Garbage melden sich fulminant zurück

Garbage

Fünf lange Jahre hat es gedauert bis die Alternative Rocker Garbage um die schottische Sängerin Shirley Manson uns ihr siebtes Album „No Gods No Masters“ präsentieren. Vergangenen Freitag, dem 11. Juni 2021 ist es bei Spunvolume / Infectious Music / BMG erschienen. Die Zahl Sieben soll auch eine große Bedeutung für das Album gehabt haben. So sagt Shirley Manson: „Dies ist unsere siebte Platte, und diese bedeutungsvolle Zahl hat die DNA des Inhalts beeinflusst: die sieben Tugenden, die sieben Leiden Mariens, die sieben Todsünden.“ Das Video zum Opener „The Men Who Rule The World“ ist in der Hinsicht schon mal vielversprechend. Aber schaut selbst:

Garbage – wütend, kritisch und resignierend

Der Opener setzt die Messlatte schon mal ziemlich hoch. Machtmissbrauch, Umweltzerstörung und Unterdrückung. Garbage holen hier zum Rundumschlag aus. Die Strophen sind stampfend aber sparsam instrumentiert, was den Refrain umso stärker wirken lässt. Starker Einstieg! „The Creeps“ kommt passend zum Titel etwas schräg, aber auch flott rüber. Im Gegensatz dazu steht „Uncomfortably Me“. Melancholisch-poppig, aber zum Glück zieht sich ein knarzender Unterton durch den Song und befreit ihn so davon zu seicht zu sein. „Wolves“ ist ein Song über einen selbst, ist man gut oder böse und so bewegt sich der Songs selbst auch in dieser Dualität zwischen Melodiösität und düsterer Verzerrtheit. Braucht auf jeden Fall mehrere Durchläufe. Fast schon resignierend fragt Shirley in „Waiting For God“ wo denn nun dieser endlich bleibt. So langsam wäre es doch mal an der Zeit. Ein sehr ergreifendes Lied und eines meiner Highlights.

Wir sollen aus den Fehlern lernen

Eine geflüsterte Strophe und kalte, elektrische Sounds prägen „Godhead“, das sich mit dem männlichen Ego beschäftigt. Aber so ganz werde ich damit nicht warm. Bei „Anonymous (XXX)“ werde ich ein wenig an die seligen 80er erinnert. Synthies und Saxophon… Nein, das ist nicht so meins. Die ersten Sekunden von „A Woman Destroyed“ lassen mich an die Netflix Serie Dark und deren Titelmelodie denken. Eine gute Referenz und ich mag den Song auch wenn er eine Warnung an alle Exfreunde ist doch besser die Türen verschlossen zu halten und ein Wachhund wäre sicher auch nicht verkehrt. „Flipping The Bird“ könnte auch aus dem Frühwerk stammen. Das ist doch Qualitätsmerkmal genug. Der Titeltrack schaut in die Zukunft und denkt über eine Gesellschaft nach, die nicht dieselben Fehler macht und wiederholt wie wir bisher. Den Abschluss bildet das ruhige „This City Will Kill You“. Mit Streichern, Bläsern und Piano ein eher untypischer Song, aber ein passender Ausklang.

Garbage mit einem fulminanten siebten Werk

Garbage melden sich mit „No Gods No Masters“ fulminant zurück. Ich muss sagen, so kritisch hatte ich Garbage nicht in Erinnerung. Aber das steht ihnen gut. Mir persönlich gefallen einzig zwei Lieder nicht so gut. Und was mir besonders gut gefällt ist, dass die Platte durchaus mal mehrere Durchläufe braucht um richtig zu wirken. Es ist nicht glatt, nicht weichgespült und ich mag das. Ich lehne mich mal aus dem Fenster und behaupte, dass „No Gods No Masters“ in der Diskographie von Garbage auf jeden Fall unter den Top 3 anzusiedeln ist. Starke Platte, die im Moment bei mir in Dauerrotation läuft.

Garbage – Line-Up und Kontakt

Shirley Manson – Gesang
Butch Vig – Schlagzeug
Duke Erikson – Gitarre
Steve Marker – Gitarre

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Bildquellen

  • Garbage: Networking Media photo credit: Joseph Cultice

soundchaser

Angefangen hat es mit einer Kassette die ich von einem Kumpel bekam mit Running Wilds "Port Royal" und "Abigail" von King Diamond. Seitdem hat es mich nicht mehr losgelassen...

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