VITTRA-„Blasphemy Blues“ Review

Melodic Death/Thrash-Metal

Vor einigen Tagen hatte ich Sänger David und Gitarrist Johan von der schwedischen Band VITTRA (Facebook/Homepage) im Interview (Link). Dort haben wir sowohl über die Debüt-EP „Wardens“ gesprochen als auch über das neue Album „Blasphemy Blues“, welches am 11.11.’22 erscheinen wird. Schon auf er EP „Wardens“ zeichnete sich ein gewisser Grad der Verrücktheit ab, den die Band in ihrer Musik verkörpert. Vor allem die Single „Necrotic Apocalypse“ machte dies sehr deutlich. Und das ist durchaus positiv gemeint, denn diese Verrücktheit versprüht eine

Lebendigkeit und Frische.

Somit hat man ein Merkmal, dass aus der Masse hervorsticht. Auf dem neuen Album hat sich der Sound ein wenig verändert bzw. entwickelt. Obwohl die Songs auf „Wardens“ schon von erlesener Qualität waren, so hat man den neuen Songs mehr Geradlinigkeit und einen dynamischeren Flow verpasst. Soll heißen, dass der peitschende Thrash-Metal-Anteil zugenommen hat. Es gibt viele Songs, die ein hohes Tempo fahren. Dazu zählt auch die erste Single „Samatra“. Hier kommt wieder einmal die Verspieltheit zum Ausdruck, indem der Beginn durch ein lebendiges Akustikgitarrenspiel eingeleitet wird und die Melodien dann von der E-Gitarre übernommen werden. Und schon beschleunigt der Song mit einer ungemeinen Energie, die Sänger David in sich aufnimmt und durch seinen Gesang noch weiter verstärkt. Die melodisch auffälligen Leads sind ebenso ein prägnantes Merkmal, das sich wunderbar hervorhebt.

Das Feuer brennt

VITTRA merkt man an, dass sie unter Feuer stehen. Sie haben einen unglaublichen Tatendrang, der sich in einer mitreißenden Energie manifestiert. So entfesseln VITTRA mit dem Bonustrack „Undead“ ein wildes bissiges Biest, das einfach teuflisch abgeht. Die Struktur ist eher klassischer Natur, eben so, wie man es von früher kennt. Einfach stur geradeaus mit Vollgas durch die Wand.

Anonsten ist der Sound strukturierter geworden und alles läuft harmonischer ineinander. Darüber hinaus zeigen sich tatsächlich rockige Vibes im Gitarrenspiel und auch die Soli sind hervorragend. Außerdem bieten die Songs eine schöne Varianz und haben ihre jeweiligen charakteristische Züge. Mir gefällt auch der Sound der Produktion. Die Tracks sind klar ausgearbeitet und der Sound hat trotzdem verdammt viel Druck, so dass der mitreißende melodische Flow und der starke Groove super rüberkommen.

Ein Hauch von Black

VITTRA vermögen es allerdings auch ohne Vollgas zu überzeugen und sind immer wieder für eine Überraschung gut. Was „Necrotic Apocalypse“ auf dem letzten Album war, ist „Sommerfödd“ auf dem neuen Album. Ein absolut spezieller Song, den ich genial finde, weil er eben anders ist. Das gilt auch für den lyrischen Inhalt, der die Hassliebe zum schwedischen Wetter thematisiert. Ich mag es, wenn man als Band auch mal ungewöhnliche Ideen umsetzt.

VITTRA liebäugeln zudem gerne mal mit Elementen des Black Metal, was bei diesem Song deutlich zum Ausdruck kommt. Kontrastierend schmückt sich der Song mit feinem zierlichen Frauengesang und anderen coolen Ideen. Alles ist vortrefflich miteinander verwoben worden, so dass auch diese Spezialität zu einem echten Highlight geworden ist.

