANGERS OA oder in der Halle – gab es bislang durchweg gute bis sehr gute Reaktionen von Pressekollegen und Fans.

Das Quartett mit Sänger/Bassist Phil Rind feiert ein kleines Jubiläum: das 20-jährige Bestehen als reine Touringband ohne Ambitionen, neues Studiomaterial an den Start zu bringen. Daher ist es kein Wunder, dass dank regelmäßiger Besuche in der Region bereits der Opener „The American Way“ weite Teile der Leute vor der Bühne zum Mitsingen animiert. Das Moshpotenzial bringt das Titelstück des klassischen Albums aus 1990 sowieso mit. Im Publikum steht einige Meter vor mir Gitarrist und Producer Waldemar Sorychta. Der ist offenbar mit vollem Einsatz ab dem ersten Song dabei.

Krach mit Tiefgang

Sacred Reich - Nord Open Air Essen 30.07.16

SACRED REICH und wiederum namentlich Phil Rind waren und sind immer eine Band gewesen, die über das übliche Maß hinaus mit der Musik auch ihre politischen An- und Einsichten mitteilen. Wer der Band z.B. auf Facebook folgt, weiß, welch „hohe Meinung“ man im inneren Zirkel von den politischen Verhältnissen und den derzeitigen Akteuren im Politikzirkus in den Staaten hat – nämlich gar keine. Die Wut über die bestehenden Verhältnisse hat die Band vor über 25 Jahren in ihre Songs verpackt, die – leider !!! – anno 2016 so aktuell wie am ersten Tag daher kommen. Und mir kommt es vor, als würde Phil Rind den Bass noch einmal extra hart anschlagen, um es der Crowd vor ihm nachhaltig einzubläuen.

Make Love – not War!

Nach „Administrative Decision“ und „Death Squad“ als genretypische Tracks bekommen dann die Medien ihren zustehenden Bash verpasst, bevor Phil Rind mit „One Nation“ und „Love… Hate“ die Coolness lobt, mit der insbesondere Metalheads ganz selbstverständlich miteinander umgehen und somit den Kontrast setzen zu dem Bild, was einige wenige Bekloppte von der Welt zeichnen wollen, indem sie ein Szenario der Angst und des Misstrauens aufbauen und aufrecht erhalten.

Das Beste zum Schluss!!!

Sacred Reich - Nord Open Air Essen 30.07.16

Einer langen Tradition folgend bringen die Jungs dann ihre Version von BLACK SABBATHs „War Pigs“ an den Start, inklusive einem furiosen Drumpart von Schlagzeuger Greg Hall. Der Song leitet über zu einem letzten Querschnitt durch das klassische Repertoire, namentlich „Ignorance“, „Crimes Against Humanity“, der Teenager-Hymne „Who’s to Blame?“ und dem unverwüstlich-punkigen „Independent“. Dem Fazit der bisherigen Ohrenzeugen kann man sich nur anschließen: In puncto traditionellem US-Thrash sind SACRED REICH nach wie vor ein Aushängeschild mit hohem Unterhaltungswert, die mit Zeitgenossen wie Anthrax oder Slayer mühelos mithalten können. Der als Partynummer verpackte Politsong „Surf Nicaragua“ setzt hinter dieses Fazit das erwartete Ausrufezeichen.

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Bildquellen

  • Double Crush Syndrome – Nord Open Air Essen 30.07.16: (c)Karsten Frölich Chipsy/www.metal-heads.de
  • Double Crush Syndrome – Nord Open Air Essen 30.07.16: (c)Karsten Frölich Chipsy/www.metal-heads.de
  • Vader – Nord Open Air Essen 30.07.16: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Vader – Nord Open Air Essen 30.07.16: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Armored Saint – Nord Open Air Essen 30.07.16: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Sacred Reich – Nord Open Air Essen 30.07.16: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Nord Open Air – Tag 2: (c) Kjo: Manifest, Misery Index, Bliksem, DevilDriver
Kjo

Kjo

Die Basis für den Lärm den ich heute höre, legten in meiner Kindheit Elvis und The Rolling Stones. Beide Künstler sind „always on my mind“.

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