BLOODYWOOD – „Rakshak“ Review

(English review down below)

Indian Folk Metal

BLOODYWOOD (Facebook) weckt natürlich sofort Assoziationen und manch einer wird beim ersten schnellen Lesen auch „Bollywood“ gelesen haben. Nun muss man sagen, dass beide Begriffe einem Land zuzuordnen sind, nämlich Indien. Das war es aber auch schon so ziemlich mit den Gemeinsamkeiten,na ja, zumindest fast. Die Bollywood Filme sind sehr pompös und farbenfroh produziert. Ein Hauptaugenmerk sind die aufwendigen Tanszenen, die meist zur indischen Folkloremusik dargeboten werden. BLOODYWOOD dagegen hauen Euch dagegen brettharten modernen Metal um die Ohren, aber man höre und staune: Sie verbinden ihren Sound mit der indischen Folklore.

Ein mächtiger Elefant

ziert das Cover des Albums. Der Elefant wird in Indien als heiliges Tier verehrt. Einer der wichtigsten Hindu-Götter namens ‚Ganesha‘ trägt einen Elefantenkopf. Zum Albumtitel kann uns die Band selbst etwas sagen:

„Rakshak“ bedeutet „Beschützer“ oder „Wächter“ auf Hindi. Die Botschaft unserer Musik war uns schon immer genauso wichtig wie die Musik selbst. Und unser Ziel war und ist es, einen positiven Einfluss auf das Leben der Menschen und den Planeten zu haben.

Pressetext über ‚kinda agency‘

Nun mögen einige die Stirn runzeln und sich denken: Ja, die traditionelle indische Küche ist voll mein Fall! Aber indische Folklore mit Metal??? Wie soll das klingen?

Ich kann Euch eines versprechen!

Der Sound knallt ohne Ende

Nach dem Start dauert es nur einige Sekunden, bis die Bombe platzt und Schockwellen von fettem rifflastigen Groove sich massiv ausbreiten. Verdammt noch mal! Was für ein bombastischer umwerfender Sound. Hat stellenweise etwas von SLIPKNOT, geht aber viel weiter. Diese typischen indischen Klänge einer Tumbi (einsaitiges Zupfinstrument) rocken so was von und fügen sich geradezu perfekt in den Groovecore-Sound ein. Aber damit ist mit den Besonderheiten noch nicht getan. Zwei Sänger schmettern hier die Texte aus einem indischen und englischen Mix. Da wäre zum einen Jayant Bhadula, der mit seinem engergiegeladenen Shouting alles in Grund und Boden schreit. Und sein Mitstreiter Raoul Kerr rapt seine Parts nicht minder eindrucksvoll mit voller Wucht in die Fresse. Die Mucke haut mich völlig aus den Latschen. Das Rap und Metal funktionieren können, wissen wir nicht erst seit RAGE AGAINST THE MACHINE oder CLAWFINGER, die in den 90′ er Jahren sehr erfolgreich damit unterwegs waren. Nun haben wir 2022 und es funktioniert immer noch. Hört selbst!

Ein wenig entspannter

gehen es BLOODYWOOD beim Song „Zanjeero Se“ an. Hier lässt man die Brutalokeule im Sack. Kaum zu glauben, aber dafür packen sie hier ihr melodisches Können aus. In dem ruhigeren atmosphärischen Song mit weiblichem Chorgesang im Hintergrund singt Sänger sehr gefühlvoll voller Harmonien. Der mehrstimmige Refrain hat epische Züge und sogar der Rap-Part passt hierhin und baut zwischendurch zusammen mit der intensiveren Instrumentierung eine druckvolle Passage auf.

In eine ähnliche Kategorie würde ich auch die Songs „Yaad“ „Jee Veerey“ und einordnen. Allerdings muss man sagen, dass diese Songs zwar auch ihre behutsamen Phasen haben, die sich aber mit den energiegeladenen brachialen Ausbrüchen die Klinke in die Hand geben.

