„Ancient Wisdom“ – atmosphärischer Black Metal von SKOGNATT

Skognatt Titel

SKOGNATT mit erstem full-length-Album „Ancient Wisdom“

SKOGNATT ist ein Soloprojekt von Danijel Zambo, mit dem er bereits verschiedene EPs herausgebracht hat.

Mit „Ancient Wisdom“ liegt jetzt ein Album vor, das sechs Stücke atmosphärischen Black Metals enthält. Durch die teilweise überraschende Instrumentierung haben sie einen ganz eigenen Charakter.

Kraftvolle Riffs und sanfte Gitarrenklänge

Der Eingangs- und Titelsong „Ancient Wisdom“ beginnt mit sanften Gitarrenklängen, um dann mit kraftvollen Riffs, die von einem sphärischen Chor untermalt werden, eine wahre Klangwand aufzubauen. Vor dieser entfaltet sich dann flüsternder Sprechgesang. Die Passagen mit akustischer Gitarre verleihen dem Song seine magischen Momente und eine Dynamik, die den Zuhörer gefangen hält.

Auch wenn der zweite Song „Xibalbá“ einem Ort der Angst gewidmet und von schweren Klängen dominiert ist, kommt ein Zauber auf, der auch hier wieder auf die Verwendung der akustischen Gitarre zurückzuführen ist. Das filigrane Picking bildet einen Kontrast zu den Blast Beasts und den Growls.

In „Worlds Apart“ gefallen mir die Momente, in denen die klassische Tonleiter verlassen wird und eher orientalische Elemente genutzt werden.

Auch die an anderer Stelle verwendeten Klänge der Saz, einer Langhalslaute, tragen dazu bei.

skognattDunkelheit, Melancholie und Harmonie

Die weiteren Songs sind ebenfalls eine gut gelungene Mischung aus langsamen und mittelschnellen Parts, melodischen Leads und Soli, hypnotischen Abschnitten und aufrüttelnden Schlagzeugpassagen für die GERILIME verantwortlich ist. Bei diesem Album ein echtes Schlagzeug einzuspielen, war eine gute Entscheidung. Dadurch bekommen die Songs einen noch dunkleren und teilweise rauhen Klang, der den Songs gut tut.

Mal füllt Finsternis den Raum und die düstere Grundstimmung breitet sich aus. Dann wird es eher melancholisch und zum Schluss – wie bei „Fallen“ – sogar rockig und temporeich.

„Fallen“  gefällt mir richtig gut. Da ist alles drin, was sich (m)ein Metal-Herz wünscht: Tempo, Druck, ein Songaufbau mit sich steigernder Dynamik. Dunkle atmosphärischer Klänge und die kratzende fast knurrende Stimme werden kontrastiert von Harmonien und Melodien, die ins Ohr gehen.

Insgesamt hätte ich mir an einigen Stellen mehr Tempo gewünscht, beziehungsweise temporeiche Passagen, die noch mehr Druck aufbauen.

Inspiriert vom Black Metal der 90er-Jahre

Das Album „Ancient Wisdom“  ist ein Stück Black Metal, das einen nicht einfach nur in die Dunkelheit lockt, sondern auch immer wieder Sonnenstrahlen schickt, die die Dunkelheit  zu einem Ort der Ruhe und des Nachdenkens machen. Verstörendes wird nicht nur als Bedrohung aufgefasst, sondern aus Ausgangslage auf dem Weg zur Harmonie.

Dass Danijel Zambo sich eher vom Black Metal der  90erJahre beeinflusst sieht, wie er mir erzählt hat, ist den Songs durchaus anzuhören. Es gibt immer wieder harmonische Passagen, die an skandinavische Bands dieser Zeit erinnern und die mehr das Atmosphärische als das Provokative als Grundlage nutzten. Dies passt ja auch zu seiner Intention, auf den Umgang alter Kulturen mit der Beziehung des Menschen zur Natur aufmerksam zu machen, die ja häufig aus dem Chaos zu Ordnung und Harmonie finden wollen.

Auf jeden Fall ist es gut, dass Danijel Zambo mit SKOGNATT seinen Respekt, den er vor dieser ihn faszinierenden Musik hat, in einen Prozess brachte, der zur einer Klangreise mit viel Atmosphäre und mystischen Momenten geworden ist.

Wer atmosphärischen Black Metal der eher melancholischen Art mag, sollte sich SKOGNATT auf jeden Fall anhören.

 

Das komplette Album gibt es bei Bandcamp. Und vielleicht ist auch noch eine von den 50 physischen Alben, die mit einem sehenswerten Artwork ausgestattet sind, zu erhalten.

 

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Bildquellen

  • Skognatt: Danijel Zambo
  • Skognatt Titel: Danijel Zambo
Birgit

Birgit

Iron Butterfly und Jethro Tull haben mir gezeigt, dass es neben Uriah Heep, Black Sabbath und Whitesnake noch etwas anderes gibt. Neugierig geworden höre ich seitdem alles, was sich unter dem Oberbegriff Metal und Rock versammelt. Je nach Stimmung eher Metalcore oder instrumentalen Rock. Mein Herz hängt allerdings am ganzen Spektrum skandinavischer Metalmusik: ob nun Folk-, Progressiv oder Doom-Metal.

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