THREE DAYS GRACE – modern metal Boyband!?

THREE DAYS GRACE - Matt Walst
THREE DAYS GRACE - Matt Walst

THREE DAYS GRACE – Support: WE ARE THE OCEAN

Köln LIVE MUSIC HALL

17.01.2016

Es wird ja in Deutschland gerne über das Wetter geredet. An diesem Sonntag Abend war es passend. Winter und knackig kalte Temperaturen, ließen einem eisigen Wind um die Ohren wehen, wenn man auf dem Weg nach Köln-Ehrenfeld zur LIVE MUSIC HALL war. Dies schreckte einige Fans nicht ab, lediglich in kurzer Hose und Muskelshirt zur Halle zu schreiten. Tja, es gibt halt offenbar sehr unterschiedliches Temperaturempfinden.

Laut unseren Informationen sollte die Halle fast (bzw. gerüchteweise komplett) ausverkauft sein. Entsprechend bildeten sich auch 20 Minuten vor Konzertbeginn eine lange Schlange vor den WCs und an der Garderobe.

WE ARE THE OCEAN – Support ohne besonderen Reiz

WE ARE THE OCEAN

WE ARE THE OCEAN

In der Halle herrschten anfangs noch angenehme Temperaturen, als der Support-Act WE ARE THE OCEAN die Bühne in Köln enterte, um dem jungen Publikum Feuer unter dem Hintern zu machen und standesgemäß auf den Headliner vorzubereiten. Dazu hatte man eine Dreiviertelstunde Zeit. Die Leute um mich herum äußerten sich im Vorfeld schon mehr als begeistert über die Band. Leider muss ich ohne viel Verschleiern zugeben, dass ich damit nicht viel anfangen konnte.

WE ARE THE OCEAN

WE ARE THE OCEAN

U.a. coverte man einen Song der Formation LONDON GRAMMAR, dabei nahm dann Sänger und Gitarrist Liam Cromby die Akustikgitarre zur Hand und ließ es etwas ruhiger angehen. Meistens ging es aber rockiger zu Werke und die Haare des Frontmanns flogen ungestüm herum. An eigenen Stücken wusste „Confessions“ durchaus zu gefallen, aber ansonsten lieferte man ein durchschnittliches Set mit wenig Überraschungsmomenten ab, erntete dafür aber achtbaren Applaus der Zuschauer.

WE ARE THE OCEAN

WE ARE THE OCEAN

Solide Leistung der Briten – aber auch nicht mehr

Fazit: keine schlechte Leistung, aber insgesamt kam der britische Vierer zu alltäglich herüber, um mich zu Begeisterungsstürmen hinzureißen. Und auch der in diesen Tagen übliche Hinweis auf den Tod von David Bowie wirkte etwas abgegriffen.

WE ARE THE OCEAN

WE ARE THE OCEAN

Dann nach einer mit 30 Minuten recht langen Umbaupause enterten die Herrschaften von THREE DAYS GRACE die Bühne in der LMH Köln. Und spätestens jetzt merkte man, für wen die hunderten meist sehr jungen Fans (gerne auch mal hübsch und weiblich) angereist waren. Man wartete sehnsüchtig auf die Kanadier, die den Headliner des Abends darstellten und der Menge einen heißen Wochenabschluss servieren wollten.

Vier Kanadier räumen ab – THREE DAYS GRACE

THREE DAYS GRACE

THREE DAYS GRACE

Der Vierer aus dem Land mit dem Ahornblatt als Erkennungszeichen in der Landesflagge besteht aus dem 2014 offiziell zur Band gestoßenen Frontmann Matt Walst, Drummer Neil Sanderson, Barry Stock an der E-Gitarre und Bassist Brad Walst. Der Bruder des Sängers gehört ebenso wie der Drummer der Band zur Gründungsformation. Nach einer recht kurzen Existenz unter dem Namen GROUNDSWELL löste man sich auf und 1997 erfolgte die Neugründung als THREE DAYS GRACE, kleine Line up-Wechsel folgten bis zur heutigen Besetzung, die wir aktuell live erleben durften. Unterstützt wurde man bei der Performance noch von einem Keyboarder.

