Ritchie Blackmore’s Rainbow – Memories in Rock

Rainbow Memories

Ritchie Blackmore’s Rainbow war von 1975-1984 und 1995-1997 tonangebend im Hardrock. Unbestritten waren die Jahre mit Ronnie James Dio (1975-1978) wohl der Höhepunkt in der Geschichte der Band. Doch am 31.05.1997 war es dann endgültig vorbei mit Rainbow. Schon kurze Zeit später gab es dann die Band Blackmore’s Night, wo Blackmore mit seiner Frau Candice Night mittelalterliche Töne, gemischt mit Rockanleihen erklingen lässt.

Überraschende Reformation

Richard Hugh Blackmore (geb. 14.04.45), gab überraschend letztes Jahr im Sommer 2015 bekannt, das er Sommer 2016 für einige Konzerte Rainbow reformieren will. Die Fans konnten es kaum fassen und die Gerüchte über die Besetzung machten die Runde. Joe Lynn Turner wurde erwähnt, Graham Bonnet und diverse andere Musiker der damaligen Rainbow-Inkarnationen machten die Runde.

Blackmore’s Rainbow ohne frühere Mitglieder

Blackmore selbst war es, der dann im November letzten Jahres bekannt gab, wer denn nun wirklich dabei sein werde. Als Sänger wurde Ronnie Romero verpflichtet. Candice Night war es, die ihrem Gatten diverse Videos zeigte, in dem der Sänger auch Rainbow Songs coverte. Sie empfahl dann Ronnie Romero als Sänger.

Romero, der mit der spanischen Band Lords Of Black seit 2014 in ganz Europa unterwegs ist, wurde in Chile geboren. Als weitere Musiker wurden dann Bob Nouveau (Bass – Ex-Blackmore’s Night), Jens Johansson (Keyboards – Yngwie Malmsteen/Stratovarius), David Keith (Drums – Blackmore’s Night), Candice Night (Background Vocals – Blackmore’s Night) und Lady Lynn (Background Vocals – Blackmore’s Night) genannt.

Enttäuschte Fans

Die Enttäuschung bei den Fans machte sich breit, denn kein ‚Star‘ aus den früheren Besetzungen war dabei. Einzig Ronnie Romero wurde zugesprochen, das er die schwere Bürde schaffen konnte, den Dio-Songs Leben einzuhauchen. Soweit die Vorgeschichte.

Alsbald sickerten die Termine für lediglich drei Konzerte durch. Zwei Konzerte in Deutschland, am 16. Juni auf der Loreley, 18. Juni in Bietigheim-Bissingen und ein Konzert im englischen Birmingham in der Genting Arena. Das ganze lief unter dem Namen „Monsters Of Rock“! 1980 fand das erste „Monsters“ in Castle Donnington/England statt, was damals ein hochkarätig besetztes Festival war. In Deutschland waren lediglich zwei andere Bands dabei: Manfred Mann’s Earth Band und Thin Lizzy.

Kommen wir nun zur vorliegenden DVD „Memories in Rock – Live in Germany“, welche am 18.11.2016 von Eagle Rock veröffentlicht wird.

Wir sind nicht mehr in Kansas

Als Einstieg bekommen wir die Gegend von St. Goarshausen direkt am Loreleyfelsen gezeigt. „We’re not in Kansas anymore“, hören wir Judy Garlands Stimme sagen und schon geht es los. Nein, kein „Kill The King“ oder „Spotlight Kid“, sondern Deep Purple’s „Highway Star“ ertönt zu Anfang. Bei weitem nicht so kraftvoll wie von Deep Purple gewohnt, aber zumindest mit anderer Einleitung, in der Romero schon mal seine kraftvolle Stimme gut zur Geltung bringt. Dem ersten Track merkt man auch an, das die Band noch nicht live gespielt hat und der eine oder andere Patzer kommt vor. Blackmore steht mehr auf der Bühne, als das er agiert. Nun, der Mann ist 71 Jahre alt, da kann man nicht erwarten, das er noch wie vor 20 Jahren herumtollt.

Als nächster Track kommt „Spotlight Kid“. Der Mann hinter dem Mini-Schlagzeug müht sich redlich, die Drums so zu bearbeiten, das die fehlenden Toms kaum auffallen. Blackmore und Romero sind eindeutig die Hingucker bei dem Konzert. Natürlich richten sich fast alle Augenpaare auf ihn, was man den diversen Kameraeinspielungen auf das Publikum entnehmen kann. Romero meistert den Song jedoch bestens.

Ehrung für Ronnie James Dio

„Mistreated“, erneut ein Deep Purple Track, erzeugt einen Beifallssturm. Es ist der erste Song, der mir persönlich auch gut gefällt, da hier erneut Romero beweisen kann, welche vorzügliche Stimme er besitzt. David Coverdale würde heutzutage sicher vor Neid erblassen.

