Rock Hard Festival 2017 – Der Samstag

D.A.D - Rock Hard Festival 2017

Auf in die nächste Runde

Samstag morgen. Ich stehe pünktlich in der Schlange, um für den zweiten Tag in das Gelsenkirchener Amphitheater hereingelassen zu werden. Ob aufgrund der Geschehnisse am Vortag bei Rock am Ring, oder einfach nur so, geht der Einlass erst viel später los als eigentlich angekündigt. Ich denke, dass wegen der Verspätung einige Zuschauer wahrscheinlich die erste Band des Tages verpasst haben.

Monument

Monument - Rock Hard Festival 2017Es geht los mit Monument aus England. Klassischer NWOBHM Sound. Der Vergleich zu Iron Maiden ist nicht allzu weit hergeholt, denn Sänger Peter Ellis hört sich an wie Bruce Dickinson. Aber auch der Gesamtsound ist sehr nah am berühmten Vorbild. Macht aber nix. Für die frühe Zeit machen Monument ganz schön was los auf der Bühne. Da es heute nicht so heiß ist wie gestern, brauche ich auch noch kein Eis zur Kühlung.

Ketzer

Als zweite Band des Tages werden Ketzer auf die Bühne geschickt. Die Jungs kommen aus dem schönen Köln und bringen das Amphitheater mit Thrash/DeathKetzer - Rock Hard Festival 2017 Metal zum Beben. Die fünf haben Namen wie Infernal Destroyer oder Executor. In dem Genre in den 80er Jahren nicht ungewöhnlich, heute wirkt das irgendwie antiquiert. Eigentlich sehen die eher nach Michael, Daniel und Stefan aus. Ganz nett eben. Die ungewöhnlichen Namen wirken sich aber keineswegs auf die Musik aus. Es wird geprügelt und gegrölt, was Instrumente und Stimme hergeben. Nicht der schlechteste Zeitvertreib.

The Night Flight Orchestra

The Night Flight Orchestra - Rock Hard Festival 2017Auf das Nacht Flug Orchester habe ich mich besonders gefreut, ist doch der heutige Auftritt der erste der Band in Deutschland. Der 70er Jahre Rock gefällt mir sehr gut. Hier werden musikalisch viele Stile vereinigt. Zwischen Supertramp, Toto, The Police oder Black Sabbath ist hier alles drin. Ganz anders als Sänger Björn Strid es bei Soilwork und Sharlee D’Angelo bei Arch Enemy machen. Auch das Publikum freut sich über die Abwechslung im Sound. Erfreuen kann man sich auch an den beiden im Style von Stewardessen gekleideten sexy Background Sängerinnen. Auch was fürs Auge gibt es. Metal ist das bei weitem nicht. Hier ist halt für jeden etwas dabei. So intolerant wie es den Metalfans oft nachgesagt wird, sind die nämlich gar nicht.

Skyclad

Auch Skyclad sind keine reinrassige Metalband, sind jedoch seit 27 Jahren in wechselnder Besetzung erfolgreich unterwegs. Auch auf dem diesjährigen Rock Skyclad - Rock Hard Festival 2017Hard Festival kommt der Folk Rock/Metal gut an. Die Leute singen und tanzen mit, fühlt man sich doch bei der Musik von Skyclad manchmal in einen gut gefüllten Pub versetzt. Die obligatorische Geige kommt leider vom Band. Schade. Auch der Wettergott hat es bei Skyclad nicht gut gemeint und ein kleiner Regenschauer ergießt sich auf die Festivalbesucher. Der ist aber zum Glück so schnell vorbei wie er gekommen ist.

Asphyx

Asphyx - Rock Hard Festival 2017Mit Asphyx gibt es wieder Stoff für die härtere Fraktion. Sänger Martin van Drunen sagt die Band vor dem ersten Song folgendermaßen an:

Wir sind Asphyx aus den Niederlanden und bringen Death fucking Metal.

Ab da wird auf die Tube gedrückt. Die Headbanger können sich das nass gewordene Haar wieder trocken bangen. Ebenso auf der Bühne wird gebangt bis der Nacken schmerzt. Geil. Nach einer Stunde ist das holländische Abrisskommando fertig und hat mit mir einen neuen Fan gewonnen.

