CHAOSEUM-„The Third Eye“ Review

(English review below)

Nu Metal / Modern Metal

CHAOSEUM (Facebook) aus der Schweiz können sich als junge Newcomer bereits über eine große Fangemeinde freuen.

Auf dem Album „Second Life“ (Review) waren Ähnlichkeiten zur Kultband ‚Korn‘ nicht zu verneinen. Doch nun ist ganz aktuell das Album „The Third Eye“ erschienen und ich bin gespannt, ob und wie sich die junge Band weiterentwickelt hat. Das Erscheinungsdatum mit der Nähe zu Halloween ist auch passend gewählt, denn der optische Auftritt der Band ist nichts für Zartbesaitete. Die Jungs, allen voran CK Smile, treten mit albtraumhaft geschminkten Fratzen auf.

Es wird dunkler und massiver

Mir ist direkt nach dem ersten Hören aufgefallen, dass der Sound dunkler und massiver geworden ist. So distanziert man sich wieder etwas mehr vom Korn-Sound. Das begrüße ich natürlich hinsichtlich einer Eigenständigkeit im Sound einer Band. Daher rennt schon der Opener „I, sexy Zombie“ bei mir offene Türen ein und das hat jetzt nichts mit damit zu tun, dass das Wort ’sexy‘ im Titel enthalten ist. Nein, ich werde umgehend von massiven Riffwänden getroffen und druckvolle Drums schütteln mich kräftig durch und das Tempo ist auf Angriff getrimmt.

Aber nicht nur das…. Sänger CK Smile sorgt zunächst mit einer tiefen dunklen Stimme zusätzlich für einen harten Anstrich. Außerdem gefällt mir der kräftige finstere Hintergrundchor, der noch für einen zusätzlichen Kick sorgt. Mit fließendem Rhythmuswechseln erzeugt der Song eine lebendige Dynamik.

Verstörend

CHAOSEUM entsprechen ihrem optischen Erscheinungsbild und verpassen ihrem Sound nun noch mehr eine etwas düstere verstörende Note. „Unreal“ beginnt mit schrägen Gitarrensounds. Hier macht sich ein knackiger dominanter Bass breit, der für einen gewaltigen Groove sorgt. Dieses Merkmal bleibt auf dem gesamten Album erhalten. Die Catchiness haben sich CHAOSEUM ebenfalls bewahrt und impfen ihre Songs mit schönen Hooks, die sofort im Ohr andocken und haften bleiben. Es ist eine gelungene Mischung aus Chaos und Harmonie. „Unreal“ bietet von allem etwas und besticht durch viele kleine nette Details inklusive einem schönen Gitarrensolo.

„Dance On My Grave“

hat rockige Vibes und macht voll Laune. Die Craziness kommt nicht zu kurz. Vor allem in der Einleitung mit den schrägen Keys kommt dies hier zum Ausdruck. Danach rockt der Song in flottem Tempo kräftig voran. Es wird ein kurzer heftiger Breakdownpart eingebaut und schließlich glänzt CK Smile mit anderen Gesangslinien, die dem Song ein tolles Finale bescheren.

Man merkt den Songs an, dass sich die Jungs sehr viel Gedanken gemacht haben, um keine Langeweile aufkommen zu lassen. Es wird mit verschiedensten Stimmungen gespielt, indem man mit (teils verrückten) kleinen Ideen experimentiert. Und dies wirkt sich positiv auf den Sound aus, der atmosphärischer geworden ist. Des weiteren bieten die Song ganz individuelle Merkmale und bilden doch eine musikalische Einheit.

„My Wonderland“ beginnt teuflisch hart, aber vereint sich im Verlauf wieder mit den harmonisch geprägten Passagen . Hier kommt das Gitarrensolo mal an einer eher untypischen Stelle, nämlich weiter vorne im Song. Meiner Meinung nach könnten diese ruhig noch etwas ausgiebiger sein, denn sie hören sich wirklich gut an. Ansonsten hat der Song noch einige Twists zu bieten und entwickelt sogar epische Züge.

Das Konzept funktioniert

Alles ist sehr gut und spannend ausgearbeitet worden und man weiß wirklich nicht immer so, was die Jungs als nächstes veranstalten. „Welcome Home“ z.B. beginnt cachtiger lockerer Rocker und nach man würde vermuten, dass der Song nach einer üblichen Spielzeit von ca. vier Minuten enden würde. Doch dem ist eben nicht so. CHAOSEUM verpassen dem Song noch scharfe Würze, um eine dunkle Intensität einzubringen.

„Until The End“ ist dann die Ballade des Albums, die sich ganz nett anhört und auch mit einem schönen Gitarrensolo daherkommt, aber sonst eher so dahinplätschert. Leider führen die beiden nachfolgenden Songs nicht zu einem furiosen Finale. Die Songs sind trotzdem gut, können aber mit den anderen Highlights nicht mithalten.

