DONG OPEN AIR 2018 Tag 3 Teil 2

…und weiter geht´s mit Teil 2 des Festivalsamstags 2018 beim DONG OPEN AIR.

Am Nachmittag geht es mit einer gelungen Mischung aus Metalcore, Power Metal, Reggae-Anklängen, düster-aggressivem Doom Metal und Punkrock weiter. Es wird getanzt, Moshpits bilden sich, Mitsingen ist regelmäßig an der Reihe. Aber vor allen Dingen kommen alle auf ihre Kosten und es wird sichtbar, wie viel Spaß Bands wie Publikum haben. Auch an diesem dritten Tag herrscht eine tolle Atmosphäre auf dem Dong Open Air. Die Sonne brennt, die Temperaturen steigen, aber unter dem Zeltdach lässt es sich gut aushalten. Vor allen Dingen, wenn die Security zur Abkühlung Wasser ins Publikum spritzt. Die Musik des heutigen Tages ist nämlich nicht zur Abkühlung geeignet.

JINJER – herrliches Metalcore-Getöse

Als JINJERs Frontfrau Tatiana Shmailyuk die Bühne betritt, wird sofort sicht- und hörbar, dass das hier eine interessante Show werden kann. Sie wechselt ohne Energieverlust von tiefen Growls zu Schreigesang und klarem Gesang. Dabei zeigt sie eine enorme Präsenz. JINJER spielen einen Mix aus Hardcore und Metalcore, mit Djent-Elementen und einer Portion Groove. Da wird mit groovenden Rhythmen und klarem Gesang ein Ausflug in eine eher poppige Richtung vorgetäuscht und dann die Metalcore-Keule ausgepackt. Temporeiche Riffs und knackige Breaks, die das Schlagzeug ordentlich nach vorne knüppelt.  Davor bilden sich immer wieder Moshpits und der Schweiß fließt. Manches klingt interessant schräg anderes wieder sehr eingängig. Die kraftgeladenen Vocals bündeln die verschiedenen Einflüsse, so dass durchaus ein eigener wiedererkennbarer Stil hörbar wird. JINJER sind mit ihrer druckvollen und gleichzeitig erfrischenden Art gut beim Dong-Publikum angekommen.

GRAILKNIGHTS – sind auf der Suche nach dem Heiligen Gral beim Dong vorbeigekommen

Die GRAILKNIGHTS haben ihre erste große Schlacht vor 10 Jahren auf dem Dong Open Air geschlagen.
Auch heute geht es wieder um die Quest: den Kampf gegen Dr. Skull. Das Publikum hört der Geschichte, die heute dazu erzählt wird, gespannt zu. Zeitweise ist es wie bei mittelalterlichen Ritterspielen. Die Ritter werden bejubelt, die Erwähnung von Dr. Skull löst Buh-Rufe aus. Die Musik tritt bedingt durch diese Geschichte und das damit verbundene Geschehen auf der Bühne etwas in den Hintergrund. Der Spaß-Metal der bunten Ritter macht eben einfach Spaß. Der zur Geschichte passende Power-Metal ist durch die Anleihen bei anderen Genres abwechslungsreich und interessant und manchmal haarscharf am Kitsch vorbei. Technisch-handwerklich gibt es nichts zu meckern. Das Publikum singt textsicher mit und alle sind zufrieden, als letztlich mit vereinter „muskulöser Muskelwelle“ Dr. Skull besiegt wird.

MANTAR – Mahlstrom lustvollen Niederwalzens

Bevor MANTAR starten können, ist ein größerer Umbau auf der Bühne erforderlich. MANTAR sind nämlich nur zu zweit. Daher wird das Schlagzeug so platziert, dass Erinç Sakarya (Schlagzeug) und Hanno Klänhardt (Gitarre, Vocals) sich gegenüberstehen. MANTAR nehmen uns mit auf eine Reise durch Dunkelheit, emotionale Tiefen und ziehen uns mit in einen Mahlstrom aus groovender Aggression. Ich bin jedes Mal wieder fasziniert davon, dass sie mich – und ersichtlich auch viele andere – live so mitreißen. Hier werden die Ideen viel deutlicher als auf den Alben.
Es hat schon etwas Ergreifendes, wenn man nicht nur hört, sondern auch sieht, wie Hanno die dreckigen Sounds ins Mikro kotzt und Erinç aggressiv in minimalistischer Manier die Felle bearbeitet.

SKINDRED – Big T(h)ings mit Reggae-Metal

SKINDRED gibt es seit mehr als 20 Jahren, aber wenn man sie wie heute auf der Bühne erlebt, scheinen sie von Alterserscheinungen verschont geblieben zu sein. Ich bin bei jedem Auftritt gespannt, was für ein Brillenungetüm Sänger Benji Webbe diesmal tragen wird. Die Beschreibung spare ich mir – schaut euch die Bilder an! Abgesehen von modischen Akzenten bringen SKINDRED mit ihrer Mischung aus Metal, Reggae, Hip-Hop und Punk-Einsprengseln die Menge sofort zum Toben. Eine gigantische Stimme, harte aber flotte Rhythmen und tolle Riffs schaffen einen unverwechselbaren Sound. Es wird getanzt was das Zeug hält und der Spaß am Erleben steht sichtbar im Vordergrund. Als Benji zum Ende der Show dazu auffordert, das T-Shirt auszuziehen, wird dem vielfach Folge geleistet und die heiße Luft unterm Dong-Zelt mit über dem Kopf geschwungenen Shirts gleichmäßig verteilt.

BETONTOD – Bambule und Randale zum Abschluss

Da sind sie also: Die Punk-Malocher von BETONTOD aus dem nur 15 km entfernten Rheinberg. Der Titelsong des letzten Albums Revolution beginnt mit der Zeile: Wir sind das Streichholz, lass dich entzünden. Das war in gewisser Weise auch das Motto dieser Show. Zumindest ist das mit dem Entzünden gut gelungen. Textsicher werden die Songs mitgesungen und wie immer hat Sänger Oliver Meister die Menge gut im Griff. Die Show bewegt sich zwischen Ich nehm dich mit und Ihr könnt mich alle mal. Die Kinder des Zorns tanzen Herz an Herz. Bei der heutigen Show kommen die Fans von handgemachtem Punk-Rock voll auf ihre Kosten. BETONTOD kommen auch dann stimmig rüber, wenn sie textlich den gesellschaftskritischen Stinkefinger zeigen. Bei Flügel aus Stahl und Traum von Freiheit rockt das Zelt. Die Security-Leute versuchen etwas zur Abkühlung beizutragen und spritzen aus Flaschen Wasser aufs Publikum, was dieses begeistert aufnimmt.

Zum Abschluss wird noch die Konfettikanone abgefeuert. So geht nicht nur ein bunter Tag sondern auch das durch die Bandbreite der Musikstile abwechslungsreiche und bunte Dong Open Air 2018 zu Ende.

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Bildquellen

  • Jinjer-DongOpenAir2018-09-0672: © 2018 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Grailknights-DongOpenAir2018-11-1300: © 2018 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Mantar-DongOpenAir2018-06-1432: © 2018 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Skindred-DongOpenAir2018-09-1778: © 2018 by Metal-Heads.de/Treasureman
  • Betontod-DongOpenAir2018-01-2106: © 2018 by Metal-Heads.de/Treasureman
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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