„Man On The Silver Mountain“ und „Catch The Rainbow“ sind endlich mal Songs aus der Ära mit Ronnie James Dio. Am Ende von „Man On The Silver Mountain“ ehrt Romero Dio mit den Worten, das er der „Mann“ ist.

Danach kommt „Difficult To Cure (Beethoven’s Ninth)“, wo sich David Keith und Jens Johansson mit Soloeinlagen ins Licht setzen.

Tiefe Hammond Sounds, ein jeder erkennt es sofort, denn es ist „Perfect Strangers“. In den letzten 30 Jahren unzählige Male auf Deep Purple Konzerten bis heute zu hören, kommen wir auch hier in den Genuss.

Das Highlight

Da wird dann „Stargazer“ ganz anders aufgenommen, ist dieser Track doch schon seit Ewigkeiten nicht mehr live gespielt worden von Blackmore’s Rainbow. Für mich persönlich auf dieser DVD eines der Highlights. Ronnie Romero singt fast wie Ronnie Dio, wenn auch mit etwas anderer Stimmfärbung. Auch die anderen überzeugen hier bei diesem Stück mehr. Es klingt homogener, was auch vielleicht daran liegt, dass inzwischen schon einiges gespielt wurde und man sich nun sicherer ist.

Blackmore spielt seine Soli nicht mehr mit der Fingerfertigkeit der früheren Jahre, was wohl auch daran liegt, das er vor den Konzerten noch eine OP an der Hand hatte, was ihn natürlich einschränkte. Candice Night und Lady Lynn sind übrigens kaum zu hören, ihr Background Gesang ist nur selten besser zu vernehmen.

„Long Live Rock ’n‘ Roll“, mutiert zum Mitklatscher und „Child In Time“ kommt überraschend.

Es kommt, was kommen muss, in Form von „Black Night“ und dem unverwüstlichen „Smoke On The Water“. Bei letzterem beschließt ein Feuerwerk das Konzert.

Alles gut?

Was zurück bleibt? Nun, das hier vorliegende Konzert ist ein Mitschnitt beider Abende von den Deutschland Konzerten. Leider ist das fantastische Konzert aus England nicht mitgeschnitten worden. Vom letzteren existieren zahlreiche Fanmitschnitte im Internet, in denen man sich überzeugen konnte, das die Band dort endlich ihr Zusammenspiel gefunden hatte und auch Ritchie Blackmore brillierte mehr.

Bob Nouveau, Jens Johansson und David Keith mühen sich redlich, dennoch wäre zu überlegen, ob es bei evtl. anstehenden Konzerten nächstes Jahr nicht doch die eine oder andere Überraschung geben könnte. Warten wir es ab.

Nichtsdestotrotz ist das Konzert hier eine wunderbare Gelegenheit, nochmals die alten Klassiker live auf der Bühne mit dem Mann in Schwarz zu erleben. Für mich und auch für viele Fans wäre es schöner gewesen, wenn man nur Rainbow-Songs, anstatt der Deep Purple-Klassiker genommen hätte.

Aber die Konzerte waren gedacht für Blackmore Fans, also bot der Meister ihnen auch einen kleinen Querschnitt seiner Musik.

Als Bonus gibt es noch vier weitere Tracks und die Gesamtspielzeit liegt somit bei 139 Minuten!

Fazit: Reinhören!

 

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Tracklisting:

  1. Over the Rainbow – Highway Star (L)
  2. Spotlight Kid (BB)
  3. Mistreated (BB)
  4. 16th Century Greensleeves (BB)
  5. Since You Been Gone (BB)
  6. Man On The Silver Mountain (L)
  7. Catch The Rainbow (L)
  8. Difficult To Cure (Beethoven’s Ninth) (L)
  9. Perfect Strangers (BB)
  10. Stargazer (L)
  11. Long Live Rock ‘N ‘Roll (BB)
  12. Child In Time (BB)
  13. Black Night (BB)
  14. Smoke On The Water (BB)

Bonus Tracks:

  1. Spotlight Kid (L)
  2. Man on the Silver Mountain (BB)
  3. Long Live Rock ‘N ‘Roll (L)
  4. Stargazer (BB)

Zur Erläuterung in der Klammer:

L = Loreley 17.06.2016
BB = Bietigheim-Bissingen  18.06.2016

 

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Bildquellen

  • rainbow-memories-in-rock-br-cover-hr: amazon.de
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Wolf

Wolf

Musikalisch aufgewachsen mit den Beatles und den Stones in der großen Ära der Rockmusik der 60/70er Jahre! Meine ersten gekauften Scheiben waren von Deep Purple, Grand Funk Railroad, Frank Zappa, Black Sabbath usw. Bevorzugte musikalische Ecke ist der sogenannte Classic- und Progressiv Rock, jedoch höre ich auch in fast allen anderen Bereichen stets rein.

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