MYRATH – ein Vermächtnis für die Ewigkeit


MYRATH – „Legacy“ – Nightmare Records, VÖ am 19.02.2016

„Legacy“ bedeutet bekanntlich „Vermächtnis“ und wird zumeist mit etwas assoziiert, was bereits sein Ende gefunden hat. MYRATH aus Tunesien haben den Titel im Andenken an einen Mentor aus ihrer nordafrikanischen Heimat gewählt. Am Ende ist ansonsten gar nichts! Im Gegenteil…

Der Herkunft verbunden

Die orientalischen Wurzeln sind auch auf Album Nummer vier des Prog Metal-Quintetts nach wie vor stilprägend, da hätte es des beinahe vorhersehbaren Titels „Jasmin“ für das genretypische Intrumental-Intro erst gar nicht bedurft. Seien es die Melodiebögen der meisten der elf regulären Songs (die Digipak-CD hat noch einen weiteren Track, der das Dutzend voll macht…) oder der Einsatz von Percussions und Flöte bei den Soli: MYRATH machen Musik aus 1ooo und einer Nacht.

MYRATH: Jenseits vom Make or Break!

Prog Metal ist die Kunst, das Komplizierte als selbstverständlich und eingängig zu präsentieren. Diese Kunst haben Sänger Zaher Zorgati und seine Mitstreiter im zehnten Jahr des Bestehens der Band kultiviert und perfektioniert. Die immer wieder bei Bands herbei geredete Karriereklippe des „crucial third album“ haben die Wahlfranzosen bereits 2011 mit „Tales of the Sands“ mustergültig umschifft. Auf „Legacy“ kann man erleben, wie der Rückenwind des Zuspruchs für das Vorgängerwerk die sympathischen Jungs beflügelt hat.

Die Gitarre und das Mehr…

Mit „Believer“ haben MYRATH einen Ohrwurm an den Anfang gestellt, der kraftvoll und hymnisch das Album eröffnet. Gitarrist Malek Ben Arbia straft jeden Puristen Lügen, der darauf besteht, dass guter Prog Metal die Gitarren eher in den Hintergrund stellt. Ben Arbia und Tastenmeister Elyes Bouchoucha ergänzen sich perfekt darin, dem Song einen Stammplatz im Repertoire zu sichern.

Fact and Fiction

Auch bei den Lyrics bleiben sich MYRATH treu: die Probleme in der Heimat Tunesien im Nachhall des „Arabischen Frühlings“ werden ebenso selbstverständlich angesprochen („Get Your Freedom Back“, „The Needle“) wie traditionelle Geschichten vor der exotischen Kulisse des vorderen Orient („The Unburnt“, „Duat“).

MYRATH sind auf dem besten Wege

Wenn KAMELOT zu den Hoch-Zeiten von Roy Khan ein ordentliches Schüppchen drauf gelegt hätten (etwa bei „The Fourth Legacy“ von 1999), dann würden sie im Vergleich MYRATH bis zur behaarten Brust reichen. MYRATH ist, was die Wahrnehmung außerhalb Frankreichs angeht, anno 2016 immer noch ein Geheimtipp. Aber mehr noch als „Tales…“ hat „Legacy“ das Zeug, diesen unverdienten Zustand nachhaltig zu ändern.

Wer sich live davon überzeugen möchte, findet hier bei uns zusammen gefasst die Tourdates für die Clubshows im September.

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Bildquellen

  • MYRATH Legacy Amazon: Amazon (c) 2016
HELLION

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