Exodus

Mit erstklassigem Thrash Metal aus der Bay Area geht’s mit Exodus weiter. Nicht das hier jemand denkt, man könnte sich ausruhen. Die Nackenmuskel sind ja gerade erst mal warm geworden. Für den bei Slayer eingestiegenen Gary Holt, spielt Kragen Lum wieder die Metal Geige. Ist der eigentlich jetzt festes Mitglied? Exodus - Rock Hard Festival 2017Kragen und Lee sind mittlerweile bereits ein eingespieltes Team und machen auf der Bühne ordentlich Meter. Steve Zetro Souza rennt auch wie ein HB-Männchen umher und seine unverwechselbare Stimme bringt die Massen zum Ausrasten. Die Crowdsurfer werden im Sekundentakt in den Graben geschwemmt. Für mich immer noch der einzig wahre Sänger bei Exodus.

Ganz besonders freut mich, dass heute mit „Pleasures of the Flesh“ mal wieder ein Song gespielt wird, den ich live lange nicht gehört habe. Wie Steve mir später erzählt, war das eine Idee von Gitarrist Kragen. Nach der üblichen letzten Thrash Granate „Strike of the Beast“ inklusive Wall of Death, ist dann der nächste Abriss erledigt. Puhh. Das war „Friendly Violent Fun“

D.A.D.

D.A.D. sind es immer Wert, angeschaut zu werden. Die Dänen schaffen es selbst nach zwei so harten Brettern wie Asphyx und Exodus, die Zuschauer mit guter D.A.D - Rock Hard Festival 2017Laune zu überschütten. Die Bühne ist aufgebaut wie ein großes Wohnzimmer, wobei Laus Sonne mit seinem Schlagzeug auf einer riesigen Couch sitzt. Wow. Das sieht umwerfend aus. Jesper Binzer trägt mit seinem Deutsch gewaltig zur Belustigung bei. Bei der Geschichte, dass Drummer Laus immer viel Angst hat, kommt es am Ende soweit, dass das ganze Festival schreit: „Komm schon Laus, Hose scheissen.“ Wer dann auch noch Songs wie „Sleeping my Day away“ oder „Bad Craziness“ im Programm hat, kann einfach nix mehr falsch machen. D.A.D. hinterlassen ein komplett gut gelauntes Publikum. Gefeiert wird bis in die obersten Ränge. So geht Festival. Danke an das dänische Spaßkommando. Für mich der heimliche Headliner des Tages.

Behemoth

Jetzt wird mir langsam klar, warum D.A.D. vor Behemoth spielen. So tritt die Diskrepanz zwischen lustig und düster erst richtig heraus. Behemoth kommen mitBehemoth - Rock Hard Festival 2017 einem sowas von gruseligen Intro auf die Bühne. Schalen mit Feuer werden angezündet. Dei Beteiligten sind weiß geschminkt und tragen altertümliche Kutten mit großer Kapuze. Das macht mächtig was her. Die Abwechselung zwischen hartem, schleppendem und oberschnellem Sound tut ihr Übriges dazu. Die Show ist absolut gelungen. Selbst wenn man kein Freund von Black Metal ist, wird man doch unweigerlich in den Bann von Behemoth und ihrer Show gezogen. Da bekommt man schon mal Gänsehaut. Das ist großes Kino. Eine schwarze Messe, die die vorherige gute Laune aus mir heraussaugt, wie ein Schwamm. Nach dem Auftritt von Behemoth muss man sich erstmal wieder ins Hier und Jetzt zurückbringen. Das passiert dann bei mir mit dem langen Fußmarsch zu meinem Wagen.

Das war ein abwechslungsreicher, toller zweiter Festivaltag. Wir sehen uns dann morgen zum Endpurt.

Die Bilder des Tages:

Monument

Ketzer

The Night Flight Orchestra

Skyclad

Asphyx

Exodus

D.A.D.

Behemoth

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Bildquellen

  • The Night Flight Orchestra – Rock Hard Festival 2017: (c) Chipsy - www.metal-heads.de
  • Monument – Rock Hard Festival 2017: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Ketzer – Rock Hard Festival 2017: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • The Night Flight Orchestra – Rock Hard Festival 2017: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Skyclad – Rock Hard Festival 2017: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Asphyx – Rock Hard Festival 2017: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Exodus – Rock Hard Festival 2017: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • D.A.D – Rock Hard Festival 2017: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
  • Behemoth – Rock Hard Festival 2017: (c) Chipsy/www.metal-heads.de
Chipsy

Chipsy

Mag am liebsten Prog, 80's Metal, Thrash und instrumentelle Gitarrenmusik. Gitarrenverrückter Gear Sammler.

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