EPIC METAL FEST 2015 – starkes Lineup erwärmt einen kalten Sonntag im November…

EPIC METAL FEST 2015

Hier seht ihr die Bilder vom ganztägigen Metal-Event in Eindhoven. Bands wie SEPULTURA, FEAR FACTORY und EPICA konnten in 2 aneinander angrenzden Hallen Tausende Fans begeistern.

 

Metal-Sounds an einem kalten Novembertag in Eindhoven

Es war ein sehr kalter Novembertag in Eindhoven, als ich durch die Straßen irrte, um das schlecht ausgeschilderte Venue zu finden. Klokgebouw…nie gehört und auch viele Passanten, die ich bei eisigem Wind ansprach, konnten nicht helfen. Letztlich gelang es und ich enterte das Gebäude ganz in der Nähe des Stadions, um mich an den verschiedenen Spielarten des Metal zu erwärmen…

Aber erst mal hieß es…Geduld. Die Ereignisse von Paris wenige Tage zuvor hatten die Bedingungen geprägt. Intensive Kontrollen, wie man sie vom Flughafen kennt. Verbot des Mitführens von Rucksäcken etc. – streng, aber natürlich besser als das Event komplett zu canceln. Daher waren die Metaller in den Schlangen auch fügsam und ließen das Ganze über sich ergehen.

DELAIN

DELAIN

Terror verzögert den Einlass – die Folgen von Paris

Durch die längere Suche und das Einlassprozedere verpasste ich fast noch den Start von PERIPHERY, der Band, die Kollege Chipsy am Vortag beim eigenen Konzert erleben durfte (hier sein Bericht!). Ich hatte die Herren vor fast 4 Jahren als Support von DREAM THEATER auf deren Tour erstmals erlebt, konnte mich aber nicht mehr an diese Härte erinnern. Das war schon heftig und das Stroboskoplicht tat sein Übriges. Da wurde man gehörig aufgerüttelt. Das Set umfasste 9 Songs und dauerte 45 Minuten. Ein guter Einstieg ins Festival für mich…

Die Band um Spencer Sotelo weckte die Lebensgeister in mir und überzeugte auch das Publikum mit Tracks wie „The bad thing“ und „Four lights“.

Heimspiel für DELAIN

Als nächstes enterten die heimischen DELAIN die Bühne. Charlotte Wessels und ihre Mitstreiter hatten die überraschend kurze Spielzeit von ebenfalls 45 Minuten (auch nur 9 Songs) zur Verfügung, was aber der Spielfreude keinen Abbruch tat. Man stand in gutem Kontakt zum Publikum und erntete gute Resonanz. Mit Liedern wie „Get the devil out of me“ und „We are the others“ begeisterte die hübsche Frontfrau mit ihrem Team das niederländische Publikum.

ELUVEITIE

ELUVEITIE

Auch wenn man mit Merel Bechtold (bekannt von ihrem Auftritt beim FemME 2015) jetzt eine feste Gitarristin mit im Line up hat, so lag der Fokus der Performance doch auf der Sängerin. DELAIN gefielen mit ihrem kraftvollen, melodischen Metal.

Im Halbdunkel am Rande der Menge huschte die Sängerin Anneke van Giersbergen an mir vorbei, zunächst dachte ich an einen Besuch aus Interesse…lest später, was wirklich dahinter steckte! Dann gab´s eine Band, die ich schon recht lange nicht mehr live erlebt hatte. Leider, wie ich dann feststellte.

Endlich wieder mal auf er Bühne – FEAR FACTORY

FEAR FACTORY!! Man spielte ein Set von einer Stunde mit Schwerpunkt auf dem „Demanufacture“-Album, was mir zusagte, weil ich die Scheibe großartig finde. Zu Beginn wirkte Frontmann Burton C. Bell etwas unmotiviert.

EPICA

EPICA

Das gab sich zum Glück bald und er lieferte mit den drei Musikern von FEAR FACTORY eine solide Performance ab. Unter anderem gab´s ein AGNOSTIC FRONT-Cover vom Song „Your mistake“. Insgesamt zockte man Tracks wie „Self bias resistor“, „New breed“ und „Replica“ agil und ausdrucksstark herunter. Gitarrist Dino Cazares war zwar vielleicht körperlich dank seiner Figur nicht so beweglich, was ihn aber nicht daran hinderte, seine Finger über das Griffbrett flitzen zu lassen. Cool!

EPICA

EPICA

Dazu das Hochgeschwindigkeitstrommeln und ein böse dreinblickender Bassist, fertig ist das Erfolgsrezept. Eine runde Sache und für mich eines der Highlights des EPIC METAL FEST 2015. Auf jeden Fall eine tolle Erinnerung an früher…

Ohne Zeitverlust spielten die Bands abwechselnd auf den beiden Bühnen in den angrenzenden Hallen (wogegen der Bereich mit den ordentlichen Nahrungsangeboten in einem Vorraum angesiedelt war). Die Hallen waren fast gleich groß und auch die Bühnen wiesen kaum einen Größenunterschied auf. Insgesamt ideale Bedingungen für ein solches Event. Next up: from Portugal…MOONSPELL. Auch die Herrschaften um den hochgewachsenen Sänger Fernando Ribeiro hatte ich eine Weile nicht on stage erlebt.