Die Flöte rockt

So lassen BLOODYWOOD auch gerne die indische Flöte einfließen, welche immer wieder mal zu hören ist. So auch bei dem Song „Aaj“. Hätte nie gedacht, dass die Flöte sich dermaßen gut zu einem so monströsen Sound macht, der zwischendurch dermaßen heftig prügelt und abgeht, dass man nur völlig ausflippen kann. „Aaj“ ist ein Brecher von Song, der alle Elemente perfekt verbindet. Total irrsinnig!

Dazu passt auch folgendes Statement der Band:

Musikalisch sind wir mehr als nur ein paar Risiken eingegangen und haben die Grenzen unseres Sounds sowohl gesanglich als auch instrumental erweitert. Neben einigen Songs mit unserem unverkennbaren Sound haben wir auch viel experimentiert, indem wir unsere bisher schnellste, härteste und wütendste Musik geschrieben haben, während wir auch Elemente und Instrumente aus Genres einbezogen haben, die am anderen Ende des musikalischen Spektrums liegen.

Pressetext ‚Kinda Agency“

Totale Eskalation

ist einer der explosiven Zutaten von BLOODYWOOD, vor denen man sich in acht nehmen muss. Da geht es schonungslos zur Sache und diese Energie überfährt einen wie eine Horde wütender Elefanten. Der Song „Dana-Dan“ ist dermaßen crazy, dass man nur staunen kann wieviele Elementen BLOODYWOOD hier in ihren Songs verarbeiten. Hier spielen nicht nur verrückte Töne indischer Folklore eine Rolle, sondern auch Synthies oder sogar tragender mystischer weiblicher Gesang. Zudem sind die Raps von Raoul Kerr sind immer wieder ein Vergnügen und alles andere als eintönig. Denn auch diese bedienen verschiedene Stimmungen.

Vor dem Fazit gibt es noch den Song „Machi Bhasad“, der einen völlig durchrüttelt. Besonders gut gefallen hat mir hier auch der coolen Part mit den Dhol (indische Trommeln) ab Minute 02:30 mit anschließender kurzer Erholungsphase.

Fazit

BLOODYWOOD sind für mich eine wahre Überraschung. Mir waren sie völlig unbekannt und hätte mir jemand etwas von indischem Folk-Metal erzählt, dann wäre ich mehr als skeptisch gewesen.

Aber ich liebe positive Überraschungen! BLOODYWOOD haben mich umgehauen! Nie im Leben hätte ich mir so einen geilen Sound vorstellen können. Einen Sound, den ich tatsächlich noch nie so gehört habe. So komme ich zu dem Ergebnis: Der indische Folk rockt! Abgesehen davon sind die zwei Sänger absolut spitzenmäßig und bieten eine Flut von Eindrücken.

Bei BLOODYWOOD gibt es eine breite Range: Von harmonischem Gefühl und epischen Momenten bis hemmungslose Wut und unbändige Kraft ist alles dabei. Es gibt viele richtiger Burner auf dem Album, die einfach genial sind. Aber nicht alle Songs haben mich vollkommen überzeugt und sind so ausgefeilt wie andere, aber einen Durchhänger habe ich auch nicht gefunden.

Alles in allem fackeln BLOODYWOOD mit ihrem Album „Rakshar“ eine Wahnsinnsshow ab. Man wird von der explosiven machtvollen Energie besessen und mitgerissen.

English review

Indian Folk Metal

BLOODYWOOD (Facebook) of course immediately arouses associations and some will have read „Bollywood“ at the first quick read. Now it has to be said that both terms can be assigned to one country, namely India. The Bollywood movies are produced very pompous and colorful. One of the main features are the elaborate dance scenes, which are usually performed to Indian folk music. BLOODYWOOD, on the other hand, bludgeon you with hard modern Metal, but listen and be amazed: they combine their sound with Indian folklore.

A mighty elephant

adorns the cover of the album. The elephant is revered as a sacred animal in India. One of the most important Hindu gods named ‚Ganesha‘ carries an elephant head. About the album title, the band itself can tell us something:

Rakshak means ‚protector‘ or ‚guardian‘ in Hindi. We’ve always been as passionate about the message of our music as much as the music itself, and our goal has and always will be to make a positive impact in people’s lives and on the planet.

Presstext ‚kinda agency‘

Now many may frown and think to themselves: Yes, traditional Indian cuisine is totally my cup of tea! But Indian folklore with metal??? How should that sound?