Fazit

CHAOSEUM finden mit „The Third Eye“ mehr zu sich selbst und klingen eigenständiger. Die Songs sind massiver geworden und tauchen mehr in eine dunkle Welt ab. CHAOSEUM verbinden groovige Härte mit melodiöser Catchiness und garnieren das Ganze noch mit kleinen, aber feinen Ideen, die für das gewisse Etwas sorgen. Die teilweise unvorhersehbaren komplexeren Songstrukturen mit ihren überraschenden Wendungen wissen zu gefallen und zu unterhalten. Ich sehe ein deutliche Steigerung zum letzten Album und somit rutschen CHAOSEUM in die 9 Punkte Zone. Ich denke, dass CHAOSEUM auf einem sehr guten Weg sind und schon sehr viel in kurzer Zeit erreicht haben.

English review

Nu Metal / Modern Metal

CHAOSEUM (Facebook) from Switzerland as a newcomer can already look forward to a large fan base.

Similarities on their album „Second Life“ (Review) to the cult band ‚Korn‘ could not be denied. But now the new album „The Third Eye“ has been released and I am curious whether and how the young band has developed. The release date with the proximity to Halloween is also appropriately chosen, because the visual appearance of the band is not for the faint-hearted. The guys, especially CK Smile, perform with nightmarish made-up grimaces.

It becomes darker and more massive

I noticed immediately after the first listen that the sound has become darker and more massive. Thus one distances oneself again somewhat more from the Korn sound than on the last album. Of course, I welcome this in terms of an independence in the sound of a band. Therefore, already the opener „I, sexy Zombie“ runs with me open doors and this has now nothing to do with the fact that the word ’sexy‘ is included in the title. No, I am immediately hit by massive walls of riffs and powerful drums shake me hard and the tempo is trimmed to attack.

But not only that…. Singer CK Smile first of all provides an additional hard coating with a deep aggressive voice. I also like the powerful sinister background choir, which provides an additional kick. With flowing rhythm changes the song creates a lively dynamic.

Disturbing

CHAOSEUM correspond to their visual appearance and now give their sound even more of a somewhat dark disturbing note, which is partly evoked with technical effects. „Unreal“ begins with weird guitar sounds. Here a crunchy dominant bass makes itself wide, which provides a huge groove. This feature remains throughout the album. CHAOSEUM have also retained the catchiness and inoculate their songs with beautiful hooks that immediately dock ear and stick. It’s a successful blend of chaos and harmony. „Unreal“ offers something of everything and impresses with many nice little details including a nice guitar solo.

„Dance On My Grave“

has rock vibes and makes fun. The craziness does not come too short. Especially in the introduction with the weird keys this is expressed here. After that, the song rocks forward in a brisk pace. A short heavy breakdown part is built in and in the end CK Smile shines with other vocal lines that give the song a great finale.

The guys have put a lot of thought into the songs to avoid boredom. It is played with different moods by experimenting with (sometimes crazy) little ideas. And this has a positive effect on the sound, which has become more atmospheric. Furthermore, the songs offer quite individual characteristics and yet form a musical unit.

„My Wonderland“ begins devilishly hard, but unites in the course again with the harmonic passages. A guitar solo comes further in the front of the song. In my opinion, these could be quiet a bit more extensive, because it sounds really good. Otherwise, the song has some twists to offer and even develops epic traits.

The concept works

Everything has been worked out very well and excitingly and you really don’t always know like that what the guys are going to do next. „Welcome Home“, for example, starts as a loose rocker and and you would think that the song would fade out after a normal playing time of about four minutes. But this is just not so. CHAOSEUM give the song sharp spice to bring in a dark intensity.

„Until The End“ is then the ballad of the album, which sounds quite nice and also comes along with a nice guitar solo, but otherwise rather ripples along. Unfortunately, the two following songs do not lead to a furious finale. The songs are good, but can not keep up with the other highlights.

Conclusion

CHAOSEUM find more their own style with „The Third Eye“ and sound more interesting. The songs have become more massive and dive more into a dark world. CHAOSEUM combine groovy hardness with melodic catchiness and garnish the whole thing with nice little elements that provide something special. The partly unpredictable song structures with their surprising twists know to please and entertain. I see a clear increase to the last album and thus CHAOSEUM slip into the 9 points zone. I think that CHAOSEUM are on a very good way and have already achieved a lot in a short time.

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Bildquellen

  • CHAOSEUM Cover+Infos: Management CHAOSEUM
  • CHAOSEUM Third Eye Titelbild: Management CHAOSEUM

Metalhead

Seit meiner Kindheit höre ich gerne Rockmusik. Es hat mit Gary Moore, Scorpions, Billy Idol, Bon Jovi, Dire Straits, AC/DC usw. angefangen, also quasi mit den Großen der 80'er und 90'er Jahre. Mit zunehmendem Alter ging der Musikgeschmack immer mehr auch in die härtere Richtung. So finden sich mittlerweile auch viele Core-Platten, so wie Black-und Death-Metal Kracher in meiner Sammlung. Daher bin ich in fast allen Bereichen des Rock und Metal unterwegs. Eine besondere Vorliebe habe ich für den Underground entwickelt, wo es richtig brennt und es viele hochklassige Bands gibt, die den Großen der Branche in nichts nachstehen, ganz im Gegenteil. In diesen Sinne: Stay tough, stay heavy!

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