FEAR FACTORY

FEAR FACTORY

Europäisches „One-Hit-Wonder“ der Metal-Szene

Ob einem die Auftritte der Band aus Südeuropa zusagen und ob man etwas mit dieser Musik anfangen kann, muss jeder selber entscheiden. Fast könnte man die Formation als ein „One-Hit-Wonder der europäischen Metal-Szene“ bezeichnen, den nach dem allseits bekannten Track „Opium“, der natürlich auch im heutigen Set nicht fehlen durfte, konnte man keinen durchschlagenden Erfolg mehr verbuchen. Die Performance war grundsolide, aber das düster-melancholische Auftreten des Frontmanns mit seinem langen Ledermantel oder dem Umhang und der speziellen Beleuchtung muss man schon mögen, sonst kann man damit wenig anfangen.

MOONSPELL

MOONSPELL

Ein kleiner Höhepunkt war dann das Duett mit Anneke van Giersbergen beim Song „Scorpion flower“. Die Songs verteilten sich recht homogen auf 4 Releases und so war für jeden Fan etwas dabei…auf jeden Fall gingen – nach der Aufforderung durch den Shouter einige Hände in Richtung Hallendecke.

Das Fotografieren bei diesem Gig war bei schwierigen Lichtverhältnissen in einem engen Fotograben alles andere als einfach…

PERIPHERY

PERIPHERY

Als nächstes sollte der Auftritt von ELUVEITIE in der größeren Halle folgen. Wenn man den Namen liest, ist man sicher, es mit Finnen zu tun zu haben. Nöööö – Schweizer sind es. Die ein größeres Standing in der Szene zu haben scheinen, als ich angenommen hatte. Jedenfalls war es der bislang aufwändigste Bühnenaufbau des Tages. Eine Vielzahl von mittelalterlichen Instrumenten und der intensive Einsatz von Violine und verschiedenen Flöten. Dazu selten melodischer, sondern eher etwas „derber“ gehaltener „Gesang“…wer´s braucht. Musik, die man sich mal für bis zu 20 Minuten antun kann, dann aber setzt irgendwie der Nervfaktor ein.

Südamerikanischer Metal heizt den Niederlanden ein – SEPULTURA

Zurück zu etwas klassischem: der Headliner der „kleinen“ Bühne: S E P U L T U R A ! ! ! Satte 18 Songs donnerte man den Fans um die Ohren, inklusive des Rausschmeißers „Roots bloody roots“. Gründungsmitglied Paulo Xisto Pinto Jr. am Bass, Gitarrist Andreas Kisser und der gigantische Frontbrocken Derrick Leon Green (der mittlerweile seine imposante Haarpracht zugunsten einer Glatze abgelegt hat!) performten mit Eloy Casagrande an den Drums Tracks wie „Inner self“, „Arise“ und „Convicted in life“. Eine heiße Sache…

SEPULTURA

SEPULTURA

Zuletzt war es Zeit für den Namensgeber des Events: EPICA. Die niederländische Band um Frontfrau Simone Simons lieferte der großen Fangemeinde 17 Stücke und setzte auf eine ansprechende Lightshow. Dazu gab es genügend Momente, wo die Herren der Saitenfront das Posen zelebrieren konnten. Für weitere optische Highlights sorgte der Einsatz von Feuersäulen und Pyrotechnik. Schön anzusehen.

Namensgeber bilden würdigen Abschluss – EPICA

„Unleashed“, „Sensorium“, „The obsessive devotion“ und „Design your universe“ waren einige der Songs des Abends. Melodischer Metal, souverän vorgetragen. Kein Wunder, dass die Menge vor der Bühne guter Stimmung war und den Auftritt von EPICA entsprechend abfeierte. So ging gegen 22:30 Uhr (schließlich war es ein Sonntag!) das Indoor-Festival zu Ende. Erschöpft aber glücklich strebten die Besucher zum Ausgang!!

SEPULTURA

SEPULTURA

Noch eine Randbemerkung: für Jemanden aus Deutschland, wo Rauchen in öffentlichen Gebäuden strengstens verboten ist, war es interessant zu sehen, dass es 2 große „Rauchkabinen“ in den Hallen gab, wo man – ohne der Kälte ausgesetzt zu sein – seinem entsprechenden Vergnügen nachgehen konnte…und dabei noch Musik hören…

Fazit: eine feine Sache dieses Event und auf jeden Fall sollte man das Billing für 2016 im Auge behalten und sich rechtzeitig die Tickets sichern!!

 

Bildquelle: alle Fotos: (c) metal-heads.de / Amir Djawadi

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Bildquellen

  • MOONSPELL: (c) metal-heads.de / Amir Djawadi
Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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