I can promise you one thing!

The sound bangs hard

After the start it takes only a few seconds until the bomb bursts and shockwaves of fat riff-heavy groove spread massively. Bloody hell! What a bombastic mind blowing sound. Has something of SLIPKNOT in places, but goes much further. Those typical Indian sounds of a tumbi (one-stringed plucked instrument) rock so hard and fit just perfectly into the groovecore sound. But that’s not the end of the special features. Two singers belt out the lyrics from an Indian and English mix. On the one hand there is Jayant Bhadula, who screams everything into the ground with his engergic shouting and offers also some melodic soulful features. And his comrade-in-arms Raoul Kerr raps his parts no less impressively with full force. The music blows my mind completely. That rap and metal can work, we know not only since RAGE AGAINST THE MACHINE or CLAWFINGER, who were very successful with it in the 90’s on the road. Now it’s 2022 and it still works. Listen for yourself!

A little more relaxed

BLOODYWOOD go it with the song „Zanjeero Se“. Here they leave the bloody axe in the bag. Hard to believe, but here they unpack their melodic skills. In the quieter atmospheric song with female choir vocals in the background singer Jayant Bhadula sings very soulful full of harmonies. The polyphonic chorus has epic strains and even the rap part fits here and builds up a punchy passage in between together with the more intense instrumentation.

In a similar category I would also put the songs „Yaad“ and „Jee Veerey“. However, it must be said that although these songs alternate between cautious and energetic brute phases.

The flute rocks

BLOODYWOOD also like to use the Indian flute, which can be heard from time to time. So also with the song „Aaj“. Never would have thought that the flute is so good to such a monstrous sound, which in between punches with violent beats and goes off like hell. You can completely freak out by hearing this. „Aaj“ is a breaker of a song that combines all elements perfectly. Totally insane!

The following statement from the band matches this:

Musically we’ve taken more than a few risks and pushed the limits of our sound both vocally and instrumentally. Besides having a few songs with our signature sound, we have also experimented heavily by writing our fastest, heaviest and angriest music yet while also incorporating elements and instruments from genres that lie on the other end of the musical spectrum.

presstext ‚kinda agency‘

Total escalation

is one of the explosive ingredients of BLOODYWOOD you have to be careful of. It goes relentlessly to the point and this energy overtakes you like a horde of angry elephants. The song „Dana-Dan“ is so crazy that you can only be amazed how many elements BLOODYWOOD process here in their songs. Not only crazy sounds of Indian folklore play a role here, but also synths or even carrying mystical female vocals. In addition, the raps of Raoul Kerr are always a pleasure and anything but monotonous. Because these also serve different vibes.

Before my conclusion comes I want to show you the song „Machi Bhasad“, that shakes you up completely. I especially liked the cool part with the Dhol (Indian drums) from minute 02:30 with a short recovery phase afterwards.

Conclusion

BLOODYWOOD are a real surprise for me. They were completely unknown to me and if someone had told me something about Indian folk metal, I would have been more than skeptical.

But I love positive surprises! BLOODYWOOD blew me away! Never I would have expected such an awesome sound. A sound that I have actually never heard like this before. So I come to the conclusion: Indian folk rocks! Apart from that, the two singers are absolutely top-notch and offer a flood of impressions.

With BLOODYWOOD there is a wide range: from harmonic feeling and epic moments to unrestrained rage and unbridled power. There are many real burners on the album that are simply brilliant. But not all songs have convinced me completely and are as perfectly arranged as the absolute highlights, but I have not found a bad song either.

All in all BLOODYWOOD burn a mad fireckracker with their album „Rakshar“. You get possessed and carried away by the explosive powerful energy.

Newsletter bestellen für wöchentliches Update!

Bildquellen

  • BLOODYWOOD Rakshak Cover sk: Kinda Agency
  • BLOODYWOOD Rakshak Cover+Infos: Cover+Ifnfos->Kinda Agency//Rest->Pixabay
  • BLOODYWOOD Rakshak Titelbild: Kinda Agency

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

Das könnte dich auch interessieren …

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

fünfzehn − 1 =