„1695“ das neue Album der finnischen Black Metal Band HIIDENHAUTA (VÖ 16.03.2018)

Hiidenhauta

HIIDENHAUTA verarbeiten die Hungersnot der Jahre 1695-1697

Hiidenhauta 1695Das neue Album „1695“ der finnischen Melodic Black Metal-Band HIIDENHAUTA, das am 16.03.2018 über Inverse Records veröffentlich wurde,  handelt thematisch von der großen Hungersnot von 1695-1697, während derer in Finnland, das sich damals unter schwedischer Herrschaft befand, ein Drittel der Bevölkerung infolge von Hunger oder Epidemien ums Leben kam.

Die Umsetzung eines solchen Themas ist eine große Herausforderung. Dementsprechend gespannt habe ich das Album angehört.

Es beginnt, wie von einem Black Metal Album erwartet: mit hohem Tempo, schnellem repetitivem Schlagzeug, Blastbeats.  Doch schon hier deutet sich an, dass dies kein ‚klassisches‘ Black Metal Album wird. Spätestens mit dem Einsatz des weiblichen Gesangs, der irgendwie dissonant und abgehoben wirkt, lässt sich erahnen, dass mit Überraschungen zu rechnen ist.

Hypnotische Stimmung und viele Überraschungen

Die Songs schaffen teilweise eine fast hypnotische Stimmung, die immer wieder durch Rhythmusvariationen sowie diverse dissonante Elemente aufgelöst wird. Es ist keine Vorhersage darüber möglich, wie wohl das nächste Stück klingen wird. Neben den klassischen Black-Metal-Elementen bedient man sich in klassischer Musik und traditioneller Volksmusik ebenso wie im Jazz.

Der klare, manchmal kindlich wirkende Gesang von Emma Keskimäki liegt über den rauen Growls, die ich mir an manchen Stellen kräftiger, voller gewünscht hätte.
Insgesamt weiß ich den weiblichen Gesang in dieser Form teilweise nicht einzuordnen. Er bleibt auch nach mehrfachem Hören seltsam, nicht dazugehörig (wie z.B. in „Kuolimaan tytär“).  Vielleicht ist dies gewollt und macht Sinn, wenn man den finnischen Text versteht.

Die Lyrics sind in einem traditionellen Versmaß geschrieben, das in dem finnischen Nationalepos „Kalevala“ verwendet wird.

Ein kontrastreiches eindringliches Album

Insgesamt ist es ein eindringliches und kraftvolles Album – irritierend an manchen Stellen, durchgehend kontrastierend. Es gelingt dadurch, die Aufmerksamkeit von den ersten Takten bis zu den letzten Klavierakkorden zu halten.

Mein Anspieltipp ist „Maan poveen“, da hier zusammenkommt, was mir an dem Album gefällt: ein dynamischer rhythmischer Unterbau, gut ausgearbeitete Gitarrenlinien, der hier stimmige Kontrast zwischen Growls und klarem  Gesang.

Für Fans des Progressiven empfiehlt sich „Musta leipä“. Ein Song,  der einerseits aufgrund der Klangkollisionen und Kontraste absolut chaotisch ist, aber durch seine Eindringlichkeit gewinnt.

Gut gefallen haben mir auch solch dynamische Songs: wie „Jumalan vihan ruoska“  und „Talvikäräjät“, die schon fast grooven.

FAZIT: Für Fans des ‚klassischen‘ Black Metal ist dieses Album wohl eher gewöhnungsbedürftig.  Wer es hingegen progressiver und melodischer mag, ist hier genau richtig.

Für einen ersten Eindruck könnte ihr euch den Song „Nälkäkevät“ anhören:

 

Tracklist

01 Hallan valta
02 Äärellä
03 Kuolimaan tytär
04 Musta leipä
05 Jumalan vihan ruoska
06 Talvikäräjät
07 Nälkäkevät
08 Maan poveen
09 Nimettömät

HIIDENHAUTA sind

Tuomas Keskimäki (Vocals & lyrics)
Emma Keskimäki  (Female vocals)
Otto Hyvärinen  (Guitars)
Eetu Ritakorpi  (Drums & percussions)

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Bildquellen

  • Hiidenhauta – 1695: Inverse Records
  • Hiidenhauta: Inverse Records
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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