Auch der Werwolf im Song „Lykantropi“ marschiert in einem ähnlichen Tempo los, versprüht witzigerweise durch die recht heiteren Leads eine gewisse Fröhlichkeit. Das Solo klingt sogar sehr unbeschwert. Dafür knurrt und beißt sich Sänger David standesgemäß durch den Song und füllt die Rolle des Werwolfs sehr gut aus.

Fazit

VITTRA haben ihr tolles Debüt noch übertroffen. „Blasphemy Blues“ strotz nur so vor lebendiger Energie, die den Hörer mitreißt. Die anregenden ideenreichen Songs wirken homogen ohne eintönig zu wirken und begeistern mit einer tollen Dynamik. Im grundsätzlich harten Sound entfaltet sich eine lockere beschwingte Art, die mit einer dämonischen Verrücktheit einhergeht. So bewahren sich VITTRA ihre Originalität.

English review

melodic death/thrash-metal

A few days ago I had singer David and guitarist Johan from the Swedish band VITTRA (Facebook/Homepage) in an interview (Link). There we talked about the debut EP „Wardens“ as well as about the new album „Blasphemy Blues“, which will be released on 11.11.’22. Already on the EP „Wardens“ a certain degree of craziness emerged, which the band embodies in their music. Especially the single „Necrotic Apocalypse“ made this very clear. And that is quite positively meant, because this craziness radiates a

vitality and freshness.

Thus, one has a feature that stands out from the crowd. On the new album, the sound has changed a little or better said developed. Although the songs on „Wardens“ were already of exquisite quality, so they have given the new songs now more straightforwardness and a more dynamic flow. That is to say that the whipping thrash metal influence has increased. There are many songs that drive a high tempo.

This also includes the first single „Samatra“. Here once again the playfulness is expressed, as the beginning is introduced by a lively acoustic guitar playing and then the melodies are taken over by the electric guitar. And already the song accelerates with an immense energy that singer David absorbs and amplifies even more through his vocals. The melodically striking leads are also a striking feature that stands out wonderfully.

The fire burns

VITTRA you can tell that they are under fire. They have an incredible drive, which manifests itself in a rousing energy. So VITTRA unleash with the bonus track „Undead“ a wild biting beast that just goes devilishly off. The structure is rather classic in nature, just as you know it from the past. Just stubbornly straight ahead to break down walls.

Otherwise, the sound has become more structured and everything runs more harmoniously together. In addition, actually rocky vibes show up in the guitar playing and also the solos are excellent. Moreover, the songs offer a nice variance and have their respective characteristic traits. I also like the sound of the production. The tracks are clearly worked out and the sound still has a hell of a lot of pressure, so that the rousing melodic flow and strong groove come across perfectly.

a touch of black

However, VITTRA are able to convince even without full throttle and are always good for a surprise. What „Necrotic Apocalypse“ was on the last album, „Sommerfödd“ is on the new album. An absolutely special song, which I find ingenious, because it is just different. This also applies to the lyrical content, which deals with the love-hate relationship with the Swedish weather. I like it when a band implements unusual ideas. VITTRA also like to flirt with elements of black metal, which is clearly expressed in this song. Contrasting the song is decorated with fine dainty female vocals and other cool ideas. Everything has been excellently interwoven, so that this specialty has also become a real highlight.

The werewolf in the song „Lykantropi“ also marches off at a similar pace, funnily enough exuding a certain cheerfulness through the quite joyful leads. The solo even sounds very light-hearted. Therefore singer David growls and bites his way through the song and fits the role of the werewolf very well.

Conclusion

VITTRA have even surpassed their great debut. „Blasphemy Blues“ is bursting with lively energy that carries the listener along. The stimulating songs full of ideas seem homogeneous without being monotonous and inspire with a great dynamic. In the basically very hard sound unfolds a loose buoyant nature, which is accompanied by a demonic craziness. Thus VITTRA preserve their originality.

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Bildquellen

  • Vittra – Cover Artwork Blasphemy Blues: VITTRA
  • VITTRA Blasphemy Blues Cover+Infos: Cover+Infos-->CMM GmbH
  • VITTRA_BandPic_by_Glen_Mountford Titelbild: CMM GmbH

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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