THREE DAYS GRACE

THREE DAYS GRACE

Das Set von THREE DAYS GRACE umfasste satte 16 Songs und dauerte knappe 90 Minuten. Los ging´s mit dem jedermann bekannten Song „Killing in the name“ von RAGE AGAINST THE MACHINE als Intro, bevor man „I am machine“ als eigentlichen Opener abfeuerte. Die weiteren Tracks wie „Just like you“ und „Chalk outline“ sorgten dafür, dass Sänger Matt bald gut ins Schwitzen kam, während er die Bühne in ihrer gesamten Breite beackerte.

Coole Songs auch jenseits von „I hate everything about you“

Der mit dunkler Augenschminke versehene Gitarrist wechselte zwischen evil Grinsen und einem etwas düsteren Blick. Zwischen den Songs ließ er einige Gitarrenplektren in die Menge fliegen…diese waren eigens an einem entsprechenden Ständer auf der Bühne angebracht. Insgesamt war das Bühnenbild recht schlicht. Ein Backdrop des aktuellen Albumcovers und ansonsten das zu den Instrumenten gehörige Equipment. Fertig.

THREE DAYS GRACE

THREE DAYS GRACE

Aber es kommt schließlich auf die Musik an. Und da wussten THREE DAYS GRACE zu punkten. Mit einer ausgewogenen Mischung in der Setlist, die neben einigen Songs vom aktuellen 2015er-Release „Human“ wie „Painkiller“, „Fallen angel“ und „Human race“ auch ältere Alben berücksichtigte konnte man die Fans in der Live Music Hall begeistern. Der stets freundlich dreinblickende Drummer, der auch immer mal wieder Backing Vocals beisteuerte und auch ein agiler grimassierender Basser verbreiteten den Eindruck einer spielfreudigen Combo. Zwischen den Songs gab es kurze Ansagen und immer wieder Aufforderungen zum Mitsingen oder Rufen des Bandnamens. Man hatte die Halle im Griff…bis hinten hin wurde gesungen und auch die Hänge gingen auf Kommando nach oben.

THREE DAYS GRACE

THREE DAYS GRACE

„Boyband“ oder Rocker!? Das Publikum ist jedenfalls begeistert

Nach einer kurzen „Auszeit“ kamen die 5 Herren noch einmal für zwei Zugaben auf die Bühne. Den letzten Song kündigte Matt Walst mit der Bemerkung an, dies sei die letzte Chance des Abends, einen „Aufstand“ anzuzetteln…es kam der Song „Riot“. Der Auftritt war eine runde Sache. Die Band hatte ihren Spaß, die Fans sowieso. Der Sound: klasse. Man kann eigentlich nichts wirklich kritisches zu diesem Gig sagen, außer vielleicht, dass das Drumsolo recht überflüssig war. Aber da kann man locker drüber hinweg sehen. Ein ausgewogenes Set, dass natürlich auch einen Track wie den „Hit“ „I hate everything about you“ beeinhaltete sorgte für allgemeine Zufriedenheit im Publikum.

THREE DAYS GRACE - Matt Walst

THREE DAYS GRACE

Fazit: die härteste „Boyband“, die ich je live erlebt habe. Gerne immer wieder, auch wenn ich den Altersschnitt krass nach oben verfälscht habe…

 


 

Bildquelle: alle Fotos von THREE DAYS GRACE: (c) metal-heads.de / Amir Djawadi

Bildquelle: alle Fotos von WE ARE THE OCEAN: (c) metal-heads.de / Amir Djawadi

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Doc Rock

Doc Rock

Meine erste Metal-Platte liegt lange zurück: LIVE AFTER DEATH von IRON MAIDEN war´s. Ansonsten fühle ich mich in der Progressive Metal-Ecke